Sonntag, 4. Juni 2017

1. Frage: Gibt es einen lieben Gott?


Diese erste Frage in meiner neuen Rubrik ‚Ich frage, Du antwortest’ kommt zustande, weil ein Bekannter gestern die Aussage machte: 

„Mal ehrlich, ich glaube nicht, dass es einen lieben Gott gibt!“

Wie kam es zu diesem Satz?

In meinem Umfeld gibt es in den letzten Jahren viel Leid. Familien in meinem nahen und nächsten Lebensbereich erleben das, was wir ‚ein schweres Schicksal’ nennen. Einige viel zu junge Menschen sind verstorben. Oft gingen Krankheit, einmal ein tödlicher Unfall, voraus.
Mit dem Bekannten sprach ich über eine Frau, die wirklich ein sehr schweres Schicksal ereilt. – Näher möchte ich mit Rücksicht auf die jeweiligen Familien nicht auf die Schicksale eingehen. –
Wir fragten uns in diesem Gespräch, ob es der Frau gelingen wird, all dies Leid anzunehmen und zu tragen. – Daraufhin kam es zu dieser Aussage, die zeigt, dass sich der Bekannte mit dem Thema 'gibt es einen Gott' auseinander gesetzt haben muss und dass er wegen des vielen Leids, das es weltweit gibt, für sich zu dieser Erkenntnis gekommen ist.
Ich denke trotz allem anders darüber. Für mich gibt es einen ‚lieben Gott’ oder anders gesagt: einen liebenden Gott. Für mich ist das, was wir 'Gott' nennen weder gut noch böse, sondern allmächtig und vollkommen! Für mich ist 'die reine Liebe' bei Gott, eine Liebeskraft, die wir uns gar nicht vorstellen können und für die mir sowieso die Worte fehlen. Wenn ich es dennoch versuchen möchte, würde ich diese Liebe mit der Liebe vergleichen wollen, die wir empfinden, wenn wir uns sprichwörtlich ‚im 7. Himmel' befinden.
Für mich gibt es keinen strafenden oder zürnenden Gott. Für mich ist es nicht Gott, der Kriege führt, Menschen verhungern lässt oder ein schweres Schicksal auferlegt. – Für mich gibt es in dem Sinn kein ‚Schicksal’, sondern Erfahrungen, die wir – unsere Seele – machen möchten.
Okay, ich weiß, dem können und werden nicht viele zustimmen, denn es bedeutet letztendlich, dass hinter allem, was geschieht, ein höherer Sinn steht, den es zu suchen gilt. 
Für mich gibt es einen Schöpfer, der eine perfekte ‚Schöpfung’ erschaffen hat. – Ich empfinde die gesamte Natur und alles, was darin, darauf und darüber lebt, als perfekt! Nur durch den Eingriff und das Verhalten des Menschen hat sie an Perfektion verloren. – Doch ich schweife ab.
Ich glaube nicht, dass ER es ist, der uns ein schweres Schicksal auferlegt, um auf diese Weise zu prüfen, ob unser Glaube an ihn stark genug ist.  – Aber ich glaube, dass wir Menschen einmal ‚bei Gott’ waren und uns erinnern an diesen ‚göttlichen’ Zustand, den wir alle wieder erreichen möchten.
Das ist meine Sichtweise - und nun bin ich gespannt auf eure Gedanken dazu. Wie versprochen werde ich sie ALLE unter diesen Post setzen, so dass er wächst und es zu einer Art ‚Diskussion’ kommt, an der sich jeder immer wieder neu beteiligen kann.

DANKE, dass du hier bist und DANKE, wenn du dich beteiligst!

Sadie schreibt: Das ist meine Sicht der Dinge:
Liebe Martina, eine Frage, die mich auch immer wieder bewegt, mich zum Nachdenken anregt usw. Ich denke, dass es einen Gott gibt, auch wenn manchmal Zweifel aufkommen.
Besonders wenn wir täglich mit den Grausamkeiten des Lebens konfrontiert werden, abgesehen von Krankheiten, da sind die Kriege, Terror, der Hunger, die Kriminalität, die Machtgier, Psychopathen usw. Da frage ich mich schon manchmal: „Wo ist Gott, wieso lässt er das zu?“ 
Anderseits ist der Glaube ein Anker in dieser Not, die in den letzten Jahren ziemlich verwaisten Kirchen füllen sich, ein Indiz dafür, dass man wieder näher zusammenrückt und Hilfe bei Gott sucht.
Hildegard von Bingen sagte: "Daher ist die ganze Schöpfung Lobpreis Gottes."

