Freitag, 29. April 2016

Gleich und gleich …

Eben in einem Telefongespräch fiel das Sprichwort: ‚Gleich und gleich gesellt sich gern’. Doch es gibt da ja noch ein anderes, das anscheinend im krassen Gegensatz zu diesem steht: ‚Gegensätze ziehen sich an’. Also – was denn nun?

Welchem Sprichwort soll ich glauben schenken, wenn ich mich nach einem passenden Partner umsehe? Doch vielleicht widersprechen sich die Sprichwörter gar nicht?! Wenn ich daran denke, wie ich in meinem Leben Freunde gefunden habe, muss ich sagen: Gleich und gleich gesellt sich gerne. Wahrscheinlich habe ich nach diesem Prinzip auch meinen Mann gesucht und gefunden, denn wenn der Partner (auch) ein Freund ist, kann das in keinem Fall schaden :-).

Bildergebnis für gifs kostenlos rosenSchauen wir uns nun die Gegensätze an. Als Beispiel möchte ich die Rose wählen. Sie trägt zum einen eine wunderbare duftende Blüte, zum anderen aber Dornen – und genau das macht die Rose aus. Vielleicht trifft das ja auch auf unterschiedliche Eigenschaften bei Menschen zu. Wenn also zwei Eigenschaften zusammen passen oder gar zusammen gehören, wie die Blüte und die Dornen bei der Rose, dann passt auch dies und auch dieses Sprichwort behält Recht.

Wenn nun (um dem Klischee treu zu bleiben J) die Frau viel redet und der Mann die Eigenschaft besitzt, zuhören zu können – na, dann ist das doch perfekt!!

Halten wir fest: Einen passenden Partner zu finden ist eine echte Herausforderung. Eine perfekte Partnerschaft zu leben schon lange. Ähnliche Interessen und Überzeugungen zu haben ist sicher hilfreich.

Deshalb: Allen, die noch auf der Suche sind, wünsche ich ein glückliches Händchen bei der Partnerwahl!


Donnerstag, 28. April 2016

Hollandtanz

Tanzen bilderEs braucht nur einen kleinen Anstoß und schon ist man mittendrin in der guten alten Kinderzeit. Danke, dass ihr noch einige Abzählreime zum letzten Post beigesteuert habt!
Gerade kam mir ein Lied in den Sinn, das ich ganz sicher 100 Mal mit meiner Freundin aus Kindertagen gesungen und getanzt habe. Ich bin ziemlich sicher, dass viele von euch es auch kennen:


Im Sommer wollen wir nach Holland gehn,
wollen fahren zu der blauen See.
Sehen wir den Fischer und die Fischersfrau,
das Röckchen rot, die Strümpfe blau.


Er hat Hosen wie ein Rock so weit,
sie ein Häubchen auf zu jeder Zeit.
Und was soll man meinen, Holzschuh an den Beinen,
tanzen sie zu jeder Zeit den Holzschuhtanz.
Und was soll man meinen, Holzschuh an den Beinen,
tanzen sie zu jeder Zeit den Holzschuhtanz.

Erinnerungen sind immer mit Gefühlen verbunden.
In diesem Fall mit sehr schönen!



Montag, 25. April 2016

Abzählreime

Gestern schrieb Jani in ihrem Kommentar, dass ihr der Abzählreim unbekannt wäre, um den es in meinem Post ging. Heute hab ich mal in meinem Gedächtnis gekramt. Das ist dabei heraus gekommen:

Ringel, Rangel, Rose,
Butter in die Dose,
Schmalz in den Kasten,
morgen woll’n wir fasten –
übermorgen Lämmlein schlachten.
Das soll sagen: MÄH!!
(Ziemlich brutal, ich weiß. Heute sagen unsere Kinder ‚Lämmlein zählen’.)

Ich und Du,
Müllers Kuh,
Müllers Esel,
das bist Du!

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben –
eine alte Frau kocht Rüben –
eine alte Frau kocht Speck –
und du musst weg!

Eine kleine Miezemaus,
zog sich mal die Schuhe aus,
zog sie wieder an –
und Du bist dran!

Am allerschönsten finde ich aber diesen:
Spielende kinder cliparts
Eins, zwei, drei, vier Eckstein,
alles muss versteckt sein.
Hinter mir und vorder mir gildet nicht –
eins, zwei, drei, ich komme!!!

