Sonntag, 13. Dezember 2015

Sonntagsgedanken: Kindheit!

Nachdem ich am Donnerstag das Video der stimmgewaltigen Kinder eingestellt hatte, gab es viele Kommentare. Gänsehaut pur – ja: Aber! Und dieses ‚Aber’ hat ganz sicher seine Berechtigung.
Raubt man den Kindern vielleicht ihre Kindheit, indem man sie so jung auf die Bühne bringt? Wie viele Stunden dürfen sie täglich proben – oder soll ich lieber ‚müssen sie’ schreiben? Ich weiß es nicht. Oft ist der Ehrgeiz der Eltern größer, als der der Kinder. Sicher sind Eltern stolz, wenn das eigene Kind eine großartige Begabung hat und möchten dies der ganzen Welt zeigen. Doch da gibt es Grenzen, die schnell überschritten werden, da habt ihr leider recht.
Es ist ganz sicher schwer festzustellen, inwieweit die Kinder diesem Drängen oder Wunsch der Eltern einfach nur nachgeben. Vielleicht tun sie manches auch nur, um den Eltern zu gefallen und nicht aus Lust und Freude an ihrem Tun. Das gilt für sportliche Kinder, von denen Höchstleistungen gefordert werden, genau so, wie für die, die zu musikalischen Höchstleistungen getrieben werden.
Viele Mütter scheuen auch nicht davor zurück, ihre kleinen Kinder als Models über die Laufstege zu schicken. ‚Ist sie nicht süß, meine Kleine?’ Auch für diese Kinder gilt: Ob sie eine wirklich unbeschwerte Kindheit haben?
Schauen wir auf die andere Seite der Welt: Kinder arbeiten unter schlimmsten Verhältnissen. Auch hier wird ihnen die Kindheit genommen. Und da müssen wir uns fragen: Ist Geiz wirklich geil? 
Kindern werden Waffen in die Hand gedrückt - und vergessen wir nicht die Kinder, die vor der Gewalt in ihrem Geburtsland fliehen müssen. Das werden sie so schnell - vielleicht nie - verarbeiten können.
Doch meine Gedanken hören hier nicht auf: Eltern treiben ihre Kinder nicht nur zu Höchstleistungen, sie fügen ihnen auch körperlichen oder seelischen Schaden zu. Auch diese Kinder haben keine unbeschwerte Kindheit. Einige Kinder leben mit ihren Familien an der Armutsgrenze, haben nicht genug zu essen. Es gibt keinen Platz, wo sie spielen können. 
Spielende kinder clipartsEs ist sehr traurig, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Kinder keine unbeschwerte Kindheit haben. 
Werdet wie die Kinder, hat Jesus gesagt. Doch wie viele Kinder werden heute viel zu früh zu unglücklichen Erwachsenen?
Wo ist das Rad, um diese Entwicklung anzuhalten?





Kommentare:

  1. Tja, wo ist das Rad zum anhalten . . . ???
    Ich weiß es leider auch nicht.
    Auf der einen Seite die Mütter mit zu viel Ehrgeiz, auf der anderen Seite die Mütter mit Gleichgültigkeit ihren kindern gegenüber.
    Beide sind schädlich für die heranwachsenen Kinderseelen.
    Es gibt wohl keine Lösung , wir können nur unsere Kinder auf dem richtigen Weg begleiten, mit viel liebe und Einfühlungsvermögen.
    Ganz liebe Adventsgrüße
    Jutta

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  2. Liebe Martina,

    es gibt so viele Dinge, an denen wir nichts ändern können.
    Wir müssen sie hinnehmen und ertragen.

