Samstag, 31. Januar 2015

Der ‚Labello-Fall’

Sachverhalt
Die Angeklagte drückte der Verkäuferin einer Drogerie einen einfachen Labello-Stift in den Rücken und machte sie glauben, es handle sich dabei um den Lauf einer Schusswaffe. Derart geschockt leistete das Opfer keine Gegenwehr und händigte der Angeklagten auf deren Begehren hin, den Inhalt der Kasse aus.

Urteil
Die Täterin wurde gefasst und wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil dann später auf mit der Begründung, dass es sich bei einem Labello-Stift um kein ‚taugliches Tatmittel’ handele und sich die Täterin somit nur der einfachen räuberischen Erpressung schuldig gemacht habe. 

Diesen Fall sollte jeder Jura-Student kennen, denn er gehört sozusagen zum Basiswissen.



Freitag, 30. Januar 2015

Warum ist das Meer eigentlich salzig?


Viele Salze stammen ursprünglich aus dem Gestein der Erdkruste. Der Einfluss von Wind, Sonne und Wasser verändert und verwittert das Gestein und gibt Salze frei. Regen spült sie dann in die Flüsse und von dort ins Meer. Da dabei immer nur wenig Salz auf einmal transportiert wird, schmeckt das Flusswasser nicht salzig. Im Meer aber sammelt es sich seit Millionen von Jahren an.
Einige der Meeressalze stammen darüber hinaus aus Gestein und Sediment des Ozeanbodens. Auch vulkanische Schlote am Meeresgrund können Gase und Teilchen ausstoßen, die Salze enthalten.
All das hat dazu geführt, dass der Salzgehalt in den Ozeanen heute bei durchschnittlich 3,5 Prozent liegt. Das entspricht 35 Gramm oder drei Esslöffeln Salz pro Liter Ozeanwasser. Doch diese sog. ‚Salinität’ ist nicht überall gleich hoch.
Aber nicht nur Ozeanwasser kann größere Mengen an Salz enthalten. So ist das Tote Meer - ein Binnengewässer - mit rund 28 Prozent sehr salzig. Der Auftrieb ist dort so stark, dass man beim Baden problemlos Zeitung lesen kann.
Das salzigste Gewässer der Erde ist übrigens ein Tümpel in der Antarktis. Der Salzgehalt im Don Juan Pond im Wright Valley der Südpolregion beträgt 40,2 Prozent.

Heute darf ich zwei neue Follower begrüßen
und darüber freue ich mich sehr!
Herzlich Willkommen
Eva V. 
und
Ursula Rosemarie Bümlein!
Schön, dass ihr da seid!


Quelle: Spiegel.de

Donnerstag, 29. Januar 2015

Asphalt und Schinken - wie passt das denn zusammen?

Im Val de Travers in der Schweiz befindet sich ein stillgelegtes Asphaltbergwerk. Dort wurde 300 Jahre lang Asphalt abgebaut, und zwar auf einer Länge von insgesamt ca. 100 km. Dieser Ort macht jedoch nicht nur durch diese Stollen, sondern auch durch eine ganz besondere kulinarische Spezialität auf sich aufmerksam. Dort wird Schinken, der mit mehreren Lagen Papier ummantelt wird, in flüssigem Asphalt gegart. 
Davon hatte ich bis jetzt ehrlich gesagt noch nie gehört. Woher die Schweizer den Asphalt beziehen, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aus den eigenen Vorkommen ist dies jedoch nicht mehr möglich, denn sie sind vollkommen ausgeschöpft!

Von Christel wurde ich darauf hingewiesen, dass man im Netz zu diesem Thema viele Informationen findet. Wer also noch mehr darüber wissen möchte, klickt vielleicht hier!

Mittwoch, 28. Januar 2015

Die rosarote Brille



Glaubt man dem Redensarten-Index, dann bedeutet es, wenn man ‚durch die rosarote Brille schaut’, dass man einfach zu optimistisch ist und eine Sichtweise an den Tag legt, die eher den eigenen Wünschen als der Realität entspricht. 