(Vorder mir und gildet nicht – herrrrrlich!)


Fällt euch noch ein alter Abzählreim ein?


Regina steuert noch zwei dazu:

Ene, mene, detschen datschen,
einen auf den Hintern klatschen,
einen noch dazu und dran bist du.

A U S - aus, du hast ne Laus,
ich habs gesehn und du kannst gehn!


Danke, liebe Regina!


Liebe Jani, die ‚rappende Kiste’ geht so weiter:
Ene, mene, miste,
es rappelt in der Kiste,
ene, mene, meck,
und du bist weg.

Weg bist du noch 
lange nicht,
sag mir erst, wie alt du bist!
(Antwort  z. B. "7")
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben.
Sieben ist 'ne schöne Zahl
sag mir erst dein' Liebgemahl
(Antwort z. B. "Michael")
Mi-cha-el

Ach ist das schön, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen!

Hallo Alex,
da helfe ich dir doch mit dem Text zu
Ringel-Rangel-Reihe mal eben auf die Sprünge!
(Ne, ich nicht - aber Tante Google :-))!
Danke fürs Mitmachen!


Ringel, Rangel, Reihe,

sind der Kinder dreie,

wir sitzen unter'm Hollerbusch

und machen alle husch, husch, husch!

Ringel, Rangel, Rose,
schöne Aprikose,
Veilchen und Vergissmeinnicht,
alle Kinder setzen sich.


Traude steuert noch einen
österreichischen Abzählreim bei:

Lieschen hat sich küssen lassen
mitten auf der Kärtnerstraßen
Mutti hat's gesehn
und du kannst gehn!

Dankeschön!!!!!

Eva
kennt dieses Kinderlied
als Abzählreim:

A, B, C, die Katze lief im Schnee,
und als sie dann nach Hause kam,
da hatt' sie weiße Stiefel an,
A, B, C, die Katze lief im Schnee.


Dank dir, Eva!




Sonntag, 24. April 2016

Paradekissen

Gestern waren wir zu einem 90. Geburtstag eingeladen. Übrigens: Der erste von dreien in diesem Jahr! Unsere jüngste Enkeltochter sollte sich zwischen zwei Dingen entscheiden – entweder oder! Schrecklich! Wenn man sich gar nicht entscheiden kann, hilft manchmal ein Abzählreim. Sie wählte gestern diesen:

PunktPunkt hat ins Bett geschissen,
gerade auf’s Paradekissen –
Mama hat’s gesehen
und du kannst gehen!

Damit war die Entscheidung gefallen. Ich sagte so in die Runde: „Sie hat bestimmt keine Ahnung, was ein Paradekissen ist.“ Da schaute mich jemand von den jüngeren Gästen an und sagte ganz kleinlaut: „Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht, was das ist.“

Möbel Gif DateiSo viele Dinge verändern sich. Keine Ahnung, ob es heute noch jemanden gibt, der nur ‚zur Zierde’ ein dickes, besticktes und besonders schönes Kissen auf sein eigentliches Kopfkissen legt. Doch wenn, dann wird er wissen, wie man es nennt – ein Paradekissen nämlich. :-) Ich selbst kenne es von meinen Eltern und Großeltern. Manche Dinge sterben einfach aus!


Mittwoch, 20. April 2016

Welch unfassbarer Zufall! - Fortsetzungsgeschichte -

Hallo, Ihr Lieben!
Erinnert ihr euch an Benjamin, 
Caroline Fröhlich und
Mira Bellenbaum?
Falls nicht: Klick!!
Einige von euch wünschten sich eine 
Fortsetzung der Geschichte!
Okay!!! :-)