Martina: Ich kann deine Zweifel verstehen. Doch vielleicht sind genau sie die Motivation, um weiter nach dem Sinn von allem zu fragen.
Alexander schreibt: Alle Töchter und Söhne dieser Erde tragen den göttlichen Funken in sich - ohne diesen ist nichts lebens- und liebesfähig. 
Martina: Ich schließe mich dem an. Der göttliche Funke ist in allem, was lebt. Es muss aber auch 'das Gegenteil' in uns allen sein, sonst gäbe es ja all das Böse nicht auf der Welt.
Alexander antwortet: Das stimmt, das wäre die andere Seite der Waage, und ich habe vor dem Abgeben des Kommentars knapp eine Minute überlegt, ob ich noch "leidensfähig" oder etwas ähnliches dazu schreibe, tat es dann aber offensichtlich nicht. 
Martina: Erst heute, am Dienstagmorgen, komme ich auf deinen 2. Kommentar zurück. Hat ein bisschen gedauert, bis ich ihn verinnerlicht hatte. Natürlich! Du hast absolut recht. Wir brauchen den göttlichen Funken in uns nicht nur, um (über-)lebens- und liebesfähig zu sein. Nein, wir brauchen ihn auch, um das Leid tragen zu können. - Dass Gott das Leid nicht schickt, war mir klar, aber mir war nicht bewusst, dass er uns auch leidensfähig macht. - Aber nur so ergibt es einen Sinn und na klar: Gott hilft uns nicht am Leid vorbei, aber hindurch! - Jetzt hab ich es erst richtig begriffen, wie dies möglich ist! - Danke, Alex!
Jutta K schreibt: Ehrlich, ich weiß es nicht!
Ich weiß nur, dass es eine Macht gibt, die über Allem steht.
Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wir einfach nur so existieren und uns nach unserem körperlichen Tod in Nichts auflösen. Irgendwie hoffe ich, dass da noch mehr ist.
Aber die Frage ist ja, gibt es einen "lieben Gott " ?so wie wir es als Kinder gesagt bekommen haben sicher nicht.
Auch nicht Gott als Person, so wie wir es in der Bibel lesen.
Gott ist !
Und Gott ist die Welt, er ist Natur und in allem was da kreucht und fleucht. So sehe ich es im Moment.
Auch wenn es Situationen gibt, in denen ich mich gerne an eine starke Gottes-Schulter flüchten würde um Trost zu suchen, vielleicht sogar zu finden. Schön wäre das, aber so ist es nicht.
Meine Güte, ich könnte jetzt ewig weiter schreiben, so viel fiele mir zum Thema ein.
Vielleicht noch das: Manchmal spüre ich so ein inneres Gefühl, ganz kurz nur und in Situationen, die im Grunde nicht wichtig sind.
Als ob mir da "Gott" so ein Gefühl der Geborgenheit, der Ruhe und des Friedens gibt. Oftmals nur sekundenlang, aber schön ist das und ich versuche es nicht zu vergessen.
Liebe Martina, ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.
Manchmal fehlen mir da die richtigen Worte um etwas, an sich nicht fassbare aus zu drücken.

Martina: Ich weiß, was du meinst, liebe Jutta, besonders dieses kurze Gefühl der Geborgenheit, das man wirklich schwer in Worte fassen kann. Ich denke wie du, dass wir in dem Moment das Göttliche in uns spüren. 
Cat meint: Gott ist immer ein gutes Thema ... Ich denke glauben ist gut, aber wissen ist besser ... Love, cat.
Martina: Schön, dass du da bist, Cat. Ich stimme dir nur bedingt zu, denn, was wissen wir ganz sicher? Die Menschen dachten zu allen Zeiten, Dinge 'ganz sicher' zu wissen. Wir wissen immer so lange etwas ganz sicher, bis wir zu neuen Erkenntnissen kommen. - Das Problem mit dem Wort 'Glauben' ist glaube ich das, dass wir es immer mit der Kirche in Verbindung bringen. Wir können aber auch einen Glauben außerhalb der kirchlichen Meinung haben. 

