Freitag, 28. Februar 2014

Warum sind Kinder oft so aggressiv?

Wir wohnen zusammen in einem Haus mit unserer Tochter und ihrem Mann. Außerdem gehören noch zwei Streithähne zur Familie – unsere Enkelkinder. Die beiden Mädchen geraten sich stets und ständig in die Haare. Da wird auch schon mal getreten oder geschupst.

Auch die Erzieherinnen der Kindergärten können ein Lied davon singen. Immer geraten irgendwo Kinder – oft handfest – aneinander. Dabei wird den Kindern dort beigebracht, dass man seine Bedürfnisse auf friedliche Weise äußern soll. Doch: Kleinen Kindern fehlen die Worte, um ihre Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen.

Babys schreien, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie schlagen der Mutter die Flasche aus der Hand, wenn sie keinen Hunger mehr haben. Sie schieben fremde Menschen, die ihnen zu nahe kommen, weg. All dies machen sie, um zu zeigen, was sie möchten, denn sie können es noch nicht mit Worten ausdrücken.

Eigentlich ist das Verhalten eines Zweijährigen, dem ein anderes Kind zu nahe kommt und von dem es vermutet, dass es sein Spielzeug haben möchte, auch nicht viel anders. Nur lauter und heftiger. Die Kinder äußern ihre Bedürfnisse und Wünsche oft mit vollem körperlichen Einsatz. 

Oder es wird das Bild eines anderen zerkritzelt, nur weil es von der Erzieherin mehr gelobt wurde oder man zerstört auf andere Weise das Werk des anderen. Ihre eigenen Werke sollen beachtet werden, sie wollen die Anerkennung der Erwachsenen und sind dabei oft nicht zimperlich.


Unterstützten wir unsere Kinder darin, ihren Wortschatz zu verbessern, um so ihre  Probleme zu lösen – anstatt dies verbal tun zu müssen. 


Eure Kinder sind nicht eure Kinder! 
Sie sind die Söhne und Töchter 
der Sehnsucht des Lebens nach Erfüllung. 
Khalil Gibran






Donnerstag, 27. Februar 2014

Multivitaminsaft


Ich sehe sehr gerne die Sendung 'Markt' im NRD. Am 24.2. gab es eine interessante Untersuchung bekannter Multivitaminsäfte. 

Wie viel Vitamin ist drin in diesen schönen Flaschen mit den noch schöneren Obstabbildungen auf den Etiketten?



Markt kann es viel besser erklären, als ich. Deshalb: 

Wer es nicht gesehen, aber Interesse daran hat: Hier ist der Link dazu!

Mittwoch, 26. Februar 2014

Im Märzen der Bauer, die Rösslein einspannt …

… nein, nicht im März, schon im Februar und auch keine Rösslein, sondern den Traktor. Gestern Morgen fuhr der erste Landwirt mit seinem Traktor über das Feld.
‚Der Boden braucht auch mal Ruhe’, sagte mein Opa immer, wenn es meinen Vater bei den ersten Sonnenstrahlen nicht mehr auf dem Sofa hielt und er am liebsten schon unseren kleinen Garten umgegraben hätte. Doch mein Opa bestand darauf: Der Boden muss auch mal zur Ruhe kommen, um sich zu regenerieren.
Diese Ruhe wird ihm heute kaum noch gegönnt. Klar, im Winter darf er für eine kurze Zeit ruhen, doch der Landwirt hat bereits den ersten Dünger aufgebracht – einen Kunstdünger, versteht sich!
Schon soll er wieder alles geben, der Boden: Mehr, mehr, mehr!
Ich weiß, die Landwirte haben es nicht einfach und bangen oftmals um ihre Existenz. Doch wenn sie sich die Grundlage für ihre Erträge nehmen, wenn sie den Boden weiterhin so schinden, dann werden sie bald richtige Probleme bekommen, denn sie sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Und dann haben nicht nur die Bauern ein noch viel größeres Problem, sondern wir alle! Eigentlich wäre doch ein großes Umdenken angebracht, oder nicht?

Na, wird sich wohl irgendwann mal irgendwer drum kümmern, was geht’s mich an!