Bildergebnis für gifs kostenlos paar auf bank
Benjamin sah Mira an, doch es war so, als schaue er durch sie hindurch. ‚Was macht sie hier auf dem Wochenmarkt?’, ging ihm dabei durch den Kopf. Er wusste von ihr, dass sie Erzieherin war. Jedenfalls hatte sie das gesagt, als ihre Brille wieder einmal verbogen war. Egal! Das tat jetzt nichts zur Sache. Ihm war völlig egal, welchen Beruf Mira Bellenbaum ausübte. Er war in seiner Männlichkeit gekränkt. Diese Emotion nahm ihn völlig gefangen. Caroline Fröhlich hatte ihn ausgelacht und damit tief verletzt. Er hätte jetzt dringend jemanden gebraucht, dem er sich anvertrauen konnte und der ihm Trost zusprach. Doch das war ganz sicher nicht Frau Bellenbaum.
Nachdem all diese Gedanken wie Blitze durch seinen Kopf geschossen waren, fasste er sich: „Ach, Frau Bellenbaum. Das ist ja nett, dass ich sie hier treffe. Leider können sie nichts für mich tun. Ich reagiere nämlich allergisch auf Erdbeeren.“ Schon drehte er sich um und verließ umgehend und grußlos den Stand.
Nun war es Mira, die mit offenem Mund da stand. Tränen sammelten sich in ihren Augen, während sie hinter ihm her sah.
„Was ist denn mit dir los?“, erkundigte sich ihre beste Freundin Anne. Ihr und ihrem Mann gehörte der Biohof für den Mira heute an diesem Stand die Erdbeeren verkaufte. Sie war ausnahmsweise für eine erkrankte Mitarbeiterin eingesprungen.
„Das war ER!“, erwiderte Mira und klang dabei ziemlich deprimiert.
„Wer war was?“
„Na, du weißt schon, der Mann, der hier eben stand. Das war er - Benjamin, der Optiker.“
„Was? Und den lässt du einfach so von dannen ziehen? Du hättest ihm ein Schälchen Erdbeeren schenken können als Dankeschön, weil er dich immer so nett bedient. Oder du hättest ihn auf ein Eis eingeladen können nach Feierabend. Mensch, Mira, du bist doch sonst nicht auf den Mund gefallen. Jetzt ist er weg, oder?“
Anne machte einen langen Hals, doch sie konnte Benjamin nirgendwo erspähen. Mira ließ den Kopf hängen. „Weißt du was“, meinte sie an ihre Freundin gerichtet, „ich werde mir einen anderen Optiker suchen, wenn ich wirklich mal Probleme mit meiner Brille habe. Das mit mir und DEM, dass wird nie was. Ich glaube, es ist besser, wenn ich ihn mir aus dem Kopf schlage. Er hat kein Interesse an mir. Das merke ich doch. Wahrscheinlich hat er sowieso eine Freundin.“
„Glaub mir, Männer in seinem Alter, die am Samstagmorgen alleine auf dem Wochenmarkt einkaufen, sind Singles.“
Benjamin wollte schnurstracks nach Hause fahren. Das heißt, er hatte diesen Plan, doch das Leben hatte einen anderen. Es war nicht leicht für das Schicksal, diese beiden Menschen zusammen zu führen. Doch irgendwie musste es klappen. Diese beiden Menschen gehörten zusammen – einer von beiden wusste es nur noch nicht. Deshalb musste das Schicksal jetzt wohl zu drastischeren Mitteln greifen. Wie sagen die Menschen so klug? Wer nicht hören will, muss fühlen!
Doch Benjamin hatte Glück im Unglück, denn der Zufall hörte von dieser Misere, schaltete sich ein und sprach auf das Schicksal ein: „Liebes Schicksal, lass mich noch einmal versuchen,  die beiden zusammen zu bringen. Wenn es diesmal wieder nicht klappt, werde ich mich zurückziehen und du kannst eingreifen.“ Das Schicksal war einverstanden und zog sich noch einmal zurück.
Benjamin ging nicht zu seinem Auto, er rannte. Immer wieder kam ihm dabei das helle Lachen von Caroline in den Sinn. Da hatte er sich die ganze Zeit eingebildet, sie sei die tollste Frau auf Gottes Erdboden und nun stellte sich heraus, dass sie eingebildet und eine ziemlich dumme Zicke war. Das musste er erst einmal verdauen.
Benjamin verstaute seine Einkäufe im Auto und blieb anschließend noch eine Weile hinter dem Steuerrad sitzen. Was sollte er jetzt tun? Tatsächlich nach Hause fahren, seinen besten Freund anrufen oder … Das schien ihm die beste Idee zu sein. Er fuhr zu einem kleinen, abseits gelegenen Weiher. Als Kind war er manchmal mit seinem Vater hierher gefahren. Heute dachte er daran, dass sein Vater diesen Platz aufgesucht hatte, wenn es galt, Entscheidungen zu treffen. Vielleicht würde ihm ja auch einiges klarer erscheinen, wenn er dort in der Stille in sich ging.
Anne konnte es nicht mehr mit ansehen, wie sehr Mira litt. „Weißt du was“, sagte sie deshalb, „mach für heute Schluss und gönn dir etwas Gutes. Kauf dir ein neues Kleid, geh ein Eis essen oder in die Sauna. Egal! Unternimm irgendwas, damit es dir wieder besser geht.“ Mira nahm das Angebot gerne an.
Eine kurze Zeit später saß sie in ihrem Auto und fuhr einfach ohne Ziel und ohne Plan los. Abrupt trat sie auf die Bremse und steuerte einen kleinen Parkplatz an. Dort an dem kleinen Weiher würde sie spazieren gehen und überlegen, wie es in ihrem Leben weitergehen sollte. Wieder dachte sie an Benjamin. Es war schön zu lieben, doch nicht, wenn diese Liebe nicht erwidert wurde. Das war einfach schrecklich und schmerzte im tiefsten Inneren.
Mira war nicht besonders gläubig und deshalb wusste sie nicht, an wen sie sich in ihrer Not wenden sollte. Als sie auf einer Bank saß und dem Zirpen der Grillen lauschte, schaute sie dennoch hoch zum Himmel: „He, ihr da oben. Gibt es jemanden, der für mich zuständig ist? Ich hab da nämlich ein Problem. Also, wenn es so ist, dass Benjamin nicht für mich der passende Deckel ist, schickt mir doch bitte den, der passt und wenn es geht, recht schnell.“
Benjamin dachte während des ausgiebigen Spazierganges über sein Leben nach. Er war jetzt in einem Alter, in dem andere eine Familie planten. Er hatte nicht einmal die passende Partnerin und seit heute wusste er, dass es Caroline Fröhlich nicht war, mit der er eine Beziehung führen wollte. Er hatte sich wohl von ihrem Äußeres blenden lassen. Ab jetzt wollte er mehr auf die inneren Werte achten.
Benjamin näherte sich einer Bank. Obwohl dort schon jemand saß, schlug er die Richtung dorthin ein. Als er die Person erkannte, blieb er schlagartig stehen. Er war wie vor den Kopf gestoßen. Auf der Bank saß Mira Bellenbaum! Welch unfassbarer Zufall!
Hinter einer dicken Eiche in der Nähe der Bank verweilte schmunzelnd der Zufall. Als Benjamin sich setzte, wandte sich der Zufall ab und ging – seine Mission war beendet.


