Samstag, 17. Januar 2015

Vor dir ziehe ich meinen Hut …

Bild in Originalgröße anzeigen.. sang uns Udo Lindenberg. - Früher, als die meisten Männer noch Hüte trugen, lüpften sie diesen kurz, um jemanden zu grüßen. Ich erinnere mich genau an meinen Vater. Er machte das wie selbstverständlich und wie alle anderen Herren auch – mit einer kleinen Verbeugung. Heute sieht man es immer seltener, höchstens noch bei den Kavalieren der alten Schule und überhaupt: Wer trägt noch Hut. Doch warum nahmen die Männer den Hut kurz vom Kopf? Dieses Verhalten stammt noch aus der Ritterzeit. Wer seinen Gesichtsschutz abnahm und sein Gesicht zeigte, der signalisierte: ‚Ich komme in Frieden’.




Kommentare:

  1. Meine Gedanken gingen da zu den Gotteshäusern, wo es ja lange Zeit noch so war, dass es sich genau umgekehrt verhielt. Der Mann legte seine Bedeckung ab, die Frau nicht.
    Ich denke da (leider) an die Bibel, genauer gesagt das Neue Testament. Ich will es aber nicht zitieren, was ich da im 1. Korrintherbrief in wager Erinnerung habe....
    Naja gut, ich habe gerade in meiner kleinen Bibel nachgeschlagen. Es fängt bei 11, 1 an und endet mit 11,16, was ich jetzt tatsächlich zitiere, weil hier die Kernaussage liegt:
    "Wenn aber einer meint, er müsse darüber streiten: WIR und auch die Gemeinden Gottes KENNEN EINEN SOLCHEN BRAUCH N I C H T."
    Und jetzt zücke ich meinen virtuellen Hut. ;-)

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    1. Ich wiederum ziehe meinen Hut vor deinem Wissen, denn ich gestehe, dass ich diese Bibelstelle zunächst einmal nachlesen musste. Natürlich kann ich mich noch gut erinnern, dass die Frauen die Hüte nicht absetzten - wenn ich mich recht erinnere, nur dann, wenn sie zum Abendmahl gingen und dann fielen die Haarnadeln aus den Haaren, denn alle trugen einen Dutt. Ich frage mich nur gerade, ob diesen Männern und Frauen diese Bibelstelle bekannt war oder ob man es nur so machte, weil es die Generation davor auch so gehalten hat. Und dann wurden die Männer und Frauen natürlich auch räumlich getrennt. Links die Männer - rechts die Frauen. Oder war es anders herum? Sag mal, Jesus trug sein Haar doch lang - wie verträgt sich das denn mit dem, was Paulus schreibt? Ich bin verwirrt! Gut, dass es da den von dir groß geschriebenen Satz gibt!

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    2. Nun, erstmal denke ich das Paulus von Tarsus (der Schreiberling des Briefs) nie Jesus kennengelernt hat, letztendlich war er ja zu Jesus Lebzeit ein Pharisäer.
      Dann muss man abwegen, was früher als "normal" und was als "langes" Haar für wen galt. Unumstritten waren die Haare von Johannes (der Täufer) wohl lang, da er Nasiräer [Nadzir von hebr. Nasir wohlgemerkt = Asket] war. Die Juden dagegen trugen ihr Haar eher kurz.
      Im o.e. Korrinther-Brief steht unter 14 ein wichtiges Wort: "Natur". Damit wird wohl auf die natürliche Beschaffenheit [Physis] angespielt. Und ich denke, wenn man wie Jesus durch die Lande zieht, dann wird die natürliche Beschaffenheit ihren Tribut zollen, bei den Haaren auf dem Kopf und im Gesicht.
      Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Darstellungen von Jesus überzogen sind. Mag sein, dass er halblanges Haar von Zeit zu Zeit trug, aber niemals wohl über die Schultern.

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    3. Oh ja, da hast du recht. Wieder einmal nicht darüber nachgedacht: Natürlich waren die Haare von Jesus deshalb länger und er trug einen Bart, weil er auf Pilgerschaft war. Wie blöd kann man sein?!?! - Beschäftigst du dich viel mit der Bibel? Es hat den Anschein. Aus dir wäre bestimmt ein guter Priester geworden, weil du einen guten Ansatz hast und es verstehst, die Worte zu entschlüsseln!

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    4. Und ich denke eigentlich nur einfach. Auch in Bezug auf die Bibel. Ich hab sie halt gelesen, soll noch so Leute geben ;-) Bei mir war es Glück, ich war zu der Zeit noch jung, hatte einen Sonnenstich und 3 Tage Bettruhe in einen abgedunkelten und kühlen Raum verordnet bekommen; dieser fand sich damals nur in From des elterlichen Schlafzimmers - und da gab es nur ein Buch, die Hausbibel eben.
      Später habe ich mich dann noch mal ein wenig mehr, aber auch vor allem langfristiger damit auseinandergesetzt, u.a. habe ich mir erst mal eine anständige Version der Bibel beschafft und war sogar in einer ökumenischen Meditationsgruppe. Heute - so wie auch schon vor 15 Jahren - lese ich nur noch die Losungen der Brüdergemeine aus Hernshut, allerdings täglich.
      Ursprünglich wollte ich übrigens Theologie studieren. Aber wenn man autodidaktisch angehaucht ist, kann man wenig gelernt bekommen, außer eben im Eigenstudium.

