Samstag, 28. November 2015

Sonntagsgedanken: Weihnachtszeit!

1. Advent – wir gehen mit großen Schritten dem Weihnachtsfest entgegen.

Deshalb hat Ulla 'Worttupfer' für den heutigen Sonntag das Thema

Weihnachtszeit

gewählt. Schaut bitte HIER, wer sich noch beteiligt. --- Und damit verabschiedet sich 'Poesie à la carte' für dieses Jahr.

Ich hatte mich schon auf das Thema gefreut, doch dann kam es anders. Es gibt in meinem Umfeld zwei Familien, die mir nahe stehen, in denen es zu plötzlichen Sterbefällen kam und zwar von jungen Menschen. Da wollte es mir einfach nicht gelingen, dieses Weihnachtsgefühl aufkommen zu lassen und es in Worte zu kleiden.
Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Wunsch, das Weihnachtsgefühl möge sich einstellen? Gestern sagte jemand: Ich kann noch so adventlich schmücken, das Gefühl dazu kommt aber nicht auf. Was ist das, worauf wir warten, wenn wir auf Weihnachten zugehen? Es liegt etwas in der Luft, so eine ganz besondere Anspannung, so ein Warten und Hoffen. Zu keiner Zeit wird es Menschen so schwer ums Herz, wie jetzt zur Weihnachtszeit. Da muss etwas sein, das es an anderen Tagen im Jahr nicht gibt. Zu keiner Zeit entzünden wir mehr Kerzen, zu keiner Zeit sieht man mehr Sterne und Engel in den Auslagen. Sind uns die Sterne und die Engel – ist uns der Himmel – vielleicht in dieser Zeit näher, als sonst?
Bildergebnis für gifs kostenlos engel und sterne

Ich wünsche euch allen einen schönen 1. Advent und verzeiht bitte, dass ich an dieser Stelle ein Gedicht aus den Vorjahren einstelle. 


Es ist Dezember schon
und bald kommt Gottes Sohn
zu uns auf die Erde,
damit es friedvoll werde.
Die Kinder, sie frohlocken,
denn draußen fallen Flocken.
Wir schmücken unsere Zimmer,
erhoffen Weihnachtsschimmer.
Doch trotz der vielen Kerzen
ist Kummer in den Herzen
und kaum ein Mensch besinnt
sich auf das Jesus-Kind.
Man sieht die Menschen hetzen,
sieht, wie sie sich verletzen,
mit Waffen und mit Worten –
hier und an andren Orten.
Wenn wir aufhör’n zu zanken,
stattdessen lieber danken,
kommt ohne den Kommerz
dann Friede in das Herz.
Drum lasst uns auch bedenken,
weshalb wir uns beschenken -
und ebenso den Nächsten sehen,
wenn wir Weihnachten begehen.
© Martina Pfannenschmidt

Wenn ich nicht so neugierig …

… gewesen wäre und wenn ich ein Smarty besäße, hätte ich euch gaaaaanz sicher von einem lieb verpackten Päckchen ein Foto gemacht. Doch so … Ich hätte euch auch von liebevoll verpackten Geschenken ein Foto zeigen können, wenn, ja wenn ich daran gedacht hätte. Leider hab ich es toooootal vergessen und es fiel mir erst ein, als ich alles schon ausgepackt hatte. Aber dann, ja dann kam mein Mann nach Hause und hat doch noch von allem ein Foto gemacht und DAS kann ich euch heute zeigen – freu!!!


Nach dieser überaus langen Vorrede – schmunzel – komme ich nun endlich dazu, auch an dieser Stelle einer lieben Bloggerin Dankeschön zu sagen. Ich habe mich echt unglaublich darüber gefreut.
Das Foto oben ist natürlich (wieder einmal) nicht professionell gemacht. Ich hoffe, ihr könnt es trotzdem erkennen, was in dem Päckchen war: Es waren Servietten darin, ein gehäkelter Tannenbaum mit einer roten Schleife (da musste ich aufpassen, denn meine kleine Enkeltochter hatte sogleich ein Auge darauf geworfen), Vanillezucker, der ausreicht für mindestens 1.000.000 Kekse :- ), ein Holzstern, der gleich seinen Platz gefunden hat und ein Adventskalender – nicht mit Schoki gefüllt, sondern mit weisen Worten. Sehr schön! So etwas mag ich sehr!!
Da ich euch ja inzwischen ganz gut kenne, weiß ich natürlich, dass ihr wissen möchtet, wer denn das liebevolle Päckchen auf den Weg zu mir gebracht hat – na dann schaut doch mal HIER!!!
Danke schon bilder
Bevor ich jetzt wieder verschwinde, weil ich noch einige Vorbereitungen treffen muss, sage ich noch einmal Dankeschön für alle lieben Kommentare und Wünsche vom vergangenen Dienstag!


