Dienstag, 31. Januar 2017

Frühlingsgefühle

Eigentlich ist es ja noch ein 
bisschen zu früh, für
Frühlingsgefühle -
aber durch diese Reizwörter

Vogelvilla – Zombie – lächeln – rufen - frei

wurde ich in diese Richtung geführt.

Ich bin gespannt auf die Geschichten meiner Mitschreiberinnen:




Vogel bilder

Franz saß auf dem höchsten Ast einer Buche und hielt nach seinem Neffen Ausschau. Er war an diesem Nachmittag mit einigen anderen Jungvögeln ausgeflogen. Doch jetzt setzte die Dämmerung ein und Franz wurde unruhig. Schließlich hatte er seiner Schwester vor ihrem Abflug in den Süden hoch und heilig versprochen, auf ihren Jüngsten aufzupassen. Im selben Moment kam eine Schar schwatzender junger Buchfinken angeflogen. Gott sei Dank! Niemand hatte einen Flügelbruch oder ähnliches erlitten.
Franz lächelte, als er daran dachte, wie laut es erst im Frühjahr sein würde, wenn all diese jungen Männer auf der Suche nach ihrem weiblichen Gegenstück waren. Das gäbe ein Gezwitscher und Gezirpe.
Er selbst war Junggeselle geblieben. Zwar kein überzeugter, doch es hatte sich so ergeben, da der Vater von Ferdinand, seinem Neffen, ein Bruder Leichtfuß war. Anscheinend ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, hatte er seine Schwester mit 4 kleinen Buben zurück gelassen und sich einfach aus dem Staub gemacht. Da konnte Franz doch nicht einfach wegschauen und an sich denken. Er hatte es als seine Pflicht angesehen, seiner Schwester beizustehen und ihr bei der Aufzucht der Kleinen zu helfen. Seine eigenen Wünsche hatte er einfach zurückgestellt und dass sich jetzt, in seinem Alter, noch eine Buchfinken-Dame für ihn interessieren würde, hielt er für unwahrscheinlich.
„Hallo!“, rief Ferdinand, landete gekonnt neben seinem Onkel und begann zu schwärmen: „Das war toll. Wir waren im Nachbarort und haben Kinder beobachtet, die auf dem Teich mit Schlittschuhen liefen. Sie hatten so viel Spaß dabei. Ach, könnte ich das doch auch einmal ausprobieren. Schade, dass wir nur fliegen können. Ich würde auch so gerne einmal Schlittschuh laufen. Du musst es dir unbedingt anschauen. Was meinst du, wollen wir morgen zusammen dorthin fliegen?“
„Wir werden sehen“, antwortete Franz in seiner ruhigen Art, „lass uns jetzt zuerst einmal nach Hause fliegen. Du solltest dich ein bisschen aufwärmen. Es ist ganz schön kalt heut.“
„Du“, entgegnete Ferdinand und begann zu lachen, „du hättest Hans-Werner sehen sollen. Als wir unser Gefieder gegen die Kälte ordentlich aufgeplustert hatten, sah er aus wie ein Zombie, echt, und auch ein bisschen wie seine Tante Mimmi“. 
Die Jugend von heute, dachte Franz, musste aber über sich selbst schmunzeln, denn es gab wohl keine ältere Generation, die das nicht über die jüngere sagte. Und über den Wunsch seines Neffen, Schlittschuhe laufen zu wollen, grinste er noch mehr. Dem jungen Hüpfer war wohl gar nicht bewusst, was es bedeutete, fliegen zu können. Bestimmt wünschten sich andere Tiere und die Menschen, auch einmal so frei zu sein, wie die Vögel.
Bald darauf erhoben sich die beiden und flogen zu ihrem Zuhause. Das war eine wunderschöne Vogelvilla, die Franz von seinem Vater vererbt bekommen hatte und die er sicher einmal an seinen Neffen weiter vererben würde.
Als sie später dicht nebeneinander saßen, um sich gegenseitig zu wärmen, erzählte Ferdinand von seinen Beobachtungen am Teich. Neben den Kindern, denen er zugeschaut hatte, interessierte er sich für seine entfernten Verwandten, die Enten. Obwohl er selbst ja auch keine Schuhe trug, wunderte er sich darüber, dass seine Artgenossen mit ihren großen Paddelfüßen über das Eis laufen konnten, ohne dass sie erfroren. Franz erklärte ihm, dass alle Vögel im Winter kalte Füße haben, da sie die Temperatur darin selbst heruntersenken, um nicht zu viel Wärme über die Füße abzugeben. Zum anderen erzählte er ihm, dass die kalten Füße bei den Wasservögeln dafür sorgen, dass das Eis nicht antaut, da sie sonst daran festfrieren würden. Ferdinand war begeistert. Er senkte selbst die Temperatur in seinen Füßen ab und war sich dessen nicht einmal bewusst. Das war echt genial.
„Du, Onkel Franz?!“
„Ja.“
„Darf ich dich noch was fragen?“
„Ja, klar!“
„Warum hast du eigentlich keine Frau und keine eigenen Kinder?“
Oh, jetzt saß Franz in der Zwickmühle. Auf keinen Fall sollte sein Neffe erfahren, dass er oder besser gesagt die Situation seiner Mutter daran nicht ganz unschuldig waren. Der Junge konnte ja nichts dafür. Deshalb antwortete Franz ausweichend: „Nun ja, manchmal kommt es im Leben anders, als man denkt.“
„Weißt du“, fuhr Ferdinand fort, „ich frage, weil mir der Hans-Werner von seiner Tante erzählt hat. Du kennst sie doch, die Mimmi?“
„Ja, wer kennt sie nicht.“
„Also, die Mimmi, die hat ja auch keinen Partner und letztens hat Hans-Werner gehört, wie die Mimmi zu ihrer Freundin gesagt hat, dass sie den Franz – also dich – ganz toll fände.“
„Mich?“, rief Franz. „Und ich dachte immer, die Mimmi interessiert sich nicht für mich, sondern nur für Krimis. Na da schau an.“
„Die Mimmi hat wohl Bedenken, dass du sie vielleicht nicht magst, weil sie so ein bisschen aufgeplustert aussieht – also immer, jeden Tag, auch im Sommer."
Ferdinand hüstelte. Er wollte nicht sagen, dass die Mimmi ziemlich dick war. Es konnte ja durchaus sein, dass seinem Onkel das gefiel – und genau so war es auch.
Als Ferdinand bald darauf die Augen zufielen, kannten die Gedanken seines Onkels nur eine Richtung: Mimmi! Würde es für ihn wirklich noch eine Liebe geben und vielleicht sogar eigene Kinder?
Franz wurde ganz eigenartig zumute. Konnte das möglich sein? Frühlingsgefühle zu dieser Jahreszeit – und das in seinem Alter?!


