Mittwoch, 30. März 2016

Innere Uhr

UhrMeine innere Uhr meldete mir schon lange, dass es mal wieder Zeit für einen Blogeintrag würde J, doch durch einen kurzen Osterurlaub kam ich einfach nicht dazu.

Die innere Uhr – sie kam bei mir durch die Umstellung auf die Sommerzeit wieder ein wenig durcheinander und es klingen mir Worte meines Vaters im Ohr, die ich als Teenager oft hörte und die momentan wieder auf mich zutreffen: Abends nicht rein und morgens nicht raus – lach! Geht es euch ähnlich? Abends bin ich eine Stunde später müde, als sonst und morgens würde ich gerne noch eine Stunde länger schlafen. Sonst werde ich immer ohne Wecker wach, im Moment klappt das noch nicht. Da ich so ganz ohne Armbanduhr lebe, kann ich mich eigentlich ganz gut auf meine innere Uhr verlassen – doch im Moment verlässt sie mich. Wird aber sicher wieder.

Ich bewundere und beneide unsere jüngste Enkeltochter häufig. Sie kennt die Uhr noch nicht und richtet sich ihren Tag oder auch ihre Woche ganz anders ein, als wir Erwachsenen. Das fiel mir jetzt wieder auf. Die Woche teilt sie ein nach Mittwoch – das ist der Tag, an dem es im Kindergarten ein Frühstücksbuffet gibt – und nach Freitag, dem letzten Kindergartentag. Ist das nicht herrlich, wenn man einfach so in den Tag hinein lebt?!

Dass ihre innere Uhr aber gut funktioniert, stelle ich mittags fest. Sie ist immer die Erste, die aus dem Kindergarten nach Hause kommt – dann ihre Mutter und danach die ältere Schwester. Man kann darauf an, dass sie immer kurz bevor sie das Haus betreten fragt: ‚Wann kommt Mama?’ oder ‚Wann kommt F.?’ Das fasziniert mich! 


Dienstag, 15. März 2016

Sport ist Mord

Herzlich Willkommen zu einer weiteren Reizwörtergeschichte!

Die Reizwörter lauteten diesmal:

Kajak – Straße – knirschen – bewegen – glasklar

Weitere Geschichten gibt es wie immer bei


Außerdem geht die Geschichte zu
'Froh und Kreativ!'


