Freitag, 31. Oktober 2014

Wie viel wiegt ein Astronaut auf dem Mond?

Würde sich ein Astronaut auf dem Mond auf eine Waage stellen, könnte er ablesen, dass er nur rund ein Sechstel seines Gewichtes auf der Erde hätte, er also beispielsweise statt 75 nur noch 12,5 Kilogramm wiegen würde. Das hängt natürlich mit der geringeren Anziehungskraft und diese wiederum mit der geringeren Masse des Mondes zusammen. Ach, ich möchte auch gerne einmal zum Mond reisen. Aber: Leider hat sich die Masse des Astronauten ja nicht verändert. 
Gott sei Dank ist es uns nicht möglich, uns auf der Sonne zu wiegen, denn dort würde die Waage bei einem 80 Kilogramm schweren Menschen sage und schreibe 2.200 kg anzeigen. Ne, da will ich auf keinen Fall hin!! JJJ


Quelle: astronews.com

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Energievampire

Vorgestern schrieb jemand in einem Kommentar, dass er nach einem langen Telefonat mit einer erkrankten Person völlig erschöpft war und ich antwortete: ‚Oh, dass war dann wohl ein Energievampir, der dir deine Energie geraubt hat, darüber könnte ich doch auch mal einen Post schreiben’. Gesagt – getan!

Wenn ich mit einer guten Freundin telefoniere oder wir uns treffen und ich mich mit ihr austausche, dann fühle ich mich hinterher noch genau so gut, wie vor dem Gespräch. Doch es gibt auch Gesprächspartner, bei denen ist das anders. Da fühle ich mich hinterher müde und schlapp, wie ausgelaugt. Warum?
18082007zungehaengenlassenIch denke, jeder von uns kennt das, dass wir uns in der Gegenwart bestimmter Personen kraftlos, energielos und leer fühlen? Wenn sich diese Gefühle einstellen, könnt ihr davon ausgehen, mit einem Energievampir zusammen getroffen zu sein. Es handelt sich bei ihnen um keine Romanfiguren, die das Blut der Menschen trinken, sondern um wahrhafte Menschen, die uns auf eine andere Art und Weise ‚aussaugen’. Sie rauben uns unsere Lebensenergie, zapfen uns unsere Kraft ab.
Erkennt man diese Menschen? Und wenn ja, woran? Leider erkennt man dies nicht auf den ersten Blick. Deshalb kann man diese Fragen gar nicht so ohne Weiteres beantworten. Eigentlich weiß man es erst später, weil man merkt, wenn man mit jemandem zusammen getroffen ist, der uns 'angezapft' hat.
Gerne rücken diese Menschen sehr dicht an uns heran, was ich schon immer als sehr aufdringlich und ‚zu nah’ empfinde. Man kann ruhig einen Schritt zur Seite treten, sie folgen. Gerne nutzen diese Menschen auch unsere Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft aus, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Energievampire fordern dies und das bei uns ein, ohne selbst einmal etwas zu geben. Ab dem Moment, wo wir uns ihnen zuwenden und ihnen unsere Aufmerksamkeit schenken, ‚zapfen’ sie uns an, um ihre eigenen Akkus aufzuladen. Es ist so, als stände jemand mit einem leeren Eimer neben einem, der nach Abschluss des Gespräches mit einem vollen Eimer geht und man selbst steht plötzlich mit einem leeren Eimer da.
Manchmal laufen wir alle auf ‚Sparflamme’, weil Ereignisse in unser Leben getreten sind, die uns schwächen. Wenn dann Freunde da sind, die uns auffordern: ‚Erzähl, was ist los?’, dann werden wir ihnen auch Energie entziehen, doch  m-i-t  ihrem Einverständnis, weil es bei einem guten Freund auf Gegenseitigkeit beruht. Beim nächsten Mal ist es vielleicht anders herum.
Bei einem Energievampir ist das anders. Er fragt nicht und bittet (im übertragenen Sinn) auch nicht um Erlaubnis. Er zapft uns einfach an und bekommt nie genug, fordert ständig ein.
Von diesen Menschen sollte man sich wenn möglich fern halten. Schwierig wird das nur, wenn sie sich in unserem Freundeskreis oder gar in unserer Familie 'eingenistet' haben. 


