Freitag, 15. September 2017

25.500

Der heutigen Geschichte
gingen diese Reizwörter voraus:

Herbstzeitlose – Krabbenkutter – zählen – wählen – ernsthaft


Danke dir für das schöne Foto aus Greetsiel, Klärchen!

Diese Zahl wollte Bernd nicht mehr aus dem Kopf gehen. 25.500! War das nun viel oder wenig? Für einen Millionär waren es Peanuts und für einen armen Menschen bedeuteten sie Reichtum. Aber es ging ja gar nicht um Geld.
Bernd nahm seine Jacke vom Haken. So früh am Morgen war es noch empfindlich kühl. - Beim Blick aus dem Fenster der kleinen Pension, in der er heute seinen letzten Urlaubstag verbrachte, sah er einen alten Krabbenkutter in den kleinen Hafen einfahren. Auch für den Fischer galt diese Zahl – vielleicht mehr, vielleicht aber auch weniger. An wie vielen von 25.500 Tagen gab es für ihn einen guten Fang? An wie vielen machte er sich Gedanken um seine Existenz oder um andere Menschen? An wie vielen würde er über das Wetter klagen, weil es zu grau, zu nass, zu kalt oder zu heiß war?
Bernd schlenderte durch das idyllische kleine Fischerdorf, in dem er immer wieder gerne seinen Urlaub verbrachte. Er ging an einem Fischgeschäft vorüber, in dem es äußerst leckere Fischbrötchen gab.
Ein paar Häuser weiter leuchteten in purpurnen Farbtönen die hochgiftigen Blumen mit dem markanten Namen ‚Herbstzeitlose’. Sie verbreiteten ein wahres Feuerwerk an Farben und erfreuten ihre Umwelt mit ihrer verschwenderischen Blütenfülle.
Bernd zückte ein weiteres Mal seine Kamera. Zum X-ten Mal fotografierte er nun schon dieses kleine Fischerhaus. Er konnte sich einfach nicht satt sehen an ihm. Besonders die Eingangstür hatte es ihm angetan. Wie oft sie wohl schon geöffnet und wieder geschlossen worden war, seit ein Tischler sie hier vor vielen Jahren eingesetzt hatte? Wie oft wurde sie schon voller Wut zugeworfen? Und wie oft waren die Menschen glücklich, als sie durch diese Tür das Haus betraten oder verließen – und wie oft waren sie wohl traurig?
Bernd schmunzelte über sich selbst, weil er schon wieder so viele Fragen in seinem Kopf wälzte. Er hatte die Tage, an denen er über den Sinn seines Lebens nachgedacht hatte, nicht gezählt, doch er setzte sich oft und ernsthaft mit vielen Fragen auseinander. Das war so sein Naturell.
25.500 – wieder kam ihm diese Zahl in den Sinn. An 5.000 davon  hatte er die Schulbank gedrückt. An wie vielen dieser Tage war er fröhlich zur Schule gegangen? An wie vielen hatte er Bammel vor einer bevorstehenden Arbeit gehabt? An wie vielen Tagen war er lustlos gewesen? Wie viele dieser 5.000 Tage hatte er sinnvoll verbracht und etwas für das Leben gelernt?
Eine weitere Zahl gab ihm zu denken: 15.000! An ca. 15.000 Tagen ihres Lebens gehen die Menschen im Durchschnitt einer Arbeit nach. Wie furchtbar, wenn sie so viele Tage ihres Daseins damit verbringen, einer Arbeit nachzugehen, die ihnen keine Freude bereitet. Verschwendete Zeit – verschwendete Lebenszeit!
Ist es nicht wichtig, sich lebendig zu fühlen und glücklich? Doch es ist nicht immer so einfach, diesen Zustand zu erreichen. Bernd fragte sich, wie es gelingen kann, dass wir Menschen uns glücklich und lebendig fühlen und ein sinnerfülltes Leben führen.
Ist es nicht so, dass wir uns oft fremdbestimmt fühlen durch Gegebenheiten oder weil wir es anderen recht machen wollen? Wie oft schieben wir unsere eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte beiseite und wie oft sind wir gedanklich bei anderen Menschen und nicht bei uns? Aber geht es nicht darum, unsere Sehnsüchte zu leben und unsere Visionen und Träume? Sollten und müssen wir uns für ein sinnvolles Leben nicht fragen, was uns am Herzen liegt? Sollten wir nicht unsere Ziele verfolgen?
Ganz sicher ist es für niemanden möglich, sein Leben ausschließlich nach seinen Maßstäben auszurichten. Doch wir sollten nie die Freude an unserem Leben aus den Augen verlieren. Das hatte Bernd inzwischen für sich erkannt.
Ihm ging durch den Kopf, dass wir alle mit mindestens einer Begabung hierher gekommen sind. Genau diese Fähigkeiten und Talente gilt es, einzusetzen. Nur aus diesem Grund sind sie da. Vielleicht sind WIR sogar ‚nur’ aus diesem Grund da?!
Der eine Mensch ist handwerklich, ein anderer ist musikalisch oder künstlerisch begabt. Ein weiterer hat vielleicht ein großes Einfühlungsvermögen, mit dem er anderen Mut zusprechen kann. Egal was es ist, wir sollten es leben. Aber manchmal liegen all unsere Begabungen unter einem riesigen Berg an Ballast begraben. Wie schade, wenn uns nur 25.500 Tage zur Verfügung stehen. 
Bernd wusste, dass das Leben ganz viel mit Vertrauen zu tun hat. Vertrauen darin, dass alles seinen Sinn hat. Mit diesem Wissen fällt es leichter, schwere Zeiten anzunehmen, weil man beginnt, aus ihnen seine Lehren zu ziehen.
Bernd dachte darüber nach, wie selten wir Menschen Glück wirklich bis in jede einzelne Zelle unseres Körpers hinein verspüren. Doch was macht uns glücklich? Die Antwort hatte er für sich gefunden: Die Dinge, die uns begeistern, machen uns glücklich. Doch wie selten leben wir das aus, weil es tausend andere scheinbar wichtige Dinge in unserem Leben gibt, denen wir den Vorrang geben.
Wie wichtig sind Freundschaften in unserem Leben oder unsere Familie? Sie nimmt einen sehr großen Platz ein. Wir sind Lebewesen, die ein soziales Umfeld brauchen. In schwierigen Lebenssituationen finden wir gerade in unseren Familien Halt und Rückendeckung. Den Stellenwert unserer Familie und den unserer Freunde sollten wir nicht unterschätzen.
Doch das allerwichtigste schien Bernd zu sein, die Verantwortung für sein eigenes Leben nicht aus der Hand zu geben. ‚Jeder ist seines Glückes Schmied’ heißt es und ‚aus Steinen, die uns im Wege liegen, können wir etwas Sinnvolles bauen’. Die Entscheidung, wie wir die Aufgaben angehen, die uns das Leben stellt, liegt an uns – liegt IN uns.
25.500! Bei einer durchschnittlichen Lebenszeit von 70 Jahren stehen einem Menschen 25.500 Lebenstage zur Verfügung. Mehr als 20.000 davon hatte Bernd bereits gelebt. Hatte er sie wirklich gelebt?
© Martina Pfannenschmidt, 2017
Heute verabschiede ich mich in eine längere 
Blogpause!

Meine Geschichten werde ich allerdings
noch am 1. und 15. eines Monats
einstellen. :-)

Alles Liebe!


Mittwoch, 6. September 2017

Zwischenfrage

Heute bin nicht ich es, die eine Frage stellt, sondern unsere jüngste Enkeltochter. Sie geht jetzt in die 2. Klasse und hatte heute zum ersten Mal eine Religionsstunde.

Beim Mittagessen verkündete sie: 
„Dieser Dings, wie heißt der noch mal, der die Erde erfunden hat?“

 Gott!Erde bilder

„Ja, genau. – Herr G. sagt, dass es eine Woche gedauert hat, 
bis sie fertig war.“

Ich lasse das mal so stehen.

Nach einer Weile:
 „Oma, wie alt ist dieser Gott eigentlich?“

Es gibt so Fragen, 
die sind echt nicht so leicht zu beantworten. J




Sonntag, 3. September 2017

Frage 14: Bist du ein Resteverwerter?

Kürzlich wurde in einer Quizshow die Frage gestellt, wer die meisten Essensreste in den Müll wirft: die Restaurants, die Industrie, oder wir Verbraucher.

Wahrscheinlich ahnen es die meisten:
Wir Verbraucher sind diejenigen, die am meisten entsorgen.