© Martina Pfannenschmidt, 2016


gif: gratis malvorlage

Montag, 18. April 2016

Aschenbecher Natur

Hat jemand von euch gestern Abend die Sendung ‚Wunderschön’ im WDR gesehen? Dieses Mal ging Andrea Grießmann mit ihrem roten Rucksack in Barcelona auf Tour. Unter anderem wurde ein Projekt vorgestellt, das sich ‚surf and help’ nennt. 
Einige junge Menschen waren am Strand, gemeinsam mit einem Surflehrer. Zunächst sah man die mehr oder weniger gelungenen Versuche der Teilnehmer, auf einem Surfbrett zu stehen. Doch damit war die Sache noch nicht beendet, denn jeder Teilnehmer bekam nach Beerdigung des Surf-Teils die Aufgabe, in der nächsten halben Stunde im Sand nach Zigarettenstummeln zu suchen. 
Eine junge Studentin meinte anschließend, dass sie auch hin und wieder eine Zigarette am Strand rauchen würde und sie den Stummel dann auch schon mal im Sand entsorgt habe - ganz nach dem Motto: Ach dieser EINE Stummel macht diesem Sandberg nichts aus! Doch nach dieser halben Stunde war sie schlauer. Die Teilnehmer hatten nämlich ein riiiiieeeesiges Gefäß mit Stummeln gesammelt und alle waren sie perplex über die Menge.
Der Surflehrer wies außerdem darauf hin, wie sehr bereits ein einziger Zigarettenstummel das Meer verunreinigt. Es gibt eine Studie darüber: Man hat Kippen in ein Aquarium geworfen und anschließend Fische eingesetzt. – EIN Zigarettenstummel mit Tabakrest pro Liter reicht aus, um das große Sterben zu veranlassen.
Falls es jemanden interessiert: In einem Jahr werden geschätzte 4,5 BILLIONEN Kippen achtlos weggeworfen – in Seen, ins Meer, in Rinnsteine, in den Sand der Stände etc. pp.! Hier u. a. ein Bericht der Süddeutschen Zeitung zu diesem Thema: KLICK! Wenn man diese Zahl liest, ahnt man, was es bedeutet, wenn die Natur als ‚großer Aschenbecher’ benutzt wird!
Mit diesem Post möchte ich einen kleinen Beitrag zu Traudes Aktion ‚A new life’ leisten – KLICK!