Dienstag, 24. November 2015

Pik 7

Am heutigen Dienstag gibt es wie gewohnt bei
Regina, Lore, Christine, Eva und mir 
wieder eine neue Geschichte.
Dieses Mal mit diesen Reizwörtern:
Nachttischlampe – Bleistiftstummel – hecheln – stoßen – offen
 Viel Freude beim Lesen!


Bildergebnis für gifs kostenlos spielkarten

Beinahe hätte Angelika ihre Nachtischlampe umgestoßen, als sie nach dem Wecker angelte, um zu schauen, wie spät es war. Wie immer in den Vollmond-Nächten war an Schlaf nicht zu denken. Außerdem machte sie sich Sorgen und die ließen sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Wie würde es weiter gehen mit ihrem Vater nach dem Tod ihrer Mutter?
Vorgestern waren sie gemeinsam in der Kirche gewesen. Die evangelischen Christen gedachten der Verstorbenen des vergangenen Jahres und dazu gehörte auch ihre Mutter. Es war schwer für sie, das Leid ihres Vaters mit anzusehen. Er versuchte zwar ständig, dies vor ihr zu vertuschen, doch in einem unbeobachteten Moment wischte er so manche Träne heimlich fort.
In der Kirche hatte für jeden Verstorbenen eine Kerze gebrannt. Das war eine ergreifende Symbolik. Wie schön wäre es, wenn jeder ein kleines bisschen Licht zurücklassen würde in der Welt, in der so viel Dunkelheit herrschte.
Anschließend waren sie zum Grab gegangen, das sie liebevoll bepflanzt hatten. Angelika wusste, wie wichtig dieser Platz für ihren Vater war. Da hatte er einen Ort, zu dem er gehen konnte, wenn das Heimweh zu groß wurde. Bei ihr war das etwas anders. Sie hatte ihren Beruf und ihr Leben mit ihrem Mann und den Kindern. Für sie ging es wie gewohnt weiter. Ihre Mutter trug sie tief in ihrem Herzen. Sie brauchte nicht den Friedhof, um sich an sie zu erinnern und sich ihr nahe zu fühlen.
Als sie am Tag der Beerdigung am offenen Grab gestanden hatten, wäre ihr Vater vor Schmerz fast zusammen gebrochen. Er ging seither gebeugt, so als trüge er schwer an einer Last, die für die Augen unsichtbar war. Doch wer mit dem Herzen schaute, der ahnte, wie schwer er an dem Verlust trug.
Wenn Angelika an ihren Vater in jungen Jahren zurück dachte, dann sah sie ihn mit einem Bleistiftstummel hinter dem Ohr. Das war so etwas wie sein Markenzeichen. In seinem Beruf als Tischler hatte er ständig etwas notieren müssen. Und so wusste er sofort, wo ein Stift zu finden war. Ein Griff genügte.
Doch diese Zeiten waren lange vorbei. Er lebte nun allein in dem kleinen Häuschen ihrer Kindheit und Angelika wusste, dass sie ihren Vater nicht fragen musste, ob er zu ihnen ziehen wolle. Das würde er ablehnen, jedenfalls für den Moment noch. Er war stets ein zurückhaltender Mensch gewesen, wollte niemandem zur Last fallen. Außerdem hatte er dort seine kleine Werkstatt, in die es ihn immer wieder zog, wenn es galt, kleinere Reparaturen durchzuführen. Und dann war da natürlich sein Garten, in dem es immer etwas zu tun gab. Doch jetzt im kommenden Winter würden die Tage und Abende sicher oft einsam und lang für ihn werden. Es musste doch eine Lösung geben, um wieder ein bisschen Freude in sein Leben zu bringen.
Ihr Vater war nicht der Typ, der sich leicht anderen Menschen anschließen konnte. Schon gar nicht jetzt, alleine. Früher hatte ihn ihre Mutter oft animiert etwas zu unternehmen. Doch die war nicht mehr da. Angelika fühlte sich irgendwie für ihren Vater und sein Wohl verantwortlich. Er hatte sich sein Leben lang für die Familie abgerackert und sie wünschte ihm von Herzen einen schönen Lebensabend.
Am nächsten Morgen fühlte sich Angelika wie gerädert. Sie war doch noch in einen tiefen Schlaf gefallen, hatte jedoch ziemlich wirres Zeug geträumt. Natürlich ging es darin um ihren Vater. In ihrem Traum hatte ihn die Polizei nur mit einem Schlafanzug bekleidet mitten in der Nacht auf einem Parkplatz in der Nähe des Waldes aufgegriffen. Der Traum saß ihr noch tief in den Knochen, als sie den Büroraum betrat.
Laura, die Auszubildende, kam fast zeitgleich mit ihr an. Sie war bestens gelaunt und erzählte von ihrem gestrigen Abend und ihren kleinen Sorgen. Sie war noch zu jung, um zu bemerken, dass Angelika viel größere Sorgen plagten. Unbedarft erzählte sie von dem Hund ihrer Tante. Die war erkrankt und nicht mehr in der Lage, mit ihm spazieren zu gehen. Das habe sie jetzt übernommen. Vergnügt erzählte Laura, dass sie das Tier neben ihrem Rad hatte herlaufen lassen und dass er ganz schön hecheln musste, weil das so ungewohnt für ihn war. Einerseits freute sich Angelika, dass ihr soviel Lebensfreude entgegen schlug, doch andererseits musste sie sich zusammen reißen, um den Ausführungen des Lehrlings überhaupt folgen zu können. Jetzt galt es sowieso, sich dem Arbeitsleben zu widmen. So kam Angelika am besten über ihre Sorgen hinweg.
So zogen die Tage ins Land. So oft es ging, besuchte Angelika ihren Vater, doch die Zeit fehlte ihr für andere Dinge, für ihre Freizeit zum Beispiel.
Ihr Vater bemühte sich sehr, alles am Laufen zu halten. Er machte sauber, kochte sogar für sich, kaufte ein, eigentlich hatte er den kompletten Alltag seiner Frau übernommen. Bestimmt fühlte er sich ihr so am nächsten. Doch es war wirklich still im Haus. Das fiel Angelika jedes Mal auf, wenn sie ihr Elternhaus betrat.
Am nächsten Morgen kam Laura verspätet zum Dienst. Man sah ihr an, dass sie geweint hatte. Angelika sprang von ihrem Stuhl auf und nahm ihre junge Kollegin liebevoll in den Arm. „Was ist passiert?“, fragte sie besorgt.
„Meine Tante, sie ist gestorben. Das ist so schrecklich. Ich fand sie gestern tot in ihrem Sessel, als ich mit ihrem Hund, eine Runde gehen wollte. Ich habe doch noch nie einen toten Menschen gesehen.“ Laura schluchzte laut. Angelika hatte alle Mühe, sie zu beruhigen. „Und was wird jetzt aus dem Hund?“, fragte Laura in den Raum hinein. „Wir dürfen in unserer Mietwohnung keine Tiere halten. Jetzt müssen wir ihn ins Tierheim bringen. Es ist alles einfach nur furchtbar.“
„Weißt du was? Ich glaube, das müsst ihr nicht. Mir kommt nämlich spontan eine Idee. Es gibt da einen Menschen, der sehr einsam ist und auch trauert, genau wie der Hund. Wäre das nicht toll, wenn wir die beiden zusammen bringen würden?“
In dem Winter sah man täglich einen älteren Herrn mit einem Hund. Sie machten viele kleine Spaziergänge am Tag. Wenn der Mann vergnügt "Pik 7, komm her zu mir", rief, drehten sich viele Menschen um und schmunzelten. 


