Mittwoch, 30. September 2015

Ich erinnere mich an Zeiten,

als der Trinkhalm noch Strohhalm hieß und auch aus diesem Material, nämlich Roggenstroh, bestand. Inzwischen wurde er durch den mit Knick und aus Kunststoff ersetzt. Überrascht war ich bei meiner Suche, wann der Strohhalm ‚erfunden’ wurde, über das Ergebnis. Man schreibt die ‚Entdeckung’ den Sumerern (ca. 4.000 vor Christus) zu und das fand ich schon echt erstaunlich.
Bildergebnis für gifs kostenlos strohhalmDoch erst im Jahr 1888 wurde die Erfindung von Marvin C. Stone patentiert. Stone stellte Papierhülsen für Zigaretten her und erweiterte deren Einsatzspektrum um die tropffreie Getränkeaufnahme. Das einzige, was sich seit der Zeit der Sumerer grundlegend geändert hat, ist das Material.
Es ranken sich auch viele Mythen um den Trinkhalm. An der These, dass man schneller betrunken wird, wenn man durch einen Trinkhalm trinkt, soll allerdings nichts dran sein.
Selbst das Guinness Buch der Rekorde hat den einen oder anderen Eintrag zu diesem Thema: So machte zum Beispiel der Brite Sam Heath eine Kette aus 26 Seifenblasen – mit Hilfe eines Trinkhalms. Der offizielle Weltrekord im (auf einmal) Trinkhalme im Mund halten liegt derzeit bei 264.



für all die lieben Kommentare zum Blumen-Gedicht
und der Dienstagsgeschichte!!


Quelle: www.trinkhalme.de

Dienstag, 29. September 2015

Beschwerdebrief

Geschichten-Zeit!!!
An diesem Dienstag
haben wir diese  Reizwörter 'verarbeitet':

Maulwurf – Schürzentasche – verschwinden – mulmig – sorgfältig

Mal schauen, was meinen Mitschreiberinnen dazu eingefallen ist:


Bildergebnis für gifs kostenlos haus


Beate wälzte sich von einer Seite auf die andere. Sie konnte einfach nicht einschlafen. Das ging ihr in den letzten Nächten oft so. Stundenlang lag sie wach. Das war einfach furchtbar. Es musste doch eine Möglichkeit geben, seine Gedanken abzustellen. Am besten würde es sein, wenn sie sich einfach einen blauen Himmel vorstellen würde. Das klappte ganz gut! Doch dann: Erste Wolken zogen auf. Was machte denn das Flugzeug dort? So würde das nie was. Doch sie gab nicht auf: Rasen. Sie wollte an eine grüne Rasenfläche denken. Grün beruhigte, hatte sie mal gelesen. Hoffentlich stimmte das auch. Kaum sah sie eine grüne Wiese, kroch eine Schnecke ins Bild. Beate ließ sich davon nicht von ihrem Vorhaben ablenken. Sie wollte nicht denken, sondern einfach nur eine grüne Wiese sehen. Doch was war das? Da bewegte sich doch etwas. Das durfte doch nicht wahr sein. Jetzt warf genau an der Stelle ein Maulwurf seinen Hügel auf. Unglaublich!
Elegant sprang sie aus dem Bett. So hatte es keinen Zweck. Sie wollte jetzt zuerst einmal ein Glas Wasser trinken. Ihr Blick fiel auf das Nachbarbett in dem ihr Gatte lag und leise vor sich hin schnorchelte. Er ahnte nichts von den Gedanken, die sie sich machte.
Als sie in der Küche stand und ein Glas Wasser trank, blickte sie in den Sternenhimmel. „He, ihr da oben“, sagte sie leise, „seid ihr sicher, dass ihr alles im Griff habt?“
Vorsichtig wurde die Küchentür geöffnet. Mit einem müden Lächeln und verstrubbelten Haaren stand ihr Liebster dort in seiner gestreiften Schlafanzughose: „Warum liegst du nicht im Bett und mit wem sprichst du überhaupt?“
„Ich konnte nicht schlafen und ich führe Selbstgespräche“, antwortete sie. „Mach dir keine Gedanken, ich komme gleich zurück.“
Lothar wandte sich um und dackelte zurück ins Schlafzimmer. Beate schmunzelte. Manchmal war er wie ein großer, tapsiger Junge.
Als Beate zurück ins Schlafzimmer kam, lag ihr Mann wach. „Was ist los?“, wollte er wissen. „Seit Tagen schleichst du nachts im Haus herum. Wo drückt der Schuh?“
So konnte er auch sein, ihr Liebster, und dass war auch der Grund, weshalb sie mit ihm verheiratet war. Man konnte sich auf ihn verlassen. Außerdem war er durchaus besorgt, wenn er bemerkte, dass es ihr nicht gut ging oder sie Sorgen hatte.
„Soll ich es dir ehrlich sagen?“, fragte sie.
„Ich bitte darum!“
„Du weißt, dass ich mir soooo sehr ein Kind wünsche.“
„Ja!“
„Und manchmal denke ich, es kann nicht sein, dass es immer noch nicht bei uns ist. Ich glaube", Beate machte eine entsprechende Handbewegung, "die da oben, die haben uns vergessen. Sie haben einfach vergessen, unser Kind auf den Weg zu bringen.“
„Du bist verrückt!“, antwortete er amüsiert.
„Nein, bin ich nicht. Ich verstehe es einfach nicht. Weißt du, wie lange ich jetzt schon warte?“
„Ja, weiß ich, weil ich nämlich genau so lange warte wie du. Es werden bald sechs Jahre, dass wir das erste Mal über Kinder gesprochen haben.“
„Siehst du. Das meine ich. Sechs lange Jahre warten wir schon. Organisch ist alles in Ordnung. Das haben uns die Ärzte bestätigt. Da stimmt was nicht. Ich sag es dir.“
„Weißt du was“, flachste Lothar, „dann geh doch los und beschwer dich. Aber jetzt wird geschlafen. Okay?“
„Okay!“
Beide fielen bald darauf in einen tiefen Schlaf. --- Beate trug Jeans, eine warme Jacke und Gummistiefel. Außerdem zierte ein riesiger Helm ihren Kopf, als sie sich auf einen alten Motorroller schwang. Sie fuhr schnittig los, bis sie einen Bach erreichte, über den eine schmale Brücke führte. Sie schien sehr glitschig zu sein. Gut, dass sie Gummistiefel trug. Doch was war das? Rechts und links vor der Brücke standen zwei Männer. Sie sahen aus wie Bodyguards, die ansonsten vor diversen Kneipen zu stehen pflegten. Beate wurde etwas mulmig zumute.
„Hallo!“, begrüßte sie die beiden Muskelpakete.
„Wohin soll die Fahrt denn gehen?“, erkundigte sich einer.
„Ich möchte mich beschweren“, antwortete Beate wahrheitsgemäß und holte als Beweis dafür einen Brief hervor, zeigte ihn und meinte: „Irgendetwas ist hier nämlich schief gelaufen. Ich warte schon so lange auf mein Kind. Das möchte ich jetzt mal anmahnen.“
Ohne ein weiteres Wort halfen ihr die Beiden über die Brücke. Sie sorgten sogar dafür, dass auch der Roller unbeschadet die andere Seite erreichte.
Beate bedankte sich freundlich, stieg wieder auf ihren Roller und fuhr schnurstracks und zielsicher ihren Weg. Nach einiger Zeit erreichte sie ein von Rosen umranktes Haus. Links neben der Eingangstür stand eine Bank. Sehr romantisch sah es aus. Beate ging zur Tür und klopfte. Doch niemand öffnete ihr. Für eine Weile setzte sie sich auf die Bank. Doch bald entschied sie, ihren Brief in den Briefkasten zu werfen und wieder von dannen zu fahren. --- Am nächsten Morgen war es ihr, als habe sie diese Geschichte nicht geträumt, sondern tatsächlich erlebt. Sie hatte ihre Beschwerde abgegeben. Das war irgendwie ein gutes Gefühl. Mal sehen, dachte sie, ob sich jetzt etwas tut.
Was Beate nicht ahnen konnte: Ihr plötzliches Auftauchen vor dem schmucken Haus hatte eine mächtige Welle geschlagen. Es kam nämlich sehr selten vor, dass die beiden Bodyguards jemanden über die Brücke ließen. Und diese junge Frau hatte wirklich sehr aufgebracht geschrieben. Sollte ihnen tatsächlich ein Fehler unterlaufen sein? Das hatte es ja in der ganzen Zeit noch nicht gegeben. Aber bei der Anzahl an Kindern, die sich bei ihnen aufhielt und darauf wartete, an die Eltern verteilt zu werden, war das ja vielleicht doch möglich.
Amalia, die eine Krankenschwesterntracht und ein weißes Häubchen auf ihrem Kopf trug und für die Verteilung der Babys zuständig war, lief aufgeregt in ihrem Büro hin und her. Sie ging alles noch einmal ganz genau durch. Die junge Frau hieß Morgenrot. Ihr Vorname war Beate. Sie schaute in den Karteikartenkasten unter ‚M’. Nein, kein Zweifel, es gab kein Kind für Beate Morgenrot in der Aloysiusstraße 8 in Hintertupfingen. Die junge Frau musste sich irren. Es war nicht vorgesehen, dass sie ein Kind bekommen sollte. Dennoch blieb ein ungutes Gefühl bei Amalia zurück.
So vergingen die Wochen. 
Jedes Mal wenn sich ihre Regelblutung einstellte, war Beate sehr, sehr traurig. Lothar wollte zwar auch gern ein Kind, doch bei einer Frau war das wohl noch anders. Frauen litten stärker unter der Kinderlosigkeit, als Männer. Zumindest hatte es in diesem Fall den Anschein. Es wurde für Beate unerträglich, zumal sie sich ganz sicher war, dass es da einen kleinen Jungen gab, der zu ihr wollte. Schon so oft hatte sie ihn in ihren Träumen gesehen und auf dem Arm gehalten. Er sah ihrem Mann sooo ähnlich. Es musste ihr Kind, ihr Sohn sein, da gab es gar keinen Zweifel.
Schwester Amalia ließ die Sache mit dem Beschwerdebrief einfach keine Ruhe. Ihr Bauchgefühl sagte, dass da etwas nicht stimmte. Doch wo lag der Fehler? Sorgfältig ging sie noch einmal alle Karteikarten durch. Plötzlich kam ihr ein Gedanke. Sie sprang von ihrem Stuhl auf und rannte in den Raum, in dem die Kinder schliefen. Nein, das konnte nicht wahr sein. Wie hatte ihr nur dieser Fehler unterlaufen können? Sie hatte das Kind unter einem falschen Namen abgelegt. Auf dem Schild stand nicht ‚Morgenrot’ sondern ‚Abendrot’. So eine Verwechslung war ihr noch nie passiert. Schnell nahm Amalia das falsche Schild vom Bettchen, schrieb sorgfältig ein neues und rief sogleich nach Brutus, dem Storch, der für die Auslieferung dieses kleinen Jungen zuständig war. Eilig gab sie ihm den Auftrag, dafür zu sorgen, dass dieser kleine Junge in neun Monaten bei Beate Morgenrot in der Aloysiusstraße 8 in Hintertupfingen ausgeliefert würde. Das falsche Namensschild ließ Amalia schnell in ihrer Schürzentasche verschwinden.