Foto: Pixelio.de/matchka


Sonntag, 17. April 2016

Babyvogel (Kindermund)

Gestern erzählte unsere Tochter, dass unsere Kleine ziemlich traurig war, weil sie in unserem Garten einen toten kleinen Vogel entdeckt hatte. Die Beiden haben ihn gemeinsam in der Nähe des Rapsfeldes, das an unseren Garten anschließt, beerdigt.
Heute unterhielten wir uns darüber, dass der Raps jetzt schon einige gelbe Blüten zeigt. Da fiel der Kleinen der Vogel wieder ein und sie erzählte mir mit trauriger Stimme: „Oma, gestern habe ich auf dem Feld einen Babyvogel eingepflanzt.“ :-))))


P.S.: Danke für eure lieben Kommentare zu meiner letzten Geschichte. Ich werde mal in mich gehen und schauen, ob und wie es mit Benjamin und Mira weiter geht. Genug Stoff habt IHR mir ja schon für eine Fortsetzung geliefert :-)!!! DANKESCHÖN!!!! 



Freitag, 15. April 2016

Was soll ihm das nur sagen?

15. April!
Das bedeutet:
Eine weitere Reizwortgeschichte
geht an den Start!

Und das sind sie, die 'reizenden' Wörter:
Brunnen – Locke – schwarz – leicht – verraten

Weitere Geschichten lest ihr wie immer bei:

Meine Geschichte geht auch zu Elke -
'Froh und kreativ'