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    5. Du wärst sicher ein zweiter Drewermann geworden!!! Ich muss sagen, die Sache mit den Losungen finde ich richtig gut. So wird man in kleinen Schritten an die Bibel herangeführt. Man fragt sich sonst oft: Wie liest man die Bibel 'richtig'. Wobei ich weiß, dass es da kein richtig oder falsch gibt. Du hast mich überzeugt: Das Jahr ist noch frisch. Ich kaufe mir auch diese Losungen und beginne ab sofort, sie täglich zu lesen. Mal schauen, inwieweit ich Zugang dazu bekomme! Danke für deine Kommentare und den Hinweis mit den Losungen. Er war für mich sehr wertvoll!!!!

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    6. Am Drewermann kommt keiner ran! ;-)
      Aber an die Losungen jeder. Wenn man 4 Jahre lang die Losungen inkl. der 1. + 2. Lese "studiert", dann hat man die gesamte Bibel so gesehen durch. Ich muss aber gestehen, dass ich das nur 1 Jahr lang wirklich jeden Tag durchgezogen habe. Mir waren die 3 "Losungen" meist genüge, um darüber nachzudenken, gelegentlich eben auch vor und nach dem Text zu lesen, also wieder "Eigenstudium" mit Inspiration allerdings.

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  2. Oh MANN, wegen Alexander bin ich jetzt nicht die erste hier *****
    Ich musste ja auch erst mal alle meine Haarnadeln zusammen suchen ;-)
    und als ich eben hier las, fiel mir ganz spontan, nee nicht die nächste Haarnadel runter, sondern die Sendung "UNSERE KLEINE FARM" ein !!!!!
    Da sehe ich sie ganz genau vor mir, als sie alle zwischen den Holzbänken standen, Frauen mit teilweise recht großen Hüten und die Männer dezent daneben, den Hut in Händen haltend.
    Jetzt hätte man ja auch auf den Gedanken kommen können, Männlein`s würden dahinter was verstecken, ach neeee jetzt schweife ich doch wieder ab *tsssss
    Das ist bestimmt der Hermann schuld, ei uns ist heute schönster Sonnenschein und ich muss jetzt aber ruckzuck wieder raus und bin heute abend wieder zur Stelle,
    bis dahin sonnige Grüße von hier :O)

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    1. Oh ja, die kleine Farm hab ich auch geschaut und du hast recht. Ich sehe es auch genau vor mir, wie sie sich in der Kirche verhielten. Du, die kannten diese Bibelstelle wohl ;-)! Bei uns scheint auch die Sonne und die Vögel zwitscherten heute morgen schon. Das war (ist) soooooo schön!!! Und sei nicht traurig: Man kann nicht immer die Erste sein - aber immer öfter!!!! So wie ich heute, wollte ich nur noch einmal erwähnt haben!!!! ;-))))) Genieß das schöne Wetter - heute Abend gebe ich keinen Senf ab, da schaue ich nämlich eine Komödie, eine Laienaufführung! Ich freu mich schon. Bis zum nächsten Wortwechsel!!!! HIHIHI Martina
      P.S.: Hoffentlich wird es nicht so voll, obwohl, wenn da wieder dieses Busunternehmen mit der Reisegesellschaft vorfährt!!!!!

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    2. oh, oh ....
      kam es an, das Reisunternehmen samt Busgesellschaft ??
      :O) .....

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  3. Also mir ist bekannt das der militärische Gruß aus der Ritterzeit stammen soll,das war damals das hochklappen des Visieres.Was Hüte angeht da oute ich mich als Fan ich mag Hüte,Hab sogar einen Zylinder und einen Strohut.Warum Männer immer weniger Hüte tragen und warum es aus der Mode kam.Ich habe dazu die Theorie das es im Industriellen Zeitalter anfing,auf Arbeit nen Hut zu tragen war wohl unpraktisch,außerdem waren solche Hüte auch wahrscheinlich nicht grade billig.So das man nach und nach zu den Arbeitermützen über ging.So wurde dann aus dem Hut die Kappe,und irgendwann ist man dann dazu über gegangen keinen Hut mehr zu tragen,weil es aus der Mode gekommen war.Die Kopfbedeckung war aber auch schon immer ein Statussymbol.So das war mein Beitrag zu den Hüten.
    LG Ingo

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    1. Hallo Ingo! Du trägst Zylinder und Strohhut. Das finde ich grandios. Den Strohhut und die Anlässe kann ich mir ja vorstellen, doch wann trägst du den Zylinder? Mein Vater besaß auch einen. Er trug ihn damals bei seiner Trauung. Ich sehe das Bild genau vor mir, wie er dort stand mit seinem schwarzen Anzug und dem Zylinder in der Hand - und weißen Handschuhen. Der Zylinder ist heute wirklich kaum noch zu sehen. Er wird nur von den Trägern bei Beerdigungen getragen. Sonst begegnet er mir nirgendwo mehr. Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße! Martina

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  4. Hallo Martina,
    Hut hin oder her. In der großen Stadt gibt es doch tatsächlich noch einen Hutladen. So wie in den 60er Jahren, genauso schaut er aus. Mit so Metalständern in der Auslage und darauf alle möglichen Hüte. Der Mann und ich stehen oft davor und fragen uns wer da wohl noch einkauft? Jetzt kenne wir die große Stadt beide schon seeeehr lange und alles hast sich geändert, nur dieser Laden den gibt es noch und ich wette mit genau den selben Hüten. Wahrscheinlich schließt der Laden erst, wenn alle verkauft sind. *g*
    LG
    Manu

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    1. In unserer Kleinstadt gibt es auch so einen alten Laden. Das letzte Mal habe ich ihn betreten, als meine Mutter eine Kopfbedeckung für den Winter suchte - ich glaube, das liegt jetzt auch schon 15 Jahre zurück. Verändert hat sich seitdem in diesem Laden - augenscheinlich - nichts. Ich weiß auch nicht, wovon die noch existieren können. LG Martina

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