Freitag, 20. Februar 2015

Warum nannte man ein 5-Mark-Stück auch ‚Heiermann’?

Das Fünfmarkstück galt vor 1914 als übliches Handgeld für angeworbene Seemänner. Heiermann fußt also auf dem Begriff ‚Heuer’. Das Handgeld machte den Dienstvertrag verbindlich.
‚Heuer’ wiederum bedeutet ‚Lohn des Matrosen’. Der Begriff geht zurück auf das mittelniederdeutsche Wort hür(e) ‚hure’, (mittelhochdeutsch ,’hûr’), was gleichbedeutend ist mit Miete, Lohn oder Pacht. 
(Diese 'Damen' bekamen früher für 'einmal in die Heia gehen' 5 Mark. Daher stammt dieser Ausdruck, den wir heute oft noch benutzen, wenn die Kinder ins Bett sollen: Ab in die Heia! :-0)
Es gilt aber auch, dass ‚hei’ in der Händlersprache die Bezeichnung für ‚fünf’ ist, wobei dieser Ausdruck wahrscheinlich von ‚he’ = fünfter Buchstabe im hebräischen Alphabet abstammt.
Der erste Teil des ‚Heier-manns’ ist somit geklärt. Der zweite Teil, das Anhängsel ‚- mann’, bezeichnet in der regionalen Umgangssprache des Ruhrgebiets, aber auch darüber hinaus nicht nur Personen, sondern auch Gegenstände und Sachen. Schon im 18. Jahrhundert gab es Münzen, die ‚Fettmännchen’ oder ‚Petermännchen’ genannt wurden.
‚Henkelmann’ nennen wir ein Gefäß zum Transport von Speisen, die man zur Arbeit mitnimmt (oder mitnahm), und unter einem ‚Blaumann’ verstehen wir Arbeitskleidung in der charakteristischen Farbe.
Etwa ab 1900 lag den Deutschen der ‚Heiermann’ auf der Zunge. Und wenn heute auch kaum noch einer weiß, woher das Wort für den Fünfer kommt, wird es noch immer benutzt. Selbst der Euro scheint dem ‚Heiermann’ (noch) nicht den Garaus gemacht zu haben.


Quelle: ‚Heiermann online’

Kommentare:

  1. Also das habe ich ja noch nie gehört, sehr interessant und originell ;-))
    ♥lich Grüße

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    1. Kanntest du den Ausdruck gar nicht, Jutta? Dann ist er vielleicht nur in meiner Gegend bekannt. So wie das Klümpchen?! ;-)

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  2. Schön, was Du da herausgesucht hast. Weckt Erinnerung. Liebe Grüße Eva

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    1. In der Tat, heute gibt es kein 5-Euro-Stück mehr. LG Martina

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  3. Und das nächste Mal bitte den Begriff "Zwickel" für ein 2-DM-Stück erklären. Das hat den Euro überlebt, ist jetzt nur formal doppelt so viel wert.
    Ich befürchte aber, dass dies ein Begriff aus dem Fränkischen ist.

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    1. Da hast du wohl recht, ich kenne zwar den Ausdruck 'Zwickel', doch in einem völlig anderen Zusammenhang. Dass das 2-DM-Stück so genannt wurde, dass habe ich noch nie gehört!

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    2. Alexander hat Recht, Martina - der "Zwickel" ist ein fränkischer Ausdruck für ein Zweimarkstück. Ich habe meinen Mann gefragt, woher dieser Audruck stammt (er ist gebürtiger Nürnberger ), aber DAS weiß er leider auch nicht...
      Liebe Grüße Christine

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  4. Hallo Martina,
    ich habe mir einen "Heiermann" aufgehoben, weil ich den so schön fand! Der Begriff war mir bekannt, der Hintergrund aber nicht, danke dir!
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
    Regina

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    1. Es könnte sein, dass mein Mann auch noch einen hat. Doch die Bedeutung i. S. 'Heia' war mir auch völlig neu - ich musste echt darüber schmunzeln! LG Martina

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  5. Liebe Martina,
    sofort musste ich an meinen Vater denken, der auch immer von einem "Heiermann" sprach, wenn er ein Fünfmarkstück hatte. Die Sache mit drn Seeleuten erzählte er mir auch. Aber ich habe
    schon lange nicht mehr daran gedacht. Danke, dass du meinen Erinnerungen wieder auf die Sprünge geholfen hast.
    Einen guten Start ins Wochenende wünscht dir
    Irmi

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    1. Bei mir war es auch so. Bei dem Begriff Heiermann kam mir sofort mein Großvater ins Gedächtnis! LG Martina

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  6. Die Bedeutung des "Heiermanns" haben uns vor Jahren mal unsere Freunde aus Hamburg erkärt. Daran gedacht habe ich lange nicht mehr - vielleicht, weil es keine 5-Euro-Münzen gibt...
    Ich wünsche Dir ein schönes, erholsames Wochenende!
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Das habe ich zu Beginn auch bedauert, dass es kein 5-Euro-Stück mehr gibt. Heute ist es halt so! LG Martina

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  7. Liebe Martina,
    also das ist ja eine spannende Ableitung! Ganz besonders interessant fand ich übrigens auch die "gestrichene" Passage... ;o))
    Ganz liebe Rostrosengrüße
    von der Traude