Bildergebnis für gifs kostenlos frau mit brille
Es regnete leicht, als Benjamin mit einer grauen Regenjacke bekleidet an der Haltestelle stand. Von hier aus hatte er einen guten Blick auf die Bäckerei, die schräg gegenüber lag. Er schaute auf seine Armbanduhr – nur noch ein paar Sekunden, dann würde sie um die Hausecke biegen und die Bäckerei betreten. Da! Sein Herz klopfte sogleich lauter als zuvor. Ihre schwarzen Locken hüpften nur so um ihr hübsches Gesicht. Er kannte ihren Namen, weil er ihr einmal heimlich gefolgt war, um das Klingelschild zu lesen. Ihr Name klang wie eine Melodie in seinen Ohren: Caroline Fröhlich. An jedem Morgen kaufte sie hier beim Bäcker ihre Brötchen. Manchmal stand er in der Bäckerei direkt hinter ihr. Einmal hatte sie sich sogar umgedreht und ihn angelächelt, doch er hatte sich nicht getraut, sie anzusprechen. Warum nur war er ihr gegenüber so schüchtern? Er war eigentlich gar nicht auf den Mund gefallen. Als Optiker war er es gewohnt, mit Menschen umzugehen. Er hatte auch keinerlei Berührungsängste, solange es sich um Kunden handelte. Doch bei Caroline war das anders. Da war er der kleine schüchterne Junge von früher. Deshalb blieb ihm nichts anderes übrig, als sich auf die morgendlichen Treffen beim Bäcker zu freuen und zu hoffen, dass ihm der Zufall irgendwann zu Hilfe käme.  
„Sei still!“ Benjamin ärgerte sich über einen Hund, der mit seinem Frauchen an ihm vorbei ging und ihn anbellte. Der Köter würde ihn mit seinem Gebell noch verraten. Und tatsächlich. Caroline schaute in seine Richtung. Ob sie bemerkt hatte, dass er hier stand, weil er auf sie gewartet hatte? Das wäre wirklich peinlich! Deshalb entschied er, ihr heute nicht in die Bäckerei zu folgen, sondern wandte sich um und ging zu seinem Auto, das er in einer Seitenstraße in der Nähe eines Brunnens abgestellt hatte. Umgehend machte er sich auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle. Heute hatte er nicht einmal ein Frühstück dabei.
Kurz nach 9 Uhr kündigte die Türglocke den ersten Kunden an. Benjamin ging aus der Werkstatt in den Ladenraum und hätte am liebsten laut geseufzt. Nicht schon wieder! Mira Bellenbaum! Sie war wohl die tollpatschigste Frau, die diese Stadt jemals gesehen hatte. Es verging kaum ein Tag, an dem sie nicht im Laden stand. Das eine Mal hatte sie sich auf die Brille gesetzt. Beim nächsten Mal war sie mit der Brille auf der Nase eingeschlafen oder es war sonst was passiert. Benjamin konnte es nicht mehr zählen, wie oft er die Brille von Mira schon gerichtet hatte. Gespannt, welche Geschichte sie ihm heute präsentieren würde, stand er ihr gegenüber: „Guten Morgen, Frau Bellenbaum, was kann ich heute für sie tun?“
Vorsichtig legte Mira ihre Brille auf den Verkaufstisch. „Entschuldigen Sie, aber mein Neffe hat … wie Sie sehen … meine Brille“. Benjamin nahm das schiefe Brillengestell, bog es vorsichtig gerade und reichte es Mira zurück. „Heute war es wirklich nur eine Kleinigkeit“, meinte er, „setzen sie die Brille doch einmal auf. Vielleicht geht es ja schon so.“
„Ich glaube“, stotterte Mira, „sie drückt noch ein wenig.“ Dabei zeigte sie auf eine Stelle hinter ihrem Ohr.
Benjamin ging um den Tisch herum, legte ihre langen Haare beiseite, um die Stelle genauer ansehen zu können. Obwohl er nicht erkennen konnte, dass die Brille dort drückte, nahm er sie noch einmal zur Hand. Eine kurze Zeit später verließ die junge Frau das Geschäft. Benjamin sah ihr kurz hinterher. Eigentlich war sie eine tolle Frau, wäre da nicht ihre Tollpatschigkeit.
Als Mira sich umwandte, um zu schauen, ob Benjamin ihr mit seinem Blick folgte, war er bereits auf dem Weg zurück in die Werkstatt. Mira seufzte! Sie wusste einfach nicht, was sie noch anstellen sollte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es war gar nicht so einfach, sich ständig etwas einfallen zu lassen. Sie brauchte ja einen Vorwand, um ihn zu sehen. Warum bemerkte er nicht, dass sie nur seinetwegen ins Geschäft kam? Als sie daran zurück dachte, dass er ihre Haare beiseite gelegt hatte, lief ihr wieder eine Gänsehaut über den Rücken. Er war so ein toller Mann, doch für sie wohl unerreichbar.
Als Benjamin zurück in die Werkstatt kam, grinste seine Kollegin. „Na“, meinte sie, „schon wieder Frau Bellenbaum?“ Benjamin nickte. „Schon eigenartig, dass sie so ein Pech mit ihrer Brille hat, nicht wahr?“ Wieder nickte er. Er hatte keine Lust, mit seiner Kollegin über diesen schwierigen Fall zu sprechen. Seine Gedanken waren sowieso wieder bei Caroline Fröhlich. Schade, dass sie keine Brille trug. Sonst würde sie vielleicht eines Tages diesen Laden betreten. Das wäre seine Chance. Aber so. – Was seine Kollegin mit ihrer Anspielung eigentlich sagen wollte, dafür hatte Benjamin keine Antennen.
Wieder einmal stand ein Wochenende vor der Tür. Zwei Tage, an denen er Caroline nicht zu Gesicht bekommen würde, es sei denn, er bezöge in der Nähe ihrer Wohnung Stellung, um zu schauen, wann sie diese verließe. Das war ihm aber doch zu dumm. Heute war sein freier Samstag und so machte er sich Richtung Wochenmarkt auf den Weg, um frisches Obst und Gemüse einzukaufen.
Am Stand angekommen hörte er eine weibliche Stimme fragen: „Schatz, wollen wir noch ein Pfund Erdbeeren mitnehmen?“ Obwohl es immer schwer für ihn war, glückliche Paare zu beobachten, wandte sich Benjamin um. Das hätte er besser nicht getan. „Hallo“, wurde er begrüßt und an ihren Begleiter gerichtet meinte die junge Frau: „Schau Schatz, das ist der Mann, den ich fast jeden morgen beim Bäcker treffe.“
„Muss ich denn jetzt eifersüchtig werden?“, fragte ihr Freund und lächelte Benjamin mitleidvoll an. Caroline lachte laut auf und Benjamin fragte sich, was an dieser Frage so komisch war? Die Situation traf ihn jedenfalls mitten ins Herz. Vergnügt kauften die zwei Verliebten ihre Erdbeeren. Caroline hob kurz die Hand, sagte: „Tschüß, man sieht sich“, und ging fröhlich weiter zum nächsten Stand. Benjamin blieb mit hängenden Schultern zurück.
„Was darf ich denn heute für sie  tun?“, wurde er von einer fröhlichen Stimme angesprochen. Benjamin drehte sich in die Richtung, aus der die Stimme kam, und schaute direkt in die Augen von Mira Bellenbaum, die an diesem Stand die Erdbeeren verkaufte. Was sollte ihm das denn jetzt sagen?