Sophia schreibt: Meine Gedanken dazu... Gott ist - in uns. Denn wenn es so ist, dass alles Eins ist, dann ist es ja anders gar nicht möglich. Und wenn Gott uns den freien Willen gegeben hat, dann liegt es an uns, Erfahrungen zu sammeln. Ich denke dass unser Verstand hier auf Erden nicht in der Lage ist, zu fassen und zu verstehen, was Leben meint. Vielleicht wie eine wahllos aufgeschlagene Seite in einem dicken Buch.
Wir sind (vielleicht) weil unsere Seele sich diese Aufgabe gestellt hat. - Also denke ich, dass es Gott gibt. Ja, anders als die Schule ihn für uns gezeichnet hat, aber ja, durchaus existent.
Martina: Ich bin ganz bei dir, Sophia, Gott ist in uns! -- Als Kind hatte Gott für mich einen weißen Bart. Ich stellte ihn mir als Menschen vor. - Heute hat er ein anderes 'Gesicht'. Dennoch wurden wir nach seinem Bilde erschaffen. - Wer weiß, vielleicht bildet 'alles was ist' einen Körper, der dem des Menschen ähnelt. - 
Tanja F schreibt: Liebe Martina, das ist ja interessant, dass Du diese Frage stellst.Denn gerade heute las ich in einem Buch von Tiki Küstenmacher genau darüber einen Passage. Er ist ja Pfarrer, bekannt durch seine Bücher "Simplify your life" und hatte sich während seiner Ausbildungszeit genau diese existentielle Frage gestellt. Wie ist Gott? Er fuhr dann nach Taizé für zwei Wochen, um dort in einer klösterlichen Schweigegemeinschaft in Abgeschiedenheit und Ruhe, dieser Frage nachzugehen. Er berichtet, dass er auf eine Gottesbegegnung hoffte. (Den kompletten Text kann ich hier nicht wiedergeben, würde aber durchaus in den nächsten Tagen dazu etwas auf meine Seite stellen. Ich weiß nämlich nicht, ob ich ganze Textpassagen einfach ins Internet stellen darf, ohne vorher den Autor zu fragen.) Er berichtet, dass er den ganzen Tag in Burgund durch verlassenen Dörfer und karge Landschaften gewandert sei und zu einer verfallenen Kathedrale gekommen sei. Dort beschreibt er:"Ich weiß noch, wie ich in der Einsamkeit der menschenleeren Landschft die Erfahrung der absoluten, ganz großen Leere hatte. Und genau gespürt habe: Diese Leere, das ist Gott. Ohne Worte, ohne Erklärung, ohne Wunder. Ich sah mich wie aus der Ferne. Ich und Gott und die Welt waren nicht zu unterscheiden, was war alles leer und alles erfüllt zugleich." Er beschreibt noch weiter, dass sein Glaube lange von Gegensätzen geprägt gewesen sei, lieb und böse, Sieg und Niederlage, Vertrauen und Zweifel. Diese Begegnung hat ihm einen größeren Raum für das Wesen Gottes eröffnet. Ich weiß zufällig, dass es in der Bibel eine Geschichte vom Propheten Elia gibt, die Küstenmachers Begegnung entspricht. Und auch Hape Kerkeling hat ja offensichtlich auf seiner Wanderung auf dem Jakobsweg einen anderen Gott getroffen, als den nur lieben oder bösen, den strafenden oder schenkenden Gott. Ich glaube, dass Gott größer ist als alle Gegensätze und nicht in eine Kategorie passt, die wir ihm wie ein Korsett überstülpen wollen.