Dienstag, 25. Februar 2014

Totlachen – geht das?

Ich erinnere mich an eine Geschichtsstunde, nach der ich ziemlich durcheinander war. Der Lehrer erzählte von einer Foltermethode, die im Mittelalter gang und gäbe war. Man schnallte einen Menschen, dem man eine Straftat vorwarf, auf eine Bank. Seine Fußsohlen rieb man mit Salz ein. Dann kam eine Ziege ins Spiel, um dieses Salz abzuschlecken. Das klang für uns Schüler zunächst harmlos. Dass es eine wahre Tortour für die Menschen wurde, erfuhren wir aber dann.
Da Ziegen eine raue Zunge haben, wurde aus dem anfänglichen Kitzeln ein starkes Brennen. Da man immer wieder erneut Salz auf die Fußsohlen aufgebrachte, verstärkte sich das Brennen. Diese Prozedur führte man so lange durch, bis der Angeklagte geständig war. Gestand er nicht, so führten das Lecken der Ziege und das Salz bald dazu, dass die Haut sich ablöste und unter schrecklichen Schmerzen die Fußsohlen offen lagen. In einigen Fällen soll auch der Tod eingetreten sein – wahrscheinlich aufgrund des Atemmangels durch das Lachen.

Ganz makaber fand ich auch diese Geschichte: In England soll sich vor einigen Jahren ein Mann beim Ansehen einer TV-Serie totgelacht haben. Er hatte 25 Minuten ununterbrochen darüber gelacht. Danach verstarb der herzkranke Mann. Die Witwe hat sich später beim Fernsehsender bedankt – weil er ihrem Mann vor seinem Tod noch eine vergnügliche Zeit bereitet hatte. 
Die Engländer und ihr schwarzer Humor ...


Montag, 24. Februar 2014

Rückblick auf ein halbes Jahr

Genau heute vor einem halben Jahr entschied ich ziemlich spontan: Heute richtest du dir ein eigenes Blog ein. Doch der liebe Gott baute leider einige Hindernisse – computertechnischer Art – ein. Doch da half mir eine liebe Freundin. Sie gab mir auch den Hinweis auf den ‚Blog-Zug’.

Dann stellte ich fest, dass es gar nicht so einfach ist, seinen Platz in der großen und schillernden Welt der Blogs zu finden. 

5 - 8 Leser täglich – wow! 

Doch dann stieg – zu meiner großen Freude und Überraschung – diese Zahl stetig. Das ermunterte mich, weiterzumachen und den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

Und dann ist da noch etwas, das mich tief bewegt. Es sind nicht nur Menschen, die in Deutschland leben, die bei mir lesen, und deshalb schicke ich heute nicht nur liebe Grüße an meine Leser in Deutschland, sondern die Grüße gehen auch nach / in die / in das

Russische Föderation
Vereinigen Staaten
Serbien
Vereinigte Königreich
Schweden
Schweiz
Österreich
Frankreich
Indonesien
Israel
Tschechische Republik
Polen
Rumänien und ganz besonders in die
Ukraine!








Sonntag, 23. Februar 2014

Pikantes Geheimnis

Vor einiger Zeit habe ich mir schon einmal Gedanken über Geheimnisse gemacht. Manche Menschen, besonders Kinder, können sie nicht für sich behalten. Diesmal denke ich über 'pikante' Geheimnisse nach und wie man mit ihnen umgeht, wenn man als Erwachsener mit ihnen konfrontiert wird. Diese Geheimnisse können uns nämlich ganz schön zusetzen und wir geraten in einen Gewissenskonflikt.
Ich denke dabei z. B. an folgenden Fall: Deine beste Freundin vertraut dir, natürlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit, an, dass sie ihren Mann betrogen hat – mit seinem besten Freund. Eins ist klar, die Freundin hat eine große Last mit sich herum getragen, die sie mit jemandem teilen wollte und wer kommt da als einzige in Frage: Natürlich die beste Freundin. Wie verhält man sich jetzt 'richtig'? Behält man es für sich oder gibt man dem Ehemann einen Tipp? 
Und wie ist es in diesem Fall: Deine Schwägerin vertraut dir unter dem Siegel der Verschwiegenheit an, dass sie deinen Bruder betrogen hat. Darf man schweigen oder muss man seinem Bruder davon erzählen? Ist es in diesem Fall vielleicht sogar unmoralisch, dieses ‚pikante' Geheimnis für sich zu behalten?
Bestimmt gibt es Menschen die sagen: Behalte es lieber für dich. Doch andere würden sagen, dass sie es sogar als ihre Pflicht ansehen würden, den Bruder zu informieren. 
Ich bin zu keinem Ergebnis gekommen, was nun richtig und was falsch wäre. Doch eines ist klar: Ein solches Geheimnis ist eine echte Bürde für den, dem es anvertraut wurde.


