Samstag, 31. Oktober 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Tanz!

Sonntag!
Zeit für
'Poesie à la carte'!

Schaut unbedingt bei Ulla,
wer sich noch beteiligt.
Es lohnt sich!

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Kleine Ballerina, tanz!

Ihre Haut so zart wie Rosenblüten.
Ihr Körper voller Grazie, einer Elfe gleich.
Die Fußspitzen berühren kaum den Boden.
Leise erklingt eine Melodie.
Leicht wie eine Feder beginnt sie zu tanzen.
Ihr Herz schlägt im Rhythmus der Musik.
Sie versinkt in ihr,
verschmilzt mit ihr,
wird eins mit jedem Klang.
Sie ist von einer solchen Anmut und Eleganz,
dass es einem den Atem raubt.
Ihre Seele ist frei – keine Ketten, die sie binden,
nichts, was sie hält.
Sie vergisst die Welt um sich herum,
verbindet den Himmel mit der Erde.
Sie scheint ihrem Schöpfer
in unvergleichbarer Weise nah.
Die Melodie verstummt,
die Ballerina zerfließt auf dem glänzenden Boden.
Zurück bleibt ein Sehnen.
Tanz noch einmal, kleine Ballerina, tanz!

Martina Pfannenschmidt, 2015


Dienstag, 27. Oktober 2015

Geschockt!

Oh Mann, ich bin geschockt -
weil schon wieder Dienstag ist!
Puh, da kommt man mit dem Schreiben 
kaum noch hinterher.
Aber wir waren wieder fleißig und haben Geschichten 
zu diesen  Reizwörtern geschrieben:
erklären - armselig - Wagen - bunt und Decke
Wer 'wir' ist? 
Na, das ist doch wohl klar :-)