© Martina Pfannenschmidt, 2015 

Samstag, 26. September 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Blumen!

Wie ich finde, sorgt die Natur wirklich gut für uns.
Und sie gibt noch manch I-Tüpfelchen obendrauf.

Blumen

gehören ganz gewiss dazu.
Das wird der Grund sein,
weshalb Ulla sie heute zum Thema
ihrer Aktion 'Poesie à la carte' macht.
Schaut mal bei ihr,
wer sich noch daran beteiligt!

Ich binde mir einen bunten Strauß,
so schön, wie ihn keiner sah.
Mit ihm schmücke ich nun gleich mein Haus.
und vielleicht auch noch mein Haar.

Bildergebnis für gifs kostenlos flieder
Der Flieder steht für den Frühling ein
und für ein zartes Band -
für dich und mich – ja für uns zwei,
komm, gib mir deine Hand.
Die Margerite
Für Natürlichkeit steht die Margerite da
und auch für ein kleines Glück.
Da nehme ich nicht eins, fürwahr,
sondern mehrere tausend Stück.

Die Ranunkel
Die Ranunkel sagt: ‚Wie wunderbar!
- Ich höre, wie sie lacht! -
Nimm mich, das schönste Exemplar.
Ich bin 'ne wahre Pracht!’


Das Veilchen
Das Veilchen übt Bescheidenheit
in Unschuld und Geduld
und weiterhin Verschwiegenheit -
sie ist wahrhaftig Kult.

Die Calla
Die Calla steht für Sterblichkeit,
will Trauer symbolisieren.
Dies sollte man nach Möglichkeit,
rechtzeitig kalkulieren.


Die Narzisse
Die Narzisse erfreut uns zur Osterzeit
auf über tausend Wiesen.
Ich mag sie sehr, die Frühlingszeit,
trotz unterdrücktem Niesen.


Die Fresie
Die Freesien verführen mich
mit ihrem schönen Duft.
Die liebe ich, genau wie dich
und warme Sommerluft.

Die Gerbera
Wo es warm ist und die Sonne scheint,
da lebt die Gerbera.
Sie mag nicht, wenn der Himmel weint,
das scheint mir sonderbar.


Die Nelke
Die Nelke, o, die Nelke, nein,
die kann ich gar nicht leiden.
Sie steht zwar für die Treue ein,
dennoch möcht' ich sie meiden.


Die Sonnenblume

Für Wärme und auch Fröhlichkeit,
steht die Sonnenblume ein.
Sie sorgt bei mir für Heiterkeit
mit ihrem hellen Schein.


