Mittwoch, 3. Juni 2015

Angst vor Spinnen

Bildergebnis für gifs spinnenIn unseren Geschichten gestern spielten die Spinnen eine Rolle – manchmal sogar eine Hauptrolle! Nun gibt es ja viele Menschen, die mögen Spinnen nicht – andere erstarren förmlich bei ihrem Anblick. Sie leiden unter einer Spinnenphobie. 
Doch was ist es, dass sie/uns ängstigen lässt, obwohl doch von den meisten Spinnen in unserer Gegend gar keine Gefahr ausgeht? 
Vielleicht liegt es dran, dass sie 'unberechenbar’ sind – plötzlich tauchen sie aus einer dunklen Spalte auf. Außerdem bewegen sie sich schnell und flink. Geräuschlos könnten sie in einem Hosenbein hoch krabbeln, ohne das wir es sogleich bemerken würden. Im Mittelalter war die Angst noch verständlich, weil man Spinnen mit Ratten und Schmutz gleich setzte und damit der Angst vor der Verbreitung von Krankheiten.  
So eine Spinnenphobie kann ihren Anfang z. B. durch ein negatives Erlebnis in der Kindheit nehmen. Es ist auch möglich, dass eine Mutter, die diese Angst vor Spinnen hat, sie an die Kinder weitergibt.
In den letzten Jahren hatte ich zweimal einen Spinnenbiss und das Glück einen Arzt zu haben, der dies gleich erkannte. Die Auswirkungen waren ähnlich wie bei einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich - allerdings sieht der Biss einer Spinne anders aus. Im ersten Moment dachte ich jeweils an einen Wespenstich, denn der Schmerz ist genau gleich.
Ich schrieb in meiner gestrigen Geschichte, dass diese (übertriebene) Angst vor Spinnen auch auf einen Mutterkomplex zurückgehen könnte und einige von euch stellten die Frage: Stimmt das?
Nach den Annahmen von Sigmund Freud ist Angst zunächst die Folge eines so genannten inner-psychischen Konflikts – zum Beispiel zwischen dem Wunsch, etwas Bestimmtes zu tun, und dem Gewissen, das einem verbietet, dies zu tun. Dieser unbewusste Konflikt wird nach Freud verdrängt, und dabei wird die Angst auf bedeutungslose äußere Objekte oder Situationen verschoben. Dies hat laut Freud den Vorteil, dass diese Objekte oder Situationen leichter vermieden werden können als der innere Konflikt. Sigmund Freud sah in der Angst vor Spinnen die Reaktion auf eine dominante Mutter. Die Mutter, die alles bestimmt, deren Fängen man nie entkommt - die sah er in der Spinne und ihrem Netz repräsentiert. 
Die Traumdeutung geht ebenfalls von diesem Phänomen aus. So kann der Traum von einer Spinne bei einer Frau ein Hinweis auf Schuldgefühle sein. Alte Deutungen sehen darin einen Konflikt zwischen Tochter und Mutter. Träumt ein Mann, dass er einer Spinne ins Netz geht, könnte dies seine Angst vor einer kalten und berechnenden Frau darstellen und dies wiederum könnte auf eine kalte und berechnende Mutter zurückgehen. 
Neuere Annahmen der Tiefenpsychologie besagen, dass Ängste vor allem bei Menschen entstehen, die in der Kindheit schmerzliche Trennungserfahrungen gemacht haben oder besonders empfindlich auf Trennungen von nahen Bezugspersonen reagieren. Nach dieser Theorie führt vor allem die unbewusste Angst, allein gelassen zu werden oder die Zuneigung anderer Menschen zu verlieren, zur Entstehung von Phobien und anderen Angsterkrankungen.



Kommentare:

  1. Liebe Martina,

    zum Glück habe ich keine Angst vor Spinnen.
    Dein Beitrag ist sehr aufschlussreich.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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    1. Da kannst du ja froh sein, liebe Elisabeth! Schönen Tag! Martina

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  2. Ich bin keine dominante Mutter und getrennt sind wir auch nicht gewesen, als sie klein war. Trotzdem hat meine Tochter eine Spinnenphobie, aber ich glaube, es ist nur der Ekel vor diesen Tieren. Sie hat Angst, dass die Spinnen mit ihren langen Beinen auf ihr herumkrabbeln. Davor ekelt sie sich. Ich selbst habe keine Angst vor Spinnen.
    LG Elke

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    1. Nein, das glaube ich auch nicht, dass die Mütter aller Töchter und Söhne mit einer Spinnenphobie dominant sind. Lach! Das war auch nur ein Beispiel und es ging um einen Traum. Einen sonnigen Tag! Martina