Julians Kopf schmerzte. Er hatte auf der Party am Vorabend zu viele Cocktails getrunken. Genau wie Julia, seine Freundin. Auch wenn er sich nicht mehr an alles erinnern konnte, was auf der Party geschehen war, eines wusste er genau: Sein Onkel, der Bruder seiner Mutter, hatte in seinem betrunkenen Zustand sehr komische Andeutungen gemacht.
Julian nutzte nun die Gelegenheit, seine Eltern zu befragen, weshalb sein Onkel angedeutet habe, dass sie nicht seine Eltern seien. Julian erwartete eine heftige Gegenwehr, doch seine Eltern warfen sich stattdessen viel sagende Blicke zu.
„Was sagt ihr zu diesem Nonsens?“, fragte Julian schließlich ungeduldig.
Als sie stumm blieben, wurde er zornig: „Ich erwarte von euch die Antwort, dass ich euer leiblicher Sohn bin.“
„Julian“, begann sein Vater und wirkte sehr nervös, „wir wollten es dir eigentlich schon lange sagen.“
„Was wolltet ihr mir sagen?“
„Dass du eben nicht unser leiblicher Sohn bist. Wir konnten keine Kinder bekommen, Julian. Da mussten wir diesen Weg wählen. Aber du warst und bist und bleibst unser Sohn“, versuchte Peter Petersen die Situation zu erklären.
„Dieses Geschwafel hört man in schlechten Filmen, aber so etwas passiert doch nicht real. Nicht mir. Nicht uns. Bitte sagt, dass das nicht wahr ist“, forderte Julian seine Eltern auf.
Nun äußerte sich auch seine Mutter: „Es stimmt, was dein Vater sagt. Bitte, lass uns in Ruhe darüber reden. Wir haben dich adoptiert, ja, das stimmt und das hätten wir dir längst sagen sollen. Doch immer wieder haben wir es verschoben, nie schien es der richtige Zeitpunkt zu sein.“
Julian sprang auf. „Wisst ihr, wie armselig das ist“, schrie er, schnappte sich seinen Autoschlüssel und rannte hinaus.
Julia lief ihm noch hinterher, um ihn aufzuhalten, doch er stieg bereits in seinen Wagen und fuhr davon.
Julian war viel zu schnell unterwegs. Er war nicht der Sohn seiner Eltern. Zu anderen Gedanken war er im Augenblick nicht fähig. Wie konnten sie ihm das nur antun. Er raste Richtung Autobahn. So, als könne er dadurch all seinen Problemen davon fahren. Die Tachonadel vibrierte. Er brachte sein Auto an seine Grenzen, fuhr mit Lichthupe auf der linken Spur. Es war ihm völlig egal, dass er sich und auch andere damit in Gefahr brachte. Er war wirklich zum ersten Mal in seinem Leben kopflos. Eigentlich war er jemand, der immer alles professionell erledigte und auch eine Lösung für anstehende Probleme fand. Doch diesmal schien er dazu nicht in der Lage zu sein. Er war zu sehr betroffen. Kein einziges Mal in seinem Leben hatte er das Gefühl gehabt, dass seine Eltern nicht seine leiblichen Eltern sein könnten. Kein einziges Mal. Doch er erkannte nicht, dass dies ein wertvolles Zeichen war. Nämlich das, das sie ihn von Herzen lieben mussten und ihn stets wie einen leiblichen Sohn behandelt hatten. Er war in diesem Moment zu verstört, um dies zu erkennen. Stattdessen gingen ihm andere Dinge durch den Kopf. Was wäre, wenn er jetzt einen Unfall bauen würde und ums Leben käme. Dann würden seine … die Menschen, die er für seine Eltern hielt, sehen, was sie angerichtet hatten. Ihm niemals etwas zu sagen, nicht einmal die kleinste Andeutung, war in seinen Augen eine Frechheit. Vielleicht sollte er einfach mit großem Tempo gegen einen Baum fahren, dann wäre alles zu Ende. Alles vorbei – von jetzt auf gleich. Keine Probleme mehr. Aber das würde nicht seinem Naturell entsprechen. So war er nicht. Er wollte ein Ausrufungszeichen hinter sein Leben setzen - keinen Punkt und schon lange kein Fragezeichen. Und im Augenblick gab es viel zu viele Fragen, die es zu klären galt. Während er seinen Gedanken nachhing und über die Autobahn raste, zeigte ihm die Benzinanzeige schon lange an, dass er dringend tanken musste. Als er es endlich registrierte, blieb ihm als einzige Möglichkeit, schnellstens einen Rastplatz aufzusuchen.
Am Seitenrand tauchte ein entsprechendes Hinweisschild auf. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er weder ein Portemonnaie noch sein Handy bei sich trug. Jetzt war guter Rat teuer. Irgendwann würde bestimmt ein anderer Autofahrer diesen kleinen Platz anfahren, um sich die Beine zu vertreten. Den Fahrer würde er bitten, sein Handy ausleihen zu dürfen, um Julia anzurufen. Ihm wurde klar, dass sie sich um ihn Sorgen machen würde und auch seine Eltern. Ihm wurde bewusst, dass seine Reaktion gegenüber ihr und ihnen nicht richtig war. Er hätte die Sache mit ihnen klären müssen.
Seine Eltern – wieder hatte er ‚seine Eltern’ gedacht. Was bedeutete es denn, Eltern zu haben? Was machte die Personen aus, die man ‚Eltern’ nannte? Durfte man nur die Menschen als Eltern bezeichnen, die auch die Erzeuger waren?
Es war inzwischen dunkel geworden und auch kalt. Julian fröstelte. Er stieg aus und holte eine bunte Decke aus seinem Kofferraum. Sie lag von dem letzten gemeinsamen Picknick mit Julia noch dort. Er nahm die warme Wolldecke, setzte sich wieder in sein Auto und kuschelte sich in sie hinein. Sie roch noch nach ihr. Ihn überkam eine große Sehnsucht nach seiner Freundin und auch nach seinen Eltern. Sie hatten einen Fehler gemacht. Ganz sicher war es nicht richtig, ihm zu verschweigen, dass sie ihn adoptiert hatten. Doch machten wir nicht alle einmal Fehler? Er würde mit ihnen reden, so wie er es immer getan hatte und er würde ihnen die Gelegenheit geben, ihm zu erzählen, wie es dazu kam. Die Adoption musste auch für die Beiden eine schwierige Entscheidung und ein schwerer Weg gewesen sein. Vielleicht saß ihnen die Angst im Nacken, ihn wieder zu verlieren – an seine leibliche Mutter. Es gab vieles, was ihn in diesem Moment bewegte. Auch der Gedanke, warum ihn seine leibliche Mutter weggegeben hatte. Warum machte eine Mutter dies? Bestimmt war es auch für sie nicht leicht gewesen, diese Entscheidung zu treffen. Ob er sich auf die Suche nach ihr machen sollte? Soooo viele Gedanken und Fragen waren in seinem Kopf. Er würde sie alle nach und nach klären. Doch in seiner jetzigen Situation konnte er nichts weiter tun, als abzuwarten. Darauf warten, dass ein Auto sich hierher auf diesen kleinen Rastplatz verirrte.
Scheinwerfer tauchten auf. Seine Rettung! Jetzt konnte er endlich seine Familie benachrichtigen und sie wären wie immer sofort für ihn da und würden ihn aus seiner misslichen Lage befreien. Ihn überkam eine große Liebe für die beiden Menschen, bei denen er aufgewachsen war. Er war froh und dankbar für sie, die das Leben ihm an die Seite gestellt hatte und es war gar keine Frage mehr, dass sie für immer und ewig seine Eltern sein würden.

