Dienstag, 27. Juni 2017

Die Zeiten ändern sich

Keine wirklich neue Erkenntnis J, doch mir wurde gerade eben wieder einmal bewusst, wie sehr sich die Grundschulzeit meiner Enkel von meiner eigenen unterscheidet.

Schule bilder

Allerdings: Einige Dinge sind geblieben und so wird es wohl noch eine Weile sein. Das Einmaleins gehört dazu und das schriftliche Dividieren. Unsere Große schrieb heute eine Mathearbeit – die letzte in dieser Grundschulzeit – nach den Ferien steht der Schulwechsel an.
Wenn unsere Große nach Hause kommt, dauert es nicht lange und ihr Handy bimmelt, weil jemand fragt: Hast du Zeit zum Spielen? Meistens sind wir dann gerade beim Mittagessen und ich denke: Die sind doch gerade auseinander gegangen, weshalb haben sie es denn nicht schon besprochen? – Ja und bis dann geklärt ist, wann und wo man spielen möchte, gehen etliche Whatsapps hin und her.
Seit unsere Schule vor ein paar Jahren geschlossen wurde, besuchen die Kinder eine städtische Schule. Das bedeutet zum einen, dass sie mit dem Bus fahren müssen und zum anderen, dass die Freundinnen nur mit dem Auto zu erreichen sind. – Kaum ein Nachmittag, an dem unsere Tochter nicht mindestens ein Kind ‚kutschieren’ muss.
Als ich die Grundschule besuchte, konnte ich diese noch mit dem Rad oder zu Fuß erreichen – und auch meine Freundinnen waren in der Nähe. Entweder ging ich nach der Hausarbeit direkt in die Nachbarschaft oder ich fuhr mit dem Rad zu den Freundinnen, die etwas weiter entfernt wohnten - irgendein Kind hatte immer Zeit. – Die Türen waren übrigens überall offen, klingeln musste ich nirgends – und wen hätte ich vorher anrufen sollen? Es hatte damals noch niemand einen Telefonanschluss. 
Wir hatten zwar ein Auto, doch damit fuhr mein Vater zur Arbeit - meine Mutter besaß keinen Führerschein und hätte mich somit auch nicht fahren können.
Wenn ich den Kindern heute von dieser Zeit erzähle, schauen sie mich mit großen Augen an, so, als sei ich eine Märchenerzählerin!



Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    ja so war es bei mir auch...du hast mich gerade wieder daran erinnert...manchmal denke ich, wir sind noch so unbeschwert aufgewachsen, konnten nach der Schule einfach "spielen" gehen, oder es wurde bei uns gespielt...und es war schön so.
    Doch die Zeiten ändern sich - und wir mit ihr.
    Manches macht man mit, manches eben auch nicht.

    Liebe Grüße
    Klaudia

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  2. Hallo liebe Martina,

    na ja, ganz so ohne Telefon waren wir nicht. Aber wenn ich mal telefonierte, dann nur ganz kurz, weil man da noch nach Zeit bezahlt hat. Nix mit Flatrate! Handy und Computer gab es auch noch nicht.
    Meine Freunde waren auch zu Fuß erreichbar.
    Ach herrjeeeeee... wie wurden wir nur so gross??? ;-) ...ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich so aufgewachsen bin.

    Vielen Dank für diesen Post.

    Liebste Grüsse,
    Silvi

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  3. Die Zeiten ändern sich und wir gehen mit.
    Mein Opa hatte nur ein Telefon. Verabredungen trafen wir in der Schule oder auf dem Weg von der Schule nach hause mit Uhrzeit. Wenn jemand nicht kamm ging am andereitig spielen oder blieb zu hause.
    Mit meinen Kindern war es so wie mit Deinen Enkeln nur es war noch ein normales Telefon und keine Whats App die ich heute auch gern nutze.
    Liebe Grüssle, Klärchen

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    1. Diese Tastaturfehler, schrecklich, ich sollte doch auch bei Kommentaren noch mal nachschauen, Klärchen

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  4. Ich dichte jetzt einfach mal einen Teil deines letzten Absatz um, weil alles davor aber auch so was von stimmt. Ich darf das sagen, weil ich kein 'Wischkäsdla' habe und das Manifest des RASF (Radikale Anti Smartphone Front ^^ - rasf.eu) zwar nicht vollständig, aber allemal in großen Teilen befürworte, sind die doch tatsächlich gar nicht radikal.

    So, jetzt die Umformung deines vorletzen Satzes
    (Änderungen in Großbuchstaben):

    "Wir hatten zwar EIN Auto, doch damit fuhr mein Vater NICHT zur Arbeit, ER NAHM DAS RAD - meine Mutter besaß keinen Führerschein und hätte mich somit auch nicht fahren können."

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  5. Ach, jetzt hatte ich Dir so einen schönen langen Kommentar geschrieben und schwuppdiwupp war er weg. Also noch einmal:
    Ich war ungefähr 13 Jahre, als wir ein Telefon bekamen. Gerade noch rechtzeitig vor der ersten Liebelei ;-). Spaß beiseite, - meine Freundin, deren Vater Chef der Post in unserem kleinen Städtchen war, hatte natürlich ein Telefon. Doch das nützte uns nichts, wir konnten trotzdem nicht telefonieren, da meine Eltern ja kein Telefon hatten. Wir verabredeten uns in der Schule für den Nachmittag oder radelten auf gut Glück zum anderen hin. Das klappte prima und ohne große Probleme. Mein Vater hatte ebenfalls das Auto und meine Mutter besaß keinen Führerschein.
    In die Schule gingen wir in Grüppchen zu Fuß oder fuhren mit dem Rad. War eine schöne Zeit, - alles so unkompliziert.
    LG
    Astrid

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  6. Liebe Martina,
    oh ja, das kommt mir so bekannt vor ....
    Ja, die Zeiten ändern sich ... bei uns war es früher so, wie Du es beschrieben hast .... die Freunde/Freundinnen waren aus dem Dorf, man verabredete sich in der Schulpause oder nach der Schule auf dem Heimweg,... das Auto gehörte Papa, um damit zur Arbeit zu fahren, und meine Mama hat auch keinen Führerschein und das Telefon brauchten wir damals auch nicht, um uns zu verabreden ...
    Gute alte Zeit .....
    Ich wünsche Dir einen schönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  7. Ja die "gute alte Zeit", lach. Also wir hatten zwar ein Telefon aber für Verabredungen wurde das nicht genutzt. Man ist raus gegangen und hat halt geschaut wen man trifft. Rumkutschieren hat es nicht gegeben, nimm das Rad oder geh zu Fuß. Hat mir nicht geschadet und ich nehme heute noch das Rad wenn möglich.
    Ich für meinen Teil bin froh das ich ohne dieses ganze WhatsApp und Co aufgewachsen bin und mir tut es manchmal richtig leid für die Kinder und Jugendlichen die so gar nichts von ihrer Umwelt mitbekommen da sie nur in elektronische Kisten gucken.
    Aber so ist sie halt die "neue" Zeit.
    ♥liche Grüße
    Claudia

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