Samstag, 23. Mai 2015

Vor unseren Augen

Gestern hatten die (Enkel-)Kinder frei. Die Zwei waren bei mir, da ihre Eltern arbeiten mussten. Morgens schien die Sonne und die Beiden spielten draußen. Ich hielt mich im Haus auf, allerdings stand die Balkontür weit offen, damit ich die Enkel hören konnte. Irgendwann rief die Große: „Oma, sind das Kraniche, die da so laut sind?“ Ich ging auf den Balkon. Über dem Nachbarfeld, dort geht gerade der Mais auf, kreisten mindestens 15 Krähen und krächzten und kreischten so laut es ihnen möglich war. Teilweise gingen sie im Sturzflug herunter, um ein Tier, das sich auf dem Feld befand, zu attackieren. Da ich nicht erkennen konnte, um welches Tier es sich dabei handelte, holte ich schnell ein Fernglas. Es war ein Fuchs. Er hatte einen Hasen erbeutet. Er lebte noch und wand sich unter ihm. Die Krähen wollten ihn lautstark von seinem Tun abhalten. Eine Minute später herrschte – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Totenstille. Kein Geschrei war mehr zu hören. Die Krähen ließen sich der Reihe nach auf dem Feld nieder. Sie wussten, sie konnten dem Hasen nicht mehr helfen. Ich muss sagen, nicht nur den Kindern, sondern auch mir ging diese Sache nahe. 
Bildergebnis für gifs kostenlos fuchsVor unseren Augen ereignete sich etwas, was in der Natur immer wieder geschieht: Der Schwächere unterliegt dem Stärkeren. So ist das Prinzip. Was ich wirklich beeindruckend fand war die Tatsache, dass sich die Vögel für einen Hasen einsetzten. Wäre es eine Krähe gewesen, die der Fuchs töten wollte, hätte ich das Verhalten der Vögel besser verstanden, doch es war ein Hase, für den sie sich einsetzten. Das war wirklich beeindruckend!


Herzlich Willkommen
 liebe 
Elisabeth!
Ich freue mich, dass du da bist!


Kommentare:

  1. Schöne Geschichte. Wobei Krähen an sich ja auch Aas fressen. Vor ein paar Tagen habe ich auch einen Fuchs gesehen. Bei einer Tour durch die Eifel. Das erste Mal seit bestimmt 40 Jahren (Tierpark ausgenommen). Ein großes Tier mit buschigem roten Fell. Fast wie aus einem Bilderbuch. Leider nur vom Auto aus, anhalten war dort nicht möglich.
    Wochenendgruß vonner Grete

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    1. Nee, diese nicht - lach!!! Da alle meinen, sie wollten auch die Beute - nun ja, vielleicht war es so :-(((!!! LG und frohe Pfingsten! Martina

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  2. Liebe Martina,

    das geht nahe und regt zum Nachdenken an. Das war dann wohl die Art von Zivilcourage, die uns Menschen leider so oft abgeht. Wobei die Krähen eine gesicherte Position einnehmen konnten, denn der Fuchs hätte ihnen ja nichts antun können.
    Mich erinnert es noch an eine Begebenheit, die ich in einer der nächsten Reizwortgeschichten erzählen möchte, mal sehen, welche Wörter sich dafür gut eignen würden ...
    Herzliche Grüße am Samstagmorgen
    Regina

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    1. Liebe Regina, dann ist es ja eine Fügung des Schicksals, dass du dir in der kommenden Woche die Reizwörter aussuchen darfst. Dann mal los!!!
      Frohe Pfingsten! Martina

