Mittwoch, 5. Februar 2014

Holzwege - …

… eine Bezeichnung aus früheren Zeiten. Es handelte sich um Waldwege, die von Pferdefuhrwerken befahren wurden, um das geschlagene Holz abzutransportieren. Es war in dem Sinne kein Weg mit einem bestimmten Ziel, denn er endete irgendwo mitten im Wald und man musste umkehren, wenn man ihn befahren hatte.
Deshalb sagen wir heute noch ‚du bist auf dem Holzweg’, wenn wir denken, jemand sei ‚auf einem falschen Weg’ – einem Weg, auf dem es irgendwann nicht weiter geht. Diese ‚Holzwege’ führen anscheinend ins Nichts und kosten uns nur unnötig Zeit. 
Ich komme auf dieses Thema, weil ich an zwei sehr unterschiedliche - heute erwachsene - Geschwister denke. Die Schwester ist die Ältere von beiden. Sie ging immer schnurstracks ihren Weg und wusste schon als kleines Mädchen ganz genau, was sie wollte. Hatte sie ein Ziel vor Augen, verfolgte sie es und ging ihren Weg stets geradeaus.
Ganz im Gegenteil zu ihrem Bruder. Er war immer schon viel verträumter. 
Er begann ein Studium, vielleicht, um es seiner Schwester gleich zu tun oder den Erwartungen der Eltern zu entsprechen. Nach einiger Zeit musste er erkennen, dass er auf dem ‚Holzweg’ war. Er hat ganz viele Dinge ausprobiert, bis er endlich das gefunden hat, was zu ihm passt. Er übt seinen Beruf heute voller Liebe und Engagement aus. Es geht ihm richtig gut.
Der Schwester geht es auch gut –  finanziell sogar viel besser, als ihrem Bruder - und deshalb wird sie bis heute oft als ‚Vorbild’ hingestellt. Doch ihr Bruder lässt sich davon nicht beeindrucken - ganz im Gegenteil. Wenn man ihn darauf anspricht, wie straight seine Schwester ihren Weg stets gegangen ist, sagt er:
Mag sein
Doch die Blumen am Wegesrand eines Holzweges, hat sie nie gesehen.“ 


Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    wieder ein Tolles Beispiel für eine geflügelte Redewendung.
    Wie oft sind oder waren wir schon auf dem Holzweg? Haben
    wir dann kehrtgemacht oder haben wir unseren Kopf durchgesetzt?
    Das muss ein/e Jede/r für sich entscheiden.
    Auf jeden Fall ist in deinem Gleichnis der Bruder der Glücklichere.
    Einen guten Wochenteiler wünscht Dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das denke ich auch - vor allen Dingen hat er Erfahrungen gemacht, die ihr fehlen. Fazit: Auch Holzwege haben ihren Sinn!
      Danke für's Lesen bei mir!
      Martina

      Löschen
  2. Hallo Martina,
    hier in Schweden gibt es ganz viele Holzwege :-), ob die Schweden deshalb öfter auf dem Holzweg sind? :-). Da muss ich mal nachsehen.
    Schön erzählt!
    Übrigens: der erste Kommentar von Dir war nicht auf dem Holzweg. Ich habe ihn eingestellt. Herzlichen Dank dafür.

    Grüße
    Beate

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach du Schreck, dann habe ich dich ja mit meinen Kommentaren bombardiert. Verstehe - er erscheint, wenn du ihn frei gibst. Ja, man lernt nie aus als Internet-Omi!
      ;-) Martina

      Löschen
  3. Liebe Martina,
    danke für diesen interessanten Eintrag. Ich bin ja auch manchmal schon auf Holzwegen spaziert und ich habe auch die Blumen am Wegrand gesehen, so dass auch diese Wege nicht "umsonst" waren.
    Lieber Abendgruß
    Regina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, liebe Regina, man muss auch mal einen'Holzweg' gehen.
      Alle Erfahrungen sind wertvoll!! Einen schönen Abend!
      Martina

      Löschen