Donnerstag, 30. April 2015

In jeder Nacht …

… zwischen 1 und 2 Uhr springt der Bewegungsmelder an der Haustür an. Der Grund: Der Zeitungsbote steckt die Zeitung in den Briefkasten. Ich kenne einige, die, wenn sie nachts nicht schlafen können, aufstehen, sich die Zeitung holen und sie lesen – mitten in der Nacht.
Bildergebnis für gif kostenlos zeitungMein Mann steht extra früh auf, um morgens ausgiebig und in aller Ruhe die Zeitung zu lesen und wehe, wenn sie dann nicht da ist, weil der Zeitungsbote erkrankt ist oder Urlaub hat und die Vertretung das Objekt der Begierde erst morgens um 7 oder gar 8 Uhr bringt, dann läutet das Telefon in der Redaktion und es hagelt Beschwerden.
Das gehört zu den Dingen, die sich in den letzten Jahren sehr gewandelt haben. Denn wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, da war das noch ganz anders. Morgens in aller früh zog ‚Opa Meier’ mit seinem Fahrrad – voll beladen mit den Zeitungen los. Ich glaube, er war für das ganze Dorf zuständig und es war eine Schwerstarbeit für ihn, denn wir wohnen sehr gebirgig und er musste nicht nur rechts, sondern auch links den Berg hinauf schieben. Wenn er dann irgendwann am späten Vormittag mit einem hochroten Kopf unsere Straße herauf kam, war immer noch Zeit für ein kleines Schwätzchen mit meinem Opa. Der wartete aber auch gar nicht ungeduldig auf die Zeitung, las sie irgendwann am späten Nachmittag. Es war – neben dem Radio – die einzige Verbindung nach ‚draußen’. Wenn man heute nicht gleich in der Früh die Neuigkeiten liest, haben sie sich schon überholt oder man hat sie 1000fach an anderer Stelle gehört.
Wir hatten zwar schon ein Auto, als ich Kind war, doch damit fuhr mein Vater zur Arbeit. Er war sowieso der einzige mit einem Führerschein. Das bedeutet, ‚wir saßen in unserem kleinen Dorf fest’ und waren quasi von der Außenwelt abgeschnitten.

Heute sage ich oft: Ohne Auto möchte ich hier nicht leben, denn man fühlt sich wirklich wie eingesperrt. Meinen Großeltern war das egal. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass sie den Drang hatten, mit dem Bus in die nächste Kleinstadt zu fahren. Das machten meine Mutter und ich ab und zu – aber das ist eine andere Geschichte!


Kommentare:

  1. Ach ich lese manchmal erst Tage später die Zeitung . Und das macht mir garnichts , aber verzichten kann ich nicht darauf .
    Wir kaufen die Zeitung selbst . In der Woche hat mein Mann sie dann den ganzen Tag .
    Ja wenn ich dann Spätschicht habe , bin ich zum Lesen nicht mehr in der Lage .
    Wochenende sitzt er auch gleich drüber , obwohl Frühstück ist . Ich meine immer , es sei doch den ganzen Tag noch Zeit , nein da geht bei ihm nichts .
    So hat halt jeder sein Ritual und Umgang mit den Medien .
    Ich lese im Internet oder bekomme was im Fernsehen oder Radio mit . Manchmal eben auch nicht . Aber echt , es sind so viele Schreckensmeldungen , das will ich manchmal garnicht alles wissen .
    LG JANI

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    1. Die Schreckensmeldungen überall, die erschrecken mich auch und ich mag auch manchmal nicht hinsehen. Auf die morgendliche Zeitung bin ich nicht so 'verrückt' wie mein Mann. Oft lese ich auch nur die Überschriften. Meine Mutter las die Zeitung - als sie älter war - immer von hinten. Weißt du warum? Dort standen die Todesanzeigen und das interessierte sie immer sehr! - LG Martina

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  2. Hallo Martina,
    unsere Zeitung kommt immer so morgens um 4 Uhr.
    Auch bei uns hatte meine Mutter keinen Führerschein und mein Vater hatte das Auto, um damit zur Arbeit zu kommen. Ich merke jetzt mit meinem Gips, welche Freiheiten ein Auto doch verleiht. Da ich jetzt nicht selbst fahren kann, bin ich auf meine beiden Männer (Peter und Timo) angewiesen. Naja, in zwei Wochen hat sich das wieder erledigt, dann ist der Gips wieder ab.
    LG
    Astrid