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  3. Liebe Martina,
    ich glaube auch ich hätte mir das Fernglas geholt und auch mir hätte der Hase leid getan. Ja, Krähen machen schon einen ganz schönen Lärm. Ich hätte jetzt eher gedacht, dass die Krähen etwas abhaben wollten. In der Natur gilt: Fressen und gefressen werden. Uns tun auch die Mäuse und Vögel auch immer leid, die unsere Katze sich holt. Wenn es irgendwie möglich ist, versuchen wir schon mal diese Tiere zu erretten, was nicht immer ganz so klappt. In meiner Geschichte "Dreibein und Co" ging es leider schief. Aber so ist das Leben eben.
    LG
    Astrid

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    1. Manno, wenn ihr das alle meint, dann wollten sie vielleicht, dass er die Beute mit ihnen teilt. Das ist eine unschöne Version - oder? Lach! Danke für deinen Kommentar und frohe Pfingsten! Martina

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  4. Liebe Martina, ich versuche ja auch immer, das Gute in Menschen und Tieren zu sehen, aber in diesem Fall hätten die Krähen wohl lieber den Hasen als Beute gehabt. Krähen sind sehr mutig und klug und attackieren auch mal größere Tiere. Man liest ja auch immer wieder, das gerade Krähen oft hungrig sind und nicht genügend Futter finden, warum, weiß ich jetzt auch nicht.-----Danke Dir auch für Deinen Kommentar bei mir, freue mich immer über unser Kontakte. Schöne Pfingsttage, Dir und Deiner Familie wünscht
    Anna

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    1. Ich fand meine Version viel schöner! Aber ihr meint ja alle, sie wollten ans Aas! Dann ist die Geschichte aber nicht mehr soooo schön!! :-( Danke für deinen Kommentar und auch dir frohe Pfingsten! Martina

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  5. Liebe Martina,
    ich schließe mich dem Kommentar von Anna an, aber so, wie du schreibst nimmt es doch dem Ganzen etwas seinen Schrecken, wenn man glauben könnte, dass sich Vögel für eine andere Gattung Tier einsetzten würden.
    Die Natur ist aber halt in unseren Augen auch grausam . . aber sie töten wenigsten zum überleben, die Menschen jedoch auch aus Lust !!!
    Jetzt noch herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar bei mir, ja, das Gedicht bezieht sich auf meine anstehende Entscheidung, noch sind wir am überprüfen.
    Und danke für die Anregung zum dichten, ich werde mich sofort mal umsehen ;-)
    Acu dir und deiner Familie ein schönes, hoffentlich sonniges Pfingstfest.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Ja, die Natur ist grausam. Das finde ich auch und Krähen, die einen Hasen retten möchten, sind mir angenehmer als die, die nur auf das Aas aus sind! Manno!!! Lach!!!
      Danke für deinen Kommentar und frohe Pfingsten auch für dich! Martina

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  6. Liebe Martina,

    ich bin naiv. Ohne die Deutung hier hätte ich deine Version angenommen.
    Es ist schöner wenn man die Wahrheit nicht immer erkennt.
    Sie ist oft schmerzlich.
    Für deine nette Begrüßung danke ich dir herzlich.

    Einen guten Abend, frohe Grüße und frohe Pfingsttage
    Elisabeth

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    1. Aber meine Version ist einfach schöner. Ich mag auch nicht glauben, dass die Vögel nur etwas abhaben wollten. LG Martina

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  7. Das ist wirklich eine außergewöhnliche Geschichte. Krähen setzen sich für einen Hasen ein, kaum zu glauben. Da können sich Menschen einen Scheibe abschneiden, sich für andere Nationalitäten oder Hautfarben einsetzen, wenn sie verprügelt werden.
    Hier geht es in der Natur ums Überleben. Fressen oder gefressen werden. Gut das Du ein Fernglas hattest. Vielleicht wollten die Krähen dem Fuchs die Beute streitig machen, wer weiß?
    Eine schöne Geschichte, danke, und schöne Pfingsten, Klärchen

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    1. Der Gedanke ist einfach viel schöner, als die Realität wohl ist. Es hatte aber wirklich für mich den Anschein, als würden sie sich für den Hasen einsetzen. Dieser Version gefällt mir einfach viiiieeeel besser! Schöne Pflingsttage auch für dich! Martina

