Freitag, 21. Februar 2014

Heimweh ist die Sehnsucht in der Fremde, wieder in der Heimat zu sein. 

So steht es bei Wikipedia. Heimweh – in unzähligen Büchern kann man darüber lesen und ich könnte auch Bände darüber schreiben. Mein ganzes Leben lang kenne ich dieses Gefühl. Als Kind war es ganz besonders schlimm. 
Ich komme darauf, weil meine Schwester meiner Tochter gerade letztens über mich sagte: „Wenn wir im Urlaub waren, dann bekam sie immer Heimweh, obwohl wir ja alle bei ihr waren.“ 
Ja, genau so war es. Ich weiß nicht, woher es kam (kommt), doch ich weiß sehr genau, wie es sich anfühlt.
Mein Opa hat immer scherzhaft gesagt, ich würde mich nur so weit von meinem Elternhaus entfernen, dass ich noch das Dach sehen könnte. Ganz Recht hat er damit nicht behalten, denn ich habe nach der Hochzeit mit meinem Mann 200 km von meinem Geburtsort entfernt gewohnt, doch nur 6 Jahre – dann wurde das Heimweh nach ‚Zuhause’ zu groß; obwohl mein ‚Zuhause’ ja eigentlich in diesem anderen Ort war. Aber es war nicht die Heimat. Ich glaube, daran lag es.
Ich erinnere mich daran, dass ich einmal eine Aufnahme aus dem Krieg sah. Dort waren einige Soldaten abgebildet. Sie saßen um eine Kerze herum und feierten das Weihnachtsfest. In ihren Augen konnte man vieles lesen – ganz groß stand dort ein Wort: Heimweh. Es muss ganz furchtbar für diese teils ja auch sehr jungen Männer gewesen sein. Mein Vater war lange in Gefangenschaft und hat später sehr wenig darüber erzählt, doch einmal sagte er: "Am schlimmsten war das Heimweh."
Nur Durst ist schlimmer als Heimweh, besagt ein Sprichwort. Ich glaube, da ist etwas Wahres dran.



Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    ich hatte mein lebenlang Fernweh und kein Heimweh. Aber das ist
    genauso schlimm. Heute lebe ich am Neckar, 350 km weg von
    meiner Heimatstadt. Ich fahre gern mal hin, aber es ist mir alles
    so fremd geworden.
    Einen schönes Wochenende wünscht dir
    Irmi

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    1. Wie unterschiedlich wir Menschen sind - Fernweh. Das kenne ich gar nicht!
      Dir auch ein schönes Wochenende!
      Martina

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  2. Wenn ich in früheren Zeiten das Haus schon nur für ein paar Tage verlassen musste, hab ich Rotz und Wasser geheult. Selbst wenn es in den Urlaub ging. War ich erst einmal weg, dann war es okay. Es geht dabei für mich nicht speziell um das Elternhaus nur um das weggehen. Ich weiß, dass es dafür Gründe gibt, wenn man etwas nicht aus den Augen lassen kann.
    Auch bei den Soldaten ist die Angst, dass sie ihre Menschen nicht mehr wiedersehen ganz groß. Und dort wo sie im Krieg sind, gibt es nichts vertrautes und da fühlt sich jeder unsicher
    Liebe Grüße zu Dir
    von Joona

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    1. Da warst du besser dran, als ich.. Für mich wurde es erst richtig schlimm, wenn ich an dem anderen Ort war.
      LG Martina

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