Donnerstag, 22. Mai 2014

Konflikte

Es gibt da einen Konflikt in meinem Leben, der wurde mir schon mit in die Wiege gelegt. So lange ich denken kann, begleitet er mich – und ich habe ihn noch immer nicht lösen können.
Konflikte – schon als Kind kennt man sie. Unsere Enkeltöchter kennen zum Beispiel den Trennungs-konflikt. Die Angst, dass die Mama sie allein lässt und nicht wieder aus dem Kindergarten abholt, zum Beispiel. Bei unserer ‚Großen’ hat sich der Konflikt schneller gelöst. Unsere ‚Kleine’ weint immer noch, wenn die Mama sich verabschiedet, dabei geht sie schon über ein Jahr lang dort hin.  Für unsere Tochter hat die Sache natürlich auch Konfliktpotential, denn es fällt ihr schwer, zu gehen, wenn die Kleine weint.
Manchmal glaube ich, ich bin der einzige Mensch auf der Welt, der soooo einen schwierigen Konflikt zu lösen hat, denn bei anderen, die durchaus auch ihre Konflikte haben, sehe ich schnell einen Lösungsansatz. Also kann es für sie ja auch gar nicht so schwierig sein. Klar, dass ist ein Scherz, die Konflikte anderer sind oft sogar noch größer, doch ehrlich: bei ihnen sehe ich viel schneller eine Lösung. Warum ist das so? Weil ich emotional nicht eingebunden bin und weil nicht  i c h  es bin, die den ersten Schritt zu einer Veränderung tun müsste, sondern eben die andere Person.
Wenn ich nun positiv an die Sache herangehe, dann sehe ich, dass ich meinen Konflikt zumindest schon einmal erkannt habe. Das ist doch schon mal ein guter Ansatz. Und nun? Ich könnte wieder genau so an die Lösung des Konfliktes herangehen wie immer und hoffen, dass er sich diesmal dadurch lösen lässt. Doch wieso sollte es anders kommen, wenn ich wieder die ausgetretenen, mir schon bekannten Wege, gehe.
Bei anderen fällt es mir leichter, die Lösung zu sehen, weil ich sie ‚von außen’ betrachte. Vielleicht sollte ich einmal einen Schritt – oder zwei – zurücktreten, sozusagen Abstand von meinem Konflikt nehmen und ihn von außen und mit anderen Augen betrachten. In jedem Fall muss eine andere Lösung her, als die bisherige, denn deren Ausgang kenne ich ja schon.

Doch einen Haken gibt es immer noch: Ich müsste es tun!!!!


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Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    ich war heute lange hier und habe alles nachgelesen. Tolle Postings.
    Das mit dem Konflikte lösen hast du klar erkannt. Wenn es uns nicht
    selbst betrifft, ist es viel leichter, Lösungsansätze zu geben.
    Packen wir es an: Lösen wir unsere Konflikte.
    Einen schönen Nachmittag wünscht Dir
    Irmi

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    1. Ich versuche es, Irmi, doch so einfach und schnell, wie ich es gerne hätte, lassen sie sich einfach nicht lösen. Aber das weißt du genau so gut, wie ich - Lebenserfahrung!!
      LG Martina

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  2. Liebe Martina,
    genau so geht es mir auch. Man muss die Sache aus anderer Perspektive betrachten, dann schaut manches anders aus, aber das ist halt nicht so einfach. Beim Ausmisten ist es genauso, Jemand anderes würde es einfach in die Tonne geben und ich denke erstmal drüber nach....
    LG
    Manu

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    1. Ich glaube, dass ist nicht der schlechteste Weg, über Dinge nachzudenken :-)!
      Einen schönen Abend - nun kann man auch wieder durchatmen! LG Martina

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  3. Ich sehe das so: Kleine Konflikte können wir ausstehen und auf lange Sicht zwangslösen oder auch nicht. Größere Konflikte - also wirklich ganz schlimme - werden bei Nichtlösung erzwungen gelöst. Das Beispiel Trennungskonflikt war gut gewählt. Gehen wir mal davon aus, dass es einer nicht auf Zeit, sondern für "immer" ist. Lösen wir es nicht, werden wir daran zerbrechen. Damit das nicht passiert, könnten andere Dinge passieren, die uns zwangsweise unsere Lage aus anderer Perspektive betrachten lassen. Ist jetzt alles etwas verschwommen erklärt, aber ich hab das Thema seit längerer Zeit auf meiner "To-Do-Liste" unter dem Punkt "Meine Seele auf Abwegen und ein Traum des Todes".
    Aber eines ist klar, man kann es trainieren, das ist ganz einfach, aber keine gute Entscheidung. Ich muss dann meist lachen, was das Gegenüber nicht witzig findet. ;-)

    Kleines OT: Mein Buch sollte am WE aufschlagen. Das Programm des Verlag hat die "Bestellung" falsch aufgefasst und alle Bücher auf Lager gelegt statt einen Teil mir zu liefern. Ich habe das nicht mitbekommen, weil im Mai Lieferung ohne Versandkosten angesagt ist/war. Die waren ergo nicht auf der Rechnung aufgeführt. Mit was man sich alles herumschlagen muss. Die arme wartenden Leser, naja sind nur 5 + die 3 Gewinner und die 3 Versprochenen.