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Balladen

Gestern Abend war ich eingeladen. Eine frühere Lehrerin las Gedichte bzw. Balladen und sie hatte mich im Vorfeld gefragt, ob ich sie dabei unterstützen würde. Das habe ich sehr gerne zugesagt. Als sie mir die Gedichte zukommen ließ, die ich lesen sollte, habe ich mich sehr gefreut, denn es war die Ballade ‚Das Gewitter’ darunter. Sofort wurde ich an meine Mutter erinnert. Das Gedicht beginnt so: ‚Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube beisammen sind.’  
Da wir vor einigen Jahren genau diese Situation hatten, zitierte sie zu jeder Mittagsmahlzeit, die wir vier 'Frauen' gemeinsam einnahmen, den Beginn dieses Gedichts, das leider ziemlich grauenvoll endet. Es will uns wohl sagen, dass wir uns nicht zu sehr in alltäglichen Dingen verstricken, sondern uns darauf besinnen sollen, dass alles schnell ein Ende haben kann. 
Meine Mutter war also die Urgroßmutter, fast 90 Jahre alt. Ich war Anfang 50, meine Tochter Mitte 20 und die Kleine, unser erstes Enkelkind, gerade geboren - und wir lebten alle zusammen in unserem Haus. 
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann war es eine ganz besonders kostbare Zeit, die auch nicht lange währte. Es freut mich, dass unsere Enkelin noch eine gute Erinnerung an ihre Urgroßmutter, die damals schon krank war, hat. Die Kleine ging jeden Morgen mit ihrem geschmierten Brot zu ihr, denn es war für sie etwas ganz Besonderes, mit ihrer Urgroßmutter gemeinsam zu frühstücken. Beide haben diese Zeit genossen. Schön, dass es so war!

Das Gewitter 

Gustav Schwab


Urahne, Großmutter, Mutter und Kind 
In dumpfer Stube beisammen sind. 
Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt, 
Großmutter spinnet, Urahne gebückt 
Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl. 
Wie wehen die Lüfte so schwül!


Das Kind spricht: "Morgen ist's Feiertag! 
Wie will ich spielen im grünen Hag, 
Wie will ich springen durch Tal und Höhn, 
Wie will ich pflücken viel Blumen schön; 
Dem Anger, dem bin ich hold! 
Hört ihr's, wie der Donner grollt?"


Die Mutter spricht: "Morgen ist's Feiertag! 
Da halten wir alle fröhlich Gelag', 
Ich selber, ich rüste mein Feierkleid; 
Das Leben, es hat auch Lust nach Leid, 
Dann scheint die Sonne wie Gold! 
Hört ihr's, wie der Donner grollt?"


Großmutter spricht: "Morgen ist's Feiertag! 
Großmutter hat keinen Feiertag. 
Sie kochet das Mahl, sie spinnet das Kleid, 
Das Leben ist Sorg' und viel Arbeit; 
Wohl dem, der tat, was er sollt'. 
Hört ihr's, wie der Donner grollt?"


Urahne spricht: "Morgen ist's Feiertag! 
Am liebsten morgen ich sterben mag: 
Ich kann nicht singen und scherzen mehr, 
Ich kann nicht sorgen und schaffen schwer, 
Was tu' ich noch auf der Welt? 
Seht ihr, wie der Blitz dort fällt?"


Sie hören's nicht, sie sehen's nicht, 
Es flammet die Stube wie lauter Licht: 
Urahne, Großmutter, Mutter und Kind 
Vom Strahl miteinander getroffen sind, 
Vier Leben endet ein Schlag 
Und morgen ist's Feiertag.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Filmriss

FilmrissFestfaszinierendfrischfeurig
Das sind die Reizwörter für unsere Geschichten in dieser Woche.
 Regina - Lore und Eva
haben sich zu diesen Wörtern auch eine Geschichte einfallen lassen.