Die Rose
In meinem Strauß, da fehlt nur noch,
die Rose ganz in Rot.
Mit ihrer Schönheit ist sie doch
ein wahrer Liebesbot’.


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Ist er nicht nett, mein kleiner Strauß,
mit kunterbunten Farben?
Ein wirklich schöner Augenschmaus
aus wahren Gottesgaben!


© Martina Pfannenschmidt 2015


Heute folgt noch ein weiteres Gedicht.
Es ist schon etwas älter und ich hatte es 
auch schon mal veröffentlicht,
doch es passt zum heutigen Thema:

Warum ich Löwenzahn heiße?
Pass auf, dass ich nicht beiße;                   
lachte das kleine grüne Kraut,                   
über den eigenen Witz ganz laut.              



Denn dass ist natürlich nicht wahr –          
und ganz bestimmt allen klar.                   
Doch sieh dir mal meine Blätter an,           
vielleicht weißt du es dann.                


Scharf wie Zähne sehen sie aus –              
und spitz, wie die einer kleinen Maus.         
Doch gutmütig bin ich, das weiß der Wind,  
und jetzt auch du, mein liebes Kind.    

Kaninchen, die fressen mich gerne,
deshalb mag ich sie nur aus der Ferne.
Als Pusteblume bin ich auch bekannt,
wenn der Wind trägt mich übers Land.

Stark bin ich und wachse durch jede Ritze,
egal, ob bei Regen oder auch bei Hitze.
Auch ersetz ich den Arzt im weißen Kittel,
denn ich bin ein wahres Wundermittel.

Und nun, am Ende von dem Gedicht,
weißt du, ein ‚Unkraut’, das bin ich nicht;
und hoffe, jetzt, wo du mich besser kennst,
dass du mich ‚Heilpflanze’ nennst.


© Martina Pfannenschmidt, 2014




Mittwoch, 23. September 2015

Wenn wir genau wüssten,

was nach unserem Tod auf uns wartet, würden wir dann wirklich etwas anders machen? Würden wir wirklich anders leben, als wir es jetzt tun?

Mit diesen Fragen beschäftige ich mich, seitdem ich eure Kommentare zu meiner gestrigen Geschichte gelesen habe. Alle haben einen Tenor: Wir wissen doch, dass wir nichts mitnehmen können. – Da stellt sich mir jedoch die Frage: Und weshalb häufen wir dann soviel Materielles an – wider besseren Wissens?

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Herzlich bedanke ich mich für eure liebenswerten Kommentare, die ich heute ‚ans Licht holen’ möchte!

Regina schreibt: ‚Wichtig ist, dass wir gelebt und geliebt haben, dann wird etwas bleiben von uns’!
Jani stellt fest: ‚Dass Arbeit nicht alles im Leben ist!’
Astrid beschreibt es so: ‚Die Erkenntnis, dass wir nichts mitnehmen können und viel zu viel arbeiten, uns keine Ruhe gönnen, nach irdischen Gütern streben, unsere Fehler erst am Ende unseres Lebens erkennen, all das weiß man, schiebt es aber immer wieder zur Seite.
Elisabeth schreibt: ‚Die Menschen spüren, dass sie nichts mitnehmen, aber das Loslassen schaffen sie oft nicht.’
Lore drückt es so aus: ‚Niemand kann den Reichtum mitnehmen, aber doch streben so viele danach und vergessen zu lieben und zu leben.’
Marle sagt: ‚Glück bemisst sich nicht in Hab und Gut, in Macht, und das ist auch gut so.’
Elke meint: ‚Gut, das Geld nicht alles ist, wenn das nur die Reichen dieser Welt begreifen würden. Zum Glück gibt es wenigstens einige, die es verstanden haben.
Auch Anna, Claudia, Eva, Renate und Birgitta schreiben, dass die Geschichte nachdenklich stimmte.  
Christines Gedanken waren: ‚Wir nehmen uns vor, uns ENDLICH von vielen überflüssigen Dingen zu trennen – aber wenn es dann darauf ankommt, schaffen wir es doch nicht, los zu lassen. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, mal einen Blick in die andere Welt werfen zu können, um dann zu erkennen, was wirklich zählt. Und mit dieser Erkenntnis unser irdisches Leben neu zu ordnen.’
Beenden möchte ich meinen heutigen Post mit einigen Fragen, die sich Tanja nach dem Lesen der Geschichte stellte und die ich so unbeantwortet stehen lassen möchte – nein muss -, denn beantworten kann sie wohl niemand: 
‚In WELCHE Welt geht er zurück? Fühlt er sich dort wohl? Gibt es Vergebung für ihn? Wird er seinen Frieden trotzdem finden?’