Freitag, 18. Juli 2014

Getreideernte

Es kommt des Öfteren vor, dass ich an meinen Opa denke. Wir wohnten alle zusammen in dem Haus, in dem ich nun heute die Oma bin. 
Mein Opa war ein kluger Mann, doch als ältestes Kind – 9 folgten noch – musste er früh arbeiten gehen und die Eltern finanziell unterstützen. Es war ihm nicht möglich, zu studieren, oder zunächst weiter eine Schule zu besuchen. Aber das wollte ich gar nicht erzählen. 
Ich dachte gestern an ihn, als ich das Treiben auf dem Feld nebenan sah. Dort wurde das Getreide gemäht. Mein Opa erzählte uns Kindern früher davon, wie schwer die Feldarbeit gewesen war. Alle, vom Kleinsten bis zum Größten, halfen bei der Ernte mit. Zum Trinken gab es Brunnenwasser – da hinein wurde Schwarzbrot gekrümelt. Die Kinder und Frauen mussten die Gaben hochbinden – und dies in ziemlich langen dunklen Kleidern und mit Holzschuhen an den Füßen. 
Gestern fuhren gleich zwei Mähdrescher (und die gibt es ja auch noch in viiieeel größer) über das Feld. In kürzester Zeit war die Sache erledigt. Wahnsinn, wie rasant sich die Welt verändert.



Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Martina,
    ja, rasant, das ist das richtige Wort .........wenn ich diese Riesen auf den Feldern sehe, da sehne ich mich nach der guten alten Zeit , wo die "kleinen" Trecker noch fuhren, wo man als Kind nebenherlaufen konnte, oder hinterher mit den kleinen Strohballen Iglus bauen konnte ....oder noch früher, wo das Getreide mit der Sense geschnitten wurde ...es war sehr harte Arbeit, aber auch wesentlich gemütlicher ....
    Ich wünsch Dir einen guten Start in ein wunderschönes und sonniges Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Es war früher komplett anders, als es heute ist. Doch für die Menschen der damaligen Zeit war es so und alle waren damit zufrieden. Wir Kinder hatten es besonders schön auf dem Land, dem kann ich nur zustimmen. Eine Zeit, an die ich mich gerne erinnere. Alles Liebe für dich und behalte einen kühlen Kopf! Martina

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  2. Liebe Martine,
    als Stadtkind habe ich nicht sehr viel mit der Bauernarbeit zu tun.
    Aber ich bewundere trotz moderner Technik diesen Berufsstand, denn da gibt es kein geregeltes Wochenende, wenn die Arbeit getan werden muss, ist es egal, ob Feiertag oder Sonntag, die Arbeit ist wichtiger !
    An was ich mich erinnere ist, dass meine Mutter erzählte, sie liefen als junge Mädchen oft zig Kilometer aufs Land zum Kartoffel ausbuddeln, das durfte man damals, als die Felder offiziell abgeerntet waren. Heute geht man in den Supermarkt, ist halt doch praktischer ;-)
    Ein sonniges und schönes Wochenende wünscht dir
    Jutta

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    1. Einen Bauernhof haben und hatten wir - Gott sei Dank, möchte ich sagen - nie, denn es ist dort, wie du es beschreibst. Die Tiere müssen versorgt werden, egal, wie man sich fühlt oder ob Wochenende ist. Doch zu Zeiten meiner Großeltern hatte jeder zu seinem Garten noch ein Stück Acker gepachtet und das musste bewirtschaftet werden. Man ging damals halt nicht - so wie heute - in den Supermarkt, sondern man baute alles selbst an. Anders war es - aber schön" LG Martina

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  3. Hallo Martina,
    es ist auch interessant, warum sich das alles so entwickelt hat. Heute gibt es nicht mehr so viele Hände, die auf dem Hof mitarbeiten. Oft wird Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben. Meist kann sich ein Bauer alleine solche Maschinen nicht mehr leisten, woraus der Maschinenring in Bayern entstand.
    Tja, das Leben steht nicht still, zu keiner Zeit und passt sich an.

    Lieben Gruß
    Beate

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    1. Du hast absolut recht, heute fehlen die helfenden Hände. In unserem Dorf gab es früher unzählige kleine Bauern. Die meisten von ihnen haben ihre Felder heute verpachtet - es gibt nur noch drei Großbauern, die auch davon leben können. Die Mäharbeiten übernimmt auch hier ein Lohnunternehmen. 'Zeit' bringt Wandel mit sich. Das ist wohl so. Danke für den Kommentar und liebe Grüße nach Schweden! Martina

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  4. Hallo Martina,
    da hast Du wohl recht. Wie es wohl in 40 Jahren sein wird? Hoffentlich gibt es dann auch noch Bauern die sich um die Felder kümmern und nicht lauter Einfuhrprodukte aus ....
    LG
    Manu

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    1. Und hoffentlich gibt es dann noch Getreide, das nicht überdüngt, anderswie vergiftet oder genmanipuliert ist! LG Martina

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  5. Liebe Martina,
    ich kenne die Zeit auch noch, als Kinder mußten wir auch auf dem Feld mithelfen,
    meist auch noch bei anderen Leuten,
    da wir selbst nicht so viele Äcker hatten, dafür bekamen wir dann Kartoffeln, oder Getreide.
    Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass es heute solche Maschinen gibt,
    denn ich bin öfters mal in der großen Hitze, bei so schwerer Arbeit, umgefallen.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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    1. In meinen Kindertagen hatten wir kein Feld mehr gepachtet, nur den eigenen Garten. Doch dort bin ich auch einmal umgefallen, bei der Kartoffelernte. Danach musste ich nie mehr helfen. Das fand ich cool. Du hast recht, heute haben es die Bauern in dieser Hinsicht viel besser, als früher. Ein Bekannter von uns ist ein Großbauer. Ich staune immer, wenn er von den vielen Formularen erzählt, die er ausfüllen muss. Manchmal denke ich, jetzt braucht auch schon ein ganz normaler Landwirt bald das Abitur. Bis dann! Martina

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  6. Ich liebe Blogposts, die kurz und knapp sind, dagegen die Antworten sich überhäufen, vor allem allesamts nickend zustimmen.
    Die beschriebene Zeit kenne ich selbstverständlich nur von Erzählungen und Bildern. ;-)
    Heute gibt es auf der anderen Seite schöne Projekte, die jungen und älteren Familien - oder allgemein Menschen - diese Form der eigenen Erwirtschaftung von Nahrungsmitteln näherbringen. Hier wäre z. B. mal so ein regionales Konzept, dass ich sogar persönlich kenne: http://erlebnis-ernte.de/Flyer100dpi.PDF

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    1. Das Projekt werde ich mir gleich einmal ansehen. Ich glaube, in unserer Gegend gibt es das nicht. Wir sind aber auch noch nah dran an der Landwirtschaft. Die Kinder bekommen die Bewirtschaftung hautnah mit. Es ist sehr wichtig, dass man ihnen die Natur und natürliche Abläufe erklärt. Einen lieben Gruß von Haus zu Haus! Martina

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