© Martina Pfannenschmidt, 2015


Montag, 23. November 2015

Gestern Morgen …

‚besuchte’ uns unsere große Enkeltochter, während wir noch am Frühstückstisch saßen. Das sind die Momente, die der Opa nutzt, um etwas über den Schulalltag zu erfahren. 
Die ‚Große’ ist 8 und besucht die 3. Klasse. Mein Mann erkundigte sich nach ihrem Freund. Sie trafen sich oft zum Spielen und hatten ausgemacht, später einmal zu heiraten. Doch seit einigen Wochen war uns schon aufgefallen, dass es zu keinem Treffen mehr kam. Meinen Mann interessierte, warum und sie sagte: „Ich will mich mit ihm nicht mehr treffen, weil er gesagt hat, die Flüchtlinge sollen wieder weg und weil er einem Jungen, der behindert ist, ein Bein gestellt hat. Das finde ich richtig blöd.“

Mein Mann sah mich an und ich wusste genau, was er dachte. Schon im Kindergarten konnte man feststellen, dass sie sehr sozial eingestellt ist. 
Sie stand und steht immer auf der Seite der Schwächeren. Sie selbst ist ein zartes Wesen – doch ihr Charakter ist stark und sie steht zu dem, was sie denkt und fühlt und das sagt sie auch. Klasse! Das ist richtig gut!


Samstag, 21. November 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Advent!