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Maja zog die Bettdecke über ihren Kopf. Es war nicht auszuhalten. Ihr Herzallerliebster lag neben ihr und knirschte mit den Zähnen. Das war ein eindeutiger Hinweis darauf, dass er wieder einmal zu viel Stress hatte. Morgen früh würde er mit Kopfschmerzen aufstehen und total verspannt sein. Sie kannte das schon.
Eigentlich müssten sie gemeinsam den Stress abzubauen. Am besten dadurch, dass sie sich mehr bewegten. Doch sie hatten ja sowieso schon so wenig Zeit. Es konnte aber genauso gut sein, dass das nur eine Ausrede war. Zeit nahm man sich ja immer für die Dinge, die einem wichtig waren. Sie würde morgen ein intensives Gespräch mit ihrem Mann und  mit ihrem inneren Schweinehund führen müssen.
Ihre Gedanken wanderten weiter. Bis zum nächsten Urlaub war es noch ein Weilchen hin. Deshalb hatten sie auch noch gar nicht darüber gesprochen, wohin die Reise gehen sollte. In jedem Fall müssten sie sich entspannen. Doch Entspannung sah ja für jeden Menschen anders aus. Der eine buchte eine Kajak-Tour, der andere besuchte lieber die Museen dieser Welt und der Dritte schnorchelte mit großer Begeisterung im glasklaren Wasser der Karibik. Aber das war nichts für Maja. Sie mochte das Meer zwar und auch die Wärme, doch am liebsten lag sie in einem Liegestuhl am Pool. Maja konnte es nicht ertragen, zwischen all den glitschigen Fischen herum zu schwimmen. Vielleicht wäre es aber sinnvoll, diesmal einen Urlaub mit ein bisschen mehr körperlicher Aktivität in Betracht zu ziehen. - Bald darauf schlief sie wieder ein und träumte vom Meeresrauschen und bunten Fischen.
Wie erwartet rieb sich ihr Gatte am nächsten Morgen den Kiefer. „Na, mein Schatz, wieder mal mit den Zähnen geknirscht?“, fragte Maja ihn – vielleicht ein kleines bisschen zu provokativ.
„Quatsch!“, war seine kurze und mürrische Antwort darauf. Ja, so war er, ihr Willi – ein großer Morgenmuffel vor dem Herrn. Da war es besser zu schweigen und ernste Gespräche auf den Abend zu verlegen.
Maja sah zunächst auf ihre Armbanduhr, anschließend hinaus auf die Straße. Wo blieb ihr Willi nur wieder? Sie wartete seit einer Stunde mit dem Abendessen auf ihn. Im selben Moment bog er in die Einfahrt. Das wurde aber auch Zeit.
Maja hatte einen deftigen Auflauf zubereitet, über den sich beide mit großem Appetit hermachten. Gleich nach dem Essen suchte sie das Gespräch mit ihrem Mann.
„Willi, du hast heute Nacht wieder derart mit den Zähnen geknirscht, dass ich nicht schlafen konnte.“
„Tut mir leid. Ich merke das gar nicht.“
„Das weiß ich ja, aber wir müssen etwas dagegen tun.“
„Ich hole mir gleich morgen einen Termin beim Zahnarzt für eine Zahnschiene“, versprach er.
Das war schon mal eine gute Idee, doch Maja wollte ja auf etwas Anderes hinaus.
„Das ist gut, doch die Schiene hilft leider nicht gegen deinen Stress. Ich schlage vor, dass wir ihn gemeinsam abbauen und das idealerweise an der frischen Luft und mit ein bisschen Bewegung.“
Willi schien wenig begeistert: „Bewegung – du denkst bestimmt ans Joggen. Du, das tut den Gelenken gar nicht gut, hab ich gehört. Die Überbeanspruchung schadet mehr, als das sie nutzt.“
„Das ist doch eine Ausrede, Willi. Wir müssen ja nicht gleich einen Marathon laufen und außerdem können wir auch walken.“
„Walken? Das kommt schon mal gar nicht in Frage. Ich mache mich doch nicht lächerlich und laufe mit Stöcken in den Händen durch die Gegend. Wenn ich das schon sehe“, meinte Willi und untermauerte seine Worte mit einer abwertenden Handbewegung.
„Du, das tun aber viele Tausend andere …“
Bevor Maja weiterreden konnte, fiel Willi ihr ins Wort: „… ich aber nicht!“
„Gut, dann gehen wir schwimmen.“
„Ich denke, ich soll an die frische Luft. Die Freibäder sind aber noch geschlossen und nur in den Sommermonaten geöffnet.“
Das war natürlich ein Argument, das Maja nicht widerlegen konnte. Vielleicht sollten sie die Sache mit der Bewegung doch noch einmal verschieben. Bestimmt machte es auch Sinn, das ganze Unternehmen mit einer Ernährungsumstellung zu verbinden. Damit musste sie sich doch mal ernsthaft auseinander setzen. 
Irgendwie überkam Maja ein gutes Gefühl: Jawohl, sie würden sich mehr bewegen und gesünder ernähren, nur halt noch nicht sofort und jetzt gleich, aber aufgeschoben war ja nicht aufgehoben.
Ganz nach dem Motto: Allein der Gedanke zählt, fühlte sie sich richtig gut, als sie später im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß. Als ihr Mann sich zu ihr gesellen wollte, rief sie ihm zu: „Du Willi, bringst du bitte die Tüte Chips mit.“


© Martina Pfannenschmidt, 2016

Montag, 14. März 2016

Gab es eine Geheimabsprache -

oder einen Startschuss, 
den ich überhört habe? :-)
Irgendetwas dergleichen 
muss es gewesen sein!
Allerorten reißt ein Geräusch 
die Menschen aus
dem Winterschlaf!
Ich sage euch: 
Das Frühjahr muss über uns
hereingebrochen sein!!
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Habt ihr sie auch schon gehört?