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  8. Die Natur ob Tier oder anderes ist für uns Menschen manchmal kaum begreiflich, aber auch so was gibt es dass Vögel den Hasen verteidigen wollte.. das wahr ein realitisches Erlebnis wie es hart zu geht!
    Schöne Pfingsten wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Die Kinder sprechen immer noch davon, liebe Elke! Sie haben natürlich den Hasen bedauert und fanden es einfach schrecklich zu sehen, wie er getötet wurde. Aber du hast recht, genau so ist das Leben - ist die Natur! Schöne Pfingsten! Martina

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  9. Liebe Martina, deine version der geschichte ist natürlich ungleich humaner als die deutungen in den Kommentaren dazu - darauf, indem es tatächlich nur um die Nahrungsaufnahme geht. ich tendiere dazu Letzteres zu glauben, auch deshalb, weil die Krähen und Amsenl, Elstern und ähnlich große Räuber ofmals, ja täglich GAST bei mir an der haustür und umittelbar im Garten sind. Da kann man dann schon erleben dass sie sogar das Katzenfutter und natürlich sämtliche Reste die du für sie rausstellst(oder draussen vergessen hättest) dir vom Tisch stehlen, damit fortfliegen und genüßlich verspeisen!!! So lernt man unfreiwillig die Beutejäger kennen.Weiß um ihre Gier.
    Fressen und gefressen werden, ja ich denke auch, sie wollten weniger verteidigen und Hilfestellung leisten als eher an der Beute teilhaben. Irgendwie schade...gell?
    Übrigens sind Füchse bei uns an den waldrändern und der Straße oftmals recht nah zu sehen, wunderschöne Tiere die mit Vorsicht zu geniessen sind...
    eine schöne Geschichte ists dennoch von dir...

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    1. Ich finde den Fuchs auch wirklich sehr beeindruckend und soooo nah kommt er uns sonst nicht. Das allein war schon etwas Besonderes. Nun ja, leben wir damit, dass die Vögel gierig waren und nicht hilfsbereit! :-( - So ist es wohl, das Leben! LG Martina

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  10. *räusper*
    aaaaalso ich würde mich den Kommentaren vorher anschließen wollen, nee müssen *grins*
    und glaube die Krähen wollten ihr Hasenaas verteidigen und der schlaue Fuchs dachte, er könne es sich einfach klauen.
    ABER:
    Ich bin ja tief im Herzen überzeugt, das Paula mir die Tierchen als Geschenk bringt *räusper*
    Dabei möchte sie eigentlich über ihre Jagderfolge gelobt werden :-/
    *tss* immer diese Realität :-/
    :O) .....

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    1. Jetzt sind alle anderen schon so gemein und realistisch, aber DU setzt noch einen drauf! Die Krähen hatten den Hasen getötet und der Fuchs wollte ihn KLAUEN??? Na, wenn das wirklich stimmt, dann, dann, dann ... weiß ich auch nicht, was ich dann mache ;-)!

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  11. Hallo Martina,
    man muss immer Optimist sein! Ob's wirklich so war? Mir ist heute auch ein Fuchs vor das Auto gelaufen und einfach stehen geblieben. So was finde ich etwas gruselig, zum Glück ist er dann weiter geschlendert, denn was hätte ich getan? Deshalb bleibt bei Einbruch der Dunkelheit auch nie die Terrassentüre auf, denn die Füchse schleichen hier nachts ums Haus und somit nicht durchs Haus. *g*
    LG
    Manu

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    1. Ist nicht wahr, die Füchse schleichen um euer Haus?! Rehe und Hasen sieht man häufig bei uns - aber einen Fuchs und ein Wildschwein sieht man sehr, sehr selten. - Ach wie schön, dass du dich auch der Meinung anschließen könntest, dass die Krähen den Hasen retten wollten ... ;-)

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