Dienstag, 11. Juli 2017

Die Probleme anderer

Es gibt Menschen, deren Welt dreht sich nur um sie selbst. Sie kämen nicht auf die Idee, sich die Probleme anderer anzuhören oder sie sich gar zueigen zu machen. Die meisten Menschen gehören allerdings nicht zu dieser Kategorie.

Immer gibt es da jemanden, der Probleme hat: Familienangehörige, Freunde, Kollegen – einfach liebe Menschen in unserem Umfeld. Schon sind wir versucht, ihnen helfen zu wollen.
Natürlich dürfen wir uns ihre Probleme anhören und wir dürfen in diesen Momenten für den anderen ein Licht sein, das seinen dunklen Weg ausleuchtet. ABER: Wir dürfen die Probleme eines anderen nicht lösen! Wenn wir dem anderen unsere Aufmerksamkeit schenken, ein offenes Ohr für ihn haben, vielleicht Gedankenanstöße geben, haben wir schon viel für ihn getan.
Doch weshalb dürfen wir die Aufgaben eines anderen nicht lösen? 
Weil jeder seine eigenen Aufgaben zu erfüllen hat!

Menschen bilder
Wenn wir die Aufgabe für einen unserer Mitmenschen lösen, haben wir ihm keineswegs geholfen, denn eines ist sicher: Er wird über kurz oder lang wieder vor einer ähnlichen Situation (Prüfung) stehen. Solange er seine Aufgaben nicht selber löst, stellen sie sich ihm wiederkehrend in den Weg. – Das gilt natürlich auch für uns. – Wir tun ihm also gar nichts Gutes!
Ist es nicht sogar anmaßend, die Aufgaben eines anderen lösen zu wollen? Oder tun wir dies sogar, um unsere eigenen Aufgaben nicht sehen zu müssen?
Ich glaube, es gilt zu erkennen, dass wir Vertrauen haben sollten. Vertrauen darin, dass wir und alle anderen nicht nur an Herausforderungen heranführt werden, sondern auch hindurch.
Manchmal belasten uns schwere Lebenssituationen eines anderen sogar. Dann gilt es, diese Last abzulegen und ins Vertrauen zu gehen.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass der andere seine Aufgaben löst und seinen Weg findet. Das dürfen wir ihm durchaus zutrauen, denn die Kraft dazu liegt in ihm.
Wir dürfen unseren eigenen Weg gehen – mit unserer ganzen Kraft, die wir ebenfalls in uns finden.


Kommentare:

  1. Wie schön Du das gesagt hast, ein offenes Ohr haben, das hilft oft schon. Es hört mir jemand zu und dabei kommt auch oft eine Lösung heraus, wenn man eine andere Sicht in sich findet. Ja ich bin auch der Meinung..."in uns wohnt die Kraft, in uns ist alles vorhanden" :-)
    Liebste grüße zu Dir, Klärchen

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  2. Ein schönes Thema....ja wir dürfen uns die Probleme von anderen anhören, aber nicht für sie lösen, das hast du wunderbar geschrieben. Wir können evtl einen Rat geben, aber nicht versuchen zu manipulieren.

    Liebe Grüße
    Klaudia

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  3. Wunderbare Worte, liebe Martina!
    Das hast Du prima geschrieben, danke dafür! *lächel*
    Hab noch einen zauberhaften Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  4. Liebe Martina,
    es ist schon sehr viel wert, wenn man einfach nur zuhört und über Probleme spricht. Ich habe ja auch schon die Erfahrung gemacht, dass es mir gut tut, wenn mir jemand zuhört, einfach nur so, meistens reicht das schon.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  5. ... ich persönlich bin für Ideen offen, die mir helfen, dass mein Blick klarer wird. Nur drüber reden, reicht mir persönlich nicht.

