Sonntag, 31. August 2014

‚Hier kann ein blindes Pferd …

… keinen Schaden mehr anrichten’, wäre der liebevoll gemeinte Ausspruch eines Freundes von uns gewesen, wenn er gestern Morgen in meine Küche geschaut hätte. :-)
Freitagabend kam mein Mann mit einem Eimer voll mit leckeren Zwetschgen an und wünschte sich einen Zwetschgenkuchen. Doch es waren so viele, dass es auch noch für Marmelade reichte. Kurz entschlossen habe ich das Obst gesäubert, entsteint, gekocht und in Gläser gefüllt und dann die Küche so verlassen, wie sie aussah, denn es war schon spät geworden und ich hatte keine Lust mehr, aufzuräumen. Samstagmorgen kamen unsere Tochter und die Kinder zum Frühstücken hoch, da ihr Mann arbeiten musste und sie dann auch. 
Als ich später die Küche betrat, habe ich zuerst einmal tief durchgeatmet und dann einfach angefangen aufzuräumen. Ohne zu überlegen nahm ich eine Sache nach der anderen und räumte sie weg, bis alles wieder an seinem Platz war oder in der Spülmaschine und die Küche sauber. Jetzt fragt ihr euch, weshalb erzählt sie uns das? Kennen wir doch alle!
Ich komme darauf, weil ich dachte: wenn ein solches Chaos in unserem Leben herrscht, dann müssten wir doch auch ‚einfach’ nur irgendwo mit dem Aufräumen beginnen. Nach und nach die Dinge wegräumen und so alles wieder in Ordnung bringen. Doch das Problem dabei ist: oft sehen wir die Dinge gar nicht, die weggeräumt werden müssten, – oder wir tun so, als ob wir sie nicht sähen. Wenn wir Ordnung in unser Leben bringen wollen, dann müssen wir die Augen öffnen für das, was in Unordnung geraten ist und dann nach und nach mit dem Aufräumen beginnen und zwar so lange, bis alles an seinem Platz ist – vor allen Dingen wir selbst. Wenn wir unseren Platz im Leben gefunden haben, dann herrscht Ordnung in uns und es geht uns gut. Warum zögern wir dann und beginnen nicht gleich mit den Aufräumungsarbeiten? Weil es manchmal schmerzlich wird und eben nicht so einfach ist, wie Schüsseln in die Schränke zurück zu stellen. Doch einfach die Augen vor dem Chaos zu verschließen, ist keine gute Lösung, denn wir werden immer wieder zu unseren Aufgaben hingeführt, so lange, bis wir sie erkannt und erledigt haben. Mit anderen Worten: es wird nicht einfacher, wenn wir die Augen verschließen und einfach abwarten. 

Kommentare:

  1. Hallo Martina,
    und manchmal denkt man einfach, daß es sooo viel ist und fängt deshalb erst gar nicht an. Wenn man aber dann mal dabei ist, geht es meistens sehr schnell!
    Heute muss nichts geordnet werden, weder im Haus noch sonst wo - einfach schön!
    LG
    Manu

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    1. Ist dass nicht schön, wenn man dass von sich und seinem Leben sagen kann:
      im Augenblick gibt es nichts aufzuräumen?! Danke für den Kommentar! Martina

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  2. ach dein Posting ist klasse.. es hat mal eine Kunsttherapeutin gesagt wenn chaos ist in einen dann räumen sie erts mal ihr äusseres auf und dann fühlen sie sich auch schon besser und dann gehts innen auch besser ran es auch so zu tun... das begleitet mich heute noch deswegen habe ich angefangen unter schmerzen und jammern (da machte ich es) ich redete drüber und räumte mein inneres Haus auf hinter jede Tür und riss es sogar ab und baute mir ein neues Haus!
    Huet kann ich sogar auch diesen Satz sagen wie gestern zu meinen Schatz ach ist das schön aufgeräumt ist alles muss nichts machen und lehnte mich zurück wohliges Gefühl und mit Stolz ( ob Innen oder Aussen gemeint)

    Lieben Gruss Elke

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    1. Schau mal, jetzt sind es schon zwei, die von sich sagen können, 'aufgeräumt' zu sein. Das freut mich für euch. Im großen und ganzen bin ich es auch, nur hin und wieder kommt im Äußeren und auch im Inneren ein bisschen was durcheinander!
      LG Martina

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  3. Liebe Martina,
    manchmal ist das nicht so einfach,
    sollte man tabula rasa machen,
    oder das Altbewährte behalten?
    Seeeehr schwierig für mich.
    Ich wünsche dir eine schöne, aufgeräumte Woche
    und ich mache mich morgen an meine Wäsche, die vom Urlaub in den Keller gewandert ist.
    Vielleicht schaffe ich es ja dann, auch im Inneren aufgeräumter zu sein.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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    1. Ja, da wünsch ich dir in doppeltem Sinne, bald alles aufgeräumt zu haben.
      Hattet ihr einen schönen und nicht zu nass-kalten Urlaub?
      Eine schöne neue Woche - in der es ja wärmer werden soll! Martina

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  4. Liebe Martina,
    manchmal hilft es vielleicht, wenn ANDERE Menschen sehen, wo man aufzuräumen beginnen sollte. Aber leider hören die Betroffenen da nicht gern zu. Wir kennen einen Mann, der seit vielen Jahren immer wieder den gleichen Fehler in seinen Liebes-Beziehungen macht und vermutlich eine Therapie bräuchte, um eine funktionierende Partnerschaft eingehen zu können. Stattdessen fängt er sich immer wieder etwas mit neuen Frauen an (auf den ersten Blick ist er ein "Frauentyp"), mit denen es so lange gut klappt, bis sie zu dem bestimmten Punkt kommen, der "the point of no return" und somit das Ende ist... Manche Männer wären vielleicht glücklich mit der Möglichkeit, immer wieder andere interessante Frauen zu verführen, aber dieser bestimmte Mann ist eigentlich kein Don Juan. Aber es wurde ihm bereits von UNS gesagt, es wurde ihm von manch einer "seiner" Frauen gesagt und trotzdem hat er zu viel Angst, an diesem speziellen Punkt anzusetzen... denn dort könnte es offenbar nach seiner Meinung SO RICHTIG wehtun...
    Da ist Küche aufräumen einfach leichter ;o))
    Einen schönen Start in den September wünsch ich dir,
    alles Liebe, Traude
    ჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓ

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    1. Das ist definitiv einfacher! Er hat Angst, dass es dann richtig weh tut, schreibst du. Dann gilt es wohl dort anzusetzen, denn meine Frage wäre: woher kommt diese Angst. Da muss es doch einen 'Fall' gegeben haben, der ihn diese Erfahrung hat machen lassen. Da müsste er wohl ansetzen. Aber es ist generell einfacher, die Probleme anderer zu sehen und zu lösen. Aber die Probleme anderer sind ja auch in der Regel eine Lappalie gegen die eigenen .... ;-) Danke für den Kommentar und LG Martina

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