© Martina Pfannenschmidt, 2015


Bildergebnis für animierte gifs danke
für all eure lieben Kommentare
vom vergangenen Sonntag!!




Samstag, 24. Oktober 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Freiheit!

Immer wieder sonntags
heißt es bei Ulla:
‚Poesie à la carte’.
Ihr heutiges Thema lautet

Freiheit!

Eine echte Herausforderung,
wie ich fand.

Auf die poetischen und lyrischen Gedanken
meiner MitschreiberInnen bin ich schon sehr gespannt.



Foto: Andreas Dengs, www.photofreaks.de, pixelio.de



Ich ging durch einen Zoo,
sah die Tiere in ihren Käfigen.
Ich fragte:
Spürt ihr eure Freiheit?
Sie sahen mich traurig an.


Ich sah einen Jungen,
der an seinem Laptop Krieg spielte.
Ich fragte:
Spürst du deine Freiheit?
Er sah mich traurig an.


Ich sah einen Bettler,
der in einer Einkaufsstraße kniete.
Ich fragte:
Spürst du deine Freiheit?
Er sah mich traurig an.


Ich sah einen Elefanten im Zirkus,
der Kunststückchen vollführte.
Ich fragte:
Spürt du deine Freiheit?
Er sah mich traurig an.


Ich sah einige Menschen,
die aus ihrer Heimat flohen.
Ich fragte:
Spürt ihr eure Freiheit?
Sie sahen mich traurig an.


Ich sah eine alte Frau,
die ihren letzten Atemzug tat.
Ich fragte:
Spürst du deine Freiheit?
Sie sah mich an und lächelte.


© Martina Pfannenschmidt, 2015


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Wenn wir jetzt im Oktober …

… allerorten in den Geschäften Weihnachtsartikel sehen, dann ist das den meisten von uns viiieel zu früh. Man kann sich darüber ärgern, ändern wird das aber wohl nichts.
Es gibt allerdings eine Aktion, für die ist es jetzt noch nicht zu früh. Sie heißt: ‚Weihnachten im Schuhkarton’ und wie in jedem Jahr möchte ich auch diesmal wieder darauf hinweisen. Zum 20. Mal jährt sie sich und läuft momentan noch bis zum 15. November. Die Geschenke sollen ja rechtzeitig zum Fest die Beschenkten erreicht haben.
Ich weiß, im Augenblick kann man hier vor Ort jede Menge Hilfe leisten und jeder muss für sich entscheiden, wie und ob er helfen möchte. Es gibt soooo viele Kinder, die sich über ein kleines Geschenk freuen würden.
Bildergebnis für flyer weihnachten im schuhkarton 2015
Auch andere Blogger berichten darüber und es gibt eine Internetseite, auf der man sich bei Interesse informieren kann. Dort findet man alles Wissenswerte. Und das ist der Link:


Danke für eure wieder so lieben Kommentare
zur Geschichte vom Dienstag!
Ich hab mich sehr darüber gefreut!