Dienstag, 8. März 2016

Was war eigentlich zuerst da …

… die Dose oder der Dosenöffner? Die Frage ist wohl einfacher zu beantworten, als die nach dem Ei und dem Huhn :-)!
Wir benutzen oft Dinge wie selbstverständlich, ohne zu fragen: Wer hat’s erfunden? So ging es mir heute mit dem Dosenöffner. Die Antwort kannte u. a. die Faz. Dort las ich, dass es der gute alte Napoleon war, der demjenigen, der Lebensmittel haltbar machte, eine große Summe Geld versprach. Und so war es auch ein Franzose, der 1804 die erste Konservenfabrik der Welt gründete. Die uns bekannten Weckgläser gibt es übrigens erst seit Silvester 1900.
Man ging lange davon aus, dass der Luftabschluss die Speisen konservierte, dabei lag es am Abkochen. Das erkannte 1865 Louis Pasteur. Besonders beim Heer und der Marine waren Konservendosen gefragt. Die Royal Navy verbrauchte im Jahr 1818  24.000 Dosen.
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Da gab es nur ein Problem: Wie kam man heran an die ‚Blech-Speisen’? Die Dosen waren zu Beginn schwerer als ihr Inhalt, da das Blech noch sehr dick war. 

Geöffnet wurden die Dosen äußerst brisant. Nämlich so: Mit dem Bajonett, mit Beil oder Messer, Hammer und Meißel und gelegentlich sogar mit einem gezielten Schuss.
Ein Mann namens Robert Yeates erfand 1855 den ersten – sehr einfachen – Öffner. Der kleinste Dosenöffner wurde 1913 erfunden. Alle Öffner, die danach auf den Markt kamen, schnitten innen den Deckel neben dem Rand ab. Die meisten von uns werden sich irgendwann schon einmal an den scharfen Kanten geschnitten haben. 

Die neueste Entwicklung geht dahin, dass der Deckel am Rand abgeschnitten wird – ganz ohne scharfe Kanten. Als ich diesen Öffner das erste Mal benutzen wollte, bin ich fast verzweifelt. Plötzlich musste ich ihn anders aufsetzen, als sonst. Aber jetzt bin ich rundum zufrieden und glücklich mit diesem 'modernen Teil' :-). Der Deckel fällt auch nicht mehr in die Dose, sondern man kann ihn sauber abheben. Eine rundum gelungene Sache, wie ich finde!


Samstag, 5. März 2016

OOOOma, darf ich …

… dir helfen?

Sofort nimmt das Gehirn seine Tätigkeit auf. Ich vernehme einen kurzen inneren Aufschrei: NEEIIIN!!! Doch ich sage: ‚Klar kannst du mir helfen!’
Unsere Kleine (6) war heute Morgen bei mir und da kam er, dieser Satz – mehrfach. Jedes Mal war mir klar: Ohne Hilfe ginge es schneller, doch das wäre nicht richtig. Wie sollen Kinder etwas lernen, wenn sie es nicht ausprobieren dürfen! Man erzieht sie zum einen zur Unselbständigkeit und zum anderen: Später, wenn sie älter sind und helfen sollen, wollen sie dann nicht mehr. Deshalb: Augen zu und durch – lach!
Die erste Hilfe bekam ich im Bad beim Putzen der Glastür der Dusche. Wenn einem die Zeit unter den Nägeln brennt, ist das so eine Sache mit der Unterstützung, doch die hatte ich ja. Geduld muss man schon aufbringen bei dieser Art der Hilfe :-). Ich hab mich wirklich zusammen gerissen und ihr den Abzieher nicht aus der Hand genommen. ‚Das mache ich doch gut, Oma, oder?’ ‚Das machst du ganz hervorragend’, sage ich und denke: Später, wenn sie es nicht sieht, putze ich da noch mal nach.
Weitere Hilfe bekam ich beim Kartoffeln schälen. Das ist schon mal schief gegangen und dicke Tränen flossen, weil nämlich so ein Sparschäler ganz schon scharf sein kann. Das wusste sie auch noch: ‚Beim letzten Mal, als ich dir dabei geholfen habe, habe ich mich geschnitten, ne Oma’. ‚Ja, genau – und deshalb musst du heute besonders aufpassen.’ Das Beste daran ist natürlich, dass so eine Kartoffel ins Wasser gelegt werden muss. Da kann sie dann auch schon mal schwimmen, wie ein Fisch – mit Unterstützung versteht sich. Tropf – tropf – tropf in den Ärmel oder auf den Fußboden. ‚Is nich so schlimm Oma, ne? Können wir ja wieder wegwischen, ne?!’

