Sonntag, 19. Oktober 2014

Kürzlich stand er mal wieder vor der Tür,

der Staubsaugervertreter. Er fragte freundlich, ob mit meinem Staubsauger alles okay sei, oder ob er ihn sich einmal anschauen solle. ‚Alles in Ordnung’, sagte ich, ‚er funktioniert einwandfrei’. Hätte ich ihn hereingelassen, also den Mann, nicht den Staubsauger, dann wäre es nicht bei der Überprüfung des Gerätes geblieben. Lebenserfahrung nennt man das wohlJ!!!

Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich noch ganz jung verheiratet war. Damals habe ich seinen Kollegen noch herein gelassen und ihm, ohne ihm Hintergedanken zu unterstellen, meinen Staubsauger gezeigt. Und dann ging es los: 'Die Bürste müsste erneuert werden, die reinigt nicht mehr richtig und was nehmen sie denn da für Beutel, also das geht auch nicht, die müssen schon von uns bezogen werden, dann haben sie das beste Saugergebnis. Und apropos, ganz zufällig hat unsere Firma gerade jetzt etwas gaaaanz Neues auf den Markt gebracht. Darf ich ihnen das einmal vorführen.' Ich war total begeistert und er führte vor. Übrigens war meine Mutter auch anwesend, doch bis dahin hatte sie noch kein Wort gesagt. Dann führte er das Gerät vor und was zeigte er mir? Staub – überall. Auf dem Sofa und dem Teppich sowieso. Ich war entsetzt, es sah doch alles so sauber aus. Als meine Mutter merkte, dass ich geneigt war, dieses Gerät zu kaufen, weil der Mann es geschafft hatte, mich zu überzeugen oder sagen wir besser, zu überreden, sagte sie nur zwei Sätze: ‚Zeig mir den Staubsaugervertreter, der keinen Staub findet. Der hätte dann wohl seinen Beruf verfehlt.’ Dem ‚Profivertreter’ fiel das Frühstück fast aus dem Gesicht und ich dachte: ‚Nein, ich möchte dieses Gerät doch nicht haben, denn ich weiß genau, dass ich mich bald über diese sinnlose Anschaffung ärgere und darüber, dass ich f-a-s-t auf dich hereingefallen wäre!’

Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    das kommt mir sehr bekannt vor. Nicht nur mit Staubsaugervertretern, sondern auch mit Versicherungsagenten hatte ich Schlüsselerlebnisse, in denen ich lernen musste NEIN zu sagen. Viele Dinge werden einem so geschickt angepriesen, dass die Versuchung manchmal groß ist, nichts von dem, was ich mir aufschatzen lassen habe, habe ich wirklich gebraucht. Man lernt dazu!
    Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag dir
    Regina

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    1. Oh ja, man kann sich in jedem Fall auch 'überversichern'. Bei einer Bekannten von uns ist das so. Kommt jemand und schlägt ihr eine Versicherung vor, ist sie überzeugt, dass sie die unbedingt abschließen muss. Sie hatte auch immer noch eine Vollkaskoversicherung für ein Auto, dass sie bereits 12 Jahre lang fuhr! :-) LG und einen guten Start in eine neue Woche! Martina

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  2. Und es gibt Hundehalter, die fast gänzlich auf Staubsauger verzichten. Der richtige Besen ist mehr Gold wert als der beste Staubsauger. Dazu gehört eben aber auch der richtige Bodenbelag. Vielleicht gibt es ja eine heimliche Absprache zwischen Teppichboden- und Staubsaugerhersteller, man weiß es nicht ;-)
    Staub und so gesehen sowieso auch Staubkugel sind übrigens die natürliches Form der Welt, denn nicht anders ist wohl unsere Welt (Erde) entstanden, auf der wir hier leben. Die Verklumpung von Staub an Staub zu Kugelformen, um es mal ganz oberflächlich und abstrakt darzustellen.

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    1. Du nun wieder!!! Es ärgert mich ja schon ein bisschen, dass du nun wieder recht hast mit deiner Staub-und-so-entstand-die-Erde-Theorie! :-). Und die heimliche Absprache zwischen Staubsauger- und Teppichhersteller. Ich wette, da ist was dran! ;-) Einen guten Start in die neue Woche! Martina

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  3. und nochmal ich....
    Jetzt muss ich aber schmunzeln. Siehste, das Gute, wenn man am Ende der Straße in einer Sackgasse wohnt, ist, dass da kein Staubsaugervertreter, Eismann und wie sie alle heißen vorbei kommt. Hier ist es einsam!
    Aber meine Mutter hat mal so ein Teil gewonnen, das hat nicht so toll getan und wurde kurz daruaf auch wieder vom Markt genommen. Der nächste Staubsaugervertreter durfte dann herein kommen und als sie ihm das Gerät zeigte, ging der ganz schnell wieder und es kam nie wieder einer - und das ist nun über 20 Jahre her.
    LG
    Manu

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    1. Ich wohne auch am Ende der Straße - nur leider nicht in einer Sackgasse. Bei mir halten sie alle: der Eismann, der von der Versicherung, der mit den Staubsaugern ... aber ich habe daraus gelernt! LG Martina

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    2. na, dann ist ja wenigstens was los....

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  4. ....ich muss eben bei der Einleitung an Loriot denken. Da war doch auch der Sketch mit den Vertretern .... es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann .
    Ich liebe den Humor von Loriot und seine Sketche !
    Aber im Ernst, wie du schon schreibst, man/Frau gerät schon manches mal in Versuchung, wenn die Lobpreisungen sooo verführerisch und wichtig klingen. Ich war da auch mal seeeehr anfällig für und hab eigentlich durch meinen Mann gelernt, erst mal " eine Nacht drüber schlafen " oder mit anderen Worten, das Angebotene erst mal sacken lassen und, wenn nötig auch schriftlich überlegen, wie sinnvoll das Ganze ist.
    Schließlich sind wir ja lernfähig und die armen Vertreter zum Verkauf "getrillt"
    ;O) .....

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    1. Ich habe gerade so gelacht, weil mir diese Szene mit Loriot natürlich bekannt ist. Ja, so hat es sich bei uns wohl auch abgespielt - oder so ähnlich. Man muss sich einfach klar machen, dass die Vertreter wirklich nur etwas verkaufen wollen - also an sich und ihren Geldbeutel denken - und nicht an den Menschen, denen sie etwas aufschwatzen! LG Martina

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    2. Genau, gut kombiniert Watson ;O)

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