Essen bilder

Mir steht in diesem Moment ein Film vor Augen, in dem die Familie am Küchentisch sitzt und frühstückt. Der Tochter wurde ein Brötchen auf den Teller gelegt. Angerührt hat sie es nicht. Sie ging, ohne etwas zu essen, zur Schule. – In der nächsten Szene räumte die Mutter den Tisch ab. Sie nahm den Teller der Tochter vom Tisch, kippte das Brötchen in den Abfall und stellte den Teller in die Spülmaschine. – Ist das tatsächlich unsere Realität? Sind wir so?
Und noch etwas geht mir zu diesem Thema durch den Kopf: Unsere Tochter beschwerte sich einmal über ihre Oma, weil die ihr das Essen auf den Teller tat und anschließend forderte, dass sie alles aufisst. Das fand sie schon als Kind nicht in Ordnung. Ich übrigens auch nicht, weil dadurch die natürliche 'Essbremse' verloren geht. Aber die Oma wurde so erzogen: Sie musste immer alles aufessen und gab dies im guten Glauben, richtig zu handeln, an Kinder und Enkel weiter.
Was aber passiert, wenn die Kinder ihren Teller nicht leeren müssen, mit den Resten? Da gibt es vielleicht den Papa, der sagt: Das darf man nicht wegwerfen und isst den Rest des Kindes, während die Mutter den Kopf schüttelt und meint: Du bist doch kein Mülleimer.
Ja und dann geht mir noch ein Satz durch den Kopf, der mir aus einer Kurklinik überliefert wurde: ‚Ob das Essen zuerst durch deinen Körper geht und dann in die Toilette wandert oder ob wir es gleich entsorgen, das kommt aufs Gleiche raus!’

Wie ist deine Meinung zu diesem Thema?

Ulla: Also den Satz aus der Kurklinik finde ich schon sehr grenzwertig und sollte nicht einfach so "verwertet" werden. 
Als Mieterin einer Wohnung gehen meine Reste in die braune Tonne. Früher mit eigenem Haus und Garten wurden sie durch den Thermokomposter der Erde wieder zugeführt.
Und noch früher gab es in der großen Familie immer einen, der sich "erbarmte", die Reste zu verputzen ;) 

