Samstag, 28. Februar 2015

Wir müssen wohl noch einige Zeit warten,

bis wir wieder draußen in unseren geliebten Biergärten sitzen können. Gerade die Bayern sind bekannt für ihre wunderschönen Biergärten – und das kam so: Früher wurde nur in der Zeit zwischen dem 29.9. und dem 23.4. Bier gebraut, denn Bier ist verderblich und muss kühl gelagert werden. Dann begann man, Bierkeller auszuheben. Obwohl diese Keller bis zu 12 m unter der Erde lagen, war das Bier immer noch zu warm. Da pflanzten findige Brauer darüber Kastanien an. Die Bäume spendeten Schatten und das Bier blieb auch im Sommer frisch.

Bildergebnis für gifs kostenlos bierUnter diesen Bäumen ließ es sich vorzüglich jausen (wie man in Bayern sagt). Die pfiffigen Brauer versorgten die Ausflügler dann dort mit Bier. Weil das andere Wirte ärgerte, wurde der Ausschank in den Biergärten verboten. Doch: Niemand hielt sich daran. Und so wurde der Ausschank 1812 legalisiert und erfreut sich bis heute größter Beliebtheit.

Von Doris gibt es noch einen Nachtrag:

Als waschechte Bayerin muss ich hier noch was anfügen - das Besondere an einem bayerischen Biergarten ist nämlich, dass man die mitgebrachte Brotzeit (Jause sagt man in Österreich!!!) verzehren darf . . . nur das Bier muss man im Biergarten bestellen ;O)

Vielen Dank für deinen Hinweis!!!!


Freitag, 27. Februar 2015

HALVE HAHN

Klar, alle Rheinländer wissen jetzt Bescheid, doch der Rest der Welt? Als ich diesen Ausdruck das erste Mal hörte, da dachte ich an ein halbes Hähnchen, doch wenn man im Kölner Raum besagten ‚Halven Hahn’ bestellt, dann bekommt man etwas ganz anderes serviert.
Was man bekommt und woher dieser Ausdruck stammt, hat INGE WOZELKA ganz wunderbar erklärt, nämlich so:
Bildergebnis für bilder halve hahnMan mag es glauben, oder auch nicht: Die Erfindung des „Halve Hahn“ war ein Festtagsscherz am 18. April 1878! Das behauptet ein gewisser Wilhelm Vierkötter 35 Jahre später in einem Leserbrief an das Kölner Tageblatt.
Vierkötter, geboren in Wahlscheid, ist Stammgast im Kölner Gasthaus Bank, dem späteren Brauhaus Lölgen an der Hohen Pforte 8. Hier verbringt er seine Mittwochabende regelmäßig an seinem Stammtisch – der „Camaradschaftlichen Vereinigung“.
So weit, so gut. Am 18. April 1878 will er im Gasthaus seinen Geburtstag feiern. Um eine befreundete Dame zu ärgern, die Wert auf ausgesuchte Speisen legt, verabredet er mit dem Köbes (Kellner) einen „Festtagsscherz“: Er bestellt für seine 14 Gäste Geflügel. Also richtige halbe Hähne, die zu dieser Zeit noch reichlich teuer waren. Der Köbes bringt aber nur 13 Mal das lecker geröstete Federvieh. Der vornehmen Dame bringt er, ganz wie vorher mit Vierkötter abgesprochen, ein „Röggelchen met Kies“ (Roggenbrötchen mit Käse).
15 Pfennig muss Vierkötter hinterher dafür bezahlen. Die Gäste amüsieren sich köstlich – die Dame allerdings ist ein wenig verstimmt.
Klar, dass sich eine solche Geschichte herumspricht. Schnell bieten auch andere Gastwirtschaften ihren Gästen den „Halve Hahn“ an – also das Röggelchen, belegt mit der dicken Scheibe Holländer Käse.

Foto: spar-mit.com

Donnerstag, 26. Februar 2015

Ketchup -

Bildergebnis für gifs kostenlos ketchupenthält er eigentlich so viele Tomaten, dass er schon als Gemüse durchgehen könnte? Ja, jetzt schmunzelt ihr, kann ich mir denken, doch kluge Amerikaner kamen wirklich auf diese Idee. Der Grund war der Staatshaushalt. Es mussten mehrere Milliarden Dollar eingespart werden und was liegt da näher, als dieses Geld bei den Kindern und dem Schulessen einzusparen?! Sie wollten tatsächlich am Gemüse sparen und den Kindern stattdessen Ketchup servieren. Gott sei Dank schlugen Ernährungswissenschaftler Alarm. Was die Bevölkerung aber besonders erzürnte: Genau in dieser Zeit, als man auf diese Idee kam, schaffte das Weiße Haus neue Tischwäsche und Porzellan, versehen mit dem goldenen Siegel des Präsidenten an, für über 200.000 Dollar!