Nein, ist nicht so schlimm – mit einem Wisch ist alles weg!!


Freitag, 4. März 2016

Überschreiten verboten

In den Parlamentssälen dieser Welt geht es oft hoch her. Heutzutage sind die Auseinandersetzungen nur verbaler Natur. Früher ging man sich schon mal richtig an den Kragen. Da verliefen die Debatten mancherorts sogar blutig.
Bei uns sitzen die Abgeordneten in einem Halbrund mehr oder weniger locker nebeneinander. Nicht so in Großbritannien. Dort sitzt man sich gegenüber. 
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In der Mitte befindet sich ein Teppich, in dessen Mitte eine rote Linie verläuft. Das war und ist die Grenze, die kein Redner überschreiten darf. Der Strich sichert den Abstand von zwei Säbel-Längen und sorgte in früheren Zeiten somit für unblutige Debatten.



Dienstag, 1. März 2016

Wenn Kummer an die Nieren geht!

Egal ob in der Schule oder im Kindergarten – im Moment sind viele Kinder – aber auch Erwachsene - krank. Etliche leiden unter einem starken Husten – nur wenige denken dabei an eine Pollenallergie oder daran, dass auch psychosomatische Ursachen dahinter stecken können.

Das ist mein Stichwort: Was steckt hinter einer Krankheit? Ein spannendes Thema, mit dem ich mich viel beschäftige. Der Dichter Christian Morgenstern hat es so ausgedrückt: ‚Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare!’ Besser kann man es nicht sagen, wie ich finde.

Kinder haben oft Bauchschmerzen – aus Angst – und Kopfschmerzen – aus Überforderung. Das wissen viele. Doch habt ihr auch schon einmal darauf geachtet, dass uns bekannte Weisheiten in dieser Hinsicht weiterhelfen können? Diese zum Beispiel: Angst schnürt die Kehle zu, Kummer geht an die Nieren, wir haben die Nase voll, uns läuft die Galle über oder eine Laus über die Leber. 

Bauchweh oder Durchfall bei Kindern vor dem Kindergarten- oder Schulbesuch weisen oft auf psychosomatische Gründe hin. Ist die Seele krank, erkrankt auch der Körper. 

Es wäre wünschenswert, wenn die Ärzte – und das nicht nur bei Kindern – nach dem seelischen Hintergrund fragen würden. Das setzt voraus, dass sie den Patienten ganzheitlich betrachten und nicht nur die organische Ursache sehen und behandeln. Jede Erkrankung kann sowohl einen biologischen, als auch psychischen oder sozialen Hintergrund haben. Deshalb sollten immer alle drei Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. 

patienten-0008.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandSo kann ein Beinbruch eine rein körperliche Erkrankung sein. Das Kind ist halt unglücklich gestürzt. Dennoch kann man schauen, ob es dadurch vielleicht unbewusst sagen möchte: ‚Ich will nicht zur Schule gehen’. Vielleicht wird mein Kind an der Schule gemobbt und der Beinbruch ist sein Schrei nach Hilfe. Also im übertragenen Sinn: Ich will nicht mehr gehen - jetzt kann ich nicht mehr gehen!

Das ist ziemlich quer gedacht, ich weiß. Es schadet aber dennoch nicht, mal genauer hinzuschauen.