Martina: Grins! Bei uns fand sich früher (in einem 7-Personen-Haushalt) auch immer jemand für die Reste!
Angel: was noch gut ist, kommt am nächsten Tag in die Pfanne oder wird gleich eingefroren; nix schmeckt an manchen Tagen besser als "aufgewärmtes, ganz davon abgesehen ich mags auch gern, ganz davon nochmal abgesehen setzinger Gulasch oder Kartoffelsuppe schmeckt tatsächlich nur wirklich gut wenn man mehr davon macht etwas was man unmöglich auf einmal aufbekommt.Schon geschmiertes Frühstücksbrötchen würde ich der Tochter mit als Pausenbrot mitgeben, was sie dann damit macht, ob sie es dann einem Hund auf der Strasse gibt,wär mir egal, Essen schmeisst man nur dann in die Mülltonne/Biotonne/auf den Kompost wenn es verschimmelt und schlecht ist und es sogar die Katzen/Hunde nicht mehr wollen, die empfinden nämlich "geschenktes vom Tisch" immer als etwas köstliches bei mir) - Wer so handelt wie im beschriebenen Film ist auf jeden Fall gedankenlos und undankbar Essbarem gegenüber und alles andere als ein Vorbild für die Kinder.Kinder zum essen zwingen halte ich für keine gute Idee, warum gibt man dann von Anfang an nicht gleich weniger auf den Teller oder fragt vorher was und wie viel sie davon möchten?
Erziehung ist auch Vorbild sein.
meine ich...wie es andere handhaben weiss ich natürlich nicht.
reste zu verputzen ist wie getragenes ehren"sag ich immer, kenne aber auch welche "die gestriges vom Herd ablehnen", warum auch immer! Wahrscheinlich mussten sie nie Hunger leiden. 
Martina: Bei diesem Film wurde dieses Verhalten ja sogar einer breiten Öffentlichkeit als 'normal' präsentiert. Das fand ich voll daneben - im übrigen auch, dass in Filmen ständig Alkohol konsumiert wird. Das ist aber ein anderes Thema!
Regina: Bei uns wird recht wenig weggeworfen, wir versuchen, unsere Speisen selbst aufzuessen (notfalls am nächtsten Tag). Altes Brot frisst unser Pony und die Hunde freuen sich über den ein- oder anderen Leckerbissen (am liebsten Eintopfgerichte). Gemüse und Obstabfälle landen auf dem Komposthaufen. 
Martina: Tiere haben wir heute leider keine mehr. Als ich Kind war, hielten wir ein Schwein und das bekam die (wenigen) Reste.
Helga: Ja, ich bin ein einfallsreicher Resteverwerter.Unsere wenigen Essensreste, werden am nächsten Tag aufgewärmt oder eingefroren.Wir werfen kaum restliche Speisen in die Biotonne oder Kompost.Aus alten Semmeln mache ich gern Semmelknödel oder Semmelbrösel, ais einem Fleischrest zaubere ich am nächsten Tag ein passendes Menü mit kleiner Fleischeinlage, usw.... Wenn mal wirklich Resteverwerter im größerem Stil gesucht werden, steht mir meine Familie (6 Personen) gern hilfreich zur Seite. :):):) 
Martina: Bei uns ist das auch kein Problem. Wir sind zusammen mit der Familie unserer Tochter auch 6 Personen im Haus. :-)
Varis: Es ist nicht selbstverständlich, dass man Überfluss auf dem Tisch hat und man sollte mit den Früchten der Natur entsprechend respektvoll umgehen. Ob es der Verbraucher ist, der das meiste Essen wegwirft, weiß ich nicht. Ich finde es frevelhaft, wie man z.B. in den Supermärkten mit Lebensmitteln umgeht. Da lässt man sie lieber vergammeln und wirft sie tonnenweise in den Müll, anstatt sie etwas billiger an die Verbraucher abzugeben. Und besonders allergisch reagiere ich auf diese sog. Lebensmittelskandale wie jetzt aktuell wieder mit Fipronil. Das ist total lächerlich. Wenn man sein Haustier mit dem Zeug einnebelt, bekommt man tausendmal mehr davon ab, als wenn irgendwelche Mikromengen davon in Eiern nachweisbar sind. Es werden hier Millionen von Eiern vernichtet und Hühner abgeschlachtet und im Gefahrenmüll entsorgt, während man sich weiterhin einen viel höher dosierten Giftcocktail z.B. durch den Verzehr von Südfrüchten oder Antibiotika-getränktem Schweinefleisch reinpfeift. Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun. Irgendwann rächt sich dieser frevelhafte Umgang mit der Natur. 
Martina: Was sich zum Teil in dieser Hinsicht abspielt, ist wirklich unglaublich. - Vielleicht werfen Lebensmittelgeschäfte immer noch viel weg. Aber Gott sei Dank geht vieles auch an 'Die Tafel' oder derartige Organisationen. Das finde ich sehr gut. - Bei unserem Bäcker ist es so, dass er 1/2 Stunde vor Ladenschluss alles zum halben Preis verkauft. Da stehen die Menschen Schlange!
Christine: Wir mussten als Kinder auch immer alles aufessen, allerdings durften wir auch selber schöpfen. Meine Kinder müssen nicht unbedingt aufessen. Weggeschmissen wird jedoch nichts. Entweder wird das Essen nochmals aufgewärmt, oder unsere Tiere bekommen die Reste.
Martina: Ja, wenn man Tiere hat, ist die Resteverwertung kein Problem.
Elke: Zunächst muss das Kind lernen, nicht zu viel auf den Teller zu geben und nur das zu nehmen, was es wirklich essen möchte. Das kann man kleinen Kindern schon beibringen, dass das Essen weder zum Spielen noch zum Verschwenden da ist. Manche Erwachsenen können das auch nicht und überladen die Teller z. B. im Hotel am Buffet. Darüber kann ich mich aufregen, wenn dann anschließend das Meiste ungegessen auf dem Teller bleibt, nur weil man zu faul ist, mehrmals zum Buffet zu gehen. Zu Hause sollte man nicht zu viel frische Sachen, die leicht verderben auf Vorrat kaufen. Auch hier ist es besser, lieber notfalls mehrmals einzukaufen. Heute kann man auch gut etwas einfrieren, wenn nicht alles gegessen wird. Aufläufe, Gemüseeintöpfe oder Gemüsepfannen lassen sich gut zur Resteverwertung nutzen. Man gibt nur zum Restegemüse ein paar Nudeln oder Kartoffeln dazu, schon kann man daraus ein neues Gericht kochen. Wir werfen auch kein trockenes Brot oder Brötchen weg. Ich mache daraus Semmelbrösel oder einen süßen Auflauf mit Eiern, Milch und Rosinen.
Martina: Ich freue mich sogar, wenn wir Reste übrig behalten, so wie heute Mittag bei einem Auflauf. So hab ich für morgen schon mal für 2 Personen etwas. Der Rest freut sich immer über Nudeln! :-)
Klaudia: Bei uns wird wenig weg geschmissen...Essensreste werden möglichst kurzweilig verzehrt, so zb: Kartoffeln, mein Mann liebt es abends Bratkartoffeln zu essen (die er sich dann selbst zubereitet;-)...auch unsere beiden Hunde freuen sich, wenn sie von den Resten bekommen und wir wundern uns , was sie doch alles mögen.
Auch in anderen Dingen bin ich eher minimalistisch eingestellt. Putzmittel zB. ich brauche nicht jedes Teil, ein extra Mittel, ich schaue auf Umweltfreundllichkeit und setze dieses für vieles ein. Ach ich könnte noch vieles aufzählen.
Den Ausspruch der Kurklinik, kann ich so leider nicht unterschreiben.
Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen und habe gelernt, mit wenig aus zu kommen und dass, das was wir hatten geteilt und eben auch wieder verwertet wurde.
Martina: Oh, da sagst du was. Wenn nur ein paar Kartoffeln übrig sind, wird es schwierig, weil sich sooooo viele finden, die sie gerne als Bratkartoffeln essen. - Allerdings suche ich noch den Mann, der sie sich selbst brät! :-)
Christine: Bei uns wird so gut wie nichts weggeworfen - es sei denn, es ist schimmlig oder angefault.
Essensreste werden immer irgendwie verwertet. Übrig gebliebenen Reis oder Nudeln kann man beispielsweise wunderbar zu einem Eintopf verarbeiten - oder zu einer "Gemüsepfanne" - mit Kokosmilch, Sahne, Resten von Fleisch oder Wurst ... Bei uns heißt das "Muss-weg-Pfanne" (weil alles reinkommt, was weg muss ...) **grins** Oder es gibt "Schinkennudeln ohne Schinken" - da werden übrig gebliebene Wurstreste verarbeitet. Käse drüber oder Ketchup oder beides ...
Ich habe das von meiner Mutter gelernt - sie hat den Krieg miterlebt und war heilfroh, wenn überhaupt irgendwas zu essen da war ... Und ich handhabe es auch heute noch so. Essen wegwerfen (oder damit herumschmeißen wie bei diesem blöden Tomaten-Event in Spanien) ist für mich ein Frevel!
Martina: Schinkennudeln ohne Schinken sind schon klasse, doch die 'Muss-weg-Pfanne' ist noch besser! :-) Wir lieben übrig gebliebene Nudeln in der Pfanne mit Butter gebraten und Ei darunter gerührt. Ketchup dazu kann nicht schaden! :-)
Romy: Ich bringe den Kindern bei nur das zu nehmen was sie auch wirklich essen. Deshalb gibt es bei jeder Mahlzeit die selben Satz. "Nimm bitte nur soviel, wie du auch schafft. Man kann danach ruhig nochmal nachnehmen"....
Martina: Genau so ist es. Aber auch das muss man den Kindern vorleben.
Rosi: bei mir gibt es kaum Reste 
und was ich mehr koche (sonntags) wirs ein oder 2 mal wieder zu Mittag gegessen
in den Müll kommt nur was wirklich verschimmelt oder ungenießbar ist ..
ich ärgere mich auch immer wenn ich im Globus sehe was da auf das Abräumband gestellt wird
das ist manchmal das komplette Essen ..
in Gaststätten lasse ich mir den Rest einpacken
mein Biomüll besteht aus Kaffeesatz und Kartoffelschalen ;)
Martina: ... und den Kaffeesatz könntest du noch an die Blumen geben. Er wirkt nämlich gegen Läuse! :-)
Astrid: Das ist tatsächlich ein großes Problem mit den Resten. Nicht nur mit den Resten auf dem Teller, sondern auch mit den Lebensmitteln, die das Mindesthaltbarkeitsdatum gerade überschritten haben.
Meine Mutter wirft prinzipiell keine Lebensmittel weg, was mir auch nicht so sehr gefällt, weil ich dann doch befürchte, abgelaufene Lebensmittel könnten evtl. schon verdorben sein.
Ich konnte als Kind schon meinen Teller nicht komplett leeren, denn immer der letzte Bissen ging nicht mehr. Das ist oftmals heute auch noch der Fall. Bei uns erbarmt sich dann mein Mann gerne den Essensresten auf dem Teller.
Was ich auf jeden Fall entsorge, sind Eier, wenn sie das Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Dabei habe ich trotzdem immer ein schlechtes Gewissen, aber Salmonellen möchte man sich ja auch nicht einfangen.
Die übergroßen Portionen in Restaurants finde ich schrecklich. Da ist das Entsorgen ja schon vorprogrammiert. Mir persönlich wären generell kleinere Portionen lieber. 
Martina: Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum sprichst du eine wichtige Sache an. Viele schmeißen Dinge einfach weg, wenn das Datum erreicht ist. Aber es heißt ja 'Mindest ...' - und nicht 'Höchst-'-Haltbarkeitsdatum. Ich wette, dass dieses Datum von der Industrie sehr 'nach vorne gezogen' wird. Zum einen, um sich nicht in die Nessels zu setzen und zum anderen: Sie wollen ihre Produkte ja verkaufen und wenn viele Käufer die Produkte ungegessen wegwerfen, brauchen sie ja neue! Wenn ein Joghurt noch gut aussieht und noch gut riecht, isst mein Mann ihn auch noch, wenn der Joghurt schon 14 Tage abgelaufen ist. Ich gebe zu, ab da werde ich auch vorsichtig. Eier hab ich noch nie entsorgt, da man ja viele Dinge damit zubereiten kann. Wenn wir viele Eier vorrätig haben, wird ein Kuchen gebacken, Spiegeleier gegessen oder es gibt Eier in Senfsoße! :-)
Ulrike: Also das Problem haben wir auch tatsächlich häufiger. Unsere Tochter lässt auch manchmal ein halbes Brötchen liegen oder es bleibt was auf dem Teller zurück. Ich sage dann schon immer, sie soll sich dann einfach weniger drauftun und dann nachholen, wenn sie mag. Gut, trockene Brötchen reibe ich zu Semmelbröseln. Es widert mich an, wenn wir z.B. beim Chinesen essen gehen (Buffet) und die Leute laden sich ihre Teller bergvoll, um dann volle Teller wieder abräumen zu lassen. dann geht es wieder ans Buffet. Das finde ich krank! Meine mutter hat immer alle Reste verwertet, da gab es Brotaufläufe, Bratkratoffeln aus übriggebliebenen Salzkartoffeln, alles mögliche. Einiges kann auf den Kompost oder Brot für die Pferde :0) Ich finde auch sehr schlimm, wie Tiere gehalten werden, nur weil der Konsum so gestiegen ist. Da sterben Tiere damit wir was zu essen haben und dann schmeisst man es noch weg, wo bleibt da der Respekt vorm Tier? Männliche Küken werden geschreddert, usw. mit Tomaten werden ganze Schlachten veranstaltet, z.B. in Italien. Ich glaube, die ganze Gesellschaft ist ein krankes System, deshalb wird so viel weggeworfen. Ich recycele aber auch andere Sachen, z.B. alte Jeans, Bettwäsche, usw. alles lässt sich nochmal zu etwas verarbeiten, wenn es nicht völlig verschlissen ist :0)
Martina: Stimmt, aus vielen Dingen lassen sich neue zaubern. Das sehe ich auf euren Blogs. Doch dafür braucht's Talent - und das hat nicht jede(r). :-) - Nein, ohne Spaß. Das, was du zu den Tieren schreibst, wird ganz sicher noch mal zu einem Thema hier bei mir. 
Klärchen: Deine Frage kann ich bejahen. Ich verwerte Reste! Koche meistens für zwei Tage, so das nichts übrigbleibt. Es kommt schon mal vor das zwei Eßlöffel Gemüse übrigbleiben und auch eine Kartoffel, dann mische ich es unters Hundefutter. Trockene Brötchen oder Weißbrot nehme ich für Frikadellen, weiche sie ein.Für Serviettenknödel kann man auch Brot verwenden.
Allgemein versuche ich alles zu verwerten, aus reifem Obst koche ich Marmelade oder mache noch einen Obstsalat.
So verkommt sehr wenig, alles andere geht auf den Kompost was roh ist.
Martina: Ich glaube, dass es eine Frage der Einstellung und auch der Erziehung ist, ob wir schnell etwas entsorgen oder darüber nachdenken, wie wir es noch verwerten könnten. Im Moment scheint die Mehrheit noch so erzogen zu sein, dass man versucht, so wenig wie möglich zu entsorgen. Wenn wir etwas Gutes tun wollen, sollten wir diese Einstellung wiederum an unsere Kinder weitergeben. 
Sarah: Es ist wirklich schlimm wie viele Lebensmittel im Müll landen. Ich bemühe mich immer ganz bewusst, das zu vermeiden. Vieles friere ich ein um es länger aufbewahren zu können und ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum hält mich nicht davon ab Sachen zu essen, die noch gut aussehen und gut riechen :)
Martina: So halten wir es auch. - Wie schön, dass du auch kommentiert hast!
Eva:  ich kaufe einmal die Woche ein und koche so, dass ich nie etwas wegwerfe. Das ist einfach Planung. Dass viele Läden immer mehr ihre Lebensmittel an Bedürftige weiterleiten ist super. Wenn Kinder nicht essen mögen, sollten Sie auf keinen Fall dazu gezwungen werden. Ich habe leider als Kind schlechte Erfahrungen mit meinem Vater gemacht und wurde gezwungen, den Teller aufzuessen. Es hat mir Gott sei Dank nicht geschadet.Essen ist heute für mich das Größte,was nicht immer so war.
Martina: Das klingt nach schlechten Erfahrungen aus der Kindheit. Wie gut, dass dir das Essen jetzt Freude bereitet. - Mit einem Einkauf einmal in der Woche kommen wir nicht hin. Da wir ein 6-Personen-Haushalt sind, kaufen wir etwas öfter ein - besonders Obst und Gemüse. 
Traude: Ich bin ehrlich gesagt schockiert, dass es nicht die Restaurants sind, die die meisten Essensreste in den Müll kippen, sondern die "Kleinmengenverbraucher". Gerade hier könnte doch besonders leicht die richtige Menge abgeschätzt werden. Du kennst ja meine Blogthemen und weißt daher, dass bei uns nichts verschwendet wird. Das habe ich von meinen Eltern (geboren 1924 und 1926, also Kriegsgeneration) so gelernt und finde es sehr schade, dass manche diesen sparsamen Umgang mit Lebensmitteln offenbar nicht an die nächsten Generationen weitergeben haben. Meine Eltern zwangen mich übrigens trotzdem nicht zum Aufessen. Es war eher mein Vater, der die Reste aufaß (und dazu immer sagte, wir müssten uns ein Schweindl halten, wenn wir ihn nicht hätten ;-)) oder es wurde ein "Restl-Gröstl" oder eine Suppe daraus gekocht. Nun, und heute ABend hatten mein Mann und ich Restl-Gröstl aus den Resten vom Sonntag, hat uns super geschmeckt. 
Martina: Mein Tipp waren auch die Restaurants. Ich gehe aber mal davon aus, dass das richtig recherchiert wurde und die Antwort, dass 'wir' es alle sind, stimmt. - Ja, deine Einstellung dazu kannte ich und freue mich, dass du sie hier noch einmal kund getan hast! :-)
Erica: Wir vermeiden es möglichst Reste zu bekommen, mit anderen Worten: Ich frage im Vorfeld, wie viel Appetit vorhanden ist. Es ist mir äußerst ärgerlich Lebensmittel wegwerfen zu müssen. Also sorge ich nach Möglichkeit dafür, dass ich in dem Umfang koche, dass alle satt werden und nix übrigbleibt. Oder ich koche bewusst für mehrere Tage und es gibt verschiedene Beilagen dazu. Neulich wärmte ich mir auch den Rest vom Mittagstisch auf, da wirklich etwas übriggeblieben war. Es hätte mir regelrecht wehgetan, hätte ich das Essen wegwerfen müssen. Anderenorts hungern die Menschen! Und ich kenne es von jeher, dass Reste mit Eiern zu einer leckeren Mahlzeit veredelt werden können...
Martina: Ja genau, Ei drüber - und jejessen! - Nein, ich möchte keinen Spaß darüber machen, aber dieser Satz klang mir dazu gerade im Ohr. Bei mir war es am Montag auch so. Ich hatte noch einen Rest Nudeln und einen Rest Kartoffeln. Ich hab diese Reste in der Pfanne in Butter gebraten - mit 2 Eiern 'veredelt' und mein Mann hat alles mit großem Appetit gegessen. Man muss wirklich nicht soviel wegwerfen.