Viele werden heute nicht nur ihrer verstorbenen Angehörigen gedenken, sondern auch der vielen Opfer von Kriegen und Terroranschlägen in der Welt.

Es fällt schwer,
angesichts der Trauer und der Angst in der Welt, Worte zum Thema
Advent
zu finden.

Als ich mit meinem Gedicht für den heutigen Sonntag begann,
verselbständigte es sich und wurde zu einem Gebet.
Meine heutigen Gedanken verlinke ich
- wie an jedem Sonntag - mit
‚Poesie à la carte’.
Dort lest ihr weitere lyrische und poetische Gedanken zum heutigen Thema.







Ein feiner Duft nach Mandeln und Zimt.
Du riechst ihn auch. Ich glaubs bestimmt.
Aber irgendwo fällt ein Schuss.

Die erste Kerze erhellt das Zimmer.
Es ist in diesem Jahr wie immer.
Aber irgendwo stirbt ein Kind.

Wir sind im Stress, können es kaum schaffen,
rennen herum wie im Urwald die Affen.
Aber irgendwo fliehen Menschen aus ihrem Land.

Die Straßen sind hell und die Fenster bunt.
Wir hetzen den Kaufhäusern in den Schlund.
Aber irgendwo ist Krieg.

Bratwurst- und Glühweinstände locken.
Wir machen uns alle auf die Socken.
Aber irgendwo verhungern Menschen.

Was geht es uns an, alles weit weg.
Zu helfen hat doch gar keinen Zweck.
Aber irgendwo fallen Bomben.

Was wird noch werden aus dieser Welt?
Wo Macht eine Rolle spielt und auch Geld.
Wo herrscht noch Frieden?

Was kann ich tun an meinem Platz,
mein Leben ist mein größter Schatz.
Wir können beten.

Ihr Engel droben und ganz nah,
wir brauchen euch in großer Schar.
Sonst naht das Ende.

Gott Vater schau auf uns herab,
wir graben selber unser Grab.
Nur DU kannst uns helfen.
  
Schick zu uns Gnade, Liebe, Licht,
alleine schaffen wir das nicht.
Wir sind geblendet.

Obwohl wir wahrlich schuldvoll sind,
nennst du uns immer noch dein Kind.
Du bist die Gnade.

Hilf uns, das Böse stets zu sehen,
den Weg der Liebe nur zu gehen.
Sende uns Weisheit.

In der Welt brennt’s an allen Enden,
hilf uns, das Blatt doch noch zu wenden.
Sende uns Klugheit.

Öffne uns Augen und auch Herz,
zu sehen andere und den Schmerz.
Schick uns Erkenntnis.

Ich sehe Satan und sein Ziel.
Er treibt ein wirklich böses Spiel.
Durch unsre Hände.

Vertrauen werde ich auf dich.
Du bist das einzig wahre Licht.
Ich hab die Hoffnung:

Das irgendwann in naher Zeit,
die Welt zur Umkehr ist bereit.
Durch deine Weisung.

Es gibt so viele Widerstände
ich lege sie alle in deine Hände.
Schick dein Erbarmen!


Martina Pfannenschmidt, 2015






Donnerstag, 19. November 2015

Eines wollte ich nie:

Ein Zweitblog!

Doch was soll ich euch sagen - 
nun ist es doch passiert. 

Natürlich gibt es dafür einen Grund 
und den lest ihr hier, bei


Mopsfidel

Kunterbuntes rund um das Haustier!

Ich lade euch herzlich 
zu einem ersten Besuch ein: 
Klick!!!!