Ja, ich glaube, die haben recht und nicht wenige Ehepaare erkennen dies, wenn der Ehealltag zeigt, dass man eben genau diese Brille in Bezug auf den Partner getragen hat. 

Und dann ist der Lack ab, die Brille landet verbogen im Müll und der Partner …

Aber schön ist es schon, durch diese Brille zu schauen - es hebt unsere Laune doch wirklich erheblich!


gif: echtlustig.com 

Montag, 26. Januar 2015

Wintertage

Am Samstag hielt der Winter auch bei uns in OWL Einzug. 
Flugs wurden zwei Schneemänner gebaut. 
Und hier kommt ein Beweisfotos.
Heute ist es allerdings schon wieder vorbei mit der weißen Pracht!




Wenn ich an ‚früher’ denke, da waren die Winter (gefühlt) kälter, dauerten länger an und sie waren vor allen Dingen ‚weißer’. Oder ist es nur die Erinnerung, in der einiges verwischt? 
Ich weiß noch genau, dass wir in jedem Winter mit dem Schlitten den Hang herunter gefahren sind. Einmal haben wir sogar eine Straße genutzt, die ziemlich steil war (immer noch ist J). Als ein Anwohner dieser Straße von der Arbeit nach Hause kam, wurden wir ordentlich ausgeschimpft. Die Fahrbahn hatten wir natürlich in eine wahre Eisbahn verwandelt. 
Damals heizten wir ja alle noch mit Kohle und ich erinnere mich, dass er unserer Schlittenfahrt ein jähes Ende bereitete, indem er Asche auf der Straße verteilte. Wir waren damals richtig sauer auf ihn. Heute sehe ich das natürlich etwas anders.
Ich kann mich erinnern, wie durchgefroren wir waren, wenn wir dann wieder heim kamen. In einem Zimmer stand ein Kaminofen. Unsere Mutter hatte die Hausschuhe für meine Schwester und für mich immer dort hingestellt, damit sie schön warm waren, wenn wir in sie hineinschlüpften. Unsere Wangen waren noch kälter alt die Füße und auch die Hände waren trotz der Handschuhe eiskalt. Die Erinnerungen an diese Zeit sind aber trotzdem schön. Herrlich war der Winter meiner Kindertage.


Sonntag, 25. Januar 2015

Kann ich das schriftlich haben? Fortsetzung 2

Ausmalen Abc Ausdrucken Malvorlagen Alphabet Ajilbabcom Portal PictureIm Jahr 1500 vor Christus kam es in Ugarit an der syrischen Küste zu einer Verschmelzung mehrerer regionaler Schriftarten, die zu einer Revolution innerhalb der Entwicklung der Schrift führte: die Erfindung des Alphabets. Man geht davon aus, dass das ugaritische Alphabet der Vorgänger des phönizischen und damit der europäischen Alphabete war. Die arabischen, hebräischen, griechischen, lateinischen und kyrillischen Schriftsätze sind weiter entwickelte und in die jeweilige Kultur übertragene Alphabetschriften.

Die Phönizier sorgten für die Verbreitung des Alphabets. Sie waren ein Volk von Seefahrern, die im Gebiet des heutigen Syriens und Libanons siedelten. Sie kannten ein aus 22 Zeichen bestehendes Alphabet.
Die Erfindung des Alphabetes beruht auf der Erkenntnis, dass die Sprache ein System aus nur wenigen Lauten darstellt, die aber in immer neuen Kombinationen die vollständige Fülle eines sprachlichen Wortschatzes wiedergeben können. Mit nur 26 Buchstaben lassen sich etwa alle Wörter der deutschen Sprache niederschreiben. - Damit sie sich die Zeichen des Alphabets besser merken konnten, gaben die Phönizier den Buchstaben eine Reihenfolge.
Durch die Kontakte ihres weit reichenden Handelsnetzes beeinflussten die Phönizier mit ihrem Schriftgebrauch bald auch ihre Handelspartner. Die Alphabetschriften begannen sich in Europa zu verbreiten. Um 800 vor Christus übernahmen die Griechen das Alphabet-System und ergänzten es mit Vokalzeichen. Das griechische Alphabet wurde zum Vorbild des lateinischen Alphabets, das wir heute benutzen.