Freitag, 1. September 2017

Katerstimmung

Manche 'reizenden' Wörter haben es echt in sich. 
Diese hier zum Beispiel:

Junggesellenabschied – Wasserbett – toben – helfen – bedenklich

Diesmal bin ich auf die Geschichten meiner Mitschreiberinnen
besonders gespannt:


Foto: Pixelio.de/Birgit.H


Oliver wartete auf die Jungs, die in ein paar Minuten auftauchen müssten, um ihn zu seinem Junggesellenabschied abzuholen. 
Er erinnerte sich in diesem Moment an eine Situation vor einem halben Jahr. Zu dem Zeitpunkt hatte er vor der Entscheidung gestanden, ob er um Jennys Hand anhalten sollte oder lieber doch nicht. Er wusste noch genau, dass er damals von seinem besten Freund Tobias folgendes gehört hatte: „Vielleicht kann ich dir helfen!", hatte er gemeint. "Pass auf, wirf einfach eine Münze! Kopf heißt ‚Ja’, du fragst sie und Zahl heißt ‚Nein’“. 
Olli hatte daraufhin empört geantwortet, dass man eine solche Entscheidung nicht auf diese Weise trifft. Doch Tobi hatte ihm erklärt, wie er es meinte: „Wirf die Münze mit geschlossenen Augen und frag dich, worüber du dich mehr freuen würdest, wenn sich der Kopf zeigt, oder die Zahl?“ – Dieser Tipp war ungewöhnlich, doch Olli hatte es tatsächlich gemacht und er hätte nicht gewollt, dass sich die Zahl zeigt. Am darauf folgenden Tag hatte er Jenny einen Heiratsantrag gemacht und ein ‚Ja’ bekommen. Und nun kam der große Tag immer näher. In einer Woche würden sie getraut, doch an diesem Tag wollte er zunächst einmal seinen Abschied aus dem Junggesellendasein ausgiebig feiern.
Hupend hielt ein Auto vor seiner Haustür. Das waren die Jungs. Marko, Jennys bester Freund, hatte sich als Antialkoholiker bereit erklärt, zu fahren. Natürlich waren auch sein bester Freund Tobias dabei und noch ein paar Jungs, mit denen er schon seit ewigen Zeiten befreundet war. Oliver wollte sich noch einmal so richtig austoben. – Voller Vorfreude auf einen lustigen Abend lief er aus dem Haus.

