Sonntag, 14. Februar 2016

Überspitzt!

Ja, ich weiß! In meinem gestrigen Post zur Erkrankung im Alter habe ich ‚überspitzt’ geschrieben - ganz bewusst übrigens. Anhand der Kommentare kann ich erkennen, was ihr denkt, nämlich, dass ich wie ein Blinder von der Farbe spreche oder anders ausgedrückt: ‚Die hat gut reden, wahrscheinlich ist sie kerngesund und predigt hier über Dinge, von denen sie keine Ahnung hat.’ – Stimmt’s?! :- )
Das stimmt aber nicht! Ich befasse mich seit einigen Jahren mit Erkrankungen und deren Ursachen, WEIL es körperliche Einschränkungen gibt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie grundlos da sind und deshalb befasse ich mich mit Krankheiten und deren Ursachen. Das ist auch der Grund, weshalb ich immer mal wieder in meinem Blog über Krankheiten schreibe. Ich würde gerne vermitteln: Befasst euch mit dem GRUND - mit der Ursache - für eine Erkrankung und nicht einzig und allein mit der Erkrankung selbst.
buerostress-cliparts (12)Picken wir uns eine ‚moderne’ Erkrankung heraus: Das Burn-out-Syndrom! Das Gefühl, völlig ausgebrannt und erschöpft zu sein, greift in den letzten Jahren vermehrt um sich. Immer mehr Menschen sind davon betroffen. Zu viel Stress. Unser Körper wird uns lange bevor die Krankheit ausbricht, Signale schicken. Doch was machen wir? Wir ‚latschen’ darüber hinweg und zwar so lange, bis der Körper die Notbremse zieht und uns sagt: „Mein lieber Freund, so geht das nicht weiter. Merkst du es noch? Ich kann nicht mehr! Wenn du nicht zur Ruhe kommst, wenn du dein Leben nicht drastisch veränderst, führt das zum Herzinfarkt, Schlaganfall oder zu einer anderen lebensbedrohlichen Krankheit. Verändere etwas!“
Weshalb ignorieren wir die ersten Anzeichen? Vielleicht aus Angst – zum Beispiel davor, den Arbeitsplatz zu verlieren oder weil wir denken, ohne uns läuft es nicht. Doch wenn die Erkrankung sich manifestiert hat, werden wir auch für viele Wochen oder gar Monate ausfallen und es wird ohne uns weiter gehen.
Der Körper wird nicht krank, um uns zu strafen, sondern damit wir zur Ruhe kommen und in der Ruhe zu Erkenntnissen. Wir sollten in dieser Zeit der Ruhe schauen, was ist es, das uns so erschöpft sein lässt? Der Arbeitsplatz? Bestimmte Menschen oder Situationen? Und wir sollten uns fragen: Was würde ich gerne tun? Was würde mir verlorene Energie zurück bringen? Vielleicht sollten wir nach Dingen suchen, die uns wirklich Freude machen. 
Ja, ich weiß, wenn das ein Vater von 5 Kindern liest, fasst er sich an den Kopf und sagt: Quatsch nicht einen solchen Unsinn! Mein Job macht mir zwar überhaupt keine Freude, aber ich brauche das Geld. Natürlich ist das ein Argument, doch wenn dieser Vater völlig zusammen bricht, wird es finanziell sehr eng. Vielleicht wäre es doch nicht so schlecht, sich nach einer anderen Arbeitsstelle umzuschauen, die einem mehr Freude bereiten würde. Ich weiß, dass die Chance vielleicht gering ist, doch wenn man es gar nicht versucht, wird sich auch nichts verändern und die Chance ist gleich Null. 
Eigentlich möchte ich allen Erkrankten nur Mut machen. Schaut hin! Vielleicht sollte sich ein Mensch mit einem Burn-out-Syndrom folgende Fragen stellen:
Was möchte ich wirklich tun?
Was hält mich davon ab, es zu tun? Irgendetwas oder irgendjemand?
Welche Menschen habe ich um mich und welche Menschen hätte ich gerne um mich?
Muss ich lernen, auch mal nein zu sagen?


Ich mag Lebensweisheiten - 
die nachfolgende stammt von Jochen Mariss:

Große Veränderungen geschehen nicht dadurch, 
dass wir auf den richtigen Zeitpunkt warten 
oder Pläne für die Zukunft schmieden. 
Sie geschehen, indem wir kleine Schritt machen.
Jetzt sofort!!






Kommentare:

  1. Liebe Martina, auf Deinen vorherigen Post habe ich schon vieles gesagt. Hier jetzt so aus dem Stegreif zu antworten ist nicht einfach, weil es auch ein großes Thema ist. Überspitzt finde ich es nicht was Du schreibst. Hier hast Du in den Grundsätzen recht, man muss sich fragen was ist die Ursache der Erkrankung.
    Die Seele spielt eine große Rolle, unser Empfinden und der Umgang mit uns selber. Das Alter hat erst mal nichts mit einer Erkrankun g zutun. Die Erkrankungen nehmen aber zu im Alter und durch Einsamkeit auch das Bedürfnis, darüber zu reden und auf sich aufmerksam zu machen. "Ich bin auch noch da".
    So ein breites Thema und so viele Ansichten, die sich an bestimmten Punkten treffen, das eigene Erleben mit zum Verstehen und zur Genesung der Seele und dem Umgang damit.
    Es schrieb mir letztens jemand, Du schreibst pathetisch, das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich schreibe aus eigenem Erleben.
    Es stimmt heute nicht mehr ganz für mich, aber ich schrieb mal ähnlich "um zufrieden zu werden, muss man einmal durch die Hölle gegangen sein", für zufrieden gab es ein anderes Wort.
    Ich werde noch darüber schreiben, Du hast mich inspiriert.
    Danke für Deinen interessanten Post Martina und mache Dir weiter Gedanken, denn sie sind sehr anregend, herzlichst Klärchen

