Donnerstag, 10. April 2014

Was willst du einmal werden?


Eine harmlose Frage? Oft stellen wir sie den Kindern und die Antwort amüsiert uns, weil wir vielleicht Prinzessin, Ritter oder Lokomotivführer zu hören bekommen. Unsere ‚Große’ wollte mit 3 Jahren LKW-Fahrerin werden – heute mit fast 7 möchte sie im Miniaturwunderland arbeiten.
Doch warum fragen wir die Kinder das ständig? Sie müssen doch eigentlich gar nichts mehr werden, denn sie sind ja schon – Menschen nämlich, genauer gesagt Kinder. Und das sollten sie voll ausleben dürfen, ohne sich schon mit 3 oder 4 Jahren Gedanken darüber machen zu müssen, welchen Beruf sie einmal ergreifen wollen. Das ist nämlich genau dass, was uns schon anerzogen wurde: Wir leben oft nicht in der Gegenwart, weil wir uns schon zu sehr mit der Zukunft beschäftigen, mit Dingen die im Augenblick ‚noch gar nicht anstehen’ und genau dies projizieren wir mit unserer Frage auf die Kinder und wir suggerieren ihnen: Ihr müsst euch schon jetzt mit der Zukunft befassen. Ich glaube, dass ist nicht gut und ich werde mir beim nächsten Mal ‚auf die Zunge beißen’, wenn mir diese Frage ‚auf der Zunge brennt’, denn ich glaube, sie tut den Kindern nicht gut!


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Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Martina, wieder ein Gedanke von dir, auf den ich gar nicht gekommen wäre.
    Man sagt so viel gedankenlos, weil auch andere dies sagen und nimmt sich wenig Zeit darüber wirklich nachzudenken.
    Wünsche dir einen schönen Tag, trotz Regenwolken. Hast du jetzt das ganze Bild von mir? LGLore

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    1. Ja, für etwas muss mein Kopf ja gut sein, liebe Lore ;-)!!!
      Nein, dein Kopf ist leider immer noch nicht vollständig bei mir angekommen,
      hab dir aber auch eine Mail geschrieben.
      Nun muss ich durch den Regen zum Friseur.
      Du hast ja schon Haare gelassen, lach!
      LG Martina

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  2. Ähnliche Gedanken habe ich mir auch schon häufig gemacht. Es geht ja schon los, wenn ein Kind geboren ist:
    wenn es erstmal sitzen kann - wenn es erstmal Zähne hat - wenn es erstmal in den Kindergarten geht, die Schule, eine Ausbildung gemacht hat ... ja, was ist dann? Dann ist die unbeschwerteste Zeit des Lebens wohl schon vorbei und hinterher jammern wir, dass die Kinder so schnell groß geworden sind. Ist doch so, oder?
    Manchmal macht mich das richtig sauer, dass immer so weit im voraus geplant werden muss und der heutige Tag zieht einfach vorbei, weil man ihn nicht richtig genießen konnte mit dem Gedanken daran, was noch alles zu tun ist und was man noch alles erreichen kann.
    Du siehst, wir sind uns (mal wieder) einig.
    Hab einen schönen Tag und genieße jede Minute!
    Liebe Grüße
    Regina

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    1. Ganz genau so ist es - und es geht so weiter. Schlimm daran ist nur, dass wir den eigentlichen Moment nicht leben und das ist doch gerade der Moment, den wir erleben. Die Vergangenheit und die Zukunft finden doch nur noch oder schon in unserem Kopf statt. Da läuft etwas schief, habe ich das Gefühl! LG Martina

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  3. Hallo liebe Marina,
    ich habs heute mit den Sprüchen:
    Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife, der ist dein!

    Friedrich Johann Christoph Schiller

    Bestimmt wussten Buddha und Co. auch etwas passendes zu deinen Gedanken zu sagen.
    Du hast so recht!!!
    Ich erlebe es auch immer wieder, dass die Menschen nicht mehr richtig leben können, so empfinde ich es jedenfalls. Wenn z. B. nicht jedes Wochenende verplant ist oder etwas unternommen wird stimmte etwas nicht. Einfach mal nur so in den Tag leben und gar nichts tun geht gar nicht. Ist Erholung angesagt, wird ein Wellnesswochenende, möglichst mit mehreren, eingeplant. Das findet Anerkennung!
    Ganz abschrecken war für mich als ich mal auf einer Geburtstagsfeier Mitte September gehört habe, wie eine Frau mit Stolz in ihrer Stimme erzählte, dass sie und ihr Mann bis Weihnachten jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag verplant hatten. Der Mann war in mehren Vereinen aktiv und somit auch in der Woche ständig unterwegs. Ich weiß nicht mehr genau wann, vielleicht ein halbes Jahr später fiel der Mann abends, als er sich fürs Bett fertig machen wollte tot um. Nun war die Frau mit knapp Fünfzig Witwe.