Am nächsten Tag: Olli öffnete die Augen – aber nur einen kleinen Schlitz breit. Das Tageslicht brannte in seinen Augen, sein Kopf schmerzte und seine Blase drückte. Oliver musste sich zunächst sammeln. Was war für ein Tag und warum ging es ihm so schlecht? Langsam dämmerte es ihm: Junggesellenabschied! Genau! Er hatte mit den Jungs gefeiert und viel zu viel Alkohol getrunken. Doch wie war er nach Hause gekommen? Er konnte sich nicht erinnern.
Oliver wollte sich umdrehen, um aufzustehen, doch das Bett schwankte bei seinen Bemühungen bedenklich. Er fühlte sich, als sei er auf einem Schiff! Schlagartig riss er die Augen weit auf, als er bemerkte, dass es nicht Jenny war, die da neben ihm lag. Es war Marco! Er lag mit Jennys bestem Freund in dessen Wasserbett.
Olli hob die Bettdecke. Er war nackt. Splitterfasernackt – und Marko? Marko war auch nackt. Aber nicht nur das. Marko war auch schwul! Olli wurde schwindlig. Er würde doch nicht … mit IHM? 
Um ihn nicht zu wecken, verhielt sich Olli möglichst leise. Als er endlich auf seinen Beinen stand, hatte er das Gefühl, zu schwanken. Er wollte in diesem Moment nur eines: So schnell wie möglich aus dieser mysteriösen Situation heraus.
Er bestellte sich ein Taxi und ließ sich nach Hause bringen. Ein Gedanke schwirrte in seinem Kopf: Ob Marco Jenny gegenüber dicht hielt? Zuhause angekommen war er froh, dass seine Freundin noch nicht da war. Er ließ sich in der Dusche kaltes Wasser über seinen dröhnenden Kopf laufen, doch seine Erinnerung kam dadurch nicht zurück. Als er aus dem Bad kam, hörte er einen Schlüssel in der Haustür. Das war Jenny. Wie sollte er sich ihr gegenüber verhalten? Sein schlechtes Gewissen war riesengroß. Warum nur hatte er sich in eine solch blöde Situation manövriert? Wenn Jenny davon erfuhr, würde sie vielleicht die Hochzeit absagen. Er war wirklich der größte Idiot auf Gottes Erdboden.
„Hallo, mein Schatz“, rief Jenny und drückte Oliver einen Kuss auf den Mund. „Oh mein Gott, du riechst ja immer noch wie eine Kneipe! Ich werde uns erst einmal einen Kaffee kochen. Brötchen hab ich grad vom Bäcker geholt. Das wird dir bestimmt gegen deinen Kater helfen – oder brauchst du Rollmöpse?“, fragte sie lachend. „Ich bin auch noch nicht lange zurück“, plauderte sie gelassen weiter, während sie den Tisch deckte, „es war so toll in diesem Hotel. Wir haben uns total verwöhnen lassen. Das war viel besser, als irgendwo abzufeiern. Und wie war es bei euch? Hattet ihr viel Spaß? Erzähl doch mal!“
„Da gibt es nichts zu erzählen!“, brummte Olli.
„Wie, da gibt es nichts zu erzählen? Du willst mir doch nicht sagen, dass du die halbe Nacht mit deinen Freunden gefeiert hast und dass es nichts zu erzählen gibt.“
Abrupt drehte sich Jenny zu Olli um. Sie sah seiner Nasenspitze an, dass da etwas nicht stimmte. Er würde sie doch nicht …? Dass könnte sie ihm nicht verzeihen.
„Olli, hast du mich betrogen?“, fragte sie deshalb rundheraus.
In dem Moment klingelte es an der Haustür.
„Ich gehe, aber du wirst mir meine Frage noch beantworten", zeterte Jenny.
Wutentbrannt rannte sie zur Tür.
„Hey Jenny, ich wollte nur schauen, ob dein zukünftiger Ehemann wohlbehalten zuhause angekommen ist. Er ist nämlich ohne ein Wort zu sagen gegangen“, verkündete Marko, „kein feiner Zug von ihm, wo er mich die halbe Nacht wach gehalten hat.“
Olli war so weiß wie die Wand, vor der er stand. Jetzt käme alles heraus. Er hätte nicht soviel Alkohol trinken sollen! Aber jetzt war es für diese Erkenntnis zu spät. Marko würde alles ausplaudern. Er kannte ihn und wusste genau, dass er nichts für sich behalten konnte.
„Und, wie geht’s dir?“, fragte Marko und es klang sogar ein wenig mitfühlend.
„Geht so“, erwiderte Olli.
Marko stöhnte, als er sich auf einen Stuhl plumpsen ließ. „Also wirklich, mit dir macht man was mit.“
„Was denn?“, mischte sich nun fragend Jenny ein. „Mein lieber Olli kann sich nämlich an nichts mehr erinnern.“
„Das kann ich mir gut vorstellen. Ist ihm im Nachhinein bestimmt alles sehr peinlich.“
Halt doch einfach den Mund, dachte Olli.
„Also, noch einmal mach ich das nicht mit“, meinte Marko theatralisch. „Die Jungs waren derart betrunken und dein Freund hier ist besonders negativ aufgefallen. Da jammert er mir die ganze Zeit die Ohren voll, dass er nicht alleine zuhause sein möchte und ich bin so gutmütig und nehme ihn mit zu mir und was macht er? Anstatt ins Haus zu gehen, rennt er in den Garten und springt in den Teich. Keine Ahnung, wie er es geschafft hat, sich vorher auszuziehen. Ich hab dann ein Handtuch besorgt und ihn ins Schlafzimmer bugsiert. Doch nicht genug. Er stand wieder auf, zog die Nachttischschublade auf und wollte dort hinein … ich erspare euch Details. Gerade noch rechtzeitig hab ich ihn ins Bad geschoben. Also, wie gesagt, noch einmal mach ich das nicht mit.“
„Uns sonst? Was ist sonst noch passiert?“, fragten Jenny und Olli fast gleichzeitig.
„Wie? Was soll denn sonst noch passiert sein? Also, mir hat das allemal gereicht!"

Sonntag, 27. August 2017

Frage 13: Lebensziele erreicht?

Wir alle durchleben unterschiedliche Lebensphasen und damit einher gehen unterschiedliche Wünsche und Ziele.
Als kleines Kind wünschen wir uns vielleicht eine Barbie oder Carrera-Bahn. Unser Ziel: Größer und älter werden.
Im Teenageralter ändern sich die Wünsche zum ersten Mal drastisch. Vor allen Dingen wünschen wir uns eins: Endlich erwachsen zu werden und uns von der Familie zu lösen.
Die Frage, welche schulische und später berufliche Richtung wir einschlagen wollen, steht an. Welche Ziele wollen wir erreichen? Karriere machen? Welt umsegeln? Probleme sind vorprogrammiert, wenn unsere Wünsche und Lebensziele nicht mit denen übereinstimmen, die unsere Eltern für uns haben.
Später wünschen wir uns vielleicht einen Partner an unserer Seite, ein klassisches Familienleben, ein eigenes Haus. Wünsche und Ziele können vielfältig sein.
Dann kommt die Zeit, wo wir schauen, welche gesetzten Ziele wir erreicht haben. Vielleicht schlagen wir an einem Ort Wurzeln oder uns zieht es in die Welt hinaus.
Foto: Pixelio.de/S. Hofschlaeger

In der Lebensmitte wird es manchmal schwierig. Zum einen vielleicht wegen der Erkenntnis, dass wir doch nicht das Ziel erreicht haben, das wir für uns gewünscht hatten und wir erkennen, dass unsere Träume zerplatzt sind. Wir müssen mit den Konsequenzen unserer früheren Entscheidungen leben. Vielleicht gestaltet sich das Familienleben doch nicht so, wie wir es uns gewünscht haben. Dann gilt es, das anzunehmen, was man erreicht hat.
Mein Empfinden ist, dass es in jüngeren Jahren einfacher ist, sich Ziele zu setzen. Sicher bedingt dadurch, dass das Leben noch vor einem liegt, endlos scheint. Wenn das letzte Viertel (oder Drittel) des Lebensweges vor uns liegt, verändern sich Wünsche und Ziele schon allein dadurch, dass wir erkennen, dass das Leben endlich ist und der Körper sich verändert.
Allgemein wünschen wir uns Gesundheit für uns und unsere Familien, genügend Geld usw. usw. Doch wie sieht das mit den ganz konkreten, persönlichen Zielsetzungen aus?

Gab es in deinem Leben Ziele, 
die du nicht – oder noch nicht – erreicht hast? 
Bedauerst du das oder kannst du annehmen, 
dass sich dein Leben anders entwickelt hat, 
als du es dir gewünscht hast?


Gibt es ein – oder mehrere – Ziel(e), 
die du unbedingt noch erreichen möchtest?


Sadie: Ein sehr interessantes Thema, das du hier aufgreifst.
Ich bin überzeugt, dass sich jeder, der in der Blüte seines Lebens steht, darüber Gedanken macht, wie sein Leben verlaufen ist, welches Ziel wir als junge Menschen hatten, was wir erreicht haben. Ziele sind immer angestrebte Zustände und das finde ich besonders wichtig. Es ist unerlässlich Ziele zu haben, egal ob das im Beruf oder bei der Familienplanung ist – ansonsten wäre das Leben „Stillstand“ den möchte ich nicht.
Mein persönliches Ziel habe ich erreicht, wir sind eine glückliche Familie, die in allen Lebenslagen zusammenhält, die sich vertraut, die immer für den anderen einsteht und das ist das Wichtigste für mich. Selbstverständlich denkt man manchmal darüber nach, dass nicht alles so verlaufen ist, wie geplant, vielleicht hätte ich doch Lehrer werden sollen? Oder habe ich mir nicht immer ein größeres Haus gewünscht?
Trotz des Ziels, dass man sicher vor Augen hat, muss man sein Leben annehmen und das Beste daraus machen.
Es wäre auch mein größter Wunsch, dass alle gesund bleiben, dass es keinen Krieg und keinen Terror gibt, jeder friedlich nebeneinander leben kann, mein Ziel ist es das Beste zu versuchen.