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    1. Ach ja, du Ärmste mit deinem Gipsarm. Erstaunlich, dass du noch so gut schreiben kannst. Es ist schon ganz schön nervig, wenn man so eingeschränkt ist. Wie gut, dass es bald vorüber ist. Doch wenn der Gips abkommt, ist es zunächst ein sehr komisches Gefühl. Gute Besserung! Martina

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  3. Juchhhhhhuuhhhhh ich bin da *lach*
    Liebe Martina,
    diese frühe zeitundssucht scheint wohl ein Männerleiden zu sein *grins*
    Mein Mann liest morgens auch gerne ausgiebig die Zeitung. Mir ist meine Zeit dazu viel zu schade *grins*, das wichtigste höre ich im Radio und vieles interessiert mic auch nicht.
    Da bin ich doch lieber in Blogland unterwegs.
    Ja und was die Zeit vor der heutigen betrifft. Manchmal wünsche ich mir zurück.
    Durch das völlige Überangebot an allem möglichen und den "Druck" auch nur nichts zu verpassen, hetzte so viele durch den Tag und vergessen das Einfache und Wesentliche.
    Klar ist der Alltag durch Auto, Telefon usw einfacher und vielfältiger, aber sind die Menschen heute zufriedener ????? Ich würde sagen : NEIN !!!!!
    Kürzlich las ich einen Bericht, dass es nie soooo viele Urlaubstage und Freizeit gab wie in unserer Zeit, warum klagen dann alle, sie haben keine Zeit ??!!
    Oje, ich könnte mich jetzt hier rein steigern und dann würde der Kommi wieder Überlänge bekommen. Du kennst mich ja mittlerweile etwas *ganzbreitgrins*
    Also sende ich mal ab und hüpfe zum nächsten
    :O) .....
    ah, die Antworten zu deinem Kommi bei mir gebe ich auch später noch dort *o*

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    1. Ach, Fräulein Renate, dein Kommi ist ja länger, als der Post. Musst du denn i m m e r soviel quasseln?!?!? Meine Großeltern sind NIEMALS in den Urlaub gefahren und sie haben es auch nicht vermisst. Sie kamen wirklich kaum aus dem Dorf heraus - gestört hat es sie nicht. Im Gegenteil, sie waren immer seeeehr aufgeregt, wenn sie irgendwo hin mussten. Da war eine Autofahrt ein paar Dörfer weiter schon ein echter Ausflug. Auch sonntags machten sie keinen Ausflug - nur einen Sparziergang durch den Ort. Es war schon ein völlig anderes Leben. Sie haben viel und hart gearbeitet und einfach gelebt, doch sie waren glücklich und zufrieden. Stress? Was ist das würden sie wohl fragen. Ach ja, die gute alte Zeit - nicht alles war besser und ausnahmslos gut, aber schlecht war sie auch nicht, diese Zeit - die schlimmen Kriegsjahre mal ausgenommen! Dann schau ich später mal bei dir vorbei, was du zu meinem NETTEN Kommentar geschrieben hast - grins!!! LG Martina

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    2. Genau, deine Grosseltern sind mir seeeehr sympathisch !!!!
      Seit wann gibt es überhaupt das Wort STRESS ???? Auf welche Fragen man manchmal kommt *tss
      :O) .....

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    3. Ich glaube, 'Stress' ist wirklich ein Wort der Neuzeit. Ob man es heraus bekommt, wann es 'aufkam'? Keine Ahnung! Einen stressfreien Tag! LG Martina

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    4. Ich habs gefunden:
      Der Begriff Stress wurde erstmals von Cannon (1914, zit. nach Lazarus & Folkman, 1984) in Bezug auf Alarmsituationen verwendet. Basierend auf diesen Arbeiten formulierte Hans Selye (1936, zit. nach Lazarus & Folkman, 1984) Stress als körperlichen Zustand unter Belastung, welcher durch Anspannung und Widerstand gegen äußere Stimuli (Stressoren) gekennzeichnet sei – das generelle Adaptationssyndrom
      :O)

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    5. Mensch, Fräulein Renate, du überrascht mich immer wieder.
      DU KANNST JA AUCH S C H L A U !!!!!!! KREISCH!!!!

