Donnerstag, 17. Oktober 2013

Sein Herz an Dinge hängen


Heute denke ich an ein Gespräch, das ich vor einiger Zeit mit einer früheren Kollegin führte, als ich sie besuchte. Sie besitzt unglaublich viele aber auch wirklich schöne Dekorationsstücke. Teils alte, geerbte Stücke. Zu vielen Dingen kann sie eine Geschichte erzählen. Dann sagte sie: „Wenn ich daran denke, dass diese Dinge vielleicht auf den Müll gelangen, wenn ich nicht mehr lebe, dann könnte ich jetzt schon weinen.“

Wenn sie das nicht nur mir, sondern auch ihren Kindern so sagt, setzt sie sie damit unglaublich unter Druck, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ihre Kinder werden irgendwann ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich wirklich von diesen Dingen trennen möchten, denn sie haben ja keinen derartigen Bezug zu ihnen, wie meine Kollegin.

Dann fragte ich mich, ob es bei mir Dinge gibt, von denen ich nicht möchte, dass sie irgendwann auf dem Müll landen. Und ich stellte fest: Nein, es gibt sie nicht und darüber war ich unglaublich froh, denn ich dachte daran, dass in der Bibel sinngemäß steht, 'dass wir unser Herz nicht an ‚Schätze’ hängen sollen, denn dort wo eure Schätze sind, da ist euer Herz'.


Doch ich erkannte etwas anderes: Von Dingen könnte ich mich jederzeit trennen – doch wie ist das mit meiner Familie. Und da liegt der Knackpunkt. Mich von ihnen zu verabschieden, dass würde mir unglaublich schwer fallen. Doch auch Menschen ‚gehören’ uns nicht. Sie begleiten uns nur auf unserem Weg. Ich weiß, dass es so ist, doch mein Herz spricht anders.

Foto: Pixelio.de/Katharina Wieland Müller

Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    dein Eintrag macht mich sehr nachdenklich. Ich habe viele Dingen, von denen ich glaube, dass ich mich niemals von ihnen trennen könnte, aber natürlich sind die Menschen, die dahinter stecken viel wichtiger, es sind ausnahmslos Dinge, die eine eigene Geschichte haben - für mich, nicht für die, die nach mir kommen werden und deshalb würde ich von meinen Kindern nicht erwarten, dass sie eben diese Dinge behalten müssen/sollten.
    Liebe Grüße
    Regina

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    1. Unsere Kinder denken und handeln anders als wir und sie werden auch wieder Dinge haben, mit denen sie i h r e Geschichten verbinden.

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  2. Meine Bücher bedeuten mir sehr viel und gerade in dieser Zeit bringen sie mir Trost. Ich weiß aber jetzt schon, dass Claudia die einfach mal entsorgen wrid, aber dann bin ich ja auch nicht mehr da und brauche sie nicht.
    Erfeue mich also daran solange ich lebe.

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    1. Das ist eine gute Einstellung, Lore. Erfreue dich daran, denn du wirst auch mit vielen Büchern eine Geschichte verbinden.

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