Martina: Oh ja, ich wäre auch sehr vorsichtig mit dem Einstellen eines kompletten Textes. --- Genau das, was Tikki Küstenmacher - und du jetzt heute hier - beschreibst,  habe ich schon soooo oft gelesen. - Wer wünscht sich diese 'Begegnung mit Gott' oder anders gesagt: mit dem Göttlichen, nicht. - Es ist genau dieses 'Nichts' das wir erspüren müssen, um ALLes zu sein. - Deshalb wird es nie zu einer 'Begegnung' kommen, solange wir in Unruhe sind und sicher auch nicht, wenn unser Geist unruhig ist oder wenn wir uns dieses Erleben zu sehr wünschen. Dann sind wir nämlich nicht 'leer' und reif für diese Erkenntnis. - Während ich das schreibe merke ich, dass ich traurig werde, weil mir diese Erfahrung bisher nicht zuteil wurde. Vielleicht aus Angst?! Ich glaube fast, dass es so ist. --- Nein, Gott passt in kein Korsett und wir werden ihn in dieser Dimension niemals ganz erfassen können.
Christine schreibt: I
ch glaube an das Gute und die Liebe. Negativen Einflüssen und Gedanken gehe ich so gut es geht aus dem Wege. Trost und Halt suche und finde ich immer in der Natur und in der Familie, nicht in der Kirche. Sie ist für mich nur eine Institution.
Martina: Auch dem, was du schreibst, stimme ich zu. Wir sollten uns weitestgehend und wenn möglich negativen Einflüssen entziehen. - Wenn jedoch schwere Krankheit, Tod und Leid in der eigenen Familie anklopfen, gibt es kein anderes Thema mehr. Leid will und muss ja auch verarbeitet werden. Wir werden dann damit konfrontiert und müssen damit umgehen - auch das müssen wir lernen.
Erica Sta schreibt: Eine existenzielle Frage, die die Menschheit seit jeher beschäftigt. Doch es geht hier um meine persönliche Ansicht dazu! Bereits in jungen Jahren verließ ich die Kirche, die ich als Institution nicht akzeptieren kann. Bis heute nicht. Wie ich mit meinem göttlichen Wesen trotzdem kommuniziere!? Nun, auf jeder Wiese, jedem Weg im Wald, jeder Pflanze und mit jedem Tierchen - und sei es noch so gering - dem ich begegne. 
Martina: Als ich deinen Kommentar las, dachte ich: Es klingt absolut harmonisch und stimmig. Ich denke, dass es uns in dieser Dimension niemals gelingen wird, das Göttliche zu entschlüsseln - und wenn wir es nicht können, sollen wir es wohl auch nicht. Wichtig finde ich, dass es jedem freisteht, was er glaubt und welche Wege er findet, um - wie du es ausdrückst - mit seinem göttlichen Wesen zu kommunizieren. Schön, wenn es dir auf diese Weise gelingt. 