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  3. Ich habe im Grunde genommen keine Angst vor Spinnen ( zumindest nicht vor den Spinnen, denen wir hierzulande begegnen) und trotzdem sind sie mir nicht ganz geheuer. Wahrscheinlich ist das allerdings eine reine Kopfsache, vermischt mit Ekel, bzw. der Vorstellung, sie könnten an mir hoch klettern. Vor einer Vogelspinne jedoch hätte ich nicht nur Ekel, sondern auch Angst.
    LG
    Astrid

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    1. Mir geht es auch so - Angst habe ich nicht. Aber so ganz geheuer sind sie mir nicht - zumal ich inzwischen weiß, dass sie auch beißen können und ich allergisch darauf reagiere! Einen sonnigen Tag! Martina

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  4. Liebe Martina,
    ich hatte eigentlich nie Angst vor Spinnen, bis mir in Nepal eine Riesenspinne auf der Bettdecke entgegen kam. Ich war wie erstarrt und diese Angst habe ich nie wieder verloren.
    Deine Recherchen sind toll . Das habe ich auch alles recherchiert und gelesen. Aber es hilft nichts.
    Einen sonnigen Resttag wünscht dir
    Irmi

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    1. Oh Irmi, wohin es dich schon überall verschlagen hat - in Nepal warst du auch schon? Wahnsinn! Und als Erinnerung dran hast du dir eine Spinnenphobie mitgebracht! Lach! Na, ich weiß nicht, wie laut ich geschrieen hätte bei einer Riesenspinne auf meinem Bett! BRRRR - ich mag es mir gar nicht vorstellen! LG Martina

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  5. Liebe Martina,
    zwei Menschen in meinem näheren Umfeld haben Spinnenängste - zum einen meine Freundin Moni, zum anderen mein Mann. Eines ist ganz sicher bei beiden nicht der Ursprung: Die dominante oder kalte Mutter. Meine Schwiegermutter war eine freundliche, patente Frau, die jeden so sein ließ, wie er war, und die Mutter meiner Freundin ist eine gemütliche alte Dame, die einst eher unter ihrem dominanten Mann gelitten hat und jetzt froh ist, ihre eigene Herrin zu sein. Sowohl Moni als auch Edi haben mir die Aversion gegen dieses kleine und zumeist harmlose Tierchen erklärt - oder es zumindest versucht: Die vielen Beine sind "eklig" und die Art und Weise, wie die Spinne krabbelt oder sich auf ihren Fäden herablässt oder nach oben schwingt, ist - wie du geschrieben hast - unberechenbar. Irgendwie gruselig eben. Edi meint, es wäre eine Urangst vor gewissen Tieren, die eine Bedrohung für den Höhlenmenschen dargestellt haben und ihnen schlaflose Nächte bescherten: Spinnen, Schlangen, Skorpione ...GANZ befriedigend finde ich diese Erklärung allerdings nicht, denn ich selbst möchte zwar nicht unbedingt irgendwo schlafen, wo eins dieser Tierchen unterwegs ist, aber panisch oder von Ekel geschüttelt werde ich bei ihrem Anblick sicherlich nicht. [Spinnen werden von mir prinzipiell gerettet und mein armer Mann muss das auch tun ;o) Schlangen und eine Vogelspinne habe ich schon mal gestreichelt (die Schlange bei einer Tierschau - sie griff sich sehr angenehm an, die Vogelspinne - nur am Rücken - bei einer Show auf einem Schiff in den USA), und ich finde Kreuzspinnen sind tolle Fotomotive - auf ihre Art schön. Mit Skorpionen hatten wir bisher interessanterweise nur in der Toskana näheren Kontakt (abgesehen von Terrarien), da gab es welche in einem der Quartiere in einem alten Landhaus, aber zum Glück nicht in unserem Appartment.] Tja, ganz geklärt werden solche Phobien vermutlich nie. Meine Freundin A. hat eine Knopfphobie https://de.nachrichten.yahoo.com/wenn-kn%C3%B6pfe-angst-machen-.html , der Sohn einer anderen Freundin hat eine Schneckenphobie, ich selbst hatte eine Zeitlang massive Höhenangst... Ich glaube, dass wir einfach alle schon zu weit von der Natur entfernt leben und uns deshalb vor allem Möglichen (und Unmöglichen) ängstigen...
    Herzliche rostrosige Juni-Grüße
    von der Traude
    Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

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    1. Vielen Dank für deinen soooo ausführlichen Kommentar, liebe Traude! Es gibt bestimmt unzählige Möglichkeiten, die zu einer Phobie führen und ebenso viele Erklärungsversuche. Übrigens die Sache mit den Münzen - davon habe ich schon einmal gehört. Diese Phobie soll etwas mit Geld zu tun haben. Die Knöpfe sollen mit Münzen in Verbindung stehen. Wo ich das einmal gelesen oder gehört habe, weiß ich allerdings nicht mehr! Einen gaaaanz schönes und sonniges Wochenende! Martina