Mittwoch, 18. November 2015

Angesichts der dramatischen Ereignisse

in Frankreich und Deutschland – letztlich weltweit -, möchte auch ich nicht mehr Schweigen, denn es ist für mich das Gebot der Stunde, jetzt klar Stellung zu beziehen. Ich möchte dazu das Beispiel einer Waage bemühen.
Bildergebnis für gifs kostenlos waageStellt euch eine alte Waage vor – eine Waagschale links, eine rechts. Über der linken steht ‚Frieden’ – über der rechten ‚Krieg’. Wo stehst du? – Wie steht die Waage? Bereits im Gleichgewicht? Das glaube ich nicht. Die Mehrheit der Menschen weltweit wollen den Frieden und denken friedlich.
Ich möchte noch ein Beispiel anführen – aus unserer eigenen Geschichte. Denkt an den Fall der Mauer. Wieso ist sie gefallen? Stellen wir uns wieder die Waage vor. Über der linken Schale stand: ‚Ich will hier raus, ich will etwas verändern’. Über der rechten stand: ‚Man kann ja doch nichts machen – ich alleine kann ja sowieso nichts verändern’. Viele, viele Jahre waren die Menschen, die so dachten in der Mehrheit und die Schale blieb am Boden, denn in der Schale ‚Ruf nach Freiheit’ waren nur sehr wenige Menschen. Doch irgendwann wurden es mehr und mehr, die herüber sprangen in die Waagschale der Freiheit und dann kam es zu einem Gleichstand. Die Waage stand in der Waage – das ist ein ‚kritischer Moment’. Wohin wird die Schale ausspringen – in welche Richtung wird es gehen? Bei diesem Beispiel wissen wir, wie es ausging. --- Eine Sache ist nicht mehr aufzuhalten, wenn die Mehrheit sie möchte. Wie bei einer Lawine. Die kann man nicht mehr stoppen.
Und genau darum geht es im Moment weltweit – und auch hier bei uns in Deutschland. Es geht um dich und es geht um mich. In welcher Waagschale stehst du? Deshalb denk nicht, dass es nicht auf dich ankommt. Es kommt auf jeden einzelnen an! Ich stehe ganz fest in der Schale mit der Überschrift ‚Frieden’ und dort stehen alle, die in meinem Umfeld sind und die ich kenne – dazu gehört auch ihr alle, die ihr meinen Blog besucht. Wir alle wollen den Frieden und solange die Mehrheit den Frieden möchte, müssen wir keine Angst vor einem weiteren Krieg haben. --- Doch auch hier besteht eine Gefahr. Denkt an die Waage. Links steht ‚Ich vertraue darauf, dass wir geschützt sind und es zu keinem Krieg kommt.’ Auf der anderen Seite steht: ‚Ich habe Angst, dass es zu einem Krieg kommt’. Entscheide dich auch hier klar und deutlich. In welche Waagschale springst du?


Dienstag, 17. November 2015

Der Himmel gehört euch!

Heute ist wieder 
'Geschichtentag'
bei 
Regina, Lore, Christine, Eva und bei mir!

Die Reizwörter waren diesmal:
Bild – Kugel – erscheinen – auffahren – bereichert




„He, du Idiot, musst du so dicht auffahren?“, schimpfte Claudia. Sie hasste es, wenn man ihr bis auf die Stoßstange fuhr. Wahrscheinlich wollte der Fahrer schauen, wann ihr TÜV ablief. Blödmann! Endlich überholte er und Claudia konnte ihre Fahrt gemütlich fortsetzen.
Sie befand sich auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty. Genauer gesagt zum 40. ihrer Kollegin Angelika. Sie hatte die Abteilung zu sich nach Hause eingeladen. Auch Julius, ihr neuer Kollege, hatte zugesagt, auf der Feier zu erscheinen. Er bereicherte seit ein paar Wochen ihr Team und war wirklich ein Bild von einem Mann. Ihn würde Claudia nicht von ihrer Bettkante schupsen. Das einzige Problem: Er würde sich wohl gar nicht drauf setzen.
Lachend über ihre eigenen Gedanken fuhr sie in die Einfahrt. Angelika bewohnte das Haus ihrer Großeltern, das sie von diesen geerbt hatte. Liebevoll hatten sie es umgebaut und renoviert. Jetzt machte es einerseits einen einladenden und andererseits einen modernen Eindruck.
Als Angelika die Tür öffnete, waren aus dem Inneren des Hauses bereits laute Stimmen hörbar. Einige Kollegen waren schon da und amüsierten sich anscheinend köstlich. Als Claudia den Raum betrat, drückte man ihr ziemlich schnell ein Glas Bier in die Hand: „Barre Bräu, dein Herz erfreu!“, zitierte der Kollege den Slogan einer Brauerei. So war es immer, wenn sie beisammen waren. Werbestrategen unter sich. Die konnten gar nicht anders, als ständig irgendwelche Werbesprüche loszulassen – und irgendwie waren sie alle immer auf der Suche nach DEM Spruch, der sie unsterblich werden ließ.
Claudia nahm das kühle Getränk gerne an, denn ihre Kollegin hatte ihr angeboten, bei ihr übernachten zu können. Somit stand einem feucht-fröhlichen Abend nichts im Wege.
Es floss reichlich Alkohol, die Stimmung war gut und die Wahl der Werbesprüche wurde immer flacher. „Komm, Claudia, gib dir auch die Kugel“, forderte Manfred sie auf, während er ihr die Schale mit Schokopralinen hinhielt.
„Leute, jetzt ist aber mal gut mit den Sprüchen. Wir wollen doch nicht ständig an die Arbeit erinnert werden“, entgegnete sie ihm.
Sie hatte sich schon oft mit Angelika darüber unterhalten, wie wertvoll es war, in seiner Arbeit aufzugehen. Wie viele Menschen fuhren morgens mit schlechter Laune oder gar Bauchweh zur Arbeit. Das war bei ihnen anders. Klar gab es mal kleine Auseinandersetzungen, gerade dann, wenn die Zeit knapp wurde und keine gute Idee auf dem Tisch lag. Das setzte sie alle unter Druck und der musste abgelassen werden. Doch im Großen und Ganzen konnte es nicht besser sein, was dieser schöne Abend eindrücklich untermauerte.
Claudia nahm ihr Glas Bier und ging für einen Moment hinaus auf die Terrasse. Sie brauchte ein bisschen frische Luft um die Nase. Während sie dort stand und in den Sternenhimmel schaute, trat Julius, der neue Kollege, neben sie. „Hier bist du!“, meinte er.
„Ich brauchte ein bisschen frische Luft“, erwiderte sie und nach einer kleinen Pause fügte sie schelmisch hinzu: „Hast du mich etwa vermisst?“ Er grinste. „Vielleicht so ein kleines bisschen.“
Upps! Was war das denn? Gab es da ein leichtes Kribbeln in ihrer Magengegend nach dieser Aussage? Quatsch, das war doch nur ein Spaß. Sie hatten beide ein Glas zuviel getrunken. Da konnte es schon mal zu einer Falschmeldung auf der Gefühlsebene kommen. Sie sollte aufhören mit dem Alkohol, bevor hier etwas aus dem Rahmen lief.
„Ich glaub, ich gehe lieber wieder rein“, äußerte Claudia deshalb. „Es wird doch ein bisschen kühl.“ Sie fror tatsächlich, doch warum, dass war ihr in diesem Moment nicht so ganz klar.
„Ach bleib doch noch, es ist gerade so schön hier. Warte …“, schon zog er seinen Pulli aus und legte ihn über ihre Schultern. In dem Moment fröstelte es sie noch ein wenig mehr. „Kennst du dich ein bisschen mit den Sternen aus?“, fragte er. Claudia schüttelte den Kopf.


