Donnerstag, 2. Oktober 2014

Der 2. Oktober 1914 war ein Freitag.

-        Im Verlauf des sog. Wettlaufs zum Meer kommt es an der deutschen Westfront zur neuntägigen Schlacht von Arras. Dabei versucht die um sieben Kavalleriedivisionen verstärkte 6. deutsche Armee vergeblich, die französische Front zu umfassen.
-        Mahatma Gandhi wurde 45 Jahre alt.


Doch auch in meiner persönlichen Geschichte ist der 2. Oktober 2014 ein besonderer Tag, denn heute vor 100 Jahren wurde mein Vater geboren.

Die Zeit damals war mit der heutigen nicht zu vergleichen. Deutschland befand sich im Krieg, als mein Vater das Licht der Welt erblickte. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, denn er war einer von vielen, die in diesem Krieg an der Front fielen. Gut, dass seine Mutter damals noch nicht ahnte, dass auch ihr Junge in den Krieg ziehen musste und viele Jahre in russischer Gefangenschaft verbringen sollte, doch es geschah so.

Wir, die Generation, die bisher keinen Krieg auf deutschem Boden erlebt haben, können gar nicht dankbar genug dafür sein und es darf niemals wieder einen Krieg geben, der von deutschem Boden ausgeht.

Vielleicht denken wir jetzt: das haben wir nicht in der Hand. Wir können es nicht verhindern. Aber vielleicht können wir das doch.


Morgen, am 3. Oktober, denken wir an den Fall der Mauer. Sie steht nicht mehr zwischen uns, diese unmenschliche Mauer – vielleicht noch in dem einen oder anderen Kopf, aber real ist sie fort. Wieso ist sie nicht mehr da? Weil sich die Menschen zusammengetan haben. Weil sie diese Mauer mit ihrem Willen nach Freiheit eingerissen haben – nicht mit Gewalt und nicht mit Waffen, sondern mir ihrem Willen nach Freiheit. Die Politik kann sich nicht gegen den Willen eines ganzen Volkes stellen, das geht nicht. Aber: Wie uns unsere Geschichte lehrt, ist es einem einzigen Menschen möglich, so unbegreiflich es auch scheint, ein ganzes Volk auf seine Seite und in seinen Bann zu ziehen und für einen weiteren Krieg zu begeistern.  

Lassen wir, das deutsche Volk, es niemals wieder zu, dass dies einem Menschen gelingt!


Kommentare:

  1. "Weil sie diese Mauer mit ihrem Willen nach Freiheit eingerissen haben – nicht mit Gewalt und nicht mit Waffen, sondern mir ihrem Willen nach Freiheit." - Besser kann man es nicht ausdrücken ...
    Gruß vonner Grete

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  2. da nicke ich dir zu und und Grete.. niemals mehr ein Krieg und niemals die Freiheit aufgeben ohne Waffen und Gewalt mit Frieden im Herz jedes Mensch die zusmamen stehen es anfordern Frieden für unsere Freiheit!
    das hast du sehr treffend formerliert danke dir!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Hallo Martina,
    ja, da werden wir morgen daran denken und wie die ersten von Drüben zu uns kamen und erzählten. Zwei Welten begegneten sich und wurden eins. Und ich werde wieder an einen meiner Lieblingsfilme "Good bye Lenin" denken!
    Liebe Grüße
    Manu

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    1. Wir haben weit entfernte Verwandte in der Nähe von Dresden. Meine Schwester und ich waren erstmals 1972 dort und genau an dem Tag, als Genscher auf dem Balkon stand war Besuch von ihnen bei uns. Der Mann weinte und war einige Monate später das erste mal mit seinen beiden Söhnen in Westdeutschland. Gut, dass es so kam! LG Martina

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  4. Ich würde da gerne zustimmen und eigentlich bin ich ja ebensowenig ein Pesimist wie Realist. Aber komisch ist es irgendwie schon, dass Deutschland zwar nicht Krieg selbst spielt, dafür aber Waffen, Ausrüstung und Ausbildung jenen schenkt, die das machen. Und alle wissen es, aber niemand kann diesen Irrsinn stoppen. "Wind of Change" eben...

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    1. Das ist es, was ich an dir schätze: deine Gedanken gehen immer weiter und tiefer, als meine. Du hast natürlich recht. Die Waffenlieferungen sollten unbedingt eingestellt werden. Aber: die meisten aus dem 'Volk' interessiert es nicht. Es ist ihnen egal und da liegt der 'Hase im Pfeffer'. Wir - die Mehrheit von uns - nimmt es hin. Wären wir alle dagegen, gäbe es diese Lieferungen nicht, da bin ich ziemlich sicher. LG Martina

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  5. Ja ein denkwürdiger Tag !!
    und solange es keinen von uns persönlich betrifft, lassen wir die Augen geschlossen vor den Waffenlieferungen und den falschen Versprechungen.
    Mein Papa war auch in Russland Gefangener und dennoch hat er immer wieder von den Menschen dort erzählt wie hilfsbereit sie waren, auch sie waren Opfer des Krieges und der Politik ;-( Stell dir vor, vielleicht hatten sich unsere Väter sogar kennengelernt ?!
    Liebe Martina, wie war euer Geschwistertreffen ?
    ich hab an dich gedacht ;o)

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    1. Es könnte wirklich sein, dass sich die Wege unserer Väter gekreuzt haben, denn unsere tun es ja jetzt auch wieder. Unser Treffen war wirklich gut. Meine Nichte hat uns nach dem Essen 'Cocktails' gemixt, die richtig lecker waren und wir haben viel von früher gesprochen. Unsere jüngste Enkeltochter, sie ist 4 1/2, hat den ganzen Abend über Geburtstagslieder gesungen, obwohl wir gar nicht von einer Geburtstagsfeier gesprochen hatten. Sie hat es wohl auch gespürt, um was es ging. LG Martina

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    2. Oh das finde ich seeeehr schön !!
      Liebe Martina, ich dachte eben noch, hoffentlich wirken meine Kommentare (manchmal) nicht etwas "bissig" ( weiß jetzt grad kein anderes Wort ) ;-/
      Dies wäre nämlich ganz und gar nicht in meiner Absicht !!!! Ich finde es wertvoll auch ernstere Themen anzusprechen und ( für mich ) wichtig die eigene Meinung zu vertreten und auch ab und an zu überdenken.
      Liebe Grüßle von mir ;o)

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    3. Nein, das habe ich noch nie so empfunden. Aber mir geht es ähnlich. Wenn man einen Kommentar schreibst ist das anders, als wenn man sich gegenübersteht und die Mimik des anderen sieht. Sie wirkt es immer so hölzern. Da hilft der gute alte Smiley manchmal, den wir setzen.
      Das man zum einen eine Meinung hat, finde ich auch wichtig. Aber genau, das was du schreibst, ist vielleicht noch wichtiger. Man kann sie ja auch mal überdenken, wenn man die Meinung von anderen hört. Danke, für deine viiiieeeelen und netten Kommentare! Ganz ohne Smiley und ehrlich gemeint! Martina

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