    Bewusster leben, sich auch Zeit zum Nachdenken geben halte ich für Richtig. Vielleicht können viele Menschen schon lange nichts mehr mit sich allein anfangen und haben Angst vor dem Nachdenken!?


    Ich denke eine gewisse Lebens-Freizeitplanung ist schon sinnvoll, aber man muss locker bleiben, denn erstens kommt es anders und zweites als man denkt.


    Ganz liebe Grüße

    Anita

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    1. Ich hab das "t" vergessen, hier ist es. Du bist und bleibst natürlich Martina!!!

      Gruß

      Anita

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    2. In unserem Freundeskreis ist es ähnlich, wie du es beschreibst. Man hat immer das Gefühl, die Menschen sind auf der Flucht - man fragt sich nur, vor wem. Bei Bekannten war es ähnlich, wie du es beschreibst mit der Ausbuchung der Wochenenden. Nachdem der Mann an Krebs erkrankte, ist es etwas anders. Jetzt nehmen sie höchstens noch eine Einladung am Wochenende an. Ein Tag muss frei bleiben von Verpflichtungen, dafür wird er anders gefüllt - natürlich mit irgendwelchen Aktivitäten. Warum es so ist, dass die Menschen ständig meinen, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, wenn sie mal zur Ruhe und zum Nachdenken kommen, weiß ich auch nicht. Aber ist es definitiv so. LG Martina

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  4. Liebe Martina,
    das hast Du sehr gut geschrieben!
    Ich wünsch Dir noch einen schönen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Danke, Claudia!
      Alles Gute auch für dich!
      Martina

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  5. Liebe Martina,
    einen tollen Post hast du da geschrieben,
    ich hab mich auch schon dabei ertappt, wie ich meinen Enkeln sagte,
    das ist ein toller Beruf, sowas könntet ihr doch auch mal lernen.
    Meine Tochter hat mich dann zur Seite genommen und gemeint,
    was das soll, im Nachhinein hab ich ihr dann Recht gegeben
    und werde sowas auf garkeinen Fall mehr zu ihnen sagen.
    Danke für den Post.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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    1. Dankeschön! Na, dann sind wir ja jetzt schon einige Omis,
      die diese Frage nicht mehr stellen werden.
      Einen schönen Abend! Martina

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  6. "Was willst du werden" ist ganz besonders gesehen eine Lügenfrage. Denn impliziert will man damit fragen: "Zu was soll man dich erziehen". Und das "man" beschränkt sich auf die Dahinführung von Fremden. Es sei denn der Vater oder die Mutter sind des Kindes "Grund(schul)lehrer" und die anderen Verwandten die "weiterführenden Lehrkräfte".
    Man/frau kann so viel herausziehen aus so einer einfachen Frage.

    Meine persönliche Erfahrung: die Kinder sagen es selbst, was sie mal machen wollen. Entweder ganz direkt oder eher unterschwellig.

    Wenn man mich fragen würde, was ich "werden wollte" fällt mir nur ein Lied ein, dass ich im Sandkasten gesungen habe: "Das ist der Bodo mit dem Bagger und der bagger noch" (von Mike Krüger). Und was soll ich sagen? Heute bin ich kein Baggerfahrer.

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    1. Hallo Alexander, wenn man morgens einen Kommentar von dir vorfindet, ja dann ist der Tag doch schon gerettet' - es ist unglaublich, wie tief du in die Themen gehst! Auch wenn es mit dem Baggerführer nichts geworden ist, so ist doch wenigstens e t w a s aus dir geworden ;-)!!! Ein feier Geist nämlich! Hoffentlich wirst du einmal Vater - es wäre vielen Kindern zu wünschen!! Einen lieben Gruß! Martina

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    2. Da "verrate" ich mal was: ich bin schon seit 11 Jahren Vater ;-)
      Den Funken merkt man, offensichtlich kann er aber gut Fußball spielen. :D

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    3. Na schau mal an, ein kleiner Freigeist, der in Papas Fußstapfen tritt. Das ist schön!
      LG Martina

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  7. Liebe Martina,
    wieder einganz toller Anstoss. Wenn sich die Kleinen mit dem Thema
    befassen, erzählen sie es uns ganz von allein.
    Liebe Grüße
    Irmi

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    1. Genau so ist es - aber bis dahin haben wir schon 100 x gefragt!
      Einen schönen Freitag wünscht dir
      Martina

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