Astrid schreibt: Ich habe eine ähnliche Sichtweise wie Du, liebe Martina. Für mich gibt es einen Gott, einen Schöpfer, eine übergeordnete Macht, oder wie man es nennen will. Für mich ist die Bergpredigt sehr maßgeblich und deshalb glaube ich, dass Gott die Liebe ist. Es ist nicht einfach dies zu beschreiben, aber ich denke, dass die Liebe zum Nächsten das Göttliche ist. Wenn wir Nächstenliebe leben, dann sind wir Gott nahe und dem, was Jesus uns mitzuteilen versucht hat. Gott ist kein Gott der Kriege, sondern der Liebe der Menschen untereinander. 
Ich verstehe auch, dass manche Menschen durch schweres Leid an der Existenz eines Gottes zu zweifeln beginnen, doch gerade sie brauchen Liebe, die Liebe ihrer Mitmenschen, die ihnen helfen dieses Leid zu verarbeiten.
Ich glaube, der Platz reicht an dieser Stelle nicht aus, um über die Existenz Gottes und den Glauben zu diskutieren, aber ich finde es gut, dass es hier einen Gedankenaustausch gibt, einen Anstoß zum persönlichen Weiterdenken...
Martina: Du hast recht, man könnte stundenlang darüber diskutieren und philosophieren. Schade, dass ihr alle so weit weg wohnt und wir das nicht real tun können, um uns gegenseitig zu bereichern und Erkenntnisse auszutauschen. - Aber danke an dich und alle, die sich bisher an diesem 'Versuch einer Diskussion' beteiligt haben und noch beteiligen werden.
Angelface schreibt: mein Gedanke liebe Martina ist, wir sind als Erwachsene durch das Elternhaus und die Schule geprägt worden wenn der Glaube dort gelebt und weitergegeben wird. Erst als Erwachsener fangen wir an zu zweifeln und das ist weil wir anfangen zu denken und zu analysieren, wir machen den Versuch einer Erklärung, suchen zu begreifen was uns da beigebracht wurde, ob es mit unseren eigenen Erfahrungen übereinstimmt.
Gibt es einen Gott? Gute FRage - wer an ihn glaubt als eine höhere Macht - der wird überzeugt davon sein. es wäre für jeden gläubigen Menschen ja auch eine entsetzliche Vorstellung - nach unserem Ende ist NICHTS mehr was uns auffängt und hält. Es gäbe keine Seele die uns davon trägt in eine andere, oder bessere welt, alleine diese Vorstellung ist doch tröstlich.
All das was um uns herum - wie wir erschaffen wurden, muss doch auch einen Schöpfer haben, jede Zelle auf Erden, alles was lebt und lebendig ist, ja - ich glaube an eine höhere Macht, doch nicht an die Institution KIRCHE - egal wie sie sich nennt, Buddismus, Katholizismus, Evangelisch, ob über Allah oder andere geister - man urteilt und spricht - denn sie hat seit Jahrtausenden bewiesen wie kleingläubig, korrupt, selbstzerstörerisch und manipulierbar die Menschen die sie führen und sich in ihr bewegen war und noch ist.
Was der Glaube bewirken kann, sowohl im Guten als auch im Bösen - erfahren wir täglich - damit kommen auch die Zweifel, blind sollte der Glaube niemals sein und uns auch nicht zu Blinden machen.. ein gutes Thema das sicher zu allerlei Diskussionen führt.
Martina: Oh ja, wir werden sogar sehr geprägt durch das Elternhaus und es ist wichtig, dass wir irgendwann hinterfragen, ob das, was wir von unseren Eltern übernommen haben, für UNS die Wahrheit ist. Falsche Glaubenssätze können uns an unserem Weiterkommen hindern. - Jeder muss seinen Weg finden. Der eine mit Gott, der andere ohne. Der eine braucht dafür vielleicht diese Religion, der andere wird von jener angesprochen. - Ich denke nicht nur, weil es tröstlich ist, dass es nicht zu Ende ist nach diesem Leben. Das macht nämlich überhaupt keinen Sinn. Die Natur um uns herum lebt es uns immer wieder vor: Kommen - Gehen - Wiederkommen. - Ein ewiger Kreislauf. - Eine Freundin von mir sagt jemandem, der zweifelt, gerne: "Wie soll das denn sonst gehen mit dem 'ewigen Leben'!" :-)  
Klärchen schreibt: Ich glaube, Gott ist in uns und um uns, wenn wir an ihn glauben. Er ist die Stärke in uns und unsere Kraft die uns trägt. Ähnliches schrieb ich. Kirche ist einen Institution, aber Kirche kann überall sein und ich kann beten wo und wie ich will, denn wenn es einen Gott gibt, der alles sieht, weiß er wie es in mir aussieht. Ob ich es ehrlich meine , ob ich meinen nächsten liebe, wenn es ihn gibt kennt er mich. Bisher hat er mir geholfen, wenn ich ihn brauchte. Ich bin evangelisch und in christlichem Glauben erzogen worden, ich glaube an eine höhere Macht, die wir nicht verstehen und niemals sehen in unserem Leben auf Erden.Ein Kirchgänger bin ich nicht, aber ich mag Kirchen weil es dort so still ist.
Martina: Ich denke, Gott ist in allem, was wir sehen und in jedem Menschen, und er freut sich über jeden, der sich ihm (wieder) zuwendet. Der Vater (unser göttlicher Vater) wartet geduldig, dass wir zurück kommen zu ihm. Ich denke dabei an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. - Wenn wir ihn finden wollen, sollten wir in die Stille gehen und ihn in uns suchen. Er ist nirgendwo anders zu finden.
Veronika: Es gibt Gott, definitiv, aber der Begriff ist mir aufgrund meiner persönlichen Geschichte zu sehr religiös belegt. Ich nenne es universale Liebe. Somit ist auch klar dass Gott ein liebender ist.
Martina: Ich kann mit dem Begriff 'universale Liebe' sehr gut leben! :-) - Schön, dass du da bist!