Samstag, 22. Februar 2014

Geschmacksverstärker

Immer, wenn ich mit Kopfschmerzen aufstehe und später noch Schwindel und ein hoher Puls hinzu kommen, weiß ich, was die Ursache dieser Symptome ist. Ich habe irgendwo und irgendwie einen Geschmacks-verstärker erwischt, auf den ich extrem allergisch reagiere. Am allerschlimmsten ist Mononatrium-Glutamat.

Wenn ich einkaufen gehe, dann gilt mein erster Blick immer zuerst der Zutatenliste. Vieles kann ich dann gleich zurück stellen. Inzwischen kenne ich viele Lebensmittel, die keinen Geschmacksverstärker enthalten. Doch auch da bin ich schon hereingefallen, weil plötzlich von heute auf morgen in einer Wurst Hefeextrakt (ein anderes Wort für den Geschmacks-verstärker, das gern bei Bioprodukten verwendet wird) verarbeitet wurde. Sogar im Curry-Pulver war es plötzlich zu finden.

Vor ein paar Jahren habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht, doch nachdem diese Unverträglichkeit festgestellt wurde, achte ich natürlich sehr darauf. Aber nicht nur für mich, sondern für die ganze Familie. Gerade unsere Enkelkinder sollen möglichst ohne aufwachsen. Immer lässt es sich nicht verhindern, doch wir vermeiden zu Hause ganz bewusst Fertigprodukte mit diesem Inhaltsstoff. Ein ganz großes Problem stellen bei den Kindern auch die Knabbereien dar, in denen sich allzu gerne ein Geschmacksverstärker versteckt.
Aber wie ist das überhaupt, sind sie nun ‚gefährlich’, oder nicht? Hier scheiden sich leider die Geister. Da gibt es die eine Gruppe, die sagt: Alles nicht so schlimm, wenn man sich ansonsten gesund ernährt und die andere Gruppe sagt: Geschmacksverstärker machen krank.
Auch wird davon gesprochen, dass sie den Appetit anregen und damit maßgeblich zum Übergewicht und zur Fettleibigkeit beitragen. 
Während manche Forscher Glutamat für Unverträglichkeitsreaktionen wie Übelkeit und Kopfschmerzen verantwortlich machen, beschwichtigen die Weltgesundheitsorganistion und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und rufen zur Gelassenheit auf.
Schätzungen zufolge werden pro Jahr weltweit 1,5 Millionen Tonnen Geschmacksverstärker hergestellt. Das ist für mich eine alarmierende Zahl. Übrigens wird es von der Industrie gern verwendet, weil es billiger ist, als gleichwertige natürliche Produkte.
"Seit 1969 ist bekannt, dass Glutamat neurotoxisch wirkt und Hirnzellen töten kann, sagt Hans-Ulrich Grimm, profilierter Kritiker der Lebensmittelindustrie. Viele neurodegenerative Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Glutamatspiegel im Gehirn einher. In der Folge kommt es zu vermehrtem Absterben von Gehirnzellen. Unklar ist bislang, ob Glutamat die Krankheiten kausal bewirkt oder ob der Glutamatspiegel erst nach Auftreten von Demenz oder Alzheimer steigt.“ 
(gefunden in ‚Die Welt’)

Wer darauf achten möchte, Geschmacksverstärker verstecken sich auch hinter folgenden Kürzeln und Decknamen:
E 621, Würze, Aroma, Hefeextrakt oder fermentierter Weizen und natürlich Glutamat.