 Quelle: planet.wissen

Samstag, 24. Januar 2015

Kann ich das schriftlichen haben? Fortsetzung 1

Noch herrschten schwerfällige Bilderschriften vor, als vor 5000 Jahren in Ägypten die ältesten Hieroglyphen und in den sumerischen Kulturen (Sumerer, Akkader, Babylonier, Assyrer) die ersten Keilschrifttäfelchen entstanden. Doch zunehmend wurde eine raschere Form des Schreibens benötigt, und dafür benutzte man Zeichen mit einer lautlichen Zuordnung, das heißt ein Zeichen entsprach einem Laut.

Es entstanden stilisierte, abstraktere Zeichen, die Schrift wurde komplexer, aber auch genauer. In Ägypten erfuhren die Hieroglyphen (griechisch: "heilige Einmeißelungen") eine Verknüpfung mit Lauten. Das daraus entstandene, komplizierte Schriftsystem war so erfolgreich, dass es 3000 Jahre unverändert bestehen blieb. Eine Hieroglyphe konnte dabei ein ganzes Wort oder auch nur einen einzelnen Laut (Phonogramm) symbolisieren. Einige der Hieroglyphen sind daher den Buchstaben der Alphabet-Schriften vergleichbar.
Als eine alternative Schriftform zu der sehr umständlichen und zeitraubenden Hieroglyphenerstellung entwickelte sich in Ägypten die hieratische Schrift, eine Kursivschrift, die ab dem zweiten Jahrtausend vor Christus mit dem Pinsel auf Papyrus aufgetragen wurde. Wer zur damaligen Zeiten schreiben konnte, war ein gemachter Mann, denn die wenigsten Menschen konnten damals schreiben.



Quelle: planet.wissen

Freitag, 23. Januar 2015

Kann ich das schriftlich haben?

Seit etwa zwei bis drei Millionen Jahren gibt es den Menschen, aber erst seit 5000 bis 6000 Jahren existiert die Schrift. Doch schon zu Beginn der Menschheitsgeschichte beginnen sich Vorformen der Schrift zu entwickeln – seit der Mensch sich Materialien zu Nutze macht, mit denen er malen, gravieren, ritzen, stempeln und schreiben kann.

Über Jahrmillionen entwickelte der Mensch sprachliches Ausdrucks-vermögen. Mit der verbalen Kommunikation und der mündlichen Überlieferung von Erinnerungen und Wissen konnte er seine Welt strukturieren. Die Lebensumstände wurden aber immer komplexer. Besitzverhältnisse und Verwaltungsorganisation ließen sich nicht mehr mündlich kommunizieren und allein aus dem Gedächtnis und der Erinnerung heraus rekonstruieren. Deshalb begann der Mensch Buch zu führen, Notizen abzufassen, die als Gedächtnisstütze dienten und Ansprüche besser regeln halfen.
Die ersten großflächigen Bilder des Menschen, sind prähistorische Höhlenmalereien. Es ist unwahrscheinlich, dass ausschließlich ästhetische oder kultische Gründe eine Rolle bei der Entstehung der kunstfertigen Abbildungen gespielt haben. Es ist durchaus denkbar, dass die Malereien Besitzstände und Machtverhältnisse ihrer Zeit widerspiegeln.
Die Schrift wurde also erfunden, um Macht und Besitz zu organisieren und zu wahren, also quasi aus rechnerisch-buchhalterischen Überlegungen heraus. Das belegen die Anfänge der Schrift in Mesopotamien (dem heutigen Irak). Dort beginnt die Geschichte der Schrift mit Aufstellungen über Ein- und Ausgaben, die im Laufe der Zeit bedeutend und komplex geworden waren. Ihre schriftliche Fixierung half, Interessen auseinander zu halten und Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen.



