Donnerstag, 8. Januar 2015

Entsorgt!

Überall liegen sie wieder vor den Haustüren, die Tannenbäume, die zum Fest in unseren Wohnzimmern standen.
Natürlich stellt man sich die Frage, warum müssen diese Bäume für dieses kurze ‚Vergnügen’ der Menschheit sterben? Doch ich möchte nicht über den Sinn oder eben Unsinn dieser Tradition schreiben, sondern eine kleine Geschichte veröffentlichen. Sie stammt nicht von mir, sondern von Christel, die mir hin und wieder einen Beitrag schickt, den ich dann hier als 'Gastbeitrag' einstelle. Die heutige kleine Geschichte erzählt genau von dieser Situation der entsorgten Weihnachtsbäume und passt deshalb hervorragend in diese Zeit:

‚Vor vielen Jahren, als mein Klaus etwa 5 Jahre alt war, wurden kurz nach Silvester die Tannenbäume von ihrem Weihnachtsschmuck befreit und auf der Straße zu einem kleinen Berg aufgehäuft, um dann einige Tage später von der Müllabfuhr abgeholt zu werden.
Klaus schlich immer wieder um den Tannenbaumberg herum und als er es gar nicht mehr ertragen konnte, schnappte er sich eine kleine Tanne, die doch noch ‚wie neu’ aussah und brachte sie nach Hause. Wir haben sein Sparschwein geplündert und Meisenknödel und Meisenringe gekauft und das Bäumchen nun mit Vogelfutter geschmückt. Das Bäumchen wurde dann in einem Steinguttopf befestigt und auf den Balkon gestellt. Klaus streichelte sein Bäumchen und flüsterte: "Siehs'te, wusst' ich's doch, Du musst noch nicht in's Müllauto, Du kannst noch so was Schönes erleben ..."
Zwei Jahre später, Klaus ging schon zur Schule und konnte Lesen und Schreiben - und was machte er? Nach Silvester sammelte er einige der schönsten Tannenbäumchen ein, befestigte sie in Blechdosen, schmückte sie mit Meisenknödeln,  Meisenringen und kleinen Blumentöpfchen mit Fett und Sonnenblumenkernen und schrieb
 ein Schild



VOGELBÄUMCHEN ZU VERKAUFEN’! Nur 4 DM.




Ich finde die Geschäftsidee von Klaus wirklich toll. Er war einerseits gewitzt, doch andererseits hat er sich auch schon in seinen jungen Jahren über unsere Wegwerfgesellschaft so seine Gedanken gemacht und für ein weiteres sinnvolles Leben dieses kleinen Bäumchens gesorgt. Danke, Christel, für diese Erinnerungsgeschichte!


Kommentare:

  1. Was für eine gute Idee, prima Klaus und danke dir Martina, dass du die Geschichte mit uns teilst.
    Nun muss ich zu Chrsitine, um ihre Geschichten ab 23.12 zu lesen.
    Was hat man doch für Arbeit , wenn man seinen Laptop für zwei Wochen verbannt. LGLore

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mensch, jetzt hast du echt Stress, liebe Lore! :-)

      Löschen
  2. tja, so ist es .. Wegwerfgesellschaft - wir schaffen an und werfen weg wenn's nicht mehr passt oder gefällt, oder einfach lästig ist
    apropos .. wir haben uns letzte Weihnachten einen lebenden Christbaum ins Haus geholt, hab ich schon erzählt?
    Sprich, die brachten - ich hatte bis 2.1. meine Freude damit, dann stellte ich ihn sicherheitshalber auf die Terrasse, und am 5.1. haben sie ihn wieder geholt - und eignesetzt
    SO kanns auch gehen :)
    Wünsch dir was Schönes!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. He, das ist eine sehr gute Sache. Wir hatten auch einmal einen, den wir dann anschließend in den Garten gepflanzt haben. Doch leider hat ihm dieser ständige Umschwung wohl nicht gefallen. Er ist dann doch eingegangen. Aber vom Prinzip her finde ich das richtig gut!
      Meine Tochter hat seit dem letzten Jahr einen künstlichen Baum - in erster Linie wegen ihrer Allergie. Ich konnte mich noch nicht dazu durchringen. Sie hat einen wirklich guten gekauft, der nicht auf den allerersten Blick so künstlich aussieht. Wenn sie ihn jetzt für alle Zeiten behält, dann geht es ja. Ansonsten wird der Plastikmüllberg dadurch natürlich noch größer!

      Löschen
    2. Allergie? wogegen? gegen Tannenbäume? hab ich ja noch nie gehört .. hilfe, was es alles gibt

      Löschen
  3. Danke liebe Martina!
    Eine tolle Geschichte ist das und wirklich eine sehr gute Idee!
    Ich wünsch Dir noch einen schönen, gemütlichen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Christel wird es sicher lesen und sich darüber freuen! LG Martina

      Löschen
  4. Hallo Martina,
    mir tut es auch immer leid um die schönen Bäumchen. Früher wolle ich einen ganz toll gewachsenen, ohne Loch wo man inn nächste Zimmer sehen kann, keinen mit zwei Spitzen, nein das ultimative Teil sollte sein. Heute bin ich da viel gelassener und habe Mitleid mit den Bäumchen. Seit ich gesehen habe wie die Bäumchen das ganze Jahr gepflegt werden, da werden alle zwei Wochen wieder andere Gewichte angehängt, damit alles gerade wächst, bin ich doch sehr nachdenklich geworden. Wir werden solange wir hier feiern einen Baum haben, später wenn wir vielleicht nur noch zu zweit sind, kannn ich mich mit einem im Topf anfreunden oder aber mit geschmückten Zweigen - wir werden sehen.
    LG
    Manu