Freitag, 21. Februar 2014

Heimweh ist die Sehnsucht in der Fremde, wieder in der Heimat zu sein. 

So steht es bei Wikipedia. Heimweh – in unzähligen Büchern kann man darüber lesen und ich könnte auch Bände darüber schreiben. Mein ganzes Leben lang kenne ich dieses Gefühl. Als Kind war es ganz besonders schlimm. 
Ich komme darauf, weil meine Schwester meiner Tochter gerade letztens über mich sagte: „Wenn wir im Urlaub waren, dann bekam sie immer Heimweh, obwohl wir ja alle bei ihr waren.“ 
Ja, genau so war es. Ich weiß nicht, woher es kam (kommt), doch ich weiß sehr genau, wie es sich anfühlt.
Mein Opa hat immer scherzhaft gesagt, ich würde mich nur so weit von meinem Elternhaus entfernen, dass ich noch das Dach sehen könnte. Ganz Recht hat er damit nicht behalten, denn ich habe nach der Hochzeit mit meinem Mann 200 km von meinem Geburtsort entfernt gewohnt, doch nur 6 Jahre – dann wurde das Heimweh nach ‚Zuhause’ zu groß; obwohl mein ‚Zuhause’ ja eigentlich in diesem anderen Ort war. Aber es war nicht die Heimat. Ich glaube, daran lag es.
Ich erinnere mich daran, dass ich einmal eine Aufnahme aus dem Krieg sah. Dort waren einige Soldaten abgebildet. Sie saßen um eine Kerze herum und feierten das Weihnachtsfest. In ihren Augen konnte man vieles lesen – ganz groß stand dort ein Wort: Heimweh. Es muss ganz furchtbar für diese teils ja auch sehr jungen Männer gewesen sein. Mein Vater war lange in Gefangenschaft und hat später sehr wenig darüber erzählt, doch einmal sagte er: "Am schlimmsten war das Heimweh."
Nur Durst ist schlimmer als Heimweh, besagt ein Sprichwort. Ich glaube, da ist etwas Wahres dran.



Donnerstag, 20. Februar 2014

Heute habe ich mich auf die Suche nach dem Begriff
‚Finte’
gemacht.
Ich wusste, was es umgangssprachlich bedeutet -
der Duden sagt ‚Täuschung’, doch mehr wusste ich nicht.
Der Begriff stammt aus dem Fechtsport. 
Dort ist ein Angriffsstoß eine Finte.
Die ‚Finte’ hat aber auch mit dem italienischen Wort ‚finta’ zu tun, das übersetzt ‚List’ heißt
und mit dem lateinischen Wort ‚fingere’. 
Es steht für erinnern oder vortäuschen.
Na, wer hat’s gewusst???


Mittwoch, 19. Februar 2014




So wunderschön zeigte sich gestern Morgen der Himmel, als ich los fuhr, um ein paar Brötchen zu kaufen. Dabei fiel mir etwas auf, wozu ich die eine oder andere Frage habe:
Weshalb tragen die Bäckereifachverkäuferinnen 
eigentlich plötzlich Handschuhe aus Plastik?
Ist das eine neue Verordnung der EU?
Wurden die Brötchen bis zu dem Zeitpunkt, als sie in die Tüte gelangten, auch ausschließlich mit Handschuhen angefasst?
Hat der Bäcker auch Handschuhe getragen, als er den Teig herstellte?
Kann man Hygiene auch übertreiben oder ist die Sache mit den Handschuhen vielleicht sogar unhygienischer, weil die Hand in diesen Handschuhen schwitzt? 
100 Jahre lang ging es ohne und plötzlich tauchen diese Handschuhe auf. Wenn ich mir den Berg an Plastikmüll vorstelle, der täglich anfällt, weil weltweit in jeder Bäckerei diese Handschuhe benutzt werden, wird mir schlecht!!!!