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    1. Ganz abgesehen davon, dass ich überhaupt kein Fan der Babysprache bin: Die Bedeutung kennt wohl kaum eine Mami! LG Martina

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  8. Hallo Martina,
    schon wieder was neues gelernt, den Begriff kannte ich nicht. Aber die 5 Mark Stücke sind mir noch wohl bekannt - die sammtelte meine Mutter immer für etwas besonderes.
    LG
    Manu

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    1. Ach, dann weiß ich auch, woher du das hast. Ist - oder war - es nicht so, dass du 2-Euro-Stücke gespart hast? Als mein Mann und ich das Rauchen aufgegeben haben, haben wir zu Anfang auch an jedem Tag 5 DM in ein Sparschwein getan, weil wir exakt diesen Betrag täglich einsparten. Doch wie das so ist: Irgendwann macht man es nicht mehr - und weg ist das Geld für andere Dinge!

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  9. schöne Erklärungen, ich gestehe so einiges davon war mir auch nicht bekannt, Danke..nun - ein wenig schlauer..und: neeein, ich wette auch, dass die heutigen Mamas - egal wie alt - den Ausdruck und deinem durchgestrichenen:)) ganz sicher nicht kennen...

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    1. Nein, ich glaube es auch nicht, dass sie davon wissen! Danke für deinen Besuch und den Kommentar! LG Martina

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  10. Den Heiermann hattest du mir schon mal erklärt, als ich ihn in einer deiner schöööönen Geschichten nicht kannte. Aber von Fettmännchen und Petermännchen als Münznamen hab ich ja noch niiiiiieeee gehört *tss
    Den Blaumann kennen wir auch, und Henkelmann, nee den gibt`s hier nicht.
    ABER am meisten wundert mich doch der durchgestrichene Text *tss
    :O) .....

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    1. Echt? Mensch, bin ich vergesslich. Das weiß ich gar nicht mehr, dass ich den Begriff in einer Geschichte verwendet habe. Unglaublich!! Henkelmann kennste nich? Wie heißt es denn bei euch, dieses kleine Töpfchen aus Metall mit Deckel zum fest verschließen, in dem man (und auch frau) das Mittagessen mit zur Arbeit transportiert, um es dann dort zu erwärmen - und sag jetzt bitte nicht: Topf!!!!!

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    2. Oh weia, wir haben solche Töpfe nicht !!!!
      Martina ich muss dir jetzt die aktuelle Begebenheit erzählen. Während ich schreibe ist Sohnemann in der Küche und GG am Fernseher und ich stelle ihnen deine Frage.
      Kommt aus der Küche : LUNCHBOX und aus der anderen Ecke vorm Fernseh, nee das ist doch ein Fresspaket !!!!
      Fast fünf Minuten später, können sie mir immer noch keine genauere Auskunft geben !!!!
      Was soll ich da jetzt sagen, äh schreiben *amkopfkratz*
      :O) .....

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    3. So, jetzt reichts mir aber. Gehört das Saarland eigentlich noch zu Deutschland. Pass mal auf, so ein Henkelmann wird auch 'Döppen' genannt aber klar, dass kennt das liebe Fräulein und seine gesamte Bagage natürlich auch nicht. Deshalb kommt jetzt hier grau auf weiß, was die gute alte Tante Wiki dazu sagt und dann ist Schluss mit diesem Thema: Haben wir uns verstanden? Sonst werde ich aber ungemütlich, du, aber sowas, von. So, jetzt lies, damit du auch endlich weißt, worum es geht. Meine Güte bist du schwer von Kape Karpe Cappee - Mensch, keine Ahnung, wie man das schreibt:
      Ein Henkelmann (auch Döppen, Düppe oder Mitchen) ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen heute eher ungebräuchlichen Behälter aus Blech (teilweise emailliert), in dem arbeitende Menschen früher ihr zu Hause zubereitetes Essen verpackten, um es zum Arbeitsplatz zu transportieren und ohne Umfüllen im Wasserbad oder unter Einwirkung von Wasserdampf aufwärmen zu können. - Ich lach mich schlapp: Wo arbeitende Menschen .... früher. Ein ganz wichtiges Wort in diesem Zusammenhang: Früher!!

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    4. So du da, du Liebe,
      soll ich dir mal was verraten : unser süßes kleines Schweinchen SAARLAND war in der Tat auch mal eine zeitlang FRANZÖSISCH !!!!!
      und weißt du warum ich Schweinchen schreibe ?????
      NEE ????? - dann schau mal auf eine Landkarte und wenn du das Schweinchen gefunden hast, schau mal gaaaanz genau, am besten mit Lupe (weißt du was eine Lupe ist ?????) an des Schweinchens Schnäuzchen, denn da, DA WOHNEN WIR !!!!! und das ist sowas von direkt an Frankreich,
      und da gab und gibt es keine Henkelmänner, oder wie die früh arbeitenden Männer bei euch heißen, die Döppen und Düppen und Mitchen *tss
      Die blechernen und teilweise emaillierten Dingens da. Frag mich aus was der andere Teil bestand ?? vielleicht aus Seemannsgarn geklöppelt ????
      und wo hatten die denn das Wasserbad und den passenden Dampf her ????
      Du glaubst aber auch echt alles, was Tante Wiki ( die gute und Achtung: ALTE !!!!! ) schreibt *kopfschüttel*
      :O) .....

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