    Frohe Adventsgrüße
    Elisabeth

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  3. Liebe Martina,
    ich danke Dir, dass Du auf dieses Thema aufmerksam gemacht hast und es von verschiedenen Seiten beleuchtet hast.
    Die Kindheit ist so kostbar und es ist schade und es tut mir im Herzen weh, dass so vielen Kindern diese Zeit genommen wird.
    Gerade erst neulich wurde ich in Bangkok zufällig Zeuge von einer Veranstaltung in der Mädchen als Modells herausgeputzt wurden. Sie konnten noch nicht einmal in den Schuhen laufen, die sie tragen mussten. Sie mussten von der Bühne getragen werden bzw. beim Treppensteigen an der Hand gehalten werden. Schrecklich. Was ist da noch kindgerecht?
    Ich kann Deine Worte nur unterstreichen und bin traurig, welches Schicksal viele Kinder ertragen müssen.
    LG
    Astrid

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  4. Liebe Martina

    Ich bin mir eigentlich sicher ,das die beiden Kinder im Video getrimmt werden, in den asiatischen Länder ist das der absolute Wahnsinn, auch im Leistungssport, ich habe schon so viele Doku gesehen, da kommen einem echt die Tränen , die Kinder müssen an ihre Grenzen gehen bis sie zusammen brechen und das nur um etwas Rum zu erlangen !

    Auch in Amerika ,die Kleinen bei den Schönheits- Wettbewerben , diese Mütter
    sind ja dort nicht zu bremsen aus purem Egoismus,
    eigentlich sollten sie bestraft werden ,die Kinder haben keine Kindheit mehr ,sie werden zu kleinen Lolitas gemacht ,einfach grausam !

    Das mit den Drittwelt Länder ist auch nicht schön, aber diese Menschen haben einfach gar nichts sie müssen auf den Müllhalden mitarbeiten, hier geht es aber ums nackte überleben !
    Traurig, wir hätten genügend für alle dieser Welt ,niemand müsste hungern ,
    aber wir schmeissen ja lieber 50 - 70 % der Lebensmittel weg !

    Traurig, was auf dieser Welt alles geschieht und immer sind es die
    Kleinsten und Armen welchen so viel leiden müssen !

    Eigentlich müssen wir das nicht hinnehmen man muss handeln !

    Herzlich grüsst dich
    Margrit



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  5. Liebe Martina,
    das Rad, um diese Entwicklung anzuhalten, liegt in den Familien selbst. Jedes Kind sollte seinen Möglichkeiten entsprechend ausgebildet und erzogen werden. Wenn es in einem Bereich hohe Leistungen erbringen kann...schön und gut...aber nicht auf Kosten der Gesundheit und der Seele. Das ist ein ganz schöner Balanceakt. Den neben den Talenten muss ja auch noch ein Leben in einer Gemeinschaft gelernt werden, Wissen angeeignet und Selbstbewusstsein vermittelt werden. Aber wenn eine Familie es schafft, zusammen zu halten und sich gegenseitig zu stärken, dann ist schon viel gewonnen. Leider kommen die Famlien in den Entwicklungsländern ohne die Arbeit der Kinder gar nicht über die Runden. Kinderrechte, Bürgerrecht, so etwas kennen die meisten, die nicht einmal lesen und schreiben können, doch gar nicht. Das finde ich am schlimmsten. LG Tanja

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  6. Deine Sonntagsgedanken für mich am Montag , aber genau das würde heute früh mein Thema .
    Aber auf anderer Ebene , nicht Modellwahn oder sowas , aber eben Kindheit . Die Familie kann leider nur bedingt lenken , zuviel ist aber durch Schule , Gesellschaft , Freunde im Umlauf , was unsere Kinder einfach mit zieht . Es sind nicht nur Eltern , von wegen mein Kind kann aber schon.
    Auch die Kinder untereinander treten sich so gegenüber , ich habe ... Und wenn du nicht , bist du
    nicht mein Freund oder sowas . Das ist ganz schwierig , wenn dann sich das Kind auch mehr an anderen orientiert . Das ist natürlich garnichts zu den anderen Beispielen von Dir , ich will nur sagen , es fängt schon auch in viel simpleren an . Ich hätte meinem Kind eine längere Kindheit gewünscht . Ich würde auch gern das Rad zum Anhalten oder runterdrehen finden .
    Schöne Woche und LG JANI