Stern

„Schau, dort, das ist Sirius. Er ist 200.000 Mal größer als unsere Erde. Kaum vorstellbar auch die Zeit, die das Licht benötigt auf dem Weg zu uns. Das Licht, das jetzt unsere Augen erreicht hat den Stern vor 5.000 Jahren verlassen.“ Es entstand eine kleine Pause, die Julius nutzte, um sie an den Schultern zu fassen und ein klein wenig zu drehen. Dort, wo seine Hände lagen, begann es so merkwürdig zu kribbeln. Dennoch hörte sie aufmerksam zu, als er fortfuhr mit seiner Erläuterung: „Der Polarstern ist wohl der wichtigste Richtungsweiser am Himmel. Er diente früher der Schifffahrt als Navigationshilfe. Aber das ist ja nichts Neues. Aber sag, wusstest du, dass alle Sterne, die wir mit bloßem Auge oder dem Fernglas sehen können, zu unserer eigenen Galaxie gehören?“ Wieder verneinte Claudia. Sie hatte sich noch nie wirklich für die Sternbilder interessiert, doch heute Abend war das anders. Es schien ihr kein spannenderes Thema als dieses zu geben.
Claudia fiel auf, dass sie sich in der Nähe ihres neuen Kollegen verdammt wohl fühlte. Und so nah wie in diesem Moment war sie ihm noch nie gekommen. Vielleicht hatte sie sich ja doch getäuscht und er würde eines Tages vielleicht doch auf ihrer …
„He, ihr Zwei!“, rief Angelika vergnügt. „Ihr steht auf der Vermisstenliste. Was macht ihr denn hier so alleine?“
„Wir wollten nur ein bisschen frische Luft schnappen“, bemühte sich Claudia um Gelassenheit, die sie aber nur schwer wahren konnte, da ihre Knie weich wie Butter waren. Das war sicher dem Alkohol geschuldet.
Angelika zwinkerte ihrer Kollegin zu, als sie sagte: „Wie heißt es so schön in der Werbung einer bekannten Fluggesellschaft: Der Himmel gehört euch!“


© Martina Pfannenschmidt, 2015



Zum guten Schluss
möchte ich noch
Dankeschön
sagen
für die 
lieben
Kommentare
vom vergangenen Sonntag
und eine
neue
Followerin begrüßen:
Herzlich Willkommen

Samstag, 14. November 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Alter!


Alt werden will jeder,

doch niemand will alt sein!


So lautet ein bekannter Spruch - oder auch:


Man ist so alt, wie man sich fühlt!


