Freitag, 28. November 2014

Der Rattenfänger von Hameln“ – rätselhaft und legendär


Wo die Weser sich durch wohlige Hügel schlängelt und sich liebreizende Märchen wie Perlen an einer Kette entlang ihres Ufers reihen, da trug sich im Jahre 1284 ein erschütterndes Ereignis zu. Eine Geschichte um Betrug und Rache, deren Ende fast unerträglich scheint. Kein Happy End, kein Wohlgefühl, wenn die letzten Zeilen der Überlieferung gelesen sind; es bleibt nur das „Unerklärliche“ der Rattenfängersage von Hameln.

Nicht die Rattenplage, sondern das spurlose Verschwinden von 130 Kindern ist die Tragik der jahrhundertealten Geschichte. Vom Rattenfänger verführt, sind Kinder die Opfer – unschuldig und naiv. Und mittendrin der Rattenfänger, der zunächst nur seine Arbeit tat. Das pelzige Ungeziefer, das aus allen Ecken, Winkeln und Gassen hervor kroch, die widerwärtigen Nager, die selbst am hellen Tag auf Tischen und Bänken herum sprangen - davon sollte er Hameln befreien.

Geheimnis, Magie und Verführung

Und Bunting, so soll er wegen seines bunten Gewandes geheißen haben, zückte alsbald sein Pfeifchen und die Ratten folgten demütig seinem verführerischen Flötenspiel. Da, wo heute die Ausflugsschiffe Hameln anlaufen, sollen sie untergegangen sein. Quiekend und glucksend verschwanden sie angeblich zuhauf in den Wellen der Weser auf Nimmerwiedersehen.

Die Stadtherren selbst besiegelten durch ihren Geiz und ihre Gier das mysteriöse Ende der Geschichte. Nichts ahnend verweigerte Hameln dem Pfeifer den gerechten Lohn und jagte ihn sogar aus der Stadt. Um Gerechtigkeit betrogen, kehrte der Rattenfänger am 26. Juni 1284 nach Hameln zurück. Seine Rache war bitter: Er raubte der Stadt ihre Zukunft - ihre Kinder. Mit seinem faszinierenden Flötenspiel lockte er Mädchen und Knaben aus Hameln. Durch Wiesen und Wälder ohne Angst, verführt von seinen lieblichen Flötentönen, gingen sie mit ihm ins Gebirge, verschwanden in einem Berg nahe Hameln und waren nie mehr gesehen. 

Zwei Kinder sollen sich verspätet und zurückgekommen sein, wovon aber das eine blind, das andere stumm gewesen sei, so dass das Blinde den Ort nicht zeigen konnte, aber wohl erzählen, wie sie dem Spielmann gefolgt wären; das Stumme zwar den Ort gesehen hätte, obgleich es aber nur andeuten konnte, was es gesehen hatte.

Niemand weiß genau, ob es sich wirklich so zugetragen hat oder ob es nur aus der Feder eines findigen Schreiberlings oder aus den Mündern geschwätziger Bürger stammt. Was bleibt ist die Magie, der Zauber der jeher auf Hameln liegt. Die uralte Sage macht Hameln einzigartig auf der Deutschen Märchenstraße. Denn die Geschichte vom Rattenfänger ist kein nettes, buntes Märchen, sondern eine düstere Erzählung um Lügen und Rache ganz ohne Happy End.

Dieses Mysterium hat die Stadt in der ganzen Welt berühmt gemacht. Selbst in Asien und in Amerika kennen sie den Rattenfänger. Rund 725 Jahre ist es her, dass der Pfeifer die Flöte ansetzte, aufspielte und die Kinder die Stadt verließen. Beinahe genauso lang ranken sich Erklärungs- und Aufklärungsversuche um die Rattenfängersage. Warum und wohin die Kinder gegangen sind, können selbst Wissenschaftler nicht sagen. War es nur eine Auswanderung, spielte die Pest eine Rolle oder war es gar ein Kinderkreuzzug? Für welche Version man sich auch entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Die Spur der Kinder verliert sich bisher im Dickicht der Geschichte.