Martina: Diese - ich sage mal - 'klassischen' Lebensziele hatte und habe ich genau so, wie du auch. Eine tolle Familie, Kinder und Enkel zu haben, war mein größter Wunsch. Dass es nicht selbstverständlich ist, dieses Ziel zu erreichen, wurde mir erst später bewusst, als ich erkannte, dass es schon ein großes Glück ist, ein Kind zu haben. Vielen wird dieser Wunsch verwehrt und schon entwickelt sich das Leben völlig anders.
Angel: gibts ein Ziel das noch vor einem steht undn das man erreichen möchte wenn man im letzten Driottel des Lebens erreicht hat und von da aus -guckt? Gute Frage liebe Martina...
ständig auf der Flucht vor der Vergangenheit zu sein hilft uns bei dem gedanken nicht weiter wenn wir dies als Ziel der Erfüllung wünschen, akzeptieren was war und nach vorne schauen - das fällt zwar vielen schwer weil dazu gehört sich ändern zu wollen, vergangenes hinter uns zu lassen und es trotzalledem zu respektieren und nicht zu verneinen.
Ob die Wünmsche für die Zukunft nun groß oder klein, teuer oder preiswert sind - ich denke die gesundheit und das schmerzlose Leben ohne noch größere Probleme die das Leben uns aufgibt - zu leben ist wohl das was sich die meisten Menschen wünschen würden.
Wir haben die Angst vor den großen Kriegen, (berecntigt)die Angst vor dem Verlust eines Menschen, der Gesundheit, der eigenen (vielleicht wirtschaftlichen) Exsistenz - eine Sicherheit dass sich noch einmal ein großer Wunsch erfüllt gibt es wahrscheinlich nicht. Wenn er eminent wichtig für einen selbst ist, versucht man ihn zu verwirklichen...
wieder mal ein tolles Thema das du zum nachdenken eingestellt hast. Bin sehr gespannt ob und welche Antworten es darauf gibt..
Martina: Ich bin auch immer sehr gespannt auf die Antworten und stelle fest, wie viel Übereinstimmung es oft gibt. Ich glaube, im letzten Drittel unseres Lebens ist es sehr wichtig, dass anzunehmen, was war und vielleicht auch, zu erkennen, warum wir einige Ziele nicht erreicht haben. Dies sollten wir tun, ohne damit zu hadern.
Monika: Du entdeckst viele Lebensthemen und sammelst sie wunderbar in deinem Blog mit deinen besonderen eigenen Worten. Ich lese es gerne.....
Heute auch ein paar Zeilen von mir.-
Es ist ein Geschenk große Lebensziele erreichen zu dürfen,
dass ist dem Menschen gar nicht immer bewusst!
Große Lebensziele sind nicht immer in ihrer Gänze erreichbar und das kann oft auch Schmerz bedeuten, je nach dem wie sie angelegt waren, angelegt sind und wie wichtig sie einem erscheinen im Leben....
Es ist gut und motivierend Ziele zu haben,
egal in welchem Alter und in welcher Situation...
Ziele werden erreichbarer, so meine Erfahrung, wenn man sie nicht immer nur als große Lebensziele steckt, es gibt so viel dazwischen.- 
Ziele, die in der Summe ein Leben bereichern und zum Großen werden können.
Ziele die auch im Schicksal des einzelnen Lebens erreichbar sind, 
erreichbar bleiben, in jedem einzelnen Lebens, 
die dann auch zum aktuellen Leben, zur individuellen Lebenssituation passen.
Vielleicht ist das das Wort Ziel manchmal auch ein viel zu großes Wort, oft ist es ja schon ein Wunder den nächsten Schritt gehen zu können.-
Es braucht immer wieder Verarbeitung und Neuausrichtung im Leben!
Kleine Ziele erreichen zu können, zu dürfen ist ein großes Glück
und auch das ist ein Geschenk und nicht selbstverständlich...
Wir können alles dafür tun,
aber es liegt nicht wirklich in unserer Hand....
In diesem Sinne schicke ich dir liebe Grüße
in der Hoffnung, dass wir unsere kleinen Ziele erreichen dürfen.
Martina: Immer kleine Ziele anzusteuern - aber dabei das 'große' Lebensziel nicht aus den Augen zu verlieren, dass sind gute Gedanken. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt - egal, wie lang oder kurz der Weg wird, der vor uns liegt.
Klärchen: 
Ziele können ja so vielfältig sein!
Ohne Ziel um herzuirren
kann doch sehr verwirren.
In jungen Jahren hast du große Ziele
davon sicher auch ganz viele.
Sich Ziele setzten und vernetzen
ist sicher auch ein Ziel.
Doch im Laufe des Lebens
ist mancher Schritt vergebens.
Hat man seine Fähigkeiten nicht genutzt,
ist andere Wege gegangen
Ist im Alltag gefangen kommt der Frust
und die Lust auf neues und
erreichbare Ziele ins Auge fassen.
Auch im letzten Drittel des Lebens
kann man Ziele setzen,
geht sie in kleinerer Schritten.
Jeder kleine Schritt führt auch zum Ziel ,
Gesundheit bedeutet viel.
Ohne träumen ,ohne Ziele
ist der Mensch arm
ohne Fantasie
erkennt er das wahre Leben nie.
Wir sind dem Wandel der Zeiten unterworfen
daran können wir nichts ändern.
Wir sind dem Wandel des Lebens unterworfen,
daran können wir etwas ändern.
Sich Ziele setzen in kleinen Schritten
und das Glück aufheben und im Herzen tragen.
© Klärchen
Da gäbe es noch viel zu sagen!
Martina: Hattest du dir diese Gedanken in Gedichtform schon vorher einmal gemacht oder mal eben so 'aus dem Ärmel geschüttelt'? - Klasse und Danke dafür! - Martina
Klärchen: 
Manchmal ich gut reimen kann,
es kommt auf das Thema an. 
Bis auf die letzten 6 Zeilen habe ich spontan geschrieben.
Für ein Gedicht taugt es nicht!
Das zu Deiner Frage :)) 
Martina: Ich finde, es hat durchaus Potential, eines zu werden! :-)
Manu: Ich hab' mir noch nie Gedanken über meine Lebensziele gemacht. Da waren wünsche, wie Kinder und Familie und die sind eingetreten. Aber ich habe noch nie ernsthaft darüber nachgedacht. Ich glaube das kommt mit dem 50ten Geburtstag. *g* Da war das eine ganz wichtige Frage bei den beiden Kolleginnen und auch bei Bekannten stelle ich immer wieder fest, wie man mit 50 über sein Leben nachdenkt. Vielleicht sind dann die Kinder groß, alles läuft in gleichmäsigen Bahnen und man hat dafür Zeit? Ich hab' es noch nicht gemacht, ich hab' das Gefühl ich bin noch mitten im Erreichen!
Martina: Zuerst hab ich über deine Antwort geschmunzelt - dann darüber nachgedacht - und dann festgestellt: Du hast absolut recht. Ich habe mir in jüngeren Jahren auch keine Gedanken über Lebensziele gemacht. Es hat sich alles so ergeben, wie ich es mir gewünscht habe. - Eine Erscheinung des Alters, darüber nachzudenken? Wahrscheinlich! - Man hinterfragt viel mehr. Das kann ich absolut bestätigen!
Tanja F: Nach einer schweren Krankheit vor ein paar Jahren, würde ich sagen, dass bei mir weniger Lebensziele als Lebensthemen eine Rolle spielen. Wenn ich ein Ziel formulieren würde, würde ich vielleicht sagen: Ich möchte immer einen Funken Dankbarkeit in mir haben, den ich entzünden kann, wenn es mir mal schlecht geht. Denn das Leben hier in Deutschland ist nicht perfekt, gibt aber den allermeisten Menschen eine Grundlage, auf der sie gut leben können. Ich möchte an meinem Lebensende sagen können: Danke, dass ich leben durfte, danke Gott, Du hast mir soviel geschenkt und es hat alles (auch das Schwierige) zu meinem Leben dazugehört und gepasst.
Martina: Schöne Gedanken, liebe Tanja! Ist es nicht eigenartig, dass es gerade diese schwierigen Zeiten sind, die uns prägen und auch Dankbarkeit verspüren lassen?! Aber nur so lernen wir das Gute und Gesundheit zu schätzen, wenn wir das Gegenteil erfahren durften. - Ich glaube, es macht Sinn, hin und wieder eine 'Standortbestimmung' zu machen und dazu gehört in jedem Fall auch, dankbar für alles zu sein, was uns geschenkt wurde und wird.
Traude: Ich glaube, es bringt nichts, Lebenszielen krampfhaft nachzurennen. Vermutlich habe ich deshalb keinen in Stein gemeißelten Lebensplan gemacht bzw. kann halbwegs damit umgehen, wenn manches dann doch nicht so klappt wie erhofft. Zwischendurch-Pläne und Hoffnungen gibt es nämlich natürlich DOCH. Zuweilen bleibe ich trotz Misserfolgen dran, weil es um Herzblutgeschichten geht, zuweilen verliere ich einen Plan wieder aus den Augen, weil die Sache dann doch nicht so wichtig war. Ich war mir bis 30 nicht sicher, ob ich jemals heiraten oder Kinder bekommen wollen würde, habe das offen gelassen und ließ mich überraschen. Meine Tochter bekam ich dann mit 31 und geheiratet hab ich mit 44. Reisen und so die Welt kennenlernen wollte ich immer schon - da tut sich einiges, wie du weißt. Ob sich die GANZE Welt in diesem Leben ausgehen wird, ist aber noch unklar ;-) Von der Stadt aufs Land wollte ich gern, dieser Sprung gelang mit 40. Den unkreativen Job gegen einen kreativen tauschen wollte ich gern, das ist mir nicht gelungen, aber es ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ich bin ja erst … naja, fast 56, und kann hoffentlich noch viele Jahre lang kreativ arbeiten - falls nicht jetzt, dann eben erst wenn ich mal in Rente bin. Eine Alters-WG möchte ich gerne gründen, mit Menschen die ich mag und mit einem Helfer-Paar, das sich um die zunehmenden Bedürfnisse kümmert. Ist ein Plan für die nächsten zehn, maximal 15 Jahre - wenn wir’s bis dahin nicht durchgezogen haben, wird das wohl nichts mehr. Vielleicht wandern wir aber auch noch in ein anderes Land aus, sofern wir eines finden, in dem wir leben wollen würden. Die Welt würde ich natürlich auch noch gerne retten, aber das geht nur in kleinen Schritten und nur mit euch allen gemeinsam - und du weißt ja, ich arbeite dran ;-))
Martina (mit einem breiten Grinsen): Wenn man so kreativ ist wie du und so viele Pläne hat, braucht man auch kein Lebens-Ziel, sondern nur einen Lebens-Plan, wie man DAS ALLES unter einen Hut bringt - lach! --- In deinem Leben war nie Langeweile und sie wird niemals kommen. Das prophezeie ich dir und freue mich mit dir und für dich, wenn vieles von dem umsetzbar ist, was so an Plänen in deinem Kopf ist.
Erica Sta: Wieder ein Lebensthema, das wohl jeden einmal beschäftigt, liebe Martina - kein Zweifel.
Nach meinem Dafürhalten ist's eine Gratwanderung: Sich berufliche, private Ziele zu setzen jedoch ein Maß im Auge zu behalten. Was nicht gleichlautend bedeuten soll, sich in seinen Vorstellungen oder Träumen einzuschränken. 
Und ich bin weiterhin der Meinung, der festen Überzeugung sogar, dass auch im fortgeschrittenen Alter Ziele eminent wichtig sind für uns alle. Wir, mein Mann und ich beschreiten aktuell die Umsetzung eines Ziels, eine Etappe ist dabei erreicht...
...rückblickend kann ich trotz schwieriger Lebenslagen sagen, dass ich viel erreicht habe, erfolgreich war, wenn man es unter diesem Aspekt sehen mag.
Martina: Es ist sogar immens wichtig, gerade mit zunehmendem Alter, noch Ziele zu verfolgen. - Ich habe nur den Eindruck, es ist schwieriger, sie zu formulieren. - Ich freue mich für euch, wenn ihr ein Ziel verfolgt. Was wohl sehr wichtig ist, dass man sich im Alter nicht aufgibt, sich mit Dingen umgibt, die Freude bereiten und ja, wenn es Ziele gibt, sie anzusteuern.