Quelle: planet.wissen

Donnerstag, 22. Januar 2015

Light

In allen Supermarkt-Regalen finden wir Light-Produkte - mehr als genug. Wurst, Quark, Käse, Bier, Schokolade und noch so einiges mehr. Mit einem werbewirksamen Slogan soll uns eingeredet werden: Wenn wir uns hauptsächlich von diesen Lebensmitteln für die “schlanke Linie” ernähren, dass dann die Pfunde nur so purzeln werden und wir bald so aussehen, wie Models.
Joghurt bilderDiese Light-Produkte haben sicher bedeutend weniger Kalorien als die Normalvariante – denken wir. Die Wahrheit sieht aber – sehr oft – ganz anders aus. Diese Produkte haben vielleicht weniger Kalorien, dafür sättigen sie aber auch oftmals umso schlechter, da diese häufig nur mit Wasser u. ä. angereichert werden. Nur Wasser macht nicht satt! Infolge dessen essen wir mehr davon, um überhaupt ein Sättigungsgefühl zu erlangen.

Zudem haben viele der sogenannten “Diät”-Lebensmittel trotz niedrigem Fett- oder Zuckergehalt eine sehr hohe Energiedichte (Kaloriengehalt), so dass sie die Pfunde eher anwachsen anstatt verschwinden lassen. Diesen Etikettenschwindel deckte mal eine australische Studie auf. Überrascht waren die Forscher, als sie den Energiegehalt von Produkten mit dem Etikett “fettarm”, “light” und “Diät” untersuchten. Im Vergleich mit anderen Gerichten wiesen diese eine wesentlich höhere Energiedichte auf.
Den hohen Preis, den wir für Light-Produkte in unserem Kühlschrank zahlen, dürfte dann in etwa so aussehen:
·                     höhere Ausgaben, da Light-Produkte meistens mehr kosten
·                     innere Unzufriedenheit, wegen geschmacklicher Defizite,
·                     keine gesundheitlichen oder sichtbaren Verbesserungen,
·                     kaum Gewichtsverluste, eher sogar Gewichtszunahme,
·                     und ein ständiger Kampf gegen Heißhungerattacken.

Merkwürdigerweise berichten viele Verbraucher, dass sie beim häufigen Verzehr von Light-Produkten zudem eine verstärkte Gier nach Süßem verspürten. Die Ursache sehen die Forscher darin, dass viele der fettarmen Produkte eine größere Menge an Geschmacksverstärkern, Zuckerzusätze oder andere, industriell bearbeitete Kohlenhydrate enthalten. Und gerade diese sind die wahren Dickmacher!
Wenn wir wieder gesundheitsbewusster essen und genießen, sind wir auch mit etwas kleineren Portionen zufrieden. So einfach es klingt, aber es ist tatsächlich so! Wir können besser zu einem ganz normalen Sahnejoghurt als zu zwei, nicht gerade befriedigenden Light-Versionen greifen. Er schmeckt und sättigt uns im Endeffekt besser!

Hallo Anna,
herzlich Willkommen!!!!
Ich freue mich, dich bei mir begrüßen zu dürfen!!!!


Quelle: fitnessundgesundheit.com (admin)

Mittwoch, 21. Januar 2015

Das ich das überlebt habe!