    AntwortenLöschen
  2. mir gefällte, dass man bei dir seine Meinung posten kann und du ehrlich damit umgehst, die verschiedenen Ansichten tolerierst und stehen lässt.
    Das gefällt mir sehr an dir und deinem Blog.
    Und ich werde immer gerne bei deinen Themen kommentieren, wenn sie mich interessieren.
    ♥liche Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  3. Ich lese gerne bei dir rein Martina...
    habe aber gestern wirklich etwas gestutzt,
    du hast es doch nicht nötig überspitzt und bewusst
    zu schreiben ,was denken den Menschen welchen
    es schlecht geht und krank sind ?

    Ich bin jetzt einfach offen und ehrlich wie ich denke
    ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel !!

    Ich habe ja schon geschrieben, es ist ein sehr
    grosses Thema, welches man nicht in ein paar Sätzen
    nieder schreiben kann !

    Gerne würde ich über meine langen Jahre
    mit vielen Beschwerden schreiben, es wäre ein sicher
    gutes Thema...
    aber ich bin keine gute Schreiberin ,
    darum lasse ich es lach...:-)))

    Dann freue ich mich auf deinen nächsten Beitrag !

    Einen gemütlichen Abend
    wünscht dir
    Margrit

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Martina,

    die meisten Menschen können ein Buch über Krankheiten schreiben.
    Jeder sieht es aus seiner Sicht.
    Deine Gedanken sind gut, und ich möchte nicht widersprechen.
    Blogbeiträge sind Anregungen.

    Einen guten Abend wünscht dir
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Martina,
    bei uns in der näheren Umgebung sind drei Fälle mit Burn-out. Ich selber kann mir das gar nicht vorstellen, da ich auch von Morgens bis spät Abends eigentlich immer dran bin. Aber mir macht meine Arbeit unheimlich Spaß und das ist glaube ich der ausschlaggebende Grund.
    Ganz liebe Grüße,
    Christine

    AntwortenLöschen
  6. liebe Martina....nein, nein und nochmals nein, daran ist gar nichts überspitzt, du triffst doch den Nagel genau in der Mitte, nur, meistens liest man nicht allzugern darüber weil es geradezu auf einen selbst passt"? Burn out - nur eine andere Umschreibung für völlige Überforderung und einen Erschöpfungszustand den wir alle - irgendwann kennengelernt haben, kennen oder befürchten, davor aber genauso gerne die Augen schließen und wünschen lassen, dass es UNS nie betrifft. Auch in dem Wissen, das gibt es wenn man nicht auf die Signale des Körpers und der seele hört. Wir beruhigen uns lieber mit den Worten: ich fühle mich wohl, ich mag das, es wird mir nichts zuviel" und ähnlichem, bis es zuschlägt und man selbst am Boden liegt, fassungslos darüber, dass man nicht hinhörte, es nicht wollte was da als dunkle Wolke auf einen zutrieb.
    Die Folgen dieser Nachlässigkeit ist dann schwer zu ertragen und die Reue alles andere als süss.
    Wir muten uns meist/oft leider zu viel zu, denken nicht daran dass sich der eigene Gesundheitszustand verändern könnte und sind sehr gerne Vogelstraussbesitzer bis es zu spät zur Einkehr ist.
    Du hast das wunderbar beschrieben und besitzt den Mut auch auszusprechen und anzusprechen was oftmals auch bei anderen Thema ist, danke dafür, das gefällt mir bei deinem Blog besonders.
    Angelface

    AntwortenLöschen
  7. Okay, jetzt musste ich erst deinen Post davor lesen und bevor ich es vergesse, diese Sätze von Jochen Marris mag ich auch sehr gerne und finde siegenau passend.
    Was die Krankheiten betrifft, ist es in der Tat ein zu umfangreiches Thema um hier in ein paar Sätzen "behandelt" zu werden.
    Du weißt wie ich dazu stehe und ich weiß meine und auch die Gedankengänge mir nah stehender Menschen beeinflussen ein großes Stück ihre Gesundheit. Aber es ist leider auch so, dass es für die Menschen oft so schwierig erscheint, eingetretene Wege zu verlassen und ihrer Gesundheit gutes zu tun.
    Las ich doch letztens den Satz: Krankheit ist normal, Gesundheit ist das Besondere !!!!
    Stimmt, wenn ich überlege ob ich auch nur eine Person kenne die nicht irgendein Zipperlein hat *tss*
    Einzig und allein wichtig ist, wie man mit diesen Zipperlein umgeht.
    :O) .....

    AntwortenLöschen