Mittwoch, 23. April 2014

Geschenke

Wenn ich etwas verschenke, was ich sehr gerne tue, dann ist es etwas, dass mir gefällt, also meinen Geschmack trifft. Ob es nun immer den Geschmack des Beschenkten getroffen hat, sei einmal dahin gestellt. Jeder kennt das, glaube ich aus eigener Erfahrung. Nicht jedes Geschenk kommt bei uns an. 
„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“, heißt es in einem Sprichwort. Es beruht auf der Tatsache, dass man bei den Lasttieren an den Zähnen ihren gesundheitlichen Zustand erkennen kann. Und bei einem Esel, den man geschenkt bekommt, soll man nicht nachschauen, in welcher Verfassung er sich befindet, sondern ihn (dankbar) annehmen.
Meine Tochter erzählte von einer Freundin, die zu Ostern einen Hasen mit überlangen Ohren geschenkt bekam, der ein Dirndl trug und vom Gesichtsausdruck und dem Schnurrbart stark an Adolf Hitler erinnerte. Die Freundin fand dieses Geschenk richtig ‚daneben’. Ehrlich gesagt, ich auch. Keine Ahnung, wie ich reagiert hätte, wenn es sich dabei um ein Geschenk an mich gehandelt hätte. 
'Verschenk ihn doch einfach weiter', hatte ihr jemand geraten. Dass könnte ich nicht und schon gar nicht in diesem Fall, denn dann würden die von mir Beschenkten ja denken, dieser Hase sei mein Geschmack. Aber wie verhält man sich? Ist man ehrlich, könnte man den Schenkenden vor den Kopf stoßen und das möchte man ja auch nicht.
Einfacher ist es da schon mit Dingen, die man geschenkt bekommt, und schon besitzt. Da könnte man sagen: Das habe ich zwar schon, doch damit hast du genau meinen Geschmack getroffen. Und nun habe ich es doppelt – umso besser!
Gott sei Dank war es noch nicht so oft der Fall, dass ich Geschenke am liebsten zurückgewiesen hätte. Wie ist es bei euch? Sagt ihr ehrlich, wenn euch ein Geschenk nicht gefällt?


Kommentare:

  1. Liebe Martina, ich habe noch nicht oft Geschenke bekommen, die mir nicht gefallen haben. Wenn das einmal der Fall war, so habe ich es nicht gesagt, aber ich habe auch nicht überschwänglich gelobt, das wäre mir dann doch zu verlogen vorgekommen.
    Ähnlich ist es ja z.B. mit Rezensionen für Bücher. Wenn mir ein Buch gut gefallen hat, dann sage ich das auch (öffentlich). Wenn nicht, dann schweige ich dazu lieber, wozu soll ich eine böse Beurteilung schreiben, wenn es mir nicht gefällt. Werde ich allerdings gefragt, dann sage ich zu einem Buch meine ganz ehrliche Meinung.
    Einen schönen Tag dir und liebe Grüße
    Regina

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    1. Nein, ich habe auch noch nicht so ganz viele Geschenke bekommen, die mir überhaupt nicht gefielen. Und wenn, dann mache ich es so wie du! LG Martina

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  2. Hallo Martina,
    oh, ganz heikle Sache. Ich bedanke mich immer und mach' mir so meine Gedanken, weshalb ich nun das geschenkt bekommen habe. Dinge die ich überhaupt nicht gebrauchen kann wandern dann direkt zur Tombola des Sportvereins, aber ich würde es nie übers Herz bringen zu sagen, dass das das allerletzte Geschenk ist, denn ich kenne Jemanden der das macht (sehr freundlich) aber für den Schenker ist das echt ätzend!!!!
    LG
    Manu

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    1. Geht mir auch so. Ich würde es auch nicht zurückgeben oder sagen. Klar, dass man den Schenkenden damit vor den Kopf stößt. Ich stell mir gerade vor, wenn derjenige, der dir etwas geschenkt hat, sein eigenes Geschenk bei der Tombola zurück bekommt. Das wäre doch echt genial. LG Martina

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    2. Schlimmer geht immer! Erinnert mich an Reinhard Meys Weihnachtsmorgen. Geschenke die nicht gefallen sind meistens Massenware und fallen in einer großen Tombola nicht auf.
      LG
      Manu

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    3. Aber schön wäre es schon, denn es trifft ja voll den Geschmack dieser Person ;-)!

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  3. Hallo Martina,
    ich würde jetzt gerne ganz viel schreiben, mache es mir aber heute mit zwei Eigenlinks einfach:
    http://www.blog.adelhaid.de/2014/01/pantheismus-wunschgeist.html
    und auch dort verlinkt, mein WMF-Beitrag zu "Geschenke, die man nicht braucht":
    http://www.blog.adelhaid.de/2013/08/danaum-fatale-munus.html

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    1. Ich hätte es mir denken können, dass du mir wieder etliche Schritte voran bist. ;-)
      Ich schau nachher mal bei dir vorbei und lese! Danke für die Links! LG Martina

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  4. Liebe Martina,
    unlängst habe ich wirklich einmal den Mut aufgebracht und gesagt, dass ich das Geschenk als völlig daneben finde - war es aber auch wirklich. Sie haben es wortlos wieder mitgnommen und es besteht seither Funkstille.
    Früher habe ich Geschenke, die mit gar nicht gefallen haben, in eine Schachtel verbannt und nach 5 Jahren entsorgt. Grundsätzlich schenke ich keine Geschenke weiter.
    Liebe Grüße
    Irmi

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    1. Ich kann es mir gut vorstellen, dass jetzt Funkstille herrscht. Ich habe es noch nie gemacht, doch eigentlich sollen wir ja immer die Wahrheit sagen. Eine Zwickmühle! LG Martina

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