'Dreck scheuert den Magen' - darüber denke ich heute noch einmal laut nach.
Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, frage ich mich ernsthaft, wie ich diese Zeit überhaupt überleben konnte. Ich hatte nämlich keine Mutter, die mit einem Desinfektionsmittel hinter – oder besser: vor – mir herwischte, um alles um mich herum keimfrei zu halten.
Ich habe im Matsch gespielt – vielleicht sogar das Wasser aus einer Pfütze probiert. Und dann steht die Frage im Raum: Wie keimfrei war das Plumpsklo unserer Nachbarn, zu denen wir Kinder zu gerne gingen, weil es so etwas Besonderes hatte? Und wenn ihr es nicht weitersagt: Ein Waschbecken, um sich anschließend die Hände zu waschen, war weit und breit nicht in Sicht.
Unsere Straße war damals noch nicht geteert, sondern bestand aus Staub und kleinen Steinchen. Die steckten dann auch schon mal im Knie - in der offenen Wunde -, wenn man hingefallen war. Diese kleinen Steinchen befanden sich aber hin und wieder auch auf dem Brot mit Rübenkraut (Sirup), das ich draußen essen durfte und dass mir dann auch schon mal auf die Straße fiel. Steinchen mit Dreckfingern rausgefischt – weiter gegessen! Und jetzt kommt es: Ich habe das alles überlebt!!! 
Es war wirklich so, dass meine Eltern sagten: ‚Dreck scheuert den Magen’. Sie wurden nicht hysterisch, wenn ich völlig verdreckt war. Nicht, dass jetzt ein falsches Licht auf meine Eltern fällt: Ich  m-u-s-s-t-e  (von mir aus wäre es nicht unbedingt notwendig gewesen) mich waschen und auch meine Zähne putzen. Auch war meine Kleidung sauber – aber halt nur so lange, bis ich vom Spielen heim kam.
Ob uns diese fiesen Keimmonster aus der Werbung heutzutage dazu bringen, übermäßig auf Sauberkeit zu achten und beruht die Hysterie vielleicht nur auf einem Schachzug genialer Werbestrategen?




Dienstag, 20. Januar 2015

Alles hat seine Zeit!

Ein Reizwort dieser Woche lautete 'Schneemann' 
und so liegt die Vermutung nahe, 
dass wir uns in unseren heutigen Geschichten 
alle im Winter befinden. Ich werde gleich mal bei
Regina - Lore - Christine und Eva
lesen, ob es so ist. 
Die vier nachfolgenden Reizwörter wollten 
auch noch untergebracht werden:

Traum – rasen – kichern - weinen

Schneemann

In diesem Winter hatte es wieder einmal ordentlich geschneit. Die Kinder waren alle aus dem Häuschen – und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Niemanden hielt es bei diesem herrlichen Wetter im Haus. Gegen die Kälte konnte man sich ja mit warmer Kleidung wappnen. Amelie lief durch den Garten. Soooo lange hatte sie nicht mehr im Schnee herumtollen können. Die Kufen ihres Schlittens waren schon ganz verrostet, so dass Papa sie zunächst einmal einfetten musste, damit sie den Hang herunter sausen konnte.
Nach der Schneeballschlacht, die sie sich mit ihrer Mutter geliefert hatte, fragte diese: „Wollen wir einen Schneemann bauen?“
Das Mädchen war begeistert. „Oh ja, aber ich baue meinen eigenen!“
Dann formten sie kleine Kugeln und rollten sie durch den Schnee. Mamas Kugeln wurden größer, als die von Amelie und ließen sich auch schwerer rollen. Amelies Schneemann war zwar kleiner, aber wunderschön. Er bekam einen Schirm in den Arm gesteckt, eine lila Pudelmütze auf den Kopf, damit ihm nicht zu kalt wurde und eine Möhrennase.
„Du Mama, der Schneemann kann ja noch gar nicht gucken. Er braucht unbedingt noch Augen.“
„Das stimmt, meine Süße! Früher, als ich klein war, haben wir immer zwei schwarze Kohlestückchen genommen, aber heute heizen wir ja nicht mehr damit. Lass mich überlegen, was wir stattdessen nehmen können?“
Während Mama noch darüber sinnierte, kam Amelie bereits eine Idee.
„Ich weiß, was wir nehmen können“, rief sie nur, rannte zur Küchentür, durch die man vom Garten ins Haus gelangte, zog vorher schnell ihre Stiefel aus und verschwand im Inneren des Hauses.
„Schau“, rief das Kind bald darauf, „wir nehmen Knete. Hilfst du mir, damit sie weicher wird und wir sie formen können?“ Mama nahm die grüne und die blaue Knete in jeweils eine Hand. Aus der roten Knete formte Amelie Lippen, denn die brauchte er ja auch, wie sollte er denn sonst sprechen können.
„Sooo einen bunten Schneemann habe ich noch nie gesehen“, kicherte Mama. Er sah mit seinen unterschiedlichen Augenfarben wirklich witzig auf. Amelie gefiel er so, wie er war. Inzwischen war sie jedoch so durchgefroren, dass sie lieber im Haus weiterspielen wollte. Als sie sich vom Schneemann verabschiedete, versprach sie, am kommenden Tag nach ihm zu schauen.
Die Nacht brach herein, Amelie lag in ihrem Bett und schlief. Der Schneemann jedoch war viel zu aufgeregt, um so früh schon zu schlafen. Er schaute staunend in den Himmel. So viele Sterne und der große helle Mond. Fantastisch sah das aus.
Früh am nächsten Morgen begrüßte Amelie ihn freundlich:
„Hallo, Schneemann!“
„Hallo, Amelie“, antwortete dieser. Das Kind staunte, denn es hatte nicht damit gerechnet, dass der Schneemann ihren Namen kannte und wirklich sprechen konnte.
„Nun schau nicht so. Du hast mir doch einen Mund gemacht, damit ich sprechen kann und Augen zum Schauen. Ich danke dir, denn so konnte ich heute Nacht die Sterne betrachten und auch den Mond!“
Amelie, die sich von dem Schreck schnell erholt hatte, verstand seine Gefühle sehr gut: „Sie sind wunderschön, nicht wahr. Ich habe sie auch schon oft getrachtet und frage mich dann immer, ob dort oben wohl jemand wohnt.“
„Du Amelie“, sagte der Schneemann zögerlich, „ich hatte heute Nacht einen Traum. Du hast mich auf deinen Schlitten gesetzt und dann sind wir zwei zusammen den Hang herunter gerast. Das war ein Heidenspaß. Würdest du mich heute mitnehmen zum Schlitten fahren?“
Eine ungewöhnliche Bitte, die Amelie allerdings gerne erfüllte. Vorsichtig setzte sie den Schneemann auf den Schlitten, erzählte Mama von ihrem Vorhaben und zog mit ihm los. Die anderen Kinder schauten neidisch, denn sie waren noch nie auf die Idee gekommen, einen Schneemann auf ihrem Schlitten mitfahren zu lassen.
So vergingen einige Tage, an denen die Beiden viel Spaß hatten. Doch eines Morgens, als Amelie nach ihrem Schneemann schauen wollte, stand er nicht mehr dort. Sofort stiegen Tränen in ihre Augen. Irgendjemand musste ihn gestohlen haben.
Mama, die Amelie hatte weinen hören, kam in den Garten, um ihre Tochter zu trösten.
„Schau, Kind, es ist in den letzten Tagen viel wärmer geworden. Sieh meinen dicken Schneemann an, von ihm ist auch kaum noch etwas übrig geblieben. Sei nicht traurig. So ist das Leben der Schneemänner. Sobald es wärmer wird, verlassen sie uns.“
„Ich finde das total blöd“, motzte Amelie.
„Aber so ist es nun einmal. Finde dich damit ab.“
Das Telefon klingelte und Mama lief zurück ins Haus. „Amelie“, rief Mama eine kurze Zeit später, „Papa war das gerade am Telefon mit einer tollen Nachricht. Komm her, ich habe eine Überraschung für dich.“
Dann gingen beide hinunter in den Keller.
Mama öffnete die Gefriertruhe. „Schau!“, sagte sie nur.
Das Mädchen konnte es nicht fassen. Ihr Papa rettete den kleinen Schneemann, indem er ihn dort hinein gelegt hatte.
Amelie ging jeden Tag zu ihm, um mit ihm zu sprechen, doch lange war das nicht möglich, denn sonst wäre er ja geschmolzen. Als es Mai und draußen immer wärmer wurde, hatte der Schneemann nur noch einen Wunsch: „Amelie, kannst du mich bitte nach draußen in den Garten bringen?“
„Nein“, antwortete sie entsetzt, „das geht nicht. Du würdest sterben.“
„Schau, dass ist das Schicksal aller Schneemänner. Wir gehören in den Winter. Wenn es richtig kalt ist, dann fühlen wir uns am wohlsten. Ich bin so einsam hier unten und es ist ständig dunkel um mich herum. Das ist kein schönes Leben.“
Amelie bekam ein schlechtes Gewissen. Es war sehr eigennützig von ihr, den Schneemann bei sich behalten zu wollen.
„Es ist nicht so vorgesehen, dass wir im Frühjahr noch da sind. Bitte gib mir die Freiheit und lass mich hier heraus. Im nächsten Winter, wenn es wieder schneit, dann kannst du mich doch wieder zum Leben erwecken.“
Amelie nickte, brachte den Schneemann in den Garten und stellte ihn in das Blumenbeet. Dort schien die Sonne am stärksten. Der Schneemann freute sich, winkte Amelie aufmunternd zu und verschwand.
Amelies Mutter beobachtete die Szene vom Küchenfenster aus. Das Kind nahm die grüne, blaue und rote Knete an sich und ging zur Mutter in die Küche.
„Ich habe gesehen, dass du dich vom Schneemann verabschiedet hast“, sagte sie.
„Es war so sein Wunsch“, erwiderte Amelie traurig.
Es ist jetzt schwer für sie, dachte ihre Mutter, doch es ist eine wichtige Erkenntnis für mein Kind, dass alles seine Zeit hat!