Dienstag, 20. Oktober 2015

Herbsttag

Ich freue mich über jeden, 
der hier vorbei schaut und meine Geschichte(n) liest - 
über die stillen Leser 
aber auch über jeden Kommentar! 
Danke dafür!
Der heutigen Geschichte 
liegen folgende Reizwörter zugrunde:
Rucksack – Tafel – rennen – verschlafen – sehnsüchtig
Ihr findet sie auch in den Geschichten von
Viel Freude beim Lesen!

blume-0268.gif von 123gif.de Download & Grußkartenversand


Elisabeth setzte sich für einen Moment auf die Bank im Park und genoss die ersten warmen Strahlen der morgendlichen Herbstsonne. Früher, als sie noch gearbeitet hatte, hatte sie sich oft im Herbst ein paar freie Tage gegönnt. Sie liebte diese Jahreszeit mit ihren berauschenden Farben. Herrlich waren die Tage, die man ‚Altweibersommer’ nannte.
Wann immer sie sich müde und ausgelaugt fühlte, zog es sie hinaus in die Natur. Dort fand sie das, was ihr gut tat. Manchmal stellte sie sich sogar an einen dicken Baum, um seine Energie zu spüren und ein kleines bisschen davon für sich abzuzwacken. Natürlich tat sie dies nicht, ohne sich bei ihm dafür zu bedanken.
Jetzt saß sie auf dieser Bank am Weiher, genoss die Stille und beobachtete die wenige Menschen, die sich wie sie hier am frühen Morgen aufhielten.
Ein junger Mann ging an ihr vorüber. Über einer Schulter trug er einen schwarzen Rucksack mit vielen Totenköpfen darauf. Bestimmt war er auf dem Weg zur Schule. Elisabeth schmunzelte. Obwohl der Jugendliche noch sehr verschlafen wirkte, reichte seine Energie schon aus, um auf dem Handy eine Nachricht zu schreiben.
Es lag noch nicht einmal 60 Jahre zurück, da trugen die Schüler einen Ranzen aus Leder auf ihrem Rücken und darin befand sich eine Tafel aus Schiefer mit einem Schwämmchen daran, das oft aus dem Ranzen heraus baumelte. Und heute?
Manchmal dachte Elisabeth etwas sehnsüchtig an die Zeit ihrer Kindheit zurück – aber wirklich nur manchmal. Eigentlich lebte sie voll und ganz im Hier und Jetzt. Sie war zufrieden mit ihrem Leben und hatte schon lange für sich erkannt, dass es unnütz war, ständig an die Vergangenheit zu denken und es brachte auch nichts, sorgenvoll in die Zukunft zu blicken. Nur der Augenblick zählte und den versuchte sie stets mit Leben zu füllen. Zu Leben, das bedeutete für sie nicht, von einem Tag zum anderen durch sein Leben zu rennen, sondern jeden Moment bewusst wahr zu nehmen und zu genießen. Immer wollte ihr das wahrlich nicht gelingen, doch sie versuchte es.
Ihr Weg war zeitweilig schmerzhaft gewesen, bis sie zu der Erkenntnis gekommen war, dass jeder Mensch genau an dem für ihn richtigen Platz stand und dass jeder zu jeder Zeit am richtigen Ort war – auch wenn es manchmal nicht den Anschein hatte, als sei es so. Sie war viel ruhiger und ausgeglichener geworden, seitdem sie erkannt hatte, dass alles, was geschah, richtig war und man einfach nur darauf vertrauen musste, dass alles einen Sinn hatte.
Auch für sie hatte es Zeiten von Krankheit und Leid gegeben. Doch es waren genau diese schweren Zeiten, die sie hatten erkennen lassen, dass sie dazu da waren, den Menschen etwas mitzuteilen. Krankheiten waren dazu da, den Menschen zu stoppen, ihm Einhalt zu gebieten. Man bekam vom Leben die Gelegenheit, einmal genauer hin zu schauen. Entsprach das eigene Leben noch dem, was man sich wirklich wünschte? Es waren genau diese schweren Zeiten, die sie hatten wachsen und reifen lassen.
Sie war froh und dankbar, Menschen an ihrer Seite zu haben, die ihr zur Seite standen und die sie genau so sein ließen, wie sie war. Von vielen anderen so genannten Freunden hatte sie sich verabschiedet, als sie begonnen hatte, Ordnung in ihr Leben zu bringen. Sie hatte sich nicht nur von Dingen, sondern auch von bestimmten Situationen und eben auch Menschen getrennt. Manchmal war auch dies schmerzhaft gewesen, aber unumgänglich, um auf dem eigenen Weg Fortschritte zu machen. Heute war sie ein wirklich glücklicher Mensch und viele neue liebenswerte Menschen hatten ihren Weg gekreuzt und waren zu wahren Freunden geworden.
Sie erhob sich, ging wie ein kleines Mädchen mit schlurfendem Schritt durch die dicken Laubberge, die sich allerorten gebildet hatten, um beim Bäcker frische Brötchen für sich und ihren neuen Lebenspartner zu holen, der vor ein paar Monaten in ihr Leben gepurzelt war und nun zu Hause mit einem frisch gebrühten Kaffee auf sie wartete.