© Martina Pfannenschmidt, 2016


Mittwoch, 13. April 2016

Hasch mich, ich bin der Frühling

Jetzt ist er endlich da, der lang ersehnte Frühling, alles grünt und blüht und der Mensch freut sich – Hatschi! – Ja, alle eben doch nicht! Husten, Schnupfen, Heiserkeit – die Pollenallergie lässt grüßen.
Doch hier bei uns auf dem Land gibt es noch ein anderes Problem.
Wie gerne würde man die Fenster und Türen öffnen und die Frühlingsluft ins Haus holen. Frühlingsluft? Also, wenn die SO riecht, schließe ich meine Fenster lieber wieder! Überall fahren sie, die Landwirte mit dem Güllefass hinter dem Traktor und verbreiten die Landluft. Puh, wie das stinkt. Natürlich wurde die braune stinkende Flüssigkeit schon immer auf die Felder aufgebracht – also auch schon, als ich noch ein Kind war – doch irgendwie roch sie früher anders. Vielleicht liegt es ja an einer Fehlschaltung meines Gehirns. Es kann aber auch sein, dass das heutige Futter und vor allen Dingen die Impfstoffe und Antibiotika, die man heute den Tieren verabreicht, an dem vermehrten Gestank nicht ganz unschuldig sind. Wie auch immer – auch diese Zeit geht vorüber. Was aber bleibt ist das Grün, das dem Auge schmeichelt und dem Herzen gut tut! Ich freue mich, dass er jetzt endlich da ist – der Frühling!

Ach ja, um noch einmal auf die Überschrift zurück zu kommen. Wenn sich ältere Frauen 'auf jung trimmen', konnte dem einen oder anderen schon mal dieser Satz ‚Hasch mich, ich bin der Frühling’  über die Lippen kommen. In Anbetracht der jungen Alten, die einem heutzutage überall begegnen, scheint dieser Ausspruch aus dem Mittelalter zu stammen oder zumindest aus dem letzten Jahrhundert :- )! 


Freitag, 8. April 2016

Zen-Geschichte

Vor ein paar Tagen bekam ich ein kleines Büchlein mit Sinnsprüchen und kleinen Zen-Geschichten darin geschenkt. Eine davon ist diese:

Einmal besuchte ein Tourist einen berühmten Meister und staunte, wie einfach dessen Zimmer eingerichtet war. Nur Bücher, dazu ein Tisch und eine Bank.

Bildergebnis für gifs kostenlos wanderer„Meister, wo sind deine Möbel?“, fragte der Tourist.

„Und wo sind deine?“, erwiderte der Meister.

„Aber ich bin hier nur auf der Durchreise“, 
sagte der Tourist.

„Ich auch“, entgegnete der Meister.


Wie schnell vergessen wir das!!


Donnerstag, 7. April 2016

Wozu besitzt der Sägefisch …

… eigentlich seine Säge? Es soll ja einmal ein Exemplar gegeben haben, das in den Boden eines Holzschiffes ein Loch sägte. Die komplette Mannschaft soll dabei ertrunken sein!
Ich wollte doch immer schon mal ein Märchen schreiben - lach!

Bildergebnis für gifs kostenlos sägefischNein, das ist natürlich quatsch. Er benutzt sie, um seine Beute damit zu zerteilen. Doch vor einigen Jahren fand ein Wissenschaftler heraus, dass der Rochen seine eindrucksvolle Nase noch zu einem anderen Zweck benötigt. Er nutzt sie als Antenne, um die schwachen elektrischen Felder anderer Fische aufzuspüren. Und das ist jetzt kein Märchen! :-)))