Mittwoch, 21. Mai 2014

Eine Storchengeschichte

Erinnert ihr euch an die liebe Christel?! Sie hat uns die wundervollen Ostereier gezeigt und die 'Amselgeschichte' zur Verfügung gestellt, die sie für ihre Enkelin geschrieben hatte. Da sie kein eigenes Blog hat, werde ich hin und wieder eine ihrer Geschichten veröffentlichen. Die heutige von ihr verfasste Erinnerungsgeschichte passt so wunderbar zu der Frage, die Kathrin gestern eigentlich ihrer Oma stellen wollte. Deshalb habe ich den heutigen Tag für die Veröffentlichung gewählt. 
Und hier kommt sie, die Storchengeschichte:


Etwa 1952 - ich war mal gerade ca. 5 Jahre alt - wurde uns Kindern noch erzählt, dass die Babys vom Storch gebracht werden. Zuerst musste man ein Stückchen Zucker draußen auf die Fensterbank legen.  Nach einer geraumen Zeit kam dann der Storch, hielt ein Tuch mit einem Baby im Schnabel, und flog zu den Leuten, die mit dem Zuckerstückchen den Wunsch nach einem Baby gezeigt hatten. Das Fenster war geöffnet, die Mutter lag im Bett, der Storch legte sein Tuch mit Baby ab und biss die Mutter fix ins Bein und flog wieder davon ----

Mit meinen fünf Jahren hatte ich auch so meine Wünsche
nach einem besonderen Spielzeug, nach einem Bilderbuch usw. und so war mein größter Wunsch ein Roller, später dann sehnsüchtig ein Paar Rollschuhe ......

Und wenn ich dann meine Mutter "nervte": ach bitte, bitte ich möchte so gerne ein ... haben, erwiderte sie immer wieder: Ja, da hättest Du besser aufpassen müssen, bei welcher Familie Dich der Storch abgibt
.

Im Nachbarhaus wohnte der Lebensmittelhändler Schneider mit seinem großen Laden - Seine Tochter Ursel war genauso alt wie ich. In seinem Garten stand zwischen schönen Bäumen, Blumen und Rasen eine Schaukel, ein Sandkasten und Ursel besaß einen Roller und später auch Rollschuhe.

Störche konnte man zu dieser Zeit noch viel häufiger fliegen sehen als heute - und jedes Mal, wenn ich einen am Himmel entdeckte, dachte ich: "Du blöder Storch, warum bist Du nicht ein Haus weiter geflogen."


Mit einem Lächeln denke ich noch heute daran, wenn ich einen Storch sehe .....
.......



Kommentare:

  1. Eine süße Geschichte, liebe Martina!
    Wie lieb, daß Du sie für Christel hier zeigst :O) Liebe Grüße unbekannterweise :O)
    Ich wünsche Dir einen schönen, sonnigen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Christel wird deinen Kommentar sicher lesen.
      Ich wünsch dir auch alles Liebe! Martina

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  2. Libe Martina,
    das sind herzerfrischende Geschichten.
    Ja, ich finde es auch toll, dass Christel hier
    zu Wort kommen darf.
    Einen schönen Nachmittag wünscht Dir
    Irmi

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    1. Das finde ich auch - mich hat man übrigens aus einem Teich gefischt.
      Mich hat der Storch nicht gebracht! LG Martina

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  3. Liebe Martina,
    diese Geschichten sind mir auch sehr bekannt, konnte aber nie verstehen,
    warum der Storch die Mamas ins Bein gebissen hat?,
    könnte er die Kinder doch einfach so ablegen.
    Danke, dass du die Geschichte von Christel veröffentlicht hast.
    Und du, warst du etwa zu schwer,
    dass er dich in den Teich hat fallen lassen?
    Wenn man die Wolken so vorbeizischen sieht, kann man erkennen,
    wie schnell der Klapperstorch unterwegs ist.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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    1. Nein, nein, der Storch hat mich nicht in den Teich fallen lassen, weil ich zu schwer war ;-) - er war gar nicht im Spiel! In unserer Nähe war ein etwas größerer Teich, als ich noch ein Kind war. Dort fuhren wir oft lang, wenn wir in die nächst größere Stadt wollten und jedes Mal erzählte mir mein Vater: Schau, dort aus dem Teich haben wir dich gefischt - und dann lachte er darüber!
      Weshalb der Storch in das Bein beißt, ist mir ehrlich gesagt auch völlig schleierhaft! Alles Liebe! Martina

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  4. Daran erinnere ich mich auch, als meine kleine Schwester unterwegs war, redete man mir ein ein Stück Zucker an das geöffnete Fenster zu legen. Wie wütend war ich am nächsten Tag, als das Fenster zu und der Zucker verschwunden war.
    Ich beschuldigte meine große Schwester, es genommen zu haben.
    Liebe Grüße Lore

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    1. Unglaublich, was uns damals erzählt wurde. Heute werden die Kinder nicht mehr für dumm verkauft! LG Martina

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