Mittwoch, 23. August 2017

Vaterunser

Dieses Gebet, das Jesus selbst uns hinterlassen hat, wird so häufig gesprochen, wie wohl kaum ein anderes. - Doch mal ehrlich: Stehen wir wirklich hinter dem, was wir da beten?
Kürzlich kam mir diese Stelle des Gebetes in den Sinn:

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Wir bitten also einerseits darum, Gott möge uns die Dinge verzeihen, die wir anderen zugefügt haben und andererseits sagen wir zu, den Personen zu vergehen, die etwas an UNS verschuldet haben.

Und da frage ich mich doch:
Lassen wir diesem Satz tatsächlich Taten folgen?

Und wie der Zufall es wollte, las ich kurze später etwas, dass in diese Richtung geht. Dort stand sinngemäß: Hofft nicht auf eure Genesung, solange es noch Menschen gibt, denen ihr nicht verziehen habt.
Darüber habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Klar, solange wir mit anderen hadern, haben wir ihnen nicht vergeben. Ich bin dann mal in mich gegangen und habe geforscht, was da in dieser Beziehung noch so an 'unerledigten Dingen' in mir ist. - Es kamen mir 'uralte' Dinge in den Sinn, über die ich schmunzeln musste. Wie, dachte ich, ihr seid noch da? Dann mal schnell weg mit euch, denn irgendwann muss es einfach mal 'gut' sein. Ich glaube wirklich, dass wir uns mit verbitterten Gedanken und Gefühlen - und seien sie auch noch so klein - nur selber schaden. 
Deshalb:
Ab und zu 'ausmisten'!
Auch IN uns selbst!


Sonntag, 20. August 2017

Frage 12: Gibt es Engel?

Engeln bilderEs gab Zeiten, da sah man sie nur zur Weihnachtszeit, doch in den letzten Jahren hat die Industrie die Engel für sich entdeckt. 
Keine Tasse, kein T-Shirt, auf dem sie sich nicht tummeln. – Schutzengel in jeglicher Form. Sehr beliebt als Kettchen- oder Armbandanhänger.


Ist das nur ein Trend, eine Mode-Erscheinung, oder haben die Menschen die Engel tatsächlich für sich und als ihre Begleiter ‚entdeckt’?

Wenn es sie tatsächlich gibt:

Welche Aufgabe haben sie?
Uns zu beschützen vor Unheil?
Uns zu begleiten und auf den rechten Weg zu führen?
Aber wo sind sie?
Überall?
Um uns herum?
Stets bei uns?
Oder gibt es sie nur im sog. ‚Himmel’?
Doch wie sollen sie von dort auf uns acht geben?
Hat jeder Mensch seinen eigenen Engel?

Bei ca.  7.473.690.000 Menschen, die z. Zt. in etwa die Welt bevölkern, wären das ebenso viele Engel.

Hältst du das für möglich?

In der Bibel begegnen sie uns an vielen Stellen. Vom Himmel hoch, da kommen sie her, um den Menschen etwas zu verkünden. Sie melden sich, wenn es um eine Botschaft Gottes an uns Menschen geht. Sie treten in vielfacher Form auf: als Beschützer, aber auch als Mahner. 'Damals' schien dieser Kontakt zwischen Menschen und Engeln möglich gewesen zu sein. 


Heute auch noch?
Können wir auch heute noch
mit diesen geistigen Wesen in Kontakt treten
oder sind sie verstummt,
weil wir keine 'Antennen' mehr dafür besitzen,
ihre Botschaft wahrzunehmen?


Eines ist sicher: Um dies geschehen zu lassen, müssen wir uns für sie öffnen, müssen bereit sein für eine Begegnung mit den uns unbekannten Wesen.

 Wärst du bereit?