Kommentare:

  1. Liebe Martina
    eine Frage, die mich auch immer wieder bewegt, mich zum Nachdenken anregt usw.
    Ich denke, dass es einen Gott gibt, auch wenn manchmal Zweifel aufkommen.

    Besonders wenn wir täglich mit den Grausamkeiten des Lebens konfrontiert werden, abgesehen von Krankheiten, da sind die Kriege, Terror, der Hunger, die Kriminalität, die Machtgier, Psychopathen usw. Da frage ich mich schon manchmal: „Wo ist Gott, wieso lässt er das zu?“
    Anderseits ist der Glaube ein Anker in dieser Not, die in den letzten Jahren ziemlich verwaisten Kirchen füllen sich, ein Indiz dafür, dass man wieder näher zusammenrückt und Hilfe bei Gott sucht.

    Hildegard von Bingen sagte:
    "Daher ist die ganze Schöpfung Lobpreis Gottes."

    Das ist meine Sicht der Dinge.
    Ich wünsche dir einen gemütlichen Pfingstsonntag.
    LG Sadie

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    1. Ich kann deine Zweifel verstehen. Doch vielleicht sind genau sie die Motivation, um weiter nach dem Sinn von allem zu fragen.

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  2. Alle Töchter und Söhne dieser Erde tragen den göttlichen Funken in sich - ohne diesen ist nichts lebens- und liebesfähig.

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    1. Ich schließe mich dem an. Der göttliche Funke ist in allem, was lebt. Es muss aber auch 'das Gegenteil' in uns allen sein, sonst gäbe es ja all das Böse nicht auf der Welt.

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    2. Das stimmt, das wäre die andere Seite der Waage, und ich habe vor dem Abgeben des Kommentars knapp eine Minute überlegt, ob ich noch "leidensfähig" oder etwas ähnliches dazu schreibe, tat es dann aber offensichtlich nicht.

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  3. Ehrlich, ich weiß es nicht!
    Ich weiß nur, dass es eine Macht gibt, die über Allem steht.
    Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wir einfach nur so existieren und uns nach unserem körperlichen Tod in Nichts auflösen.
    Irgendwie hoffe ich, dass da noch mehr ist.
    Aber die Frage ist ja, gibt es einen "lieben Gott " ?so wie wir es als Kinder gesagt bekommen haben sicher nicht.
    Auch nicht Gott als Person, so wie wir es in der Bibel lesen.
    Gott ist !
    Und Gott ist die Welt, er ist Natur und in allem was da kreucht und fleucht.
    So sehe ich es im Moment.
    Auch wenn es Situationen gibt, in denen ich mich gerne an eine starke Gottes-Schulter flüchten würde um Trost zu suchen, vielleicht sogar zu finden.
    Schön wäre das, aber so ist es nicht.
    Meine Güte, ich könnte jetzt ewig weiter schreiben, so viel fiele mir zum Thema ein.
    Vielleicht noch das:
    Manchmal spüre ich so ein inneres Gefühl, ganz kurz nur und in Situationen, die im Grunde nicht wichtig sind.
    Als ob mir da "Gott" so ein Gefühl der Geborgenheit, der Ruhe und des Friedens gibt.
    Oftmals nur sekundenlang, aber schön ist das und ich versuche es nicht zu vergessen.
    Liebe Martina,
    ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.
    Manchmal fehlen mir da die richtigen Worte um etwas, an sich nicht fassbare aus zu drücken
    ♥lichst Jutta

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    1. Ich weiß, was du meinst, liebe Jutta, besonders dieses kurze Gefühl der Geborgenheit, das man wirklich schwer in Worte fassen kann. Ich denke wie du, dass wir in dem Moment das Göttliche in uns spüren.

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  4. Hello Martina, bin hier per friend Jutta gelandet ... Gott ist immer ein gutes Thema ... Ich denke glaubem ist gut, aber wissen ist besser ... Love, cat.

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  5. Eine schöne Blogaktion liebe Martina,
    ich habe gerne mitgelesen!