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    6. ohhhhh dies geht runter wie Ööööööl
      *DANKESCHÖÖÖÖN*
      deshalb musste ich auch unbedingt bis hierher zurückwandern und nun bist du mich für den Moment wieder los *hihi*
      Manu würde schreiben der Mann hat Frühschicht und ich muss dann mal in die Küche .
      gaaaanz liebe Grüßle zu Klümpchen`s :O)

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    7. Was gibt's denn? Bohnen, Erbsen oder Grünkohl????

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    8. SALAT mit Beilagen *grins*
      :O)

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  4. Invite to your new blog Teddy bear and his friends!
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  5. Ohja, auch wenn ich um einiges jünger bin, ich kenne das noch und es gibt es auch noch. Meine Großmutter hat viele Jahre die regionale Zeitung, genauso wie dein Opa Meier, ausgetragen bzw. vielmehr mit dem Rad ausgefahren. Und meine Mutter macht das auch heute noch (mit dem Rad). Ich hab eben jene in der Ferien als Kind ab und an begleitet, das war immer eine aufregende Sache, so in der Dunkelheit, auch wenn es im Sommer früher hell wurde.
    Allerdings: waren die Zeitungen immer bis 6 Uhr ausgetragen, nur wenn mal eine Presse ausgefallen ist und sie später angeliefert wurden. Da lief das Telefon und die Haustürglocke heiß. Aber was schreibe ich, du kennst ja meinen Quatschikopf.in :D

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    1. Das ist wirklich eine schöne Kindheitserinnerung, Alex! Während des Lesens dachte ich: Ne, mich hätten sie als Kind nicht mitnehmen können - und wohl heute auch noch nicht - mit dem früh oder gar seeeehr frühen Aufstehen habe ich es nicht so :-)! Einen schönen 1. Mai! LG Martina

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  6. Liebe Martina, mir ist inzwischen eine lokale Wochenzeitung lieber. Tageszeitungen lese ich dann nur oberflächlich, weil ich einfach keine Zeit habe. In Frankfurt kommt morgens um 5 Uhr der Zeitungsausträger mit seinem Mofas angeknattert. Wenn ich wach bin höre ich ihn, da bin ich schon ein wenig angefressen, dass das so früh wohl nicht sein muss. Liebe Grüße Eva

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    1. Mein Mann wird auch jedesmal wach, wenn ein Nachbar, der ein paar Häuser weiter wohnt, morgens um halb fünf mit seinem Motorrad zur Arbeit fährt. Die Zeitung kommt echt zwischen 1 und 2 Uhr und wird mit dem Auto herum gebracht. Das höre ich nur ganz selten! LG Martina

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  7. Hallo Martina,
    was so früh kommt bei Euch die Zeitung? Wohnt Ihr neben der Druckerei? Also um 4 Uhr hat die Zeitungsausträgerin die Zeitung erst und bei uns trifft die dann um 5.30 Uhr ein. Das hat was gutes, denn wenn der Mann sie um 6.00 Uhr reinholt, dann ist die wenigstens noch nicht durchweicht oder vereist! Am Sonntag kommt die Zeitung (wenn überhaupt) um 10.00 Uhr, das regt mich immer mächtig auf, aber das ist nur eine Dreingabe und kann nicht angemahnt werden, wird mir dort immer gesagt. Und als ich zur Weihnachtszeit las, wer mir die Zeitung am Wochenende (da trägt Jemand anderes aus) bringt, war mir das auch völlig klar. Der wohnt in der großen Stadt - also 30 Min. Fahrzeit von hier weg.
    Zeitung lese ich nur die Traueranzeigen und die erste Seite am Morgen, der Rest nach dem Mittagesssen und irgendwie mag ich das so.
    LG
    Manu

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    1. Ach du liebe Zeit, bei euch gibt es sogar am Sonntag eine Zeitung. Das darf ich meinem Mann gar nicht erzählen, sonst will er umziehen! ;-) Meine Mutter las auch immer als Allererstes die Traueranzeigen. Ich dachte immer, dass sei eine Erscheinung des Alters. Lach!

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    2. Wie bei Euch nur an Werktagen??? ich bin nun etwas verwundert!

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