Nachtrag
Als ich dies heute Morgen schrieb, hatte ich mich noch nicht im Internet zu diesem Thema umgesehen. Das habe ich nun nachgeholt. Folgendes fand ich in einem Schreiben des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.:

‚Bereits seit einigen Jahren steht fest, dass die Verwendung von Einmalhandschuhen im Verkauf zumindest bei trockenen Backwaren wie Brot und Kleingebäck kontraproduktiv ist. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Fleischerei-berufsgenossenschaft, der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel und des Instituts für Arbeitsschutz wurde diese Auffassung erneut bestätigt. Danach hat das Tragen von Einmalhandschuhen im Verkauf für den Kunden keinerlei hygienische Vorteile, während sich das Tragen von Handschuhen für das Verkaufspersonal absolut negativ auswirkt.


Dienstag, 18. Februar 2014

Organspende

Heute möchte ich von einem Gespräch bei einer Geburtstagsfeier am vergangenen Samstag erzählen. Die Themen Olympiade, Wetter und Krankheit waren abgehandelt J - als ein weiblicher Gast fragte:
Sagt mal, hat einer von euch einen Organspenderausweis? Ich trage mich nämlich schon länger mit dem Gedanken, mir einen ausstellen zu lassen.“
Das war der Auslöser für eine heftige Diskussion.
Ihr ‚Nachbar’ holte sogleich sein Portemonnaie heraus und zeigte seinen Ausweis mit den Worten: 
„Jeder denkt darüber nach, aber keiner macht es.“
Ein weiterer Gast erzählte auch, dass er schon seit vielen Jahren diesen Ausweis ständig bei sich trage.
Wieder ein anderer wusste zu erzählen: „Ich kenne eine Frau, die alles spendet, nur nicht ihre Augen.“ Mir zog dabei ein kalter Schauer über den Rücken.
Der Gast mit dem Ausweis sagte daraufhin: „Von mir aus können ‚sie’ alles haben. Ich bin dann doch tot. Mir ist das egal.“
Ich fragte ihn dann, ob er auch wirklich gut darüber nachgedacht habe.
„Was soll man da groß überlegen. Man kann anderen Menschen helfen und man ist ja tot und merkt davon nichts mehr.“
Der Gastgeber wurde sehr ernst. „Denkt ihr echt, dass die Organe erst entnommen werden, wenn man schon tot ist und wirklich nichts mehr merkt? Ich glaube das nämlich nicht. Die wollen doch ein noch funktionstüchtiges Organ. Oder entnehmen sie das Herz erst, wenn es nicht mehr schlägt? Außerdem steht in meiner Patientenverfügung, dass ich nicht möchte, dass ich unnötig am Leben erhalten werde. Aber genau das wird gemacht, wenn du einen Organspenderausweis hast. Die halten dich so lange am Leben, bis ein passender Empfänger gefunden und für eine OP vorbereitet wurde. Dieser Patient bekommt dann eine Narkose  - aber du bekommst keine, weil ein Arzt dich ja für ‚hirntot’ erklärt hat. Wer garantiert denn eigentlich, dass man dann keinen Schmerz mehr empfindet? Um es abzukürzen: Für mich kommt das nicht in Frage. Ich möchte nicht lebend ausgeschlachtet werden.“
Ui, das waren harte Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Zuerst waren wir alle ziemlich still.
Dann fragte eine Frau: „Und wie würdest du handeln, wenn es deine Familie betreffen würde? Wenn dein Kind oder Enkel auf eine Organspende angewiesen wären?“
Er antwortete darauf: „Ich kann es gut verstehen, dass man in einem solchen Fall vielleicht anders denkt. Du hast Recht, vielleicht würde ich es anders sehen, wenn ich selbst betroffen wäre. In jedem Fall würde ich meiner Familie sofort eine Niere spenden, wenn jemand eine bräuchte. Doch wäre es für mich aus heutiger Sicht undenkbar, nach meinem Hirntod ein Organ zu spenden und ebenso unvorstellbar, mit dem Organ eines fremden Menschen zu leben.“

Natürlich konnte ich die Worte nicht so wiedergeben, wie sie wirklich gefallen sind, da ich dieses Gespräch aus der Erinnerung heraus geschrieben habe - doch inhaltlich stimmt es.



Wenn ich diese Diskussion im Nachhinein Revue passieren lassen, dann muss ich sagen, es gab keinen befriedigenden Ausgang. Wie auch? Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.