© Martina Pfannenschmidt, 2015

Montag, 19. Januar 2015

Dreck scheuert den Magen oder: Die 5-Sekunden-Regel!

Wenn es morgens knapp wird, nehmen wir unser Frühstück gerne mal auf der Hand mit. Da kann es dann schon einmal passieren, dass das mühevoll geschmierte Käsebrot in der morgendlichen Hektik herunterfällt. Alles halb so wild, sagt die 5-Sekunden-Regel (alternativ als 3-Sekunden-Regel bekannt): Liegt das Käsebrot nicht länger als 5 Sekunden auf dem Boden, können wir es angeblich bedenkenlos essen. Aber stimmt das eigentlich?
Es klingt nach einem Riesenspaß: Studenten der Aston University in England haben Toast, Nudeln, Kekse und klebrige Süßigkeiten auf den Boden geworfen und dann geschaut, wie viele Bakterien sich danach auf den Nahrungsmitteln tummeln. Auf Essen, das weniger als 5 Sekunden auf dem Boden lag, haben sie weniger Bakterien gezählt, als auf Essen, das 30 Sekunden auf dem Boden lag. 
Außerdem untersuchten die Studenten, auf welchem Boden sich Bakterien schneller auf den Nahrungsmitteln niederlassen. Getestet haben sie Teppich, Fliesen und Laminat. Dabei ging der Teppich als klarer Sieger hervor. Hier haben die Studenten am wenigsten Bakterien gezählt.
Die Erklärung: Durch die Struktur der Teppichfasern gibt es nur wenige Kontaktpunkte für die Nahrungsmittel, während sie bei Laminat oder Fliesen direkt in vollen Kontakt mit der Oberfläche kommen. Mehr Kontakt zur Nahrungsoberfläche bedeutet mehr Kontakt zu den auf dem Boden lebenden Bakterien. Die wenigsten Bakterien saßen bei der Untersuchung demnach auf Nahrungsmitteln, die auf Teppich gelandet waren und dort nicht länger als 5 Sekunden lagen.
Doch es gibt mindestens einen Professor, der diese Studie britischer Studenten eher kritisch sieht: “Diese Regel ist ohne Bedenken Blödsinn. Sie würde voraussetzen, dass alle Böden gleich kontaminiert wären und das trifft sicher nicht zu. Außerdem fragt es sich, welche Bakterien sich überhaupt auf dem Boden tummeln.”
Wenn uns also das nächste Mal ein Käsebrot auf den Boden fällt, sollten wir zuerst einmal überlegen, wann wir das letzte mal die Küche geputzt haben. Und bis uns das wieder eingefallen ist, sind die 5 Sekunden wahrscheinlich schon rum.

 Quelle: Pflichtlektüre.com