Elias wurde wach, doch es wollte ihm nicht gelingen, seine Augen zu öffnen. Zu stark waren die Kopfschmerzen, die er verspürte. Es war ihm, als sei eine ganze Kompanie kleiner Männchen in seinem Kopf, die unentwegt gegen seine Schädeldecke hämmerten. Er blinzelte mit einem Auge, um zu schauen, ob Alina, seine zukünftige Frau, neben ihm lag. Schnell schloss er das Auge wieder. Sie war da und schlief. Gott sei Dank!
In ein paar Tagen sollte geheiratet werden, doch bevor es ein großes Fest anlässlich ihrer Hochzeit geben würde, hatten sie am gestrigen Abend getrennt voneinander Junggesellenabschied gefeiert. Eine feucht-fröhliche Angelegenheit war das. Er musste als Supermann verkleidet durch die Straßen und von einer Kneipe in die andere ziehen. Er wusste noch, dass er gemeinsam mit seinen Freunden in einer Diskothek gelandet war. Dort hatte er mit der feurigen Francesca getanzt. Daran konnte er sich noch gut erinnern. Doch wie war er nach Hause gekommen? Er besann sich auch, dass er mit ihr die Diskothek verlassen hatte, und zwar ohne seine Freunde. Doch was dann noch passiert war, war wie ausgelöscht. Filmriss, wie man so schön sagte. Eine sehr unangenehme Sache, denn er meinte sich an eine heikle Situation zu erinnern. Er glaubte, diese Francesca geküsst zu haben, aber genau wusste er es einfach nicht mehr. Er würde doch hoffentlich seine Frau nicht kurz vor der Ehe betrogen haben? Er liebte sie doch. ‚Lieber Gott’, stieß er ein Stoßgebet Richtung Himmel, ‚lass bitte nicht passiert sein, woran ich jetzt gerade denke!’
Seine Freundin erwachte und hielt sich im gleichen Moment den Kopf. Er schmerzte genauso, wie der von Elias. „O, mein Kopf“, war dann auch das Erste, was sie sagte, „ich brauche jetzt erst einmal einen frischen Kaffee. Guten morgen, mein Schatz! Willst du auch einen?“ „Mmmmh“, knurrte er noch müde. Irgendwie hatte er ein komisches Gefühl in der Magengegend. Entweder musste er sich gleich übergeben oder es war das pure schlechte Gewissen. Wie sich eine kurze Zeit später herausstellen sollte, war es wohl von beidem etwas.
Den ganzen Tag über versuchte er, sich an das Ende des gestrigen Abends zu erinnern, doch die Zeit war wie ausgelöscht. ‚Das ist bestimmt eine Schutzfunktion meines Unterbewusstseins’, redete er sich ein. ‚Es wird besser sein, wenn ich mich gar nicht erinnere’. Doch diese Ungewissheit war ganz furchtbar. Seine Freunde meldeten sich so nach und nach und erkundigten sich nach seinem Befinden. Alle fragten ihn, wo er denn so plötzlich mit der schönen Frau abgeblieben sei. Ja, wenn er dass nur wüsste.
Sie feierten ein paar Tage später eine traumhafte Hochzeit. Elias hatte seine Tränen kaum zurückhalten können, als er seine wunderschöne Braut gesehen hatte. Sie faszinierte ihn an jedem Tag, denn sie war nicht nur hübsch, sondern auch spontan und unkompliziert. Das hatte er in den letzten beiden Jahren, in denen sie zusammen lebten, immer wieder festgestellt. Sie war einfach das Beste, was ihm passieren konnte.
Ihre Flitterwochen verbrachten sie in der Karibik. Sie waren beide fasziniert von dieser Landschaft, dem glasklaren Wasser und der Mentalität der Einheimischen. Es war wirklich eine ganz andere Welt. Die meiste Zeit dieser zwei Wochen verbrachten sie am Strand, lagen faul in der Sonne, schnorchelten im Wasser oder lasen ein Buch. Der einzige Wermutstropfen war, dass Alina das Essen nicht so gut vertragen konnte und sich für ein paar Tage in der Nähe einer Toilette aufhalten musste, doch das nahm sie gelassen hin.
Als ihr jedoch einige Tage später zu Hause immer noch allmorgendlich schlecht wurde, hatte sie einen Verdacht, den ihr Gynäkologe bald bestätigte. Sie war schwanger. Zwar war ein Baby im Moment noch nicht geplant, doch nun war es so und beide freuten sich, bald ihr Kind in den Armen halten zu können.
Als sie ein paar Monate später gemütlich vor dem Fernseher saßen, klingelte es an der Haustür.
„Ich gehe schon, Schatz“, sagte Alina und erhob sich schwerfällig, denn ihr Bauch hatte bereits einen beträchtlichen Umfang erreicht. Als sie die Tür öffnete, stand ihr eine dunkelhaarige, ebenfalls schwangere, junge Frau gegenüber.
„Ja bitte?“, fragte Alina die Fremde verwundert.
„Kann ich bitte Elias sprechen?“, bat sie.
„Elias“, rief Alina von der Haustür Richtung Wohnzimmer, „kommst du mal.“
Er schwang sich aus dem Sofa und beim Anblick der Schwangeren, die da so unvermutet vor seiner Tür stand, wurde er ganz blass.
‚Nein’, ‚bitte nicht!’, dachte er nur. Dann brachte er doch ein „Hallo“ hervor.
„Ihr kennt euch“, hakte Alina sogleich nach und es schwang eine leichte Eifersucht in ihrer Stimme mit.
„Nur flüchtig“, antwortete die Frau mit dem hübschen Namen Francesca.
„Ich habe heute mein Auto verkauft“, erzählte sie dann, „und als ich das Handschuhfach ausgeräumt habe, fand ich etwas, das dir gehört. Hast du es denn noch gar nicht vermisst?“
Es war sein Handy, das sie ihm entgegen hielt. Ja, Elias hatte es sehr wohl vermisst und gesucht, tagelang sogar. An den unmöglichsten Stellen hatte er es vermutet, doch nicht dort, wo sie es gefunden hatte.
„Es stand auf lautlos“, erklärte Francesca, „sonst hätte ich es vielleicht schon eher entdeckt.“
„Und wie bitte“, versuchte Alina die Situation zu verstehen, „ist es dorthin gelangt?“
„Schatz, bitte“, stotterte Elias, „bleib ganz ruhig. Ich kann dir das alles erklären.“
 „Darum bitte ich aber auch“, erwiderte Alina scharf, denn so begannen alle Sätze, die meistens mit einem Drama endeten.
„Aber da gibt es doch gar nichts zu erklären“, entgegnete Francesca munter, „ihr Mann hat bei seinem Junggesellenabschied viel zu tief ins Glas geschaut und da habe ich ihn nach Hause gebracht, bevor er ganz und gar unter die Räder kam und dabei muss er unbemerkt von mir sein Handy in mein Handschuhfach gelegt haben.“
Ein paar Wochen später wurde Elias Vater. Francescas Sohn, der in der Klinik im Bettchen neben seiner süßen Tochter lag, war dessen Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Gott sei Dank!