    Gutes Thema liebe Martina, mit lieben Grüßen in den Abend, Ulla

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  6. Guter Anstoss, ich denke speziell darüber sollte ich nachdenken, vielleicht bin ich sogar eine derer, welche ...
    Hm, interessant.
    Danke

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  7. Und wieder ein Geschenk von dir, liebe Martina! Dieser Post mit den Gedanken und Fragen, die uns tagtäglich begleiten. Denn wir werden jeden Tag damit konfrontiert, mit neuen und alten Problemen und Herausforderungen und uns wird viel abverlangt.
    Und jeden Tag stehen wir auf der anderen Seite und erleben die Probleme unserer Mitmenschen und unserer Lieben.
    Es ist schon eine Weile her, wo ich etwas begriffen habe. Deine Worte “… Oder tun wir dies sogar, um unsere eigenen Aufgaben nicht sehen zu müssen?“. Da bin ich bei dir, liebe Martina. Ich kenne auch ganz liebe Menschen, die seeeehr hilfsbereit sind. Bis mir mit der Zeit klar geworden ist, dass dieses auffallend großes Engagement zugleich eine Blende für die eigenen Herausforderungen ist.
    Und in diesem Satz von dir, ist schon ALLES enthalten. „Ich glaube, es gilt zu erkennen, dass wir Vertrauen haben sollten. Vertrauen darin, dass wir und alle anderen nicht nur an Herausforderungen heranführt werden, sondern auch hindurch.“ Ja! Vor allem, zu vertrauen, dass wir hindurch begleitet werden. Machen wir vorzeitig Stopp, entgeht uns etwas… Ja, es geht um Vertrauen, um sich auf diese Reise, klein oder groß, zu begehen, quasi „blind“ und nicht wissend und dann ES zu erleben, wie es sich anfühlt und zu staunen, auch darüber, dass manchmal ein spontan anderer Blickwinkel eine unerwartete Lösung ist.
    Liebe Martina, ich bin noch überwältigt von deinen Kommi bei mir…
    Danke! Fühle dich umarmt und lass es dir gut gehen, deine Grażyna

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  8. Liebe Martina,
    dieser Text war heute wie für mich gemacht! Manchesmal befindet man sich in einer Art Sackgasse...Man ist gefangen in seinen Sorgen, in seinen Gedanken. Da ist ein kleiner Stubbs von außen genau das, was wir brauchen...Denn eigentlich wissen wir, wir können die Lebensaufgaben all derer, die wir heiß und innig lieben nicht lösen...und es wäre in der Tat vermessen zu glauben, wir bekämen das hin...Das "Zauberwort" - Du hast es deutlich benannt - heißt immer wieder VERTRAUEN!
    Manchmal geht das Vertrauen durch (vermeintliche) Fehlschläge verloren, oder es liegt verschüttet unter einem Berg unbewältigter Aufgaben...
    Ich denke dabei auch an einen Spruch, der mit schon des öfteren in meinem Leben begegnet ist: "Ein Jeder von uns wächst mit den Aufgaben, die an ihn herangetragen werden!"
    In diesem Sinne - ein gesundes Wachstum!
    Und alles, alles Liebe für Dich, Du Gute!
    Heidi

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  9. Liebe Martina,
    das sind sehr interessante Gedanken!
    Ich ertappe mich selbst öfter dabei, dass mir das Hemd näher ist als die Hoselbe - soll heißen, dass ich bis zum Hals in meinen eigenen Problemen stecke und dann kein Ohr für die meiner Mitmenschen mehr frei habe ...
    Dass die Hilfsbereitschaft mancher Leute nur dazu dient, sich um die eigenen Probleme nicht kümmern zu müssen - dieser Gedanke ist mir allerdings noch nicht gekommen! Hm. Man lernt doch nie aus!
    Vielen Dank für diese Denkanstöße, und liebe Grüße
    Christine

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  10. Man kann einen Ratschlag geben, aber entscheiden muss dann jeder selbst. Es gibt Helikopter-Eltern, die ihren Kindern alles abnehmen. Wie sollen diese Kinder denn später in der Welt zurechtkommen?
    LG Elke


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  11. ja..
    jeder muss seinen Weg wohl selber gehen..
    manchmal wird man an der Hand genommen

    es gibt aber auch solche Menschen für die die Probleme anderer eine Herausforderung darstellen die sie gleich energisch angehen ;)
    Eltern neigen oft dazu ..
    darauf vertrauen dass alles gut wird..
    das ist wohl die schwerste Aufgabe

    liebe Grüße
    Rosi

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