Sonntag, 1. Februar 2015

'Auf den Hund gekommen' zu sein, ...

... bedeutet: Finanziell oder in anderer Hinsicht arm dran sein, oder eben: heruntergekommen zu sein. Doch woher kommt diese Redewendung?

Wie ich herausfand, ist die Herkunft nicht sicher, weswegen sich viele Möglichkeiten der Deutung ergeben. Und so hat diese Redensart der menschlichen Phantasie wahre Flügel wachsen lassen. 

    Die folgende Erklärung ist die am häufigsten anzutreffende:
Als es noch keine Banken im heutigen Sinn gab, war es gang und gäbe, sein Vermögen in massiven, mit vielfältigen, zum Teil sogar versteckten Schließmechanismen ausgestatteten Holztruhen aufzubewahren. Diese waren im Inneren, also auch auf dem Boden, mit figürlichen Darstellungen (z.B. eben Hunde) zum Schutz vor Unglück oder auch zur Mahnung verziert. War aber allen guten Wünschen und Vorsätzen zum Trotz das Vermögen aufgebraucht, wurde der Truhenboden wieder sichtbar und man war auf den Hund gekommen.
Erklären lässt sich die Redewendung weiterhin mit der Bedeutung des Hundes als Zugtier. Händler, Hausierer, arme Bauern oder wer sonst etwas zu ziehen hatte, sich aber keine Pferde, keinen Ochsen oder wenigstens Maultiere (mehr) leisten konnte, spannte einen Hund vor. Ein weiterer sozialer/wirtschaftlicher Abstieg war nur noch möglich, wenn man sich selbst vor den Karren spannen musste. Hundegespanne prägten so sehr das Alltagsbild, dass sie im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert sogar Gegenstand polizeilicher Verordnungen waren, die vor allem sicherstellen sollten, dass die Tiere nicht zu sehr geschunden wurden.
Oder wie wäre es hiermit: Im Bergbau hießen die Förderwagen 'Hund' (Hunt). Ein Bergmann, der sich etwas zu Schulden kommen lassen hatte, musste als Strafe den Hund ziehen - und verdiente weniger Geld. Auch hier steht die Redewendung wieder für einen wirtschaftlichen und/oder sozialen Abstieg. Allerdings wurden für gewöhnlich die Lehrlinge zum Ziehen der Wagen verdonnert und dann 'Hundejungen' genannt. - Allerdings verwirft schon das Deutsche Bergwörterbuch aus dem Jahr 1871 diese Erklärung als wohl kaum zutreffend.
Und? Welche der Varianten favorisiert ihr?




Quelle und Foto: redensarten.net 

Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    wenn ich ehrlich bin, gefällt mir die erste Variant am besten.
    Allerdings leuchtet die Variant zwei auch ein und könnte realistisch sein.
    Einen schönen Sonntag wünscht
    Irmi

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    1. Eins ist auch mein Favorit, nur weiß keiner, ob es wirklich so ist! LG Martina

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  2. Hallo Martina,
    oha, ich bin mal vor der "Senffrau" da und darf einen Kommentar abgeben. Und nun muss ich gestehen, dass mir ??? überm Kopf stehen. Bei uns sagt man das immer, wenn sich Jemand einen Hund ageschafft hat. Wahrscheinlich kannte hier keiner die Bedeutung und es hat sich was falsches eingebürgert. Nun kann ich ja in Zukunft "klugscheißern"
    LG und einen schönen Sonntag
    Manu, die nun gleich Abendessen macht, denn die Männer kommen gleich vom Schneeschippen rein.