Sonntag, 29. Januar 2017

Sprachlos sein

Oh je, hier war es für ein paar Tage außergewöhnlich still. Könnte daran liegen, dass ich mich ziemlich ‚sprachlos’ fühlte – und das meine ich jetzt nicht im übertragenen Sinne. Mir hat wirklich etwas 'die Sprache verschlagen' und das zeigte sich in der Tat in einer Rachenentzündung.

Krank bilder

Ich bin ziemlich sicher, dass all diese Redensarten wie ‚mir ist etwas auf den Magen geschlagen’ oder ‚ich habe die Nase gestrichen voll’ nicht von ungefähr kommen. Wenn wir etwas Unangenehmes erfahren, macht sich dies oft in der Magengegend bemerkbar – oder eben in einer dicken Erkältung, wenn wir im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll haben.
Eine junge Frau, die mit ihrem Freund zusammenziehen wollte, erfuhr ein paar Tage vorher telefonisch von ihm, dass sie ihren Umzug für einige Monate verschieben musste. Als sie am nächsten Morgen aufstand hatte sie starke Ohrenschmerzen. – Ich bin ziemlich sicher, dass es etwas mit dem zu tun hatte, was sie 'ganz und gar nicht hören wollte'. 
Eine Erkrankung an einem bestimmten Körperteil oder Organ ist oft auf psychische Dinge zurückzuführen. Wenn uns etwas 'an die Nieren geht', zum Beispiel, weil wir enttäuscht sind. In der Antike galten die inneren Organe wie Leber, Herz und Nieren als Sitz von Gemütsbewegungen. In der Bibel heißt es in den Sprüchen Salomos: „Meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.“ Und Albertus Magnus, ein Arzt des Mittelalters, spricht von der Niere sogar als ‚Angstorgan’. 
Und nun wünsche ich euch einen schönen Restsonntag! 
Bleibt oder werdet gesund!