© Martina Pfannenschmidt, 2014


gif=Filmriss, Marburg

Montag, 27. Oktober 2014

Projektion –

oder anders ausgedrückt: von sich auf andere schließen.
Den nachfolgenden, von mir etwas gekürzten Text, fand ich im Netz. Er stammt von Ralf Senftleben ‚Zeit zu leben’:
Wenn ich zum Beispiel jemandem vorwerfe, dass er egoistisch ist, obwohl ich eigentlich selbst egoistisch bin, wäre dies eine Projektion. Oder wer es selbst nicht so genau mit der Wahrheit nimmt, könnte anderen Menschen unterstellen, dass sie nicht die Wahrheit sagen. Oder es mangelt mir an Selbstvertrauen, dann unterstelle ich anderen, denen es nicht daran fehlt, sie seien eingebildet, angeberisch – einfach doof.
Wer sich den Projektionsmechanismus nicht klar macht, kann sich hemmungslos über andere aufregen. Über die ganzen Idioten da draußen, die Menschen, die immer egoistischer oder unzuverlässiger werden, über die bösen Banker oder über die korrupten Politiker. Oder man kann lästern und über andere herziehen, dass es nur so kracht.
Das ändert sich, sobald man versteht, dass wir alle projizieren. Dann wird vieles zwar komplizierter, weil man nicht mehr so gedankenlos über andere urteilen kann, weil man sich ja immer fragen muss: „Ist das jetzt gerade meine Projektion?“ Das heißt, man kann es sich nicht mehr so einfach machen wie vorher. Die vielleicht vorher schwarz-weiße Welt bekommt dann ein paar mehr Graustufen.
Indem man sich immer öfter fragt: „Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“, gewinnt man ein großes Stück Einfluss auf die eigenen Gefühle und dadurch auch Handlungsfähigkeit zurück. Denn was direkt etwas mit mir und meiner Gedanken- und Gefühlswelt zu tun hat, kann ich einfacher beeinflussen und ändern als zum Beispiel das Verhalten anderer Menschen.
Dazu ein Beispiel: Ich persönlich habe mich jahrelang höllisch darüber aufgeregt, dass Menschen im Supermarkt ihren Einkaufswagen mitten im Weg stehen lassen. Ich würde so etwas nie machen, weil ich das fürchterlich gedanken- und rücksichtslos finde. Bis ich irgendwann herausgefunden habe, dass ich grundsätzlich Schwierigkeiten damit habe, Menschen im Weg zu stehen oder zur Last zu fallen. Mmmhhh … interessant. Ich habe also meine eigenen inneren Einschränkungen auf andere Menschen projiziert und mich über sie aufgeregt. Seitdem ich weiß, woher es kommt, bleibe ich ganz entspannt bei Einkaufswagen, die mir im Weg stehen. Und ich habe gelernt, dass es okay ist, Freunden Umstände zu machen, weil das zum Geben und Nehmen zwischen Freunden dazugehört.
In dem Augenblick, in dem man die eigenen Projektionen aufdeckt, wächst man als Mensch und man wird stärker und flexibler.
Bei der Suche nach eigenen Projektionen könnte man sich folgende Fragen stellen:
·                        „Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“
·                        „Werfe ich dem anderen gerade vor, was ich selbst in mir trage oder sogar lebe?“
·                        „Oder werfe ich dem anderen etwas vor, was ich mir selbst nicht erlaube?“
·                        „Oder werfe ich dem anderen etwas vor, dass er etwas hat oder kann, was ich nicht habe oder kann?“

 Interessante Fragen! Ich habe mir vorgenommen, sie mir demnächst des Öfteren mal zu stellen. 


Sonntag, 26. Oktober 2014

Absagen ...



die wir aufgrund einer Einladung erteilen, sind manchmal unangenehm. Doch nicht abzusagen ist noch viel schlimmer. Der Gastgeber könnte denken, man habe ihn vergessen und das ist verletzend. Oder man wird selbst für unzuverlässig oder unhöflich gehalten. Damit tun wir uns also keinen Gefallen. 
Es ist unmöglich, wenn der Gastgeber nicht Bescheid weiß und viel mehr Gäste einplant, als eigentlich kommen. Ganz fatal wird es, wenn viele so denken und einfach weg bleiben. Eigentlich sollte eine kurze Info selbstverständlich sein, doch der Alltag zeigt, dass dies nicht so ist.
Das kann für den Gastgeber, wenn er zum Beispiel auswärts zum Essen eingeladen hat, richtig teuer werden. Denn er muss auch für jedes unbenutzte Gedeck zahlen. Ich denke, nicht abzusagen ist unverzeihlich und es gibt nur gaaanz wenige Gründe, die es rechtfertigen, erst kurz vor einer Feier abzusagen. 
Habt Ihr auch schon solche unangenehmen Erfahrungen gemacht?