Mittwoch, 25. Februar 2015

Hast du 6 Minuten Zeit?

Es sind fast 23 Jahre vergangen,
seit ein zwölfjähriges Mädchen
eine beeindruckende Rede hielt.
Für genau 6 Minuten hielt die Welt
damals den Atem an.
Ich frage dich und auch mich:
Warum hat sich seither nichts verändert?


Dienstag, 24. Februar 2015

Das letzte Hemd hat keine Taschen

Altkleider – Hund – bunt – grollen – elend
Als ich diese Reizwörter las, war meine erste Reaktion:
Ach, du meine Güte!
Wohin meine Gedanken dann geführt wurden, 
verrät die Überschrift schon ein klein wenig!
Und hier geht es zu den anderen Geschichten:

Bildergebnis für gifs kostenlos altkleider

Als sie den Schlüssel in das Schloss steckte, war Susanne ganz elend zumute. Das erste Mal nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter öffnete sie diese Tür. Unweigerlich traten Tränen in ihre Augen. Sie hatte sich nicht einmal von ihr verabschieden können. Als sie das letzte Mal von ihr fort ging, hätte sie im Traum nicht daran gedacht, dass sie sie lebend nicht wieder sehen würde.
Die Tür sprang auf und Susanne betrat den kleinen Flur. Die Jacke ihrer Mutter hing an der Garderobe, so, als habe sie diese gerade eben dort hingehängt. Sie nahm den Ärmel und schnüffelte daran, um den Geruch ihrer Mutter noch einmal intensiv wahrnehmen zu können. „Ach, Mama, warum bist du nicht mehr da? Hast dich einfach so davon geschlichen“, murmelte sie in die Stille hinein.
Dann betrat sie die kleine Küche. Alles war pikobello aufgeräumt. Ihre Mutter war stets sehr ordentlich gewesen. Hier und da stand ein wenig Schnickschnack herum, doch alles hatte seinen Platz.
Susanne öffnete einen Küchenschrank. Das ganze Geschirr, was sollte jetzt damit passieren? Sie hatte selbst genug. Mehr als genug sogar. Und Detlef, ihr Bruder, der würde auch nichts davon gebrauchen können. - Ihr Bruder, sie grollte ein wenig mit ihm, denn wie so oft glänzte er durch Abwesenheit.
Sie hatten sich eigentlich für heute verabredet, um den Nachlass ihrer Mutter zu regeln, doch plötzlich gab es da einen Termin mit einem Klienten, den er angeblich nicht absagen konnte und so stand sie nun ganz alleine hier. Auf der anderen Seite konnte sie so aber auch einfach ihren Gedanken nachhängen und sie hatte das Gefühl, ihrer Mutter in der Stille ganz nahe zu sein.
Sie hatten viel über den Tod und das Leben gesprochen. Ihre Mutter hatte keine Angst von dem Tod gehabt und Susanne klangen noch die Worte im Ohr. „Ach Kind, warum soll ich mich fürchten? Ich gehe einfach durch eine Tür in einen unbekannten Raum. Wie oft habe ich das schon gemacht. Immer wieder gab es Türen, von denen ich nicht wusste, was mich dahinter erwartet.“
Es war so schade, dass die, die gegangen waren, den Hinterbliebenen nicht mehr sagen konnten, wie es war, diese Tür zu durchschreiten. Was war da auf der anderen Seite dieser Tür?
Ihre Mutter zweifelte nicht daran, dass ihre Ahnen dort auf sie warteten und natürlich ihr Mann, Susannes und Detlefs Vater. „Schau“, hatte ihre Mutter gesagt, „wenn ein Baby geboren wird, dann sind doch auch ganz viele Menschen da, um es zu empfangen. Es sind Menschen da, die helfen, dass das Kind geboren werden kann und dann ist da die Familie, die dem Menschenkind in den ersten Jahren des Lebens hilft. Das Kind wäre gar nicht lebensfähig ohne diese anderen liebenden Personen, die sich um das kleine Wesen kümmern. Warum sollte sich das plötzlich nach dem Tod ändern? Auch auf der anderen Seite wird es wieder gute Seelen geben, die uns helfen, uns zurecht zu finden. Vielleicht hat die Seele, die von der anderen Seite kommt, genau so viel Angst, hier wieder geboren zu werden, wie sie es hier hat, zu sterben. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass alles gut geregelt ist.“
Ihre Mutter hatte einen starken Glauben, der ihr oft über schwere Zeiten hinweggeholfen hatte.
Susanne betrat das Schlafzimmer. Die Nachbarin hatte ihre Mutter dort eines Morgens tot aufgefunden. Das war ein Schock für alle gewesen.
Dann öffnete Susanne den Kleiderschrank. Alles lag oder hing dort ordentlich sortiert. Das würde jetzt alles in die Altkleider-Sammlung wandern. Sie wusste, dass ihre Mutter ihr Herz nicht an weltliche Dinge gehängt hatte. Das machte es jetzt leichter, die Sachen zu entsorgen.
„Wir können nichts von dem, was wir hier an materiellen Dingen angehäuft haben, mitnehmen“, hatte ihre Mutter einmal gesagt. „Du weißt doch, wie man sagt: Das letzte Hemd hat keine Taschen.“
Susannes Blick fiel auf eine bunte Bluse. Als ihre Mutter diese zum letzten Mal getragen hatte, hatte sie gemeint, sie sei nun wohl bald zu alt, um derartig bunte Kleidung tragen zu können. Doch dann hatte sie sich widersprochen und gemeint: „Blödsinn! Was schert mich, was andere Leute darüber denken, ich mag diese Bluse.“
Auf der Kommode standen mehrere Fotos. Das eine zeigte ihre Eltern als Brautpaar am Tag ihrer Hochzeit. Dann gab es ein Bild der kleinen Familie. Susanne war vier, als das Foto entstand und Detlef zwei. So lange lag das jetzt alles schon zurück! Natürlich gab es auch ein Bild, auf dem Bello, der Hund der Familie, zu sehen war. Sie hatte eine wirklich schöne Kindheit gehabt und war ihren Eltern dankbar für alles, was sie ihr an Werten mitgegeben hatten.
Jetzt gab es nur noch ihren Bruder und seine Familie und plötzlich war da kein Groll mehr gegen ihn, sondern ganz viel Liebe, denn sie wusste, dass er ihr näher war, als sie sich manchmal eingestand.
Erschrocken wandte sie sich um, denn jemand klingelte an der Haustür und riss sie aus ihren Gedanken. Sie lächelte, als sie die Tür öffnete, denn davon stand ihr Bruder.
„Da bin ich, Schwesterherz“, sagte er nur und nahm sie in die Arme. Schön war es, einen Bruder zu haben!