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    1. Dass du schon darüber nachgedacht hast, war mir klar, lieber Alex, und ich war schon ganz gespannt auf deinen Kommentar. Ich freue mich schon jetzt über deinen angekündigten Post. In jedem Fall werde ich ihn studieren! Alles nicht so einfach mit den Konflikten, doch wir sind ja hier, um zu lernen - aber dazu hast du dir sicher auch schon deine Gedanken gemacht, nicht wahr!! Gibt es schon einen Post, den ich verpasst haben könnte? - dann schreib es mir bitte!
      Ärgere dich nicht wegen der Probleme i. S. Buch. Du weißt doch:
      Alles geschieht, weil es geschehen muss! Bis dann! Martina

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    2. Der ist schon lange angekündigt, ich hadere nur, weil er persönlich werden muss/wird. Er ist überfällig seit Anbeginn des Bloggens. Und eigentlich wollte ich ihn zuerst in einer Gruppe auf blog.de veröffentlichen (http://der-traum.blog.de/). In meinem Blog habe ich nur ein einziges Mal das Wort "Konflikt" benutzt, aber der Post ist sehr verwegen.
      Ärgern tue ich mich nicht. Ich bin ja geduldig.

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    3. Die Spannung steigt!!! Ich kann ja nur für mich sprechen - aber vielleicht ja auch für die anderen Leser -: es würde mich (uns) schon sehr interessieren!! Ich/Wir warte(n) also auf deine Gedanken zu diesem Thema! LG Martina

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  4. Liebe Martina,
    bei meinem kleinen Enkel war das auch so, er wollte unbedingt in den Kindergarten, aber wenn meine Tochter gehen wollte, ist er in Tränen ausgebrochen.
    Ki Erzieherinnen haben gemeint, sie solle ihn einfach schreien lassen, er würde sich schon beruhigen, das kann meine Tochter aber nicht.
    So ist sie zu Anfang dann eine Std bei ihm geblieben und dann sind sie nach Hause,
    die Zeit wurde immer kürzer und er hat dann mal 1/2 Std alleine dort verbracht. (Sie blieb im Vorraum, dass er wußte die Mama ist in der Nähe)
    Er blieb dann immer länger alleine
    und jetzt bleibt er schon eine ganz Weile ohne Mama dort.
    Ich kann das nur empfehlen, denn probiert wurde die andere Lösung auch kurz, aber er weinte immer mehr, bis er fast blau anlief und wollte dann auch garnicht mehr hin.
    Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte und die Kleine bald nicht mehr weint.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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    1. Ich danke dir sehr für deine mitfühlenden Worte. Du kennst die Situation gut und kannst dich deshalb so gut in sie hineinversetzen. Allerdings ist es bei uns nicht ganz so arg, denn die Kleine hört schnell auf zu weinen, nachdem meine Tochter gegangen ist und spielt dann mit den anderen. Es ist immer nur der Moment des Abschieds, der ihr schwer fällt. Zu Hause ist sie noch ganz munter und geht freudestrahlend los und nach dem Abschied ist es dann auch recht schnell wieder gut. Also nicht so schlimm, wie bei deinem Enkel. Ich denke, es ist eine wertvolle Erfahrung für den Kleinen, dass seine Mutter seinen Schmerz ernst nimmt und er weiß, dass er sich in jeder Situation auf sie verlassen kann. LG Martina

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    2. Oh, da bin ich aber froh, mir geht es auch immer ganz nah,
      wenn andere Kinder so sehr weinen,
      wir erklären ihm jetzt immer, dass Mama bald wieder arbeiten muß und er zu der Gruppe,
      wo sein großer Bruder ist gehen darf, wenn er das möchte
      und er ist mit seinen 2,5 Jahren schon so Selbständig, geht alleine auf´s Klo...
      das machen andere Kinder mit 4 Jahren noch nicht.
      Die Leiterin meinte, dass er schon bald zu den Größeren kann,
      weil ihn die "Kleinen" so langweilen.
      Liebe Grüße
      Nähoma

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    3. Wie gut, dass man das im Kindergarten erkannt hat, dass er eher zu den 'Großen' gehört. Das ist doch schön - und den Trennungskonflikt wird er bestimmt bald lösen! Er weiß ja, dass er sich auf seine Mama verlassen kann! Alles Liebe! Martina

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