Quelle: hameln.de

Kommentare:

  1. Das ist ein Märchen das immer wieder aufflammt und erzählt oder verfilmt wurde,ich finds immer wieder beeindruckend die Magie ist gross und die Fantasie wird angeregt doch was wirklich passierte es gibt ja kein Ende doch kenn ich es von früher wie wenn es eins gab meinte ich oder dachte ich es nur.. keine Ahnung mehr. Hameln kann sich freuen für die vielen Besucher!
    Schönen Freitag wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hameln liegt von meinem Wohnort nicht ganz so weit entfernt und du hast recht, sie profitieren natürlich durch die Besucher. Das Mystische an der Sache ist, dass man nicht genau weiß, ob es ein Märchen oder eine wahre Begebenheit ist. Ein schönes Wochenende! Martina

      Löschen
  2. Hallo Martina,
    das gehörte definitv nicht zu meinen Lieblingsmärchen und ich glaube meinen Kindern habe ich es nie erzählt.
    LG
    Manu
    P.S:: Das Märchen von Eisernen Heinrich fand ich übrigens auch ganz grausam!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Als Kind habe ich Märchen 'verschlungen' und dann hatte ich Alpträume. Heute wundert mich das nicht mehr. Die meisten Märchen sind wirklich grausam. Vielleicht will man dadurch die Kinder darauf vorbereiten, was sie in dieser Welt erwartet.
      LG Martina

      Löschen
  3. Der Rattenfänger von Hameln, hatte ich irgendwie ganz vergessen und auch unseren Kindern nie erzählt. Muss sie mal fragen, ob sie was mit dem Titel anfangen können.
    Ich fand sie auch beängstigens, aber am aller meisten hat mir "Paulinchen allein zu Haus" und der Struwwelpeter Ängste bescheert ;-(
    Eigentlich sind ja auch alle Grimm`s Märchen mehr oder weniger heftig in ihrer Erzählung.
    Weißt du, welche Geschichten unsere Kinder am liebsten hatten und ich muss sagen, auch ich noch heute von ihnen faszieniert bin : JANOSCH TRAUMSTUNDE.
    Das kam ja mal eine zeitlang im Fernsehen, wir hatten (und haben) die Bücher davon und Kassetten. Kennst du Janosch Traumstunde mit dem kleinen Bär und den kleinen Tiger, dem Regenauto und Hannes Strohkopp, u. v. m. ?
    ;O) .....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wohne ganz in der Nähe von Hameln. Deshalb kam ich nicht daran vorbei. Als ich deine Zeilen las, hatte ich sofort das gelbe Buch mit der Stuwwelliese vor Augen. Auf der Vorderseite war sie zottelig und schmutzig und hinten süß und sauber.
      Paulinchen war allein zu Haus, die Eltern waren beide aus .... Und Minz und Maunz die Katzen, erhoben ihre Tatzen, sie drohten mit den Pfoten. Die Mutter hats verboten. Oh ja, kenn ich und natürlich auch den Hans guck in die Luft und den Zappelphilipp und wie sie alle heißen. Janosch Traumstunde allerdings kenne ich nicht. Unsere Tochter liebte 'Heidi' - gesungen oder auch als Film. Ich konnte es irgendwann nicht mehr ertragen. ;-) LG Martina

      Löschen
    2. Ich liebte als Kind "Paulinchen" und "das Mädchen mit den Schwefelhölzern" und ich hatte immer großen Respekt vor den Streichhölzern!
      Vielleicht sind grausame Märchen auch manchmal so was wie Erziehungsmethoden...
      LG
      Manu

      Löschen
    3. Dank der Paulinchen-Geschichte hatte ich auch allergrößten Respekt vor Streichhölzern. Aber genau das wollte man ja auch vermitteln. Insofern hast du mit deiner Erziehungsmethoden-Theorie sehr recht! LG Martina

      Löschen
    4. Ach ihr zwei Süßen,
      ihr hattet Respekt und ich Angst !! Feuer ist jetzt völlig okay, aber zum Friseur gehe ich noch nicht gerne *hihi*
      ;O)

      Löschen
    5. Wie? Dann siehst du also aus wie die Struwwelliese auf der Vorderseite? Gut, dass wir nur über das Internet Kontakt haben! ;-)! Und jetzt flugs wieder an die Arbeit. Dein Pinsel wartet - oder nein, deine Rolle!!!

      Löschen