© Martina Pfannenschmidt, 2015


Samstag, 17. Oktober 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Dankbarkeit!

Es gibt so viele Dinge,
für die wir dankbar sein können:
Für unser Leben zum Beispiel
und auch für unser Land
für unsere Familie
für einen Beruf, der uns erfüllt
für unsere Erde, die Natur,
das wir genug zu essen haben
oder für ganz kleine alltägliche Dinge.
Dankbarkeit –
dass ist heute das Thema bei Ulla
und es gibt mir die Gelegenheit,
ihr Danke zu sagen für ihre Aktion,
die sie ‚Poesie à la carte’ nennt.
Schaut auf jeden Fall bei ihr herein.
Es lohnt, auch bei den anderen zu lesen.


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Dankbarkeit –
das ist sicher mehr, als nur ein Wort.
Es ist ein Gefühl!
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Wo Dankbarkeit zuhause ist,
kann es keine Unzufriedenheit geben.
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Liegt in der Dankbarkeit
vielleicht unser Glück?
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Wer dankbar ist,
wird Dinge nicht einfach hinnehmen,
sondern sie wertschätzen.
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Wo Dankbarkeit ist,
da ist auch Liebe.
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Wer dankbar ist,
konzentriert sich auf das, was er hat –
und nicht auf das, was ihm fehlt.
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Ein dankbares Herz
ist Gottes Liebe am nächsten.
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Ein kurzes Gebet:
Danke!


© Martina Pfannenschmidt, 2015


Dienstag, 13. Oktober 2015

Mysteriös

Heute geht bereits die
80. Reizwörtergeschichte an den Start
und das ist doch schon eine stolze Anzahl.

Verabschieden müssen wir uns allerdings von Eva,
die sich 'ausgeklinkt' hat.
Ihr Blog wird es aber weiterhin geben.

An dieser Stelle sage ich 

dafür, dass ihr immer wieder hierher kommt.

für alle 'stillen' Besuche und

für all die lieben Kommentare.
Ich freue mich wirklich sehr darüber.

Nun aber schnell zurück zur Dienstags-Geschichte.
Weiterhin dabei sind:
Und das sind die 'Stars' der heutigen Geschichte:
Kartoffelacker – Papierkorb – füllen – anrufen – kariert