Heute lautet das Thema bei
'Poesie à la carte'

Alter!


Hier geht es zu Ulla 
und den anderen MitschreiberInnen.
Klick!!!

Foto: pixelio.de / R. B.

Weiß die Haare.
Die Hände ermattet und welk.
Der Rücken gebeugt.
Die Bewegungen mühsam.
Vom Leben gezeichnet.
Jede Falte birgt ihr Geheimnis.
Erzählt von harter Arbeit und Sorgen.
Wo sind die Jahre der Kindheit und Jugend?
Wo die leichtfüßigen Wege?
Wo die Leichtigkeit des Seins?
Wohin das Glück?
Schwermut in den müden Gliedern.
Lang die Schatten auf mühsamen Wegen.
Vorbei die Zeit der singenden Nachtigall.
Abendglocken läuten.
Purpurrot der Himmel.
Ein letztes Mal?



© Martina Pfannenschmidt, 2015


Mittwoch, 11. November 2015

Die Laterne …

 … hatte gestern ihren großen Tag – zumindest bei unseren beiden Enkeln.
Bildergebnis für gifs kostenlos laterneGibt es bei euch auch den Brauch des Martinssingens am 10. November? Die Kinder ziehen mit ihren – oft selbst gebastelten – Laternen singend von Haus zu Haus und erbitten eine Gabe. Am beliebtesten sind dabei natürlich Süßigkeiten.
Ich habe mich mal im Internet auf die Suche nach dem geschichtlichen Urspruch gemacht. Es gibt keinen ganz eindeutigen Hinweis, die bekannteste Überlieferung bezieht sich auf den Bischof Martin von Tours, der aus Barmherzigkeit seinen Mantel zerteilte und einen Teil einem armen Bettler überließ. Sein Namenstag fällt auf den 11. November.
In Gegenden, wo die lutherische Glaubensrichtung überwiegt, findet das Martinisingen bereits am 10. November statt, also einen Tag früher. Das ist der Geburtstag des Reformators Martin Luther, der übrigens am 11.11., dem Namenstag obigen Bischofs, getauft wurde und daher denselben Vornamen trägt. Das war damals so Brauch.
Weil in unserer Region dieses Singen auf Luther zurück geht, sangen wir als Kinder beim Martinisingen auch das von ihm stammende Lied ‚Ein feste Burg ist unser Gott’. Damals verstand ich den Inhalt noch nicht und wusste nicht, dass das Lied einen ‚Angriff’ gegen den Papst darstellte. Heute singt es kein Kind mehr. Da gibt es andere Lieder und unsere Beiden sangen gestern bis zum Abwinken: ‚Die Laterne hat heut ihren großen Tag’. – Ich stell mal ein youtube-Video ein für alle, denen es unbekannt ist.



Dienstag, 10. November 2015

Emil - ein ganz besonderer Hamster

Hallo ihr Lieben!
Herzlich Willkommen zur nächsten Geschichte.
Die Reizwörter waren diesmal:
Lebensgeschichte – Käfig – entscheiden – clever - verdächtig
Und hier kommen die Links zu den anderen Geschichten:
Bildergebnis für gifs kostenlos hamster

