Freitag, 14. März 2014

Wer spricht eigentlich unser ‚Todesurteil’?

Okay, ich gebe es zu, die Überschrift ist provozierend. Doch so ist sie gar nicht gedacht, denn dahinter steckt eine ernsthafte Frage, die mich wirklich beschäftigt.
Ich war letztens bei einer Beerdigung. Der Pfarrer sagte in seiner Predigt sinngemäß, dass Gott bei unserer Geburt schon den Tag unseres Todes festlegt. Und dass geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf. 
Stimmt diese Aussage? Ist das wirklich so?
Gibt es nur einen Weg, der von Gott für uns festgelegt wurde und der an dem Tag endet, den Gott für uns vorsieht?
Oder gibt es mehrere mögliche Wege für uns und wir bestimmen mit unserem freien Willen, welchen Weg wir einschlagen? Und gibt es bei jedem Weg einen anderen ‚Endpunkt’?
Um es vorweg zu nehmen, ich bin zu keinem wirklichen ‚Ergebnis’ gekommen. Doch ich tendiere zu den Gedanken, dass ich mit meinem freien Willen mein Leben hier bestimme und damit auch meinen Weg und letztendlich mein Ende.

Habt Ihr Euch darüber auch schon einmal Gedanken gemacht?


Die beiden Rosen, die in natura dunkelrot sind, habe ich anl. des internationalen Frauentages geschenkt bekommen.


Kommentare:

  1. Hallo Martina,
    der Tod ist nicht Strafe, sondern das natürliche Ende meines Lebens auf dieser Welt. Ich lege inzwischen großen Wert auf diese (meine) Sichtweise. Angstbesetzte Wörter haben da nichts zu suchen und sind nur angetan Angst zu machen, um Macht auszuüben. Eine unserer Aufgaben ist es (meiner Ansicht nach) im Leben den Weg zu uns zu finden, unserer Inneres, unser Herz. Dieses Innere ist der Raum unserer Erfahrungen, das was bleibt, wenn wir die äußere Hülle nicht mehr brauchen. Das Kind, das geboren wird "stirbt" für den Mutterleib und letztlich gehen wir dorthin zurück, woher wir gekommen sind.

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    1. Liebe Beate, ich glaube auch nicht, dass der Tod 'Strafe' ist, sondern dass er uns dorthin zurückführt woher wir kommen und wohin wir eigentlich gehören. Meine Gedanken waren: Ist der Tag unseres Todes wirklich festgelegt oder kann er variieren. LG Martina

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  2. Liebe Martina,
    ich denke öfter darüber nach. Es ist eine schwierige Frage, die letztendlich doch nicht abschliessend beantwotet werden kann.
    Im Konfirmandenunterricht mussten wir das Lied von Martin Luther lernen:
    "Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen" - schon damals haben mich diese Zeilen über Gebühr beschäftigt.
    Heute sage ich, so ziemlich am Ende meines Lebens: Wir bestimmen den Weg - oftmals kommt eine Weggabelung, da müssen wir wieder den richtigen Weg für uns finden. Ich frage mich immer häufiger: Wie wäre mein Weg verlaufen, hättte ich das studieren dürfen, was ich so gern wollte. Diese Frage bleibt unbeantwortet.
    Liebe Grüße von einer Irmtraud, die du in tiefe Nachdenklichkeit gestürzt hast.

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    1. Liebe Irmtraud, ich kenne diese Frage. Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ... Klar, dass ist müßig darüber nachzudenken. Inzwischen glaube ich, dass es gar keinen 'falschen' Weg in dem Sinne für uns gibt, sondern viele Wege zu unserem Ziel. Du hast recht, wir werden zu keiner befriedigenden Antwort kommen. Doch die Meinung anderer dazu interessiert mich sehr. Alles Liebe für dich! Martina

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  3. Meine Mutter sagte das auch immer und ich denke, dass die Stunde des Todes in gewisser Weise doch schon bestimmt ist, aber wie wir unser Leben gestalten da haben wir ganz bestimmt ein Mitspracherecht.
    Danke für die wunderschöne Tasse, zur Zeit habe ich wenig Lust am computer zu verbringen,

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    1. Und ob wir ein Mitspracherecht haben, liebe Lore, dass glaube ich auch ganz sicher!
      Bis bald! Martina

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  4. Guten Morgen liebe Martina,

    dein Post bring mich auch zum Nachdenken. Oft habe ich mich in der Vergangenheit gefragt, warum ist es so gelaufen und nicht anders. Jeder hat so seinen eigenen Lebensplan. Bei den meisten Menschen verläuft es anders wie geplant. Manches können wir einfach nicht beeinflussen, es liegt nicht in unserer Hand.
    Wir müssen lernen, es so zu nehmen wie es kommt, um eine gewisse Zufriedenheit in unser Leben zu bringen. Nur so können wir uns an unserem Leben erfreuen und es genießen. Ich denke, das Leben ist ein Geschenk und wir sollten es auch als solches annehmen und nicht einfach „ableben“.
    Für mich gibt es keine Zufälle, alles ist vorbestimmt und somit auch wann, wie und wo wir sterben. Wichtig ist für mich, so zu leben, dass ich immer mit allem „im Reinen“ bin.

    Herzliche Grüße

    Anita

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    1. Liebe Anita, man kann deinen Zeilen entnehmen, dass du ein sehr zufriedener Mensch - und wie du ja auch schreibst - mit die selbst im Reinen bist. Dass ist doch toll, wenn man das von sich uns seinem Leben sagen kann. Ich wünsch dir einen wundervollen Tag! Martina

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  5. Das ist eine interessante Überlegung, aber im Wortlaut des Pfarrers nicht richtig. Es mag trefflich gewesen sein bei einer Bestattung für die engen Anvertrauten, aber ganz sicher nicht sinn- oder wortgemäß zu nehmen sein.
    Ich habe in diese Richtung mal einen interessanten Blogpost gelesen, der mich noch dazu bewegen wird, ebenfalls (m)eine "Geschichte" darüber zu verfassen.
    http://diesseitsundjenseits.blogspot.de/2012/02/1-vorgeschichte-1978-wurde-ich-geboren.html

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    1. Den Blog werde ich mir gleich ansehen - und auf deine Gedanken dazu bin ich auch gespannt! LG Martina

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