Sophia: Ja und ja..
Ich glaube an die Existenz, oder vielleicht wünsche ich es mir auch nur?
Wenn ich daran glauben kann dass es mehr gibt, als ich sehen kann, dann ist es tröstlich und lässt mich beruhigt aufatmen.
Helfende Hände und besonders emphatische Menschen, selbstlos im Umgang mit anderen, werden auch als Engel benannt, ja, vielleicht sind sie das auch, wer kann das schon sagen.
Meine Engel, mit denen ich mich schon seit vielen Jahren gerne umgebe, sind wichtig für mich und manche Ereignisse könnten als Bestätigungen angesehen werden.
Aber ich weiß nicht genau, ob das wirklich notwendig ist.
Allein der Gedanke und diese Hoffnung... sie sind schon sehr wohltuend für mich.
Martina: Ich glaube, wir Menschen der heutigen Zeit sind so gestrickt, dass wir am besten das annehmen können, was wir mit unseren fleischlichen Augen sehen können. Doch es gibt eine geistige Ebene und die entzieht sich unserem 'normalen' Blick! -Menschliche Engel in seiner Nähe zu wissen, tut einfach gut!
Alexander: Ja selbstverständlich gibt's Engelwesenheiten (, aber bitte ohne Flügel). Ich kann da nur mein 3-Seelen-Buch empfehlen. Unabhängig davon, sollte ich dazu mal etwas Genaueres darüber schreiben. Vielleicht eine reale Begebenheit? Oder einen "Durchblicker" a la "Ein Tag mit meinem Sehsinn durch die Welt" ...? :-) 
Martina: Am meisten freue ich mich darüber, dass du so klar 'Ja, selbstverständlich gibt es sie' sagst. Ich stimme dir zu 100 Prozent zu (was ja in dieser hohen Prozentzahl nicht immer der Fall ist - lach). --- Ja, bitte, schreib darüber!!
Angel: wenn ich an Engel denke dann sehe ich damit Schutzengel vor meinem geistigen Auge, empfinde es so, dass es einen Schutz für uns gibt und egal ob man sie Engel nennt - wenn man daran glaubt dass es jemanden gibt der auf uns achtet und uns schützt, dann gibt es das auch genauso wie das Gute im menschen niemals aufgibt daran zu glauben...
Martina: Schön, wenn man sagen kann: Ich habe das Gefühl, beschützt zu werden!
Klaudia: Ein schweres Thema;-) (Martina: Leicht kann jeder - lach!)
Engel sind nicht sichtbar, sie wirken eher im verborgenem...so zumindest mein Glaube. Ich bin davon überzeugt, das es so eine Art Schutzengel gibt....oder wünsche ich es mir nur. Bei Engel denke, ich an ein besonderes Bild, welches bei meinen Eltern übern Bett hing, das hat mir oft Kraft gegeben, bestimmte Dinge anzugehen und durchzustehen.
Martina: Als ich deinen Kommentar las, stand mir sofort ein Bild vor Augen. Es hing auch über dem Bett (meiner Großeltern), war ziemlich groß und zeigte die Darstellung von Kindern, über denen Engel schwebten. - 'Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten, auf all deinen Wegen!' - So steht es in der Bibel und darauf können wir ganz sicher bauen!
Varis: Ich habe so meine Probleme mit dem Begriff "Engel", weil er für mich einen zu religiösen Beigeschmack hat. Religionen sind für mich ein rotes Tuch, weil sie meiner Meinung nach die spirituelle Entwicklung der Menschheit eher unterdrücken als vorantreiben. Aber das ist ein anderes Thema. Die Realität hat viel mehr Ebenen und Facetten als der Mensch mit seinen physischen Sinnen wahrnehmen kann. Deshalb ja, es gibt diese geistigen Wesenheiten und man kann mit ihnen auch Kontakt aufnehmen, auch wenn diese naturgemäß meist jenseits der physischen Sinne stattfindet. 
Martina: Jeder sollte seinen spirituellen Weg auf seine Weise gehen. Der eine benötigt dazu vielleicht die Religionen. Ein anderer nicht. - Es gibt viele 'Realitäten' - da bin ich ganz bei dir. Diese hier, in der wir zur Zeit leben, ist eine davon. - Wir sind ja auch eine 'geistige Wesenheit', die sich im Moment in einem Körper hier auf der Erde befindet. - Daher kann ein Wahrnehmen der 'Engel' wohl auch nur über diese Ebene geschehen.
Christine: An das, was religiöse Menschen unter Engeln verstehen, glaube ich absolut nicht. Ebenso wenig wie an eine Existenz nach dem Tod.
Aber ich kenne durchaus reale Menschen, die ich so bezeichnen würde.
Martina: Ich muss ein bisschen schmunzeln, weil ich ja schon weiß, was ich dir antworten möchte - lach! Pass auf: Wenn es doch anders ist und es ein Leben nach dem Tod gibt, dann gibst DU einen aus, wenn wir uns treffen - okay? ;-)
Jutta K.: Tja was soll ich sagen.
Ich denke mal, dass Engel die Beschreibung ist für etwas eigentlich Unbeschreibliches.
Ich meine damit himmlische Begleitung.
Begleitung für tatsächlich jeden einzelnen Menschen, egal wie viele wir auch sind !
Engel beschützen uns dann, wenn unser vorbestimmter Lebensweg noch nicht voll gelebt ist.
Wenn Böses sich unserer Seele bemächtigen will.
Dann heißt es, Gott, der oder die hat aber einen Schutzengel gehabt.
Daher glaube ich, dass es nicht unbedingt Sinn macht zu sagen, lieber Schutzengel, bitte hilf mir da oder da . . !
Er ist um uns und wacht über uns, bis wir bereit sind zu gehen.
In eine andere Wirklichkeit.
Hmm, ich hoffe, ich konnte zum Ausdruck bringen, was ich meine.

Martina: Ich denke schon, dass ich dich verstanden habe. - Engel werden uns beschützen, doch manchmal hat eben auch etwas für uns Sinn, was uns 'Schaden' zufügt. Da wird der Engel dann nicht eingreifen, da er ja unseren Weg kennt (wahrscheinlich sogar besser, als wir selbst). Vielleicht ist er dazu da, uns immer wieder in die richtige Richtung zu lenken, wenn wir unseren Weg (gravierend) verlassen haben.
Klärchen: Ich glaube all die kleinen Engel und Schutzengel um uns sind immer da und im rechten Augenblick zur Stelle, wenn wir sie brauchen ohne gefragt zu werden.Es gibt sie die Wesen, auch in Menschengestalt, helfende Hände im rechten Augenblick.Glaube,Liebe und Hoffnung, da sind sie zu finden.
Liebe Grüße und ein Danke an dich für deine schönen Themen, immer wieder neu.
Martina: Was mir gerade auffällt ist, dass noch niemand von einem Moment geschrieben hat, wo er gespürt hat, dass er bewahrt wurde. - Ich denke, dass es diese Situationen in jedem Leben gibt. Manchmal gehen wir vielleicht einfach darüber hinweg, ohne zu beachten, wie viel Schutz uns gerade gewährt wurde. - Du hast recht: Wir müssen die Engel nicht bitten. Sie gewähren uns ihre Hilfe auch so. 
Helga F.: Letzten Montag bin ich rückwerts über einen kleinen Absatz nach unten gestürzt und mit dem Rücken und Kopf aufgeschlagen.Alle dachten ich wäre nach diesem Sturz auf Beton zumindest schwer verunglückt,aber ich habe mit einer kleinen Kopfwunde und einer leichten Gehirnerschütterung diesen schlimmen Sturz überlebt. Soviel zur realen Hilfe von meinem Schutzengel. 
Martina: Oh, Helga, da bist du wirklich vor Schlimmerem bewahrt worden. - Was die leichten Verletzungen betrifft: Gute Besserung!
Elke: ich bin schon mehrfach in meinem Leben von meinem Schutzengel beschützt worden, wenn es ihn denn gibt und das alles kein Zufall war, dass im rechten Augenblick die richtigen Leute zur Stelle waren, die mich gerettet haben.
Martina: Ist das nicht schön, wenn man bemerkt, dass alles sich fügt?! - In solchen Momenten verspürt man eine große Dankbarkeit.
Azmuto:  Danke :-)
Martina: Gerne! ;-)
Rosi: oh ja..
es gibt Engel
und manchmal können wir sie spüren ..
es ist wie ein Hauch..der uns zum Beispiel einem Moment lang zurück hält
und so ist z.B.nichts passiert
ein Gedanke der uns zufliegt
ein Lied im Radio dass gerade genau so zu unserer Verfassung passt und Trost gibt
eine Feder die vor die Füße fällt obwohl kein Vogel in der Luft ist
da (für mich)ein Engel "Geist" ist.. Energie.. kann er auch überall sein auch wenn es schön ist sich einen persönlichn Engel vorzustellen ..
wie heißt es in der Bibel?
Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.
Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
Martina: Man wartet noch einen Moment, bevor man los geht oder wird durch einen Telefonanruf aufgehalten. Wenn wir dann an einem Unfall vorbei fahren, können wir es ahnen, warum!
Meisje: So schön! Hab es fein du Liebs, Meisje
Martina: Danke dir - auch für deinen Besuch bei mir!
Eva: Ja, es gibt ganz bestimmt Engel. Vor allem Schutzengel. Aber alles ist von Gott gesteuert. Das fließt alles ineinander. Davon bin ich überzeugt und das ist mein Glaube.
Martina: Ich bin wie du überzeugt, dass es Engel gibt und ich glaube wie du an eine höhere Macht.
Astrid: Oh ja, ich glaube, dass es Schutzengel gibt. Möglicherweise nicht so, wie sie dargestellt werden. Ich wünsche jedem Menschen einen Schutzengel, denn wir brauchen sie alle.
Auch Menschen können zu Schutzengeln werden, ich denke nur an die Begebenheit in Magdeburg, die sich dort vor vielen Jahren ereignete und die ich in meinem Blog beschrieben habe ("Danke, lieber Schutzengel!"). 

Martina: Nein, so wie sie gerne dargestellt werden, stelle ich sie mir auch nicht vor. Aber es gibt sie und sie sind immer bei uns - da sind wir einer Meinung.