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  7. Liebe Martina,

    ja, mir sind auch solche Gedanken durch den Kopf gegangen, als ich dein Video sah: Diese Kinder geben so viel von sich, wenn sie singen, es erzeugt beim Zuhören große Emotionen. Aber: Sind sie glücklich? Oder einfach dressiert? Ich kann nicht so genau sagen, woher diese Kinder kommen - falls es Japan ist, weiß ich jedenfalls, dass dort eine sehr radikale „Frühförderung“ stattfindet. Wir haben mal einen TV-Bericht über japanische Kindergartenkinder mit großem musikalischem Talent gesehen, die lernen, im Liegen Geige zu spielen… weil sie noch zu klein sind, um selbst die Kinder-Geige im Stehen oder Sitzen zu halten… Ich sag mal so: Für manche Menschen bedeutet das die Möglichkeit, einmal eine Karriere zu machen, die sie sonst nicht machen könnten – sie müssten vielleicht trotz ihres Talentes in einer gesundheitsschädigenden Fabrik arbeiten, weil sich niemand darum gekümmert hat, dass sie musikalisch sind (oder ein Talent zum Tennisspielen, Kunsteislaufen etc. besitzen)… Und für manche Menschen bedeutet es, dass sie den Rest ihres Lebens darunter leiden, kein Kind gewesen zu sein (siehe Michael Jackson und mancher andere einstige Kinderstar). Vermutlich müssten da die Eltern oder die Trainer / Musikerzieher etc. mit viel Gefühl entscheiden, ob dieses Kind, wenn es mal nicht will, einfach ab und zu keine Lust hat, aber grundsätzlich bereit ist, zu trainieren, oder ob das Kind die Freude an dieser Tätigkeit zu verlieren droht und deshalb besser nicht unter Druck gesetzt werden sollte. Und manche Kinder sind für eine bestimmte Sache eben GAR NICHT geboren. Ich habe früher mal nebenbei als Kinderskilehrerin gearbeitet, manchmal auch in der Anfängergruppe, und fast immer waren die Kinder da mit Spaß dabei, weil wir sehr spielerisch an die Sache rangingen. Aber einmal hatte ich einen Buben in meiner Gruppe , der wollte ABSOLUT NICHT. Er jammerte, dass er das nicht wolle, er heulte, er ruderte mit den Armen herum und fiel oft hin oder ließ sich fallen, er versuchte keinen der Tipps, die ich ihm gab, zu befolgen, er ließ sich nicht von den anderen Kindern motivieren (die einander ja oft vormachen, wie es geht) etc. In der Mittagspause sprach ich dann ganz ruhig mit seinen Eltern und erklärte ihnen, dass ihr Sohn offenbar einfach keine Lust auf Skifahren hat und es keinen Sinn mache, ihn zu zwingen. Skifahren solle schließlich FREUDE bereiten - welchen Sinn solle es denn heutzutage SONST haben, einen beschneiten Hügel runterzugleiten? ;o) Vielleicht würde er ja ein Jahr später mehr Lust dazu haben, vielleicht auch nie. Sie waren zwar enttäuscht, nahmen ihn aber aus der Gruppe, und am Nachmittag konnte ich mit den anderen Kindern dann schon Schleppliftfahren und Hügelspringen üben (das wäre mit ihm niemals gegangen…) Aber nicht jedes Kind zeigt soooo deutlich, wenn es etwas nicht machen möchte… Ja, und in den armen Ländern, da fragt sowieso keiner, wie wir wissen…

    Herzliche rostrosige Adventgrüße

    von der Traude

    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/12/rettet-die-lachfalte-12-endspurt.html

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