Dienstag, 17. Januar 2017

Flüssigwaschmittel

Die meisten von euch kennen das Blog von Frau Rostrose und wissen, dass sie nicht nur über Nachhaltigkeit schreibt, sondern sie auch lebt.
Heute möchte ich einen kleinen Beitrag zu ihrer Aktion ‚A new life’ leisten, und zwar mit einem Rezept für ein Flüssigwaschmittel, das jeder selbst einfach und günstig herstellen kann. Ich habe es dem Buch ‚Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie’, das ich zu Weihnachten geschenkt bekomme habe, entnommen.

Ihr benötigt:
Bildergebnis für gifs waschmaschine
4 EL Waschsoda
30 g Kernseife
2 l Wasser und evtl.
10 – 20 Tropfen ätherisches Öl

So geht ihr vor:

1.      Kernseife mit einer Küchenreibe klein raspeln.
2.    700 m Wasser aufkochen.
3.    Kernseifenraspel und Soda vorsichtig dazu geben und verrühren, bis sich alles im Wasser aufgelöst hat.
4.    Eine Stunde stehen lassen, danach mit weiteren 700 ml Wasser aufgießen, kurz aufkochen und gut verrühren.
5.    Nach ungefähr 6 Stunden beginnt die Mischung, etwas zähflüssig zu werden, dann die restlichen 600 ml Wasser dazugeben, noch mal aufkochen und gut verrühren.
6.    Nach dem Abkühlen nochmals mit dem Schneebesen gut verrühren und evtl. ätherisches Öl (z.B. Lavendel oder Lemon Gras) dazu geben. 

Es gibt in dem Buch auch noch Rezepte für Waschmittel in Pulverform und noch viiieeeel mehr nützliche Tipps, die alle die Umwelt entlasten. Da mir das Buch wirklich gut gefällt, möchte ich es euch ans Herz legen und schreibe gleichzeitig: Achtung, der Post enthält Werbung! J

Traude gibt noch einen wichtigen Hinweis zum Post:

Viele im Handel erhältliche Kernseifen enthalten nämlich leider inzwischen auch Palmöl, deshalb wäre es wichtig, hier auch ein bisserl wählerisch zu sein. Ich habe dir den Link eines dazu passenden informativen Artikels herausgesucht: http://www.smarticular.net/kernseife-ohne-palmoel-kaufen-worauf-du-achten-solltest/

Sonntag, 15. Januar 2017

Kinokarten

Weiter geht's!
Die nächste Reizwörtergeschichte geht an den Start -
und diese Wörter lagen ihr zugrunde:

Gipsbein – Kuchengabel – lauern – geistern – giftgrün

Schaut bitte,
ob es auch dort eine Geschichte zu lesen gibt:



Krankenhaus bilder


Mein Name ist Jenny. Ich bin 26 Jahre alt, schlank, blond, passabel aussehend und: Einsam! Warum das so ist? Weil ich es immer mit den falschen Männern zu tun bekomme. Ich kann euch sagen, ich kenne sie in- und auswendig, diese Machos und Möchtegern-Casanovas! So einen suche ich doch nicht. Für mich kommt nur jemand infrage, der ehrlich ist und mich so nimmt, wie ich bin und überhaupt – eigentlich kommt nur einer infrage, der ahnt es aber nicht: Mein Nachbar Jonny. Jenny und Jonny – wie das schon klingt! Doch er rührt sich einfach nicht, macht keine Anstalten, um mit mir auszugehen oder dergleichen. Deshalb dachte ich mir, dass ich die Sache wohl in die Hand nehmen muss, sonst sind wir in 100 Jahren noch kein Paar.
Als ich so in meiner Wohnung saß, draußen weiße Flocken aus dem Himmel segelten und im Radio ‚... und seid ewiger Zeit wohn ich Tür an Tür mit Jonny' lief, kam mir ein Gedankenblitz. Ich könnte doch … aber zunächst müsste ich … zwei Kinokarten besorgen.
Eine davon legte ich in einen Umschlag, malte lauter kleine Herzchen darauf und lauerte meinem Nachbarn auf. Ne, das ist Quatsch. Ich lauerte ihm nicht auf, sondern ich wartete, bis er das Haus verlassen hatte. Es war ziemlich dunkel, als ich durch den Hausflur geisterte, um besagten Umschlag auf seine Fußmatte zu legen. Anschließend galt es, sich ruhig zu verhalten und durch den Spion zu schauen, wie er auf den Umschlