Sonntag, 5. Oktober 2014

Mehr Zeit oder doch nicht?

Kürzlich saß bei einer Geburtstagsfeier ein Mann neben mir, der einen 'tollen' Job hat und ich weiß, dass sein Verdienst im fünfstelligen Bereich liegt. Er wirkte sehr unruhig, kommt nie 'herunter' und steht im Dauerstress und damit ständig unter Strom. 
telefon-0042.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandWir unterhielten uns über dies und das, als seine Tochter das Handy herausholte, um zu schauen, ob sie eine Nachricht erhalten hat. ‚Ist das nicht ein Wahnsinn’, meinte er dann, ‚wir sind ein Vier-Personen-Haushalt und jeder von uns hat ein Handy. Einen Festnetzanschluss haben wir natürlich auch noch und jeder einen PC. Was das allein im Monat für Kosten sind’. Obwohl er soviel verdient, macht er sich darüber Gedanken, und das hat mir imponiert. Dann sagte er noch: ‚Ist das nicht überhaupt komisch, es gibt so viele Dinge am Arbeitsplatz, die uns eigentlich die Arbeit erleichtern sollen und da müsste doch mehr Zeit übrig bleiben, doch das Gegenteil ist der Fall, Stress tagein und tagaus.’ 
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Ich erzählte dann, dass ich mir darüber auch schon immer so meine Gedanken gemacht habe. Als ich meine Bürotätigkeit erlernte, gab es noch die mechanischen Schreibmaschinen. Brauchte man drei Exemplare, hatte man mittels des Kohlepapiers die Möglichkeit noch zwei Durchschläge zu erstellen. Brauchte man noch mehr 'Durchschriften', musste man eine ‚Matritze’ (oder 'Matrize?!,) schreiben. Dort erschien das Geschriebene auf der Rückseite in Spiegelschrift und mittels eines Vervielfältigungsgerätes konnte man dann mehrere Exemplare erstellen. (Das erste Gerät hatte noch eine Kurbel und musste mechanisch betrieben werden.) Das war sozusagen der Vorgänger des Kopierers. Später zog dann die elektrische Schreibmaschine in die Büros ein, anschließend der Kopierer; dann kamen der Fernschreiber, das Faxgerät und schließlich der PC. Durch jedes Gerät wurde die Arbeit erleichtert, oder sagen wir lieber, sollte sie erleichtert werden. Doch hat man wirklich weniger Stress und mehr Zeit zur Verfügung? Eindeutig: nein! Und das ist schon komisch, oder nicht?

Kommentare:

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    1. Aber woran liegt es nur? Ich war in einer Behörde beschäftigt. Immer versprach man, die Bürokratie abzubauen, doch genau das Gegenteil kam dabei heraus. Warum ist das so? Jeder sieht die Problematik, aber damit hört es dann auch schon auf! LG Martina

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  2. Das liegt am erhöhtem Arbeitsaufwand. Die Gesetze und Vorschriften werden immer umfangreicher, während man gleichzeitig Personal abbaut, um die Kosten zu senken. Man könnte mit "Bürokratieabbau" vieles vereinfachen und auch mehr Personal einstellen. Die Ausrede: "Es gibt keine Fachkräfte". Wen wunderts, wenn man keine ausbildet.
    LG Elke

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    1. Ja, der Abbau der Bürokratie würde wirklich einiges vereinfachen. Du hast recht, es werden viele Stellen abgebaut - und damit wohl an der falschen Stelle und auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung gespart. LG Martina

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  3. Ja, was soll ich sagen. Hab mir da auch schon viele Gedanken gemacht und finde der Mensch macht es sich selbst schwer !!
    Er packt aus dem Gefühl heraus IMMER und überall erreichbar und präsent sein zu müssen, soooo viele zeitsparende und vermeindlich wichtige Geräte mit ins Boot, dass jegliche freie Zeit davon vereinnahmt wird.
    Die wenigsten können noch Ruhe und (Zu)frieden(heit) finden,
    hab da mal von Anselm Grün einen sehr passenden Text gefunden:
    Wenn ich sitze,sitze ich
    wenn ich stehe,stehe ich
    wenn ich laufe,laufe ich
    ... wenn ihr sitzt,steht ihr schon,
    und wenn ihr steht,lauft ihr schon,
    und wenn ihr lauft,seid ihr eigentlich schon am Ziel
    Für mich seeeehr beeindruckende Zeilen ;o)

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    1. Text ist nicht von Anselm Grün !! Hab ich etwas missverständlich geschrieben. Er stand in einem Gespräch mit ihm und der Verfasser ist bis heute unbekannt, kommt aber wohl aus dem Buddhismus (den ich sehr mag) ;o)

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    2. Ich kenne den Spruch und auch Gedanken von Anselm Grün. Beides spricht mich an. Ja, es ist so, wir sind in Gedanken nicht dort, wo wir gerade sind. Genau das trifft es.
      Zum Buddhismus: Es gibt sehr viele Weisheiten, die ich sehr schätze. Eine eher 'friedliche' Religion. Doch Buddha lebte weit vor Christus. Ich will nicht sagen, er hat das 'aufgehoben', was Buddha gesagt hat. Das wäre falsch. Aber er hat uns etwas Neues gebracht und deshalb denke ich, diese Religion gehört eher zu uns, als der Buddhismus. Er ist dort in der 'östlichen Welt' richtig, aber nicht unbedingt hier bei uns. Wir wurden als 'Christen' geboren und deshalb fühle ich mich auch Christus näher, als Buddha. Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden. LG Martina

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    3. Du Liebe, das stimmt natürlich was du schreibst. Und als Christ zu leben und an Christus zu glauben ist auch sehr gut ( ich zähle mich auch dazu ). Es macht mich nur traurig was "die Kirche" daraus gemacht hat. Da tauchen mir doch seeeehr viele menschengemachte Gesetze auf, die ich nicht unbedingt mehr mit meinem christlichen Glauben vertreten und annehmen kann.

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