    Noch einen schönen Pfingstmontag und liebe Grüße,
    die Monika*

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  6. Meine Gedanken dazu... Gott ist - in uns. Denn wenn es so ist, dass alles Eins ist, dann ist es ja anders gar nicht möglich. Und wenn Gott uns den freien Willen gegeben hat, dann liegt es an uns, Erfahrungen zu sammeln. Ich denke dass unser Verstand hier auf Erden nicht in der Lage ist, zu fassen und zu verstehen, was Leben meint. Vielleicht wie eine wahllos aufgeschlagene Seite in einem dicken Buch.
    Wir sind (vielleicht) weil unsere Seele sich diese Aufgabe gestellt hat.
    Also denke ich, dass es Gott gibt. Ja, anders als die Schule ihn für uns gezeichnet hat, aber ja, durchaus existent.

    Spannend, wie immer bei dir Martina.
    Schön wieder mit dir zu denken.

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  7. Liebe Martina, das ist ja interessant, dass Du diese Frage stellst.Denn gerade heute las ich in einem Buch von Tiki Küstenmacher genau darüber einen Passage. Er ist ja Pfarrer, bekannt durch seine Bücher "Simplify your life" und hatte sich während seiner Ausbildungszeit genau diese existentielle Frage gestellt. Wie ist Gott? Er fuhr dann nach Taizé für zwei Wochen, um dort in einer klösterlichen Schweigegemeinschaft in Abgeschiedenheit und Ruhe, dieser Frage nachzugehen. Er berichtet, dass er auf eine Gottesbegegnung hoffte. (Den kompletten Text kann ich hier nicht wiedergeben, würde aber durchaus in den nächsten Tagen dazu etwas auf meine Seite stellen. Ich weiß nämlich nicht, ob ich ganze Textpassagen einfach ins Internet stellen darf, ohne vorher den Autor zu fragen.) Er berichtet, dass er den ganzen Tag in Burgund durch verlassenen Dörfer und karge Landschaften gewandert sei und zu einer verfallenen Kathedrale gekommen sei. Dort beschreibt er:"Ich weiß nocht, wie ich in der Einsamkeit der menschnleeren Landschft die Erfahrung der absoluten, ganz großen Leere hatte. Und genau gespürt habe: Diese Leere, das ist Gott. Ohne Worte, ohne Erklärung, ohne Wunder. Ich sah mich wie aus der Ferne. Ich und Gott und die Welt waren nicht zu unterscheiden, was war alles leer und alles erfüllt zugleich." Er beschreibt noch weiter, dass sein Glaube lange von Gegensätzen geprägt gewesen sei, lieb und böse, Sieg und Niederlage, Vertrauen und Zweifel. Diese Begegnung hat ihm einen größeren Raum für das Wesen Gottes eröffnet. Ich weiß zufällig, dass es in der Bibel eine Geschichte vom Propheten Elia gibt, die Küstenmachers Begegnung entspricht. Und auch Hape Kerkeling hat ja offensichtlich auf seiner Wanderung auf dem Jakobsweg einen anderen Gott getroffen, als den nur lieben oder bösen, den strafenden oder schenkenden Gott. Ich glaube, dass Gott größer ist als alle Gegensätze und nicht in eine Kategorie passt, die wir ihm wie ein Korsett überstülpen wollen. LG Tanja

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  8. Liebe Martina,
    ich glaube an das Gute und die Liebe. Negativen Einflüssen und Gedanken gehe ich so gut es geht aus dem Wege. Trost und Halt suche und finde ich immer in der Natur und in der Familie, nicht in der Kirche. Sie ist für mich nur eine Istitution.
    Alles Liebe,
    Christine

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  9. Eine existenzielle Frage, die die Menschheit seit jeher beschäftigt. Doch es es hier um meine persönliche Ansicht dazu! Bereits in jungen Jahren verließ ich die Kirche, die ich als Institution nicht akzeptieren kann. Bis heute nicht. Wie ich mit meinem göttlichen Wesen trotzdem kommuniziere!? Nun, auf jeder Wiese, jedem Weg im Wald, jeder Pflanze und mit jedem Tierchen - und sei es noch so gering - dem ich begegne.