© Martina Pfannenschmidt, 2015


Bild: Dirk.Eckernfoerde.de

Montag, 23. Februar 2015

Obst im Joghurt

Bildergebnis für gifs kostenlos joghurtDen höchsten Fruchtanteil im Joghurt findet man laut dem ‚Focus’ im Bild auf der Verpackung. Im Joghurt selbst steckt nämlich kaum Obst. In manchen Fällen landen in einem Kilo Joghurt gerade mal zwei Erdbeeren. Wie hoch der Anteil sein muss, besagt die Bezeichnung. Ist der Hinweis ‚mit Früchten’ auf der Verpackung abgedruckt, müssen gerade mal 6 % Obst im Joghurt enthalten sein.
‚Fruchtzubereitungen’ erfüllen die Norm sogar schon mit einem Fruchtanteil von 3,5 %. Das ‚Fruchtaroma’ weist darauf hin, dass  k e i n e r l e i  Früchte enthalten sind. Oft dienen Sägespäne oder Mikroorganismen als Ausgangsstoffe für die Produktion der Aromastoffe. Die rote Farbe beim Erdbeerjoghurt stammt beispielsweise von der Roten Bete. Die Stückchen, die uns einen Fruchtgehalt suggerieren, sind oft Rückstände aus der Fruchtsaftherstellung. Und ‚natürlich’ dürfen all diese Produkte den Aufdruck ‚natürlich’ tragen.
NATÜRLICH! 
Was sonst!


Foto: ralphsleckerwissen.wdr.de

Sonntag, 22. Februar 2015

Etwas abstauben

Ach, herrje, liebe Renate, diesen Post widme ich dir, weil ich gestern in einem Kommentar bei dir geschrieben habe, dass du tolle Dinge ‚abgestaubt’ hast. Und nun? Schlechtesgewissenhab Schau mal, was es bedeutet. Sooooo hatte ich es aber gar nicht gemeint:

Bildergebnis für gifs kostenlos müller
"Abstauben" tut jemand, wenn er sich unerlaubt etwas aneignet oder zum Nutznießer einer Situation wird.

Früher brachten die Bauern ihr Getreide zum Müller. Es wurde vorher und nachher gewogen. Manche Müller steckten dabei den Teil des Getreides in ihre eigene Tasche, der beim Mahlen in Staub aufging. Wenn die Müller also mal wieder kräftig "abgestaubt" hatten, fühlten sich die Bauern übervorteilt.