Montag, 9. September 2013

Gut gemeinte Wünsche

Foto: Pixelio.de/Rosel Eckstein


Schon früh am Morgen kann er uns das erste Mal begegnen – der Wunsch. Dann, wenn ein lieber Mitmensch uns einen „Guten Morgen“ wünscht – oder wir ihm. Es vergeht wohl kein Tag, an dem wir uns gegenseitig nicht etwas wünschen. „Glück“-wünsche zum Geburtstag etwa oder zur Geburt. „Alles Gute“, „Gute Besserung“!

Alles gut gemeinte Wünsche, die, wenn sie ehrlich ausgesprochen und nicht nur so dahin gesagt sind, auf uns zurück fallen und wir uns damit auch ‚Alles Gute’ zugesprochen haben.

Doch wie sieht das aus, wenn wir im negativen Sinne unseren Mitmenschen etwas wünschen. Da werden wir zuerst einmal denken: Dass mache ich doch gar nicht. Und doch – es ist schnell geschehen. Wenn wir zum Beispiel von Folterungen lesen, dann wünschen wir vielleicht dem Folterer, dass er auch einmal die Qualen erleiden sollte. Oder damals beim Massaker auf der kleinen norwegischen Insel. Wer hat da mit diesem Menschen mitfühlen können. Wenige, wenn überhaupt. Und dann sagen wir schnell: Den sollten sie auch erschießen. Und schon haben wir, ohne es wirklich zu wollen, dem anderen nichts Gutes gewünscht.

Wenn nun aber die guten Wünsche auf uns zurückfallen, wie ist das dann mit denen aus den Beispielen – diese negativen Wünsche. Fallen die dann auch auf uns zurück? Wenn das so wäre, dann sollten wir noch vorsichtiger mit unseren Äußerungen sein.

In den letzten Jahren habe ich mir mehr und mehr angewöhnt, Dinge, Situationen und Menschen nicht mehr zu beurteilen. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich denke, dass es mir nicht zusteht. Außerdem glaube ich ganz sicher, dass sich diese Menschen einmal für ihr Tun verantworten müssen – doch nicht vor mir.


Wenn ich kein Verständnis für das Tun von einigen Menschen aufbringen kann und ich auch bei allem guten Willen ihre Tat nicht verstehen kann, dann kann ich immer noch eines tun: Für die Opfer und den Täter beten. Wenn mir das gelingt, dann habe ich für mich und den Frieden auf der Welt viel getan.

Kommentare:

  1. Habe ich mir auch abgewöhnt, denn oft wissen wir ja nicht was den Menschen selbst dazu treibt. Zum Beispiel konnte ich lange nicht akzeptieren, das Pädofille kranke Menschen sind.
    Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass meine guten Taten auf irgend eine Weise wieder zurück kommen zu mir.
    Und so denke ich auch die bösen Taten werden ihren Absender einmal wieder erreichen.
    So, meine liebe Martina, nun beende ich für heute meinen Besuch bei dir und werde ein andermal weiter lesen.
    Bin begeistert von deinem Blog.
    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und sende dir sonnige Grüße, die von Herzen kommen.
    Deine Freundin Lore

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    1. Liebe Lore, du warst aber wirklich eine fleißige Leserin. Danke für die vielen Kommentare, über die ich mich freue. Einen schönen Sonntag! Martina

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    2. Liebe Lore, du warst aber wirklich eine fleißige Leserin. Danke für die vielen Kommentare, über die ich mich freue. Einen schönen Sonntag! Martina

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