    Liebe Grüßle vom Starnberger See, Heidrun ❤️

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  10. Ich habe eine ähnliche Sichtweise wie Du, liebe Martina. Für mich gibt es einen Gott, einen Schöpfer, eine übergeordnete Macht, oder wie man es nennen will. Für mich ist die Bergpredigt sehr maßgeblich und deshalb glaube ich, dass Gott die Liebe ist. Es ist nicht einfach dies zu beschreiben, aber ich denke, dass die Liebe zum Nächsten das Göttliche ist. Wenn wir Nächstenliebe leben, dann sind wir Gott nahe und dem, was Jesus uns mitzuteilen versucht hat. Gott ist kein Gott der Kriege, sondern der Liebe der Menschen untereinander.
    Ich verstehe auch, dass manche Menschen durch schweres Leid an der Existenz eines Gottes zu zweifeln beginnen, doch gerade sie brauchen Liebe, die Liebe ihrer Mitmenschen, die ihnen helfen dieses Leid zu verarbeiten.
    Ich glaube, der Platz reicht an dieser Stelle nicht aus, um über die Existenz Gottes und den Glauben zu diskutieren, aber ich finde es gut, dass es hier einen Gedankenaustausch gibt, einen Anstoß zum persönlichen Weiterdenken...
    Herzliche Grüße
    Astrid

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  11. mein Gedanke liebe Martina ist, wir sind als Erwachsene durch das Elternhaus und die Schule geprägt worden wenn der Glaube dort gelebt und weitergegeben wird. Erst als Erwachsener fangen wir an zu zweifeln und das ist weil wir anfangen zu denken und zu analysieren, wir machen den Versuch einer Erklärung, suchen zu begreifen was uns da beigebracht wurde, ob es mit unseren eigenen Erfahrungen übereinstimmt.
    Gibt es einen Gott? Gute FRage - wer an ihn glaubt als eine höhere Macht - der wird überzeugt davon sein. es wäre für jeden gläubigen Menschen ja auch eine entsetzliche Vorstellung - nach unserem Ende ist NICHTS mehr was uns auffängt und hält. Es gäbe keine Seele die uns davon trägt in eine andere, oder bessere welt, alleine diese Vorstellung ist doch tröstlich.
    All das was um uns herum - wie wir erschaffen wurde, muss doch auch einen Schöpfer haben, jede Zelle auf Erden, alles was lebt und lebendig ist, ja - ich glaube an eine höhere Macht, doch nicht an die Institution KIRCHE - egal wie sie sich nennt, Buddismus, Katholizismus, Evangelisch, ob über Allah oder andere geister - man urteilt und spricht - denn sie hat seit Jahrtausenden bewiesen wie kleingläubig, korrupt, selbstzerstörerisch und manipulierbar die Menschen die sie führen und sich in ihr bewegen war und noch ist.
    Was der Glaube bewirken kann, sowohl im Guten als auch im Bösen - erfahren wir täglich - damit kommen auch die Zweifel, blind sollte der Glaube niemals sein und uns auch nicht zu Blinden machen..
    ein gutes Thema das sicher zu allerlei Diskussionen führt.
    herzlichst Angel

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  12. Nun sehe ich es erst jetzt, nachdem ich ein paar Tage kürzer getreten bin.
    Ich glaube, Gott ist in uns und um uns, wenn wir an ihn glauben. Er ist die Stärke in uns und unsere Kraft die uns trägt. Ähnliches schrieb ich. Kirche ist einen Institution, aber Kirche kann überall sein und ich kann beten wo und wie ich will, denn wenn es einen Gott gibt, der alles sieht, weiß er wie es in mir aussieht. Ob ich es ehrlich meine , ob ich meinen nächsten liebe, wenn es ihn gibt kennt er mich. Bisher hat er mir geholfen, wenn ich ihn brauchte. Ich bin evangelisch und in christlichem Glauben erzogen worden, ich glaube an eine höhere Macht, die wir nicht verstehen und niemals sehen in unserem Leben auf Erden.Ein Kirchgänger bin ich nicht, aber ich mag Kirchen weil es dort so still ist.
    Danke für dieses Thema Martina, liebe Grüße, Klärchen

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