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    1. Oh weh, da bin ich ja gespannt, was die 'Senffrau' hier zurück lässt, wenn sie davon erfährt. Wie kannst du nur!?!?! Und ich darf es gleich wieder ausbaden!!! Lach!!!
      Bei uns sagt man es auch so, wenn sich jemand einen Hund zugelegt hat, doch die Bedeutung ist eigentlich eine andere. Nur leider weiß keiner, welches die Ursprüngliche war. Aber mit diesen drei Varianten schindest du bestimmt Eindruck!! - Dann musst du deinen Männern aber etwas Deftiges zu essen machen, bei den Schneemassen, die sie bewegen müssen! Einen schönen Sonntagabend! Martina

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  3. Hallo Martina,
    die Hundegespanne klingen plausibel. Ist aber insofern interessant, dass es mehrere Erklärungen gibt und dass die Herleitung nicht eindeutig ist. Denkbar wäre auch noch, dass weitere Erklärungen noch weiter zurückreichen als im 19. Jahrhundert.

    Gruß Dieter

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    1. Ja, das wäre denkbar. Bis es eindeutig geklärt wird, müssen wir halt weiter spekulieren! Danke und LG! Martina

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  4. ALSO; ES IST JETZT NICHT ETWA SO; DASS ICH MICH IN IRGENDEINER WEISE ANGESPROCHEN FÜHLE , GELL DU DA IM GELBEN HAUS AM ENDE DER STRASSE *TSS
    also die Jugend heutzutage !!!!
    Wenn die mal nicht zum Hund kommen *grins*
    und liebe Martina, ein bisschen mehr Mühe könntest du dir bei deinen Recherchen schon geben ** Was soll ich denn jetzt meinen Enkeln erzählen, woher die Hundesache kommt ????
    :O) .....

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    1. Neeeee, die hat dich auf keinen Fall gemeint, also die vom Ende der Straße meine ich. Neeeee, du, niiiiieeeeemals!!!! Soll ich den Post dann wohl lieber wieder löschen - wegen der nicht vollständigen Recherche, meine ich??? Oder willst du selber vielleicht auch nochmal - wegen der Enkel meine ich??? Oder lassen wir es so dabei und du erzählst ihnen vielleicht gar nichts davon, bis sie alt genug sind, selber danach zu forschen - oder wie jetzt????

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    2. ... ich will mal alle Augen zudrücken und sage, lass mal !!!!
      Ich meine lass den Post mal, aber wenn ich irgendwo auch nur einen Hauch von Hinweis finde, dann melde ich mich umgehend bei dir !!!!!
      Und die Enkel, die sollen erst mal kommen und dann erzähle ich ihnen viel lieber von Kathrin und ihrer Oma
      :O) .....

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    3. Oh, das wäre schön, wenn du ihnen davon erzählst. Gut, dann lasse ich den Post! Was mich dann noch interessieren würde: Hast du etwa auch die Hühneraugen zugedrückt? Mann, dass waren dann bestimmt einige - vom Walken, meine ich!!!!
      HIHIHI

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    4. ....... nee Hühneraugen hab ich zum Glück nicht, weder draußen im Garten noch an den Füßen *hihi*
      du könntest doch bitte deine Geschichten und Gedichte in einem Büchlein bündeln.
      Hast du schon ma darüber nachgedacht ?
      :O) ....

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    5. Ja, darüber habe ich schon nachgedacht. Es gibt auch schon ein kleines Büchlein mit meinen allerersten Geschichten - und dann giab es den Versuch, eine Geschichte in einem Buch zu veröffentlichen "Alles geschieht, weil es geschehen muss". (Siehst du rechts im Feld die roten Pfeile? Wenn du auf 'Klick hier' klickst, kannst du das Büchlein sehen.) Ich wurde schon von Regina auf die Oma-und-Kathrin-Geschichten angesprochen. Das wird wohl mein nächstes Projekt. Die einzige Möglichkeit der Veröffentlichung ist die über z. B. BOD, wo man alles selbst macht, denn einen Verlag findet man nicht. Wenn es soweit ist, dann werde ich das in jedem Fall hier im Blog bekannt geben. Und die Gedichte?! Das sind noch viel zu wenige für einen eigenen Gedichtband. Sie gelingen mir auch nur sehr selten. Vielleicht kombiniere ich mal Geschichten und Gedichte. Schauen wir mal, was noch so kommt!

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