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Sabine fröstelte und knöpfte deshalb ihre Strickjacke noch weiter zu. Mit vor der Brust verschränkten Armen schaute sie aus dem Fenster. Es wurde mit jedem Tag herbstlicher.
Der große Kartoffelacker vor ihrer Haustür war inzwischen abgeerntet. Der alte Hinnack zog mit seiner großkarierten Jacke los, um die Kartoffeln, die auf dem Acker liegen geblieben waren, in seinen Korb zu füllen. Seine Rente war schmal und auf diese Weise konnte er seinen Geldbeutel ein bisschen schonen. Wer wollte es ihm verübeln.
Sabine wandte sich um und ging Richtung Schreibtisch. Sie wollte wie an jedem Tag bei ihrer Mutter anrufen und sich nach ihrem Befinden erkundigen. Das war ein Ritual, auf das beide Seiten nicht mehr verzichten wollten.
„Ach, wie ungeschickt!“, rief Sabine aus. Sie hatte aus Versehen ihren Papierkorb umgestoßen, so dass nun sein gesamter Inhalt auf dem Fußboden verteilt lag. Obenauf die Werbebriefe, die sie am Morgen zusammen mit einiger aussortierter Post aus ihrem Schreibtisch entsorgt hatte.
Sabine richtete den Korb wieder auf und sammelte die verstreuten Briefe und Papierschnipsel ein. Ihr Blick fiel dabei auf einen alten Umschlag, auf dem handgeschrieben ihr Name stand. Sie nahm den Briefumschlag an sich und zog einen etwas vergilbten Zettel heraus. Ein Strahlen zog über ihr Gesicht. Das konnte nicht wahr sein. Es war ein Liebesbrief, den sie vor vielen, vielen Jahren von ihrer ersten großen Liebe bekommen hatte. Jochen! Sie erinnerte sich genau an ihn. Jochen Schreiner. Sie wusste gar nicht, dass dieser Brief noch existierte. Er musste ganz unten in der Schublade gelegen haben, die sie am Morgen aufgeräumt hatte. Ach wie schön war das, ihn in Händen zu halten. Sie las:
Liebe Sabine, immer wenn ich dich sehe, bekomme ich kein Wort heraus. Jetzt schreibe ich, um dir zu sagen, wie toll ich dich finde. Morgens, wenn ich wach werde, bist du mein erster Gedanke. Ich kann es gar nicht erwarten, dich an der Bushaltestelle zu sehen. Manchmal schenkst du mir ein Lächeln. Aber eben nur manchmal. Dann geht mein Herz auf und ich könnte die ganze Welt umarmen. Im Unterricht kann ich mich nicht konzentrieren, weil ich immer an dich denken muss. Auf dem Schulhof versuche ich, in deiner Nähe zu sein. Doch meistens übersiehst du mich. Abends, wenn ich im Bett liege, wünschte ich, du wärst bei mir und nachts träume ich von dir. Sabine, ich glaube, ich bin ganz furchtbar in dich verliebt. Willst du mit mir gehen? Jochen
Er hatte ihr den Brief damals heimlich in ihre Schultasche gesteckt. Als sie ihre Hausaufgaben erledigen wollte, hatte sie ihn gefunden. Sie wusste noch heute, dass sie puterrot geworden war. Am nächsten Tag hatte sie sich auf dem Pausenhof zu ihm gestellt und einfach nur ‚Ja’ gesagt. Da hatte er wie selbstverständlich ihre Hand genommen. Sie wusste nicht mehr genau, wie lange es bis zum ersten Kuss gedauert hatte, doch sie konnte sich noch sehr gut an ihn erinnern, an ihren allerersten Kuss.
Ihre Liebe hatte nicht sehr lange gehalten, weil sie sich in einen anderen Jungen verliebt hatte. Ob Jochen damals sehr darunter gelitten hatte? Vielleicht! Inzwischen sind die Wunden sicher verheilt, dachte sie lächelnd. Was wohl aus ihm geworden war? Sie wusste, dass er damals aus ihrem Dorf in die Stadt gezogen war. Aber mehr wusste sie nicht von ihm. Schon eigenartig, dass man sich so aus den Augen verlor.
Am nächsten Morgen saß Sabine mit einer Tasse Kaffee am Frühstückstisch und studierte die Tageszeitung. Wie immer begann sie mit den Todesanzeigen. Diese Marotte hatte sie von ihrer Mutter übernommen. Während sie die Anzeigen überflog, stockte ihr der Atem: Mit einem Herzen voller Trauer, aber dankbar für die Zeit, die wir mit ihm verleben durften, nehmen wir Abschied von meinem lieben Mann und herzensguten Vater – und dann prangte dort in dicken Lettern der Name: Jochen Schreiner.
Eine Gänsehaut überzog Sabines Rücken. Welche Mächte waren da am Werk, dass ihr genau an seinem Todestag sein Brief in die Hände gefallen war und das auf diese mysteriöse Art und Weise? Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, als stecke etwas dahinter. Es war fast so, als hätte Jochen selbst seine Hände dabei im Spiel. Es gab tatsächlich Dinge zwischen Himmel und Erde, die ließen sich mit reinem Menschenverstand einfach nicht erklären.


© Martina Pfannenschmidt, 2015