Im Hause Baumeister herrschte eine trübe Stimmung. Der kleine Hamster, den sie Peter genannt hatten, war den Weg aller Lebewesen gegangen. Vor ein paar Tagen war er auf dem Arm von Babette hinübergegangen. Sie und ihr Mann Lasse waren sich einig darüber, dass es so schnell keinen neuen Hamster geben sollte. Ihr Leben war einfach zu kurz und die Trauer jedes Mal so groß.
Doch bereits nach vierzehn Tagen gestanden sie sich ein, dass das Tier eine Lücke hinterlassen hatte, die wieder geschlossen werden wollte und zwar mit einem jungen Hamster. Und so machte sich das Paar auf den Weg in eine Zoohandlung. Sie hatten im Vorfeld besprochen, dass es diesmal ein weibliches Tier sein sollte.
Ein kleiner noch namenloser Hamster nahm den Geruch der Beiden wahr und wusste sofort: Das sind sie! Meine Menschen! Jetzt musste er nur noch dafür sorgen, dass sie ihn tatsächlich auswählten. Er rannte so schnell er konnte zur Glasscheibe, um auf sich aufmerksam zu machen. Als die Hand des Verkäufers in den Käfig griff, hüpfte er quasi hinein.
„Ach, der ist aber süß!“, säuselte Babette.
‚Ja bin ich! Bitte entscheidet euch für mich. Ich möchte unbedingt mit zu euch’, schrie der Hamster ihnen entgegen. Und tatsächlich: Die Menschen nahmen ihn mit. Da gab es nur ein winzig kleines Problem, aber das würden sie erst etwas später bemerken.
Zu Hause angekommen nahm der Winzling sein neues Zuhause in Augenschein. Alles picobello – sein Käfig war groß und geräumig. Hier gefiel es ihm. Besser konnte es nicht sein. Die Menschen gaben ihm den Namen ‚Amy’. Der kleine Hamster konnte darüber nur schmunzeln, denn er war gar kein Mädchen, sondern ein kleiner Junge. Als seine Menschen dies bemerkten, lachten sie darüber und tauften ihn kurzerhand in Emil um. Das hatte er wirklich clever angestellt.
Wenn Lasse abends von der Arbeit nach Hause kam, hörte man ein verdächtiges Rascheln in Emils Käfig. Betrat Lasse die Wohnung, erschien auch der Hamster, um ihn zu begrüßen.
Emil nahm regen Anteil am Leben des Paares. Heimlich hörte er ihre Gespräche mit. Da gab es ein Thema, das machte besonders Babette traurig. Und er wollte nicht, dass sie traurig war. Sie war doch so ein lieber Mensch, dem es gut gehen sollte. Ob er ihr helfen konnte? Emil war klar, dass sie sooo viel Liebe in sich trug, dass sie für ihn, Lasse und mindestens zwei Kinder ausreichen würde. Doch genau die ließen auf sich warten.
Emil hatte inzwischen ein für einen Hamster wirklich hohes Alter erreicht. Da entdeckte Babette eines Tages bei ihm einen Tumor. Er bildete sich zwischen den beiden Vorderbeinen. Was war zu tun? Emil verstand es, Babette und Lasse zu vermitteln, dass er nicht zum Tierarzt gebracht werden wollte. Doch Emil hatte ein Problem. Er wollte doch so gerne bleiben, bis ein Kind da war. Ob er das schaffen würde?
Er wurde immer schwächer. - Eines Morgens stand eine eigenartige Gestalt neben seinem Käfig. Sie trug einen grünen Anzug und einen grünen Hut und sie stellte sich als Babettes Opa vor. Aber der war doch verstorben. Was machte der denn hier? Bald war es dem Hamster klar. Der Opa war gekommen, um ihn abzuholen. Freundlich bot er an, Emil in seinem Hut mitzunehmen. Doch Emil wollte nicht!
‚Nein’, sagte er ihm, ‚ich gehe nur, wenn ihr im Gegenzug das Kind auf den Weg schickt.’ – Opa entgegnete darauf, dass die Zeit für das Kind noch nicht gekommen – aber seine abgelaufen sei.
Daraufhin legte sich Emil für einen kleinen Moment in den Hut, doch kurz darauf sprang er wieder hinaus und verkroch sich unter seinem Häuschen. Er wollte noch bleiben. Basta!
Der Tumor jedoch wuchs und wuchs und das Paar spielte mit dem Gedanken, Emil durch den Tierarzt erlösen zu lassen. Doch beide hatten das Gefühl, als sei das nicht richtig. Sie konnten sich des Eindrucks nicht erwehren, als wolle der Hamster selbst entscheiden, wann für ihn die Zeit gekommen war, zu gehen.
„Mensch Emil, mach es uns doch nicht so schwer“, redete Babette auf ihn ein. „Du darfst wirklich gehen und musst dich nicht länger quälen. Weißt du was, ich verspreche dir jetzt was: Wenn du gegangen bist, dann schreibe ich deine Lebensgeschichte nieder. Ich werde allen Menschen sagen, wie tapfer du warst und auch, dass Tiere selbst entscheiden wollen, wann sie gehen. Ist das in Ordnung für dich?“
Emil freute sich darüber und zwinkerte Babette zu. Sie hatte es genau gesehen.
Am nächsten Tag kam Peter, der Hamster, der vor ihm hier sein Zuhause gehabt hatte und auch er legte Emil nahe, mit ihm zu kommen. Einen weiteren Tag später musste sich Emil seinem Leiden ergeben. Allein mit seinem Geist konnte er sein Leben nicht mehr verlängern. Er ging ganz still in der Nacht.
Im Nachbarort erblickten zur selben Zeit 10 kleine Hamster das Licht der Welt und einer davon würde in ein paar Wochen seinen Platz einnehmen und Babette würde sich die Zeit nehmen, über Emil und sein Leben zu schreiben.

© Martina Pfannenschmidt, 2015



Vielen Dank, 
dass ihr hier wart und meine Geschichte gelesen habt
und auch ein gaaaanz dickes
Dankeschön
für eure lieben Kommentare
vom Sonntag!