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schau mal, dass mit den Gewichten wusste ich gar nicht. Auch unter den Tannen gibt es nicht nur Models. Aber wenn wir alle eine Model-Tanne wollen, dann finden sich natürlich Menschen, die Model-Tannen 'züchten'. Mann, sind wir blöd! Wieder was dazu gelernt! LG Martina

      Löschen
  5. Liebe Martina,
    ich finde diese Geschichte auch sehr süß - und Klaus clever! :o))
    Bei uns daheim gibt es übrigens schon seit Jahren keinen Christbaum mehr - aus ähnlichen Gründen wie Klaus sie hat: Abgeschnittene Bäumchen tun mir Leid und ich empfinde es als eine Verschwendung, natürliche Rohstoffe für ein paar wenige Tage zu "killen". Ein paar Jahre lang hatten wir lebende Bäumchen, aber bald schon keine Abnehmer mehr dafür. Damals wohnten wir noch in der Stadt, also wohin damit? Auf dem Land hatten wir dann die ersten Jahre einen "Draußen-Baum" - von den Vorbesitzern unseres Hauses gesetzt, ein ehemaliger lebender Weinachtsbaum. Der wurde dann aber zuuu riesig für unseren Garten und mußte ebenfalls weichen, und seither putze ich nur noch den Metall(birn)baum auf, den uns ein Freund geschmiedet hat - und eine abgestorbene Weide, die in unserem Feuerholzkorb steckt ;o)) Meine Tochter ist allerdings Traditionalistin und hat uns bei IHREM Weihnachtsfest ein (echtes) Bäumchen geboten...

    ….._██_
    ╠╣‹(•¿•)›..H A P P Y
    ╠╣..(█)... N E W
    ╠╣.../ I .... Y E A R

    Die allerbesten Wünsche an dich und die Deinen,
    herzlichst Traude

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Schwägerin hat auch einen aus Metall, den sie dann schmückt. Der ist auch schön, aber - genau wie deine Tochter - kann ich im Moment noch schlecht ohne einen echten Baum. Aber ich arbeite daran! ;-) Danke - dir auch ein gutes neues Jahr! Martina

      Löschen
  6. Das ist gar keine schlechte Idee. Vielleicht fällt unsern Kindern das Abschmücken leichter, wenn wir den Baum noch nach draußen stellen für die Vögel. Wir hatten jetzt letztens übrigens im Garten Besuch von einem Grünspecht. Den hatte ich in meinem Leben bis jetzt noch nicht beobachten können. Das war toll. Liebe Grüße Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also, dass gibt es doch wohl nicht. Zuerst kommt 'meine' Taube zu euch und jetzt der Grünspecht. Ich kenne ihn - oder seinen Artgenossen ;-) - aus unserem Garten. Jaaa, der ist schön Ich habe ihn auch beobachtet. Ab und zu schaut er bei uns herein. Aber auch eher selten. LG Martina

      Löschen
  7. Eine tolle Geschichte. Und um auch was Kommentierendes beizutragen, verrate ich meine Gedanken, nachdem ich auch die Kommis gelesen hatte. Sie führte mich dahin
    Das kann man auch auf YT anschauen, vielleicht sollte das jeder sich vor dem Kauf eines abeholzten Baums anschauen, der nur für diesen Zweck gezüchtet wurde und möglicherweise gar nicht in Deutschland. Wie erschreckend so etwas sein kann, sieht man jedes Jahr auf dem Frankfurter Rathausplatz, dort stand mal wieder der größte W-Baum extra per Schwertransport von Österreich nach Hessen gebracht.
    Aber die Geschichte war so schön, ich will da jetzt nicht mit einem dummen Kommentar alles kaputtmachen.
    Die Idee wäre, jeder kauft sich einen Baum im Topf und pflanzt ihn dann in seinen Garten am Rand des Grundstücks. Je nachdem wie groß das Grundstück ist, hat man nach einem Leben mit Tannenbäumen irgendwann einen lebendigen Gartenzaun, also eine lebendige Begrenzung und auch einen Schutz. Ein paar Büschchen braucht es natürlich noch, um das Projekt abzurunden, aber deren Früchte dürfen gerne auch essbar sein. Das wäre dann quasi ein Raum der Liebe, den man da erschafft.
    War jetzt aber nur ein kleiner Gedankenblitz. ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das Einzäunen mit Tannen ist eine gute Idee. Da muss das Grundstück aber echt groß sein, wenn in jedem Jahr ein neuer dazu kommt. Vor einigen Jahren war die Tanneneinzäunung hier in unserem Landstrich übrigens sehr 'in'. Doch die Bäume werden irgendwann so riesig, dass man sich wie in einem grünen Käfig fühlt. Man sieht das heute nur noch selten. - LG Martina

      Löschen
  8. .... jaaaaa, der Klaus, genau meine Gedanken! Aber das weißt du ja schon und ich finde es nicht schlimm, dass du noch nicht "ohne" kannst !!!!
    Die Idee mit dem anschließenden Einpflanzen ist klasse, ABER es gelingt gaaaanz selten !!!!
    Wir hatten dies ja auch versucht und mußten uns belehren lassen, dass die Bäumchen dies eigentlich nicht gut schaffen ;-(
    :O) .....

    AntwortenLöschen