Samstag, 25. Oktober 2014

Eselsbrücke

uhr umstellen 2014Heute Nacht stellen wir die Uhren um, und ich weiß schon jetzt, dass mein Mann mich fragt: ‚Stellen wir sie vor oder zurück?’  Da ich dann auch immer überlegen musste, habe ich mir eine ‚Eselsbrücke’ gebaut: Im Sommer stellen die Caféinhaber die Stühle nach draußen (also vor die Tür J) und im Winter holen sie sie wieder hinein, stellen sie also wieder zurück!! Das hilft mir unheimlich und ich muss nicht mehr überlegen, wie es ist.

Übrigens erklärt Kathrin, also die aus der Oma-und-Kathrin-Geschichte, ihrer Freundin Maren demnächst, woher der Begriff ‚Eselsbrücke’ kommt und was es damit auf sich hat. Ihr müsst nur noch ein klein wenig Geduld haben, denn diese Geschichte ist am kommenden Dienstag noch nicht dran (aber schon geschrieben)! 

Freitag, 24. Oktober 2014

Rückenschmerzen!


Unzählig viele Menschen sind davon betroffen. Bei dem einen schmerzt die Lendenwirbelsäule, bei dem anderen sind es die Brustwirbel, die sich ständig verschieben. Doch wusstet ihr, dass Rückenschmerzen oft nicht nur körperliche Ursachen haben. Meist spielt die psychische Verfassung eine große Rolle. Und auch bei den Wirbeln bestehen - wie bei den Zähnen auch - Zusammenhänge mit unseren Organen.

Ich gehöre ja sowieso zu den Menschen, die glauben, dass  j-e-d-e-r  Erkrankung, welcher Art auch immer, eine seelische Ursache zugrunde liegt.

Wie sagt der Volksmund doch so weise: ‚Wir sollen Rückgrat beweisen’, ‚aufrecht durchs Leben gehen’ und ‚uns nicht hängen lassen’. Doch wenn uns Sorgen niederdrücken oder Stress das Kreuz bricht, dann fällt es schwer, Haltung zu bewahren. 
Psychische, soziale oder familiäre Belastungen wie Konflikte, Arbeitslosigkeit oder umgekehrt eine starke Arbeitsbelastung, spielen bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle. Wer ständig unter Stress und Leistungsdruck steht, oft unzufrieden oder unglücklich ist, der verspannt auch seinen Rücken. Und dauerhafte Verspannungen führen zu Schmerzen.

Seelische Leiden setzen dem Rücken zu, Rückenschmerzen wiederum schlagen aufs Gemüt – da ist er dann wieder, der berühmte ‚Teufelskreis’.

Im Internet gibt es tolle Seiten, auf denen man Näheres zu den Zusammenhängen findet. Ich habe mal zwei Links für alle herausgesucht, die es interessiert, und die gerne mehr darüber wissen möchten - über die Zusammenhänge zwischen dem Rücken und unserer Seele:


KLICK!     KLICK!


gif: Wandtattoo

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Gestern Nachmittag

Schritte auf der Treppe. Kurze Beinchen stampften die Stufen herauf und ich ahnte: Die Kleine kommt zu mir, um zu berichten, was sie verärgert hat.
„Oma“, hörte ich sie dann etwas weinerlich rufen.
„Ja!“
„Wo bist du?“
„In der Küche.“
Bei mir angekommen:
„Oma, weißt du was, F….. hat meinen Joghurt aufgegessen!“
„Ach“, antwortete ich dann, „deine Schwester hat den letzten Joghurt aufgegessen, dass ist ja blöd.“
„Oma, hast du noch einen Joghurt für mich?“
Mein Herz freute sich, denn ich wusste, ich hatte sogar noch ihren Lieblingsjoghurt im Kühlschrank.
„Dann lass uns mal nachschauen“, sagte ich und sie sprang auf meine Arme, um in den Kühlschrank hineinschauen zu können.
Da war bei ihr die Freude natürlich groß. Bevor sie den Joghurt nahm, wurde ich gedrückt mit den Worten:
„Ich hab dich die ganze Welt lieb!“
Ich erwiderte: „Ich habe dich auch die ganze Welt lieb!“
„Nein, Oma, das soll nicht. Du musst etwas anderes sagen.“
Ach so. Muss einem ja gesagt werden.
„Na gut“, antwortete ich. „Dann habe ich dich bis zum Mond lieb und wieder zurück!“
„Oma, ist das mehr als die ganze Welt lieb?“
„Ja, das ist mehr, als die ganze Welt lieb.“
„Manno, Oma, das soll aber nicht.“
Das soll nicht. Ach so.
„Ja gut“, sagte ich, „dann habe ich dich von hier bis nach Hamburg lieb (sie weiß in etwa, wie weit das ist, weil ihre Tante dort wohnt) und wieder zurück.“
Dann wurde ich noch einmal gedrückt. Sie nahm den Joghurt aus dem Kühlschrank und lief los.
„Tschüß, Oma!“
„Tschüß, Krümel!“

In diesen Momenten freut sich ein Omaherz von hier bis mindestens zum Mond und wieder zurück!


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Bad Rothenfelde

Wo liegt das denn, werden einige von euch fragen und für die kommt jetzt die Antwort: Es liegt im Städtedreieck von Bielefeld, Münster und Osnabrück in der Nähe des Teutoburger Waldes und ist somit nur einen - etwas größeren - Katzensprung von uns entfernt. Wir waren am letzten Sonnen-Sonntag dort und es steppte buchstäblich der Bär. Auch wenn die Fotos das nicht bezeugen. 

Wie üblich gibt es zahlreiche Cafés in diesem Kurort, doch man musste großes Glück haben, um einen Platz draußen in der Sonne zu ergattern. Aber wir haben einen ergattert und leckeren Cappuccino getrunken und eine Waffel mit Sahne und heißen Kirschen gegessen und zwar ganz in der Nähe des neuen Gradierwerks, mir persönlich besser bekannt als Saline.

Ich habe mir genau angesehen, wie es funktioniert, damit ich euch davon erzählen kann: Salzwasser läuft durch Ringleitungen über die Wände aus Weißdornreisern. Bei diesem Vorgang verdunstet ein Teil des Wassers und es wird Sole gewonnen oder fachmännisch: gradiert, also konzentriert. Durch das Zerstäuben wird die Luft in unmittelbarer Nähe mit Salz angereichert. Das riecht und schmeckt man. Die Luft wirkt dort viel ‚reiner’. Besonders gut ist dies für Menschen mit asthmatischen Beschwerden. Die haben wir Gott sei Dank nicht, doch es war wirklich schön und wir fahren bestimmt einmal wieder hin.


Dienstag, 21. Oktober 2014

Schicksalhafte Begegnung

Heute gibt es wieder eine Geschichte!
Ist das nicht einfach unglaublich, wie schnell so eine Woche vergeht?!
Weitere Geschichten zu den Reizwörtern
Café – Schicksal – sensibel – beneidenswert – empfinden
lest ihr bei Regina, Lore und Eva


Ines bummelte durch die Stadt. Heute war ihr freier Tag und so konnte sie die herbstliche Sonne in vollen Zügen genießen. Sie erfreute sich an dem Springbrunnen, der fröhlich vor sich hin plätscherte und an dem bunten Treiben um sie herum. Sie schlenderte an einem Café vorüber. Gerne hätte sie dort einen Cappuccino getrunken und die letzten Sonnenstrahlen genossen, doch die Plätze schienen alle belegt zu sein. Als sie schon weitergehen wollte, erblickte sie aus den Augenwinkeln heraus einen freien Platz am Tisch eines älteren Herrn. Da sie in dieser Hinsicht keine Berührungsängste hatte, ging sie forschen Schrittes auf ihn zu und fragte freundlich: „Entschuldigung, ist der Platz noch frei?“
Der ältere Herr sah sie aus traurigen Augen an, antwortete aber dennoch etwas verschmitzt: „Wenn ich ihnen nicht zu alt bin, dann dürfen sie von Herzen gerne hier Platz nehmen.“
Ines bedankte sich, bestellte einen Cappuccino und hatte, sensibel, wie sie für diese Dinge war, sofort das Gefühl, als gäbe es da etwas, was den älteren Herrn sehr bedrückte. Deshalb begann sie eine Plauderei über den schönen Tag und die herbstliche Färbung der Bäume. Vielleicht käme sie so seinem Geheimnis näher. Doch besonders gesprächig schien er nicht zu sein, weshalb Ines dann auch lieber schwieg.
Plötzlich, in diese Stille hinein, begann er zu reden. „Wissen Sie, es ist noch gar nicht so lange her, da hat meine Frau dort auf dem Platz gesessen, den sie jetzt einnehmen. Doch inzwischen ist sie von mir gegangen. Und jetzt ist es so furchtbar still in meinem Leben geworden. Niemand ist mehr da, der mir einen ‚Guten Morgen’ wünscht, der sich erkundigt, wie es mir geht. Ihr Platz bleibt leer, wohin ich auch gehe. Ich habe das Gefühl, als hätte mich jemand zerteilt und sozusagen die bessere Hälfte von mir genommen.“ Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Wir waren fast 60 Jahre lang verheiratet, das ist eine sehr lange Zeit. Man wächst so sehr zusammen, dass es für die zurückbleibende Hälfte fast unerträglich ist.“
Ines konnte darauf nicht antworten, sie hatte einen dicken Kloß im Hals. Sie erinnerte sich an den Streit, den sie kürzlich mit ihrem Freund gehabt hatte. So sinnlos war es, sich zu streiten. Er würde ihr auch fehlen, wenn er plötzlich nicht mehr da wäre, ging es ihr durch den Kopf. Doch wie musste es sich erst anfühlen, wenn man so lange alles nur gemeinsam erlebt hatte.
„Das Schlimme ist, oder zumindest empfinde ich es heute so“, führte der Mann dann weiter aus, „dass wir ein beneidenswertes Leben geführt haben. Doch das wird mir erst jetzt richtig bewusst. Ich hätte ihr öfter sagen sollen, wie sehr ich sie liebe und Blumen hätte ich ihr kaufen sollen, solange sie noch bei mir war. Sie liebte Blumen, müssen Sie wissen. An jedem Wochenende brachte sie sich einen bunten Strauß vom Wochenmarkt mit. Aber das ist ja nicht dasselbe, nicht wahr. Ich habe ihr nie welche geschenkt. An jedem Samstag gehe ich nun zum Markt, kaufe einen Strauß und stelle ihn auf ihr Grab. Doch wie heißt es in einem Spruch ‚Schenke Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern, da blühen sie vergebens!’ Genau so ist es, doch jetzt ist es für diese Einsicht leider zu spät.“
Ines wusste nicht, was sie darauf sagen sollte, doch das erwartete der Mann wohl gar nicht. Sie kannte diesen Spruch, den er zitierte, doch erst jetzt erkannte sie die ganze Wahrheit, die er beinhaltete!
„Sind sie verheiratet?“, stellte er dann die Frage. Ines schüttelte mit dem Kopf. „Sie sollten nicht alleine bleiben“, riet er ihr, „das Leben ist viel schöner, wenn man es gemeinsam erleben darf. Wissen sie, das Schicksal hat es so gewollt, dass wir keine Kinder haben. Das war schwer für meine Frau. Als wir noch jung waren und fest stand, dass es so sein würde, fragte sie mich eindringlich, ob wir nicht eines adoptieren wollten. Doch das kam für mich nicht in Frage. Sie hat das Thema dann nie wieder angesprochen und heute denke ich, vielleicht hat sie ein Kind doch sehr schmerzlich vermisst. Wenn ich in unserer großen Wohnung so alleine da sitze, dann merke ich, dass ich in dieser Hinsicht vielleicht einen großen Fehler gemacht habe? Vielleicht hätte ein Kind noch mehr Freude gebracht. Verstehen Sie mich nicht falsch, unser Leben war schön, wir haben es in vollen Zügen genossen, konnten uns vieles leisten, was uns mit einem Kind wohl nicht möglich gewesen wäre, doch heute würde ich mich wohl nicht so einsam fühlen, gäbe es da noch einen Menschen, der mir nahe stehen würde. Doch das ist sehr eigennützig von mir gedacht, und das Geschwätz eines senilen alten Mannes“, fügte er hinzu. „Hören Sie am besten gar nicht hin!“
Er machte wieder eine kleine Pause, trank den letzten Schluck Kaffee, der sich noch in seiner Tasse befand und inzwischen kalt geworden war, und seufzte tief.
Das, was er gesagt hatte, traf Ines mitten ins Herz. Man konnte soviel falsch machen in seinem Leben. So viele Worte, die man nicht sprach, so viele nette Gesten, die man nicht austauschte. Schade, wenn man im Alter sagen musste: da ist einiges schief gelaufen in meinem Leben, doch jetzt ist es zu spät. Sie empfand Mitleid mit diesem ihr fremden Herrn oder besser gesagt, sie fühlte mit ihm. Welche Worte konnten ihm jetzt helfen? War nicht alles, was sie hätte sagen können, nur leeres Stroh? Würde alles nicht einfach nur abgedroschen klingen. Sie ersparte sich Sätze wie ‚Zeit heilt alle Wunden’ oder ‚Sie werden sehen, dass wird schon wieder’. Ihr wurde bewusst, dass es für jeden Menschen schwere Wegstrecken gab, die er ganz alleine gehen musste, wo niemand helfen konnte. Sie überlegte, was es sein könnte, dass ihn erfreuen und vielleicht ein klein wenig aufmuntern würde. Eigentlich ist es ganz einfach, dachte sie dann. Er braucht nur jemanden, der ihm zuhört und ihm eine Stütze ist in dieser schweren Zeit.
„Ich habe mich entschieden“, fuhr er unerwartet fort, „in ein Altenheim zu gehen. Es ist zwar im Moment noch eine ganz furchtbare Vorstellung, doch es bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Meine Frau hat immer für mich gekocht, bis zuletzt mich umsorgt. Seit ihrem Tod bekomme ich das so genannte ‚Essen auf Rädern’. Es ist eine warme Mahlzeit, ja, doch es schmeckt nicht so wie bei ihr und ich sitze immer alleine am Tisch. Wissen Sie, ich habe meiner Frau auch viel zu selten gesagt, wie gut es mir geschmeckt hat, was sie mit so viel Liebe für uns zubereitet hat“, fiel ihm in diesem Moment ein.
Dann erhob es sich, nahm seinen Hut und den Stock, der an seinem Stuhl lehnte, bedankte sich fürs Zuhören und schlurfte langsam davon. Ines schaute ihm noch eine Weile nach. Er ging sehr gebeugt, schien unter der Last, die auf seinen Schultern ruhte, fast zusammen zu brechen. Er wirkte so einsam und hilflos.
Ines sprang auf, legte schnell einen Geldschein unter ihre Tasse, lief dem alten Mann nach, hielt in auf und fragte: „Ich habe gerade etwas Zeit, wollen wir gemeinsam ihre Frau besuchen?“
Er nickte und ein Strahlen zog über sein faltiges Gesicht. Dann hakte sich Ines spontan bei ihm ein und sie gingen wortlos nebeneinander her. Sie würde ihn besuchen, nahm sie sich vor, immer, wenn sie die Zeit dafür erübrigen könnte.


© Martina Pfannenschmidt, 2014

gif=giselzitrone-wordpress.com

Montag, 20. Oktober 2014

Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute!

faulheitDas kennt wohl jeder von uns: es wartet eine Arbeit auf uns, die wir nicht mögen. Für jeden ist das etwas anderes. Manche Dinge schieben wir endlos vor uns her. Doch was wird dadurch besser? Gar nichts. Ganz im Gegenteil, denn es kommt uns immer wieder in den Sinn: ‚Ach, die Einkommenssteuer :-), ja, die muss ich ja auch noch erledigen’. Wieder verschieben wir es, anstatt einfach anzufangen. Wir finden ja immer einen Grund. Heute habe ich keine Lust, weil … Das Wochenende möchte ich erst noch genießen, ich mache es dann am Montag … oder …

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ich mich dann endlich aufraffe und damit beginne, es gar nicht so 'schlimm' ist. Man muss nur anfangen. Das Fazit daraus sollte doch eigentlich sein: komm, fang gleich damit an, auch wenn du es nicht bis zum Ende bringst, so ist doch zumindest der Anfang gemacht. Dann bewegt man die Sache auch nicht mehr ständig in seinem Kopf und sie würde uns nicht mehr belasten. Und noch etwas: die Erleichterung, die sich einstellt, wenn man etwas Unangenehmes erledigt hat, die ist doch auch nicht zu verachten!

Sonntag, 19. Oktober 2014

Kürzlich stand er mal wieder vor der Tür,

der Staubsaugervertreter. Er fragte freundlich, ob mit meinem Staubsauger alles okay sei, oder ob er ihn sich einmal anschauen solle. ‚Alles in Ordnung’, sagte ich, ‚er funktioniert einwandfrei’. Hätte ich ihn hereingelassen, also den Mann, nicht den Staubsauger, dann wäre es nicht bei der Überprüfung des Gerätes geblieben. Lebenserfahrung nennt man das wohlJ!!!

Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich noch ganz jung verheiratet war. Damals habe ich seinen Kollegen noch herein gelassen und ihm, ohne ihm Hintergedanken zu unterstellen, meinen Staubsauger gezeigt. Und dann ging es los: 'Die Bürste müsste erneuert werden, die reinigt nicht mehr richtig und was nehmen sie denn da für Beutel, also das geht auch nicht, die müssen schon von uns bezogen werden, dann haben sie das beste Saugergebnis. Und apropos, ganz zufällig hat unsere Firma gerade jetzt etwas gaaaanz Neues auf den Markt gebracht. Darf ich ihnen das einmal vorführen.' Ich war total begeistert und er führte vor. Übrigens war meine Mutter auch anwesend, doch bis dahin hatte sie noch kein Wort gesagt. Dann führte er das Gerät vor und was zeigte er mir? Staub – überall. Auf dem Sofa und dem Teppich sowieso. Ich war entsetzt, es sah doch alles so sauber aus. Als meine Mutter merkte, dass ich geneigt war, dieses Gerät zu kaufen, weil der Mann es geschafft hatte, mich zu überzeugen oder sagen wir besser, zu überreden, sagte sie nur zwei Sätze: ‚Zeig mir den Staubsaugervertreter, der keinen Staub findet. Der hätte dann wohl seinen Beruf verfehlt.’ Dem ‚Profivertreter’ fiel das Frühstück fast aus dem Gesicht und ich dachte: ‚Nein, ich möchte dieses Gerät doch nicht haben, denn ich weiß genau, dass ich mich bald über diese sinnlose Anschaffung ärgere und darüber, dass ich f-a-s-t auf dich hereingefallen wäre!’

Samstag, 18. Oktober 2014

Sätze wie:


Das wird doch sowieso nichts!
oder
Das geht doch sowieso schief!
oder
Denk an die Folgen!
oder
Denk an die Kosten!
oder
Das kannst du doch nicht machen!

halten uns nur auf.

Wir würden heute immer noch bei Kerzenschein vor einem offenen Feuer sitzen, könnten nicht in den Urlaub fliegen und ihr könntet jetzt nicht diesen Post lesen, denn der Computer wäre gar nicht erfunden worden, hätten die Menschen stets auf diese Sätze gehört.
Jeder Erfindung geht eine ‚verrückte’ Idee voraus.

Vielleicht sollten wir unsere eigenen verrückten Ideen nicht für ganz so verrückt halten und einfach tun, was wir für richtig halten und uns nicht von anderen Menschen und ihrer Meinung aufhalten lassen.