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  6. Diese Art unterschiedlicher Phobien haben alle eine tiefere Ursache.Du hast recherchiert und sicher trifft es auf einige Menschen zu. Ich mag Spinnen nicht besonders, die mit langen Beinen erst recht nicht, wenn sie am Boden vorbeihuschen. Draußen ist mir das egal, ich lasse sie leben.
    Meine Schwiegertochter hat einen Phobie, sie erstarrt zur Salzsäule. keiner sieht eineSpinne, aber sie zieht sie magisch an. Wir Töchter bekammen von meiner Schwiegermutter jeder eine Kugelvase geschenkt. Beim Auspacken war in der Vase von meiner Schwiegertochter eine tote Spinne, alle anderen hatten nichts.
    Die Ausführungen oben bei Deiner Recherche treffen auf meine Schwiegertochter nicht zu.
    Im Laufe des Lebens kann sich ja auch sowas entwickeln und man steigert sich in Ängste hinein. ich habe sonst keine Erklärung dafür.
    Ich weiß, die Vorstellung es krabbelt etwas auf meiner Haut, ist mir unangenehm.
    Danke, Martina , für das Thema, sehr diskussionswürdig.
    Lieben Gruß, Klärchen

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    1. Ob die Theorie von Freud stimmt - ich vermag es nicht zu sagen. Doch dass hinter jeder Phobie eine Ursache und ein tiefer Grund stehen, das glaube ich schon. Mir lief als Kind mal eine dicke schwarze Spinne über den Arm. Ich habe mich geschüttelt und geschrien und mich soooo geekelt. Heute erstarre ich zwar nicht, wenn ich eine dicke Spinne sehen - aber der Ekel ist geblieben! Einen sonnigen Tag wünsche ich dir! Martina

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  7. Liebes Fräulein Martina,
    bei dem Thema Angst und Phobie werde ich ja immer gleich hellhörig und kann dann nicht so gut witzeln.
    Zum Thema Ängste, treffen deine letzten Sätze mit Sicherheit zu, aber woher Phobien zu bestimmten Dingen kommen, lässt sich schierig fest machen.
    Ich habe absolut keine Angst vor Spinnen und finde sie recht interessant und ihre Netze ein Wunderwerk. Die behaarten Spinnen finde ich auch nicht eklig, eher die Spinnen mit prallen Hinterleiben. Da würde ich denke, pfui, wenn der platzt. Ihhhhhh ;-/
    Ähnlich wie mein Ekel vor lebendigen Fischen. Wenn man sie in der Hand hält und sie sich so am Stück bewegen, iiiiiiiihhhhhh .
    Neeeeee, ich muss weiter
    :O) .....

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    1. Angst vor dem Meer UND vor Fischen - dem solltest du mal nachgehen. Vielleicht warst du in deinem letzten Leben eine Nixe und weil man mit dir nichts anfangen konnte, wegen deiner Angst vor Fischen, musst du diesmal ein Mensch sein ... oder so ähnlich!!! HIHIHI

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  8. Hallo Martina,
    Spinnen machen mir überhaupt nichts aus. Die werden hier evakuiert und gut ist. Einen Biss hatte hier noch keiner, habe ich auch noch nie von anderen gehört. Vielleicht sind unsere Spinnen zu klein???
    Aber ich kann nichts mit Vögeln und sonstigem Geflatter anfangen - ganz schlimm! Jeder hat halt seine Vorlieben, gell?
    LG
    Manu

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    1. Die Senftante mag keine Fische, du keine Vögel und ich mag keine Nelken!!! Lachmichschlapp!!! Und weißt du was!? Heute war eine Cousine zu Besuch. Willst du mal raten, welche Blumen sie mir mitgebracht hat?!?!? In meinem Wohnzimmer steht jetzt ein Strauß mit Nelken. Ich wette: Der wird sich besonders lange halten!!!!

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    2. LOL - ja, so wird das sein. Nelken sind Beerdigungsblumen und werden nicht verschenkt hat mir meine Mama immer erzählt und das habe ich ganz fest in mir. Noch nie im Leben habe ich Nelken verschenkt!!!
      Ich war gerade Holunderblüten pflücken und habe nun herrlich grüne Finger, quasi einen grünen Daumen. :-)
      Manu

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    3. Ach ihr zwei Blumenfräuleins :-)
      Ich war eben auch Holunderblüten für Sirup "ernten" aber ich hab davon keine grünen Finger *amkopfkratz* hab ich was falsch gemacht !!!?????
      :O)

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    4. Frage an zwei schlaue Hausfrauen: Warum erntet ihr die Blüten. Meine Mutter machte aus den Beeren Saft - ihr aus den Blüten!??!? Amkopfkratz!!!

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  9. Auch ich habe Angst vor Spinnen, im Traum ist diese Angst jedoch komischerweise nie vorhanden gewesen. Wenn ich von Spinnen geträumt habe, dann meist positiv. Hat das noch einer von Euch?

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