Mittwoch, 23. August 2017

Vaterunser

Dieses Gebet, das Jesus selbst uns hinterlassen hat, wird so häufig gesprochen, wie wohl kaum ein anderes. - Doch mal ehrlich: Stehen wir wirklich hinter dem, was wir da beten?
Kürzlich kam mir diese Stelle des Gebetes in den Sinn:

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Wir bitten also einerseits darum, Gott möge uns die Dinge verzeihen, die wir anderen zugefügt haben und andererseits sagen wir zu, den Personen zu vergehen, die etwas an UNS verschuldet haben.

Und da frage ich mich doch:
Lassen wir diesem Satz tatsächlich Taten folgen?

Und wie der Zufall es wollte, las ich kurze später etwas, dass in diese Richtung geht. Dort stand sinngemäß: Hofft nicht auf eure Genesung, solange es noch Menschen gibt, denen ihr nicht verziehen habt.
Darüber habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Klar, solange wir mit anderen hadern, haben wir ihnen nicht vergeben. Ich bin dann mal in mich gegangen und habe geforscht, was da in dieser Beziehung noch so an 'unerledigten Dingen' in mir ist. - Es kamen mir 'uralte' Dinge in den Sinn, über die ich schmunzeln musste. Wie, dachte ich, ihr seid noch da? Dann mal schnell weg mit euch, denn irgendwann muss es einfach mal 'gut' sein. Ich glaube wirklich, dass wir uns mit verbitterten Gedanken und Gefühlen - und seien sie auch noch so klein - nur selber schaden. 
Deshalb:
Ab und zu 'ausmisten'!
Auch IN uns selbst!


Kommentare:

  1. Liebe Martina ... gute Gedanken die du uns hier aufzeigst und ich kann denen nur zustimmen - mein Problem liegt eher im Satz "Dein Wille geschehe" - solange sein Wille mit dem meinigen konform geht soll es mir recht sein, aber wenn nicht...da hab ich schon dran zu kauen. Je älter ich werde umso mehr merke ich, wie mein Körper über mein Leben bestimmt, also aus orthopädischer Sicht ... von wegen Selbstbestimmung - die gilt es dann wohl eher in Selbstannahme zu verwandeln. Liebe Grüße zu Dir, Ulla

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  2. Liebe Martina, für mich ist das Gebet sehr wichtig. Es ist mein Draht zu Gott, die Einleitung mit ihm in Verbindung zu treten. Mich bedanken und bitten, für das, was das Leben so jeden Tag bringt. Liebe Grüße Eva

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  3. Das bekannteste Gebet der Christen. Darf man/ich es in einem Satz niederringen? Oder sollte es Satz für Satz analysiert werden?
    Vielleicht hilft der einfache Vergleich mit einer Frage: Was würde ein Vater von seinem Sohn/seiner Tochter denken, wenn sie mit diesen Worten zu ihm sprechen würde? Er gab uns alles, und wir bitten im Gebet, bestimmt deswegen weil unser Leben kein einziges Gebet und Danksagung ist.

    Da ich mir durchaus bewusst bin, dass man das Vateruser in der Gesamtverständnis der Bergpredigt betrachten MUSS, kann ich natürlich keine vollumfängliche Aussage in ein paar Sätzen niederlegen. Das Problem besteht eben genau darin - das VU wurde aus dem Bezug gerissen, wie viele ander Passagen aus dieser großartigen Rede Jesu. Mit anderen Worten: es wurde und ist überbewertet.

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  4. Beten ist für mich auch wichtig, obwohl ich sehr selten in die Kirche gehe ... oft hab ich das Vaterunser auch schon "zerlegt" und ähnliche Gedanken wie du darüber gewälzt - aber es muss gar nicht alles erklärt werden - es ist wie Meditation und es tut mir gut :)
    ♥lichst Doris

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  5. puh...schwierige Frage liebe Martina...da denke ich doch einige Zeit darüber nach, und dann frage ich dich und mich..
    darf einer selbst für sich (beim gebet) auf vergebung hoffen, der behauptet "gläubig zu sein"! und selbst hässlich - nachtragend - kaltherzig zeigt dass er selbst niemand anderem vergeben kann????
    Schöne Worte ohne entsprechendes handeln sind schnell (auch im gebet ausgesprochen ) in meinen Augen nur eine Farce und kein echtes glauben in meinen Augen!!...
    liebe Grüße Angelface

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  6. Ich frage mich,wer vergibt wem? Was habe ich für Schuld auf mich geladen? Wenn mir einer vergeben kann, denn doch der Herr Gott, der mich kennt, der alles weiß und sieht, wenn man daran glaubt.
    Ich bin nur meinem Gewissen etwas schuldig und damit möchte ich im Reinen sein.Das Vaterunser bete ich in bestimmten Situationen, aber ich habe auch meine ganz persönlichen Gebete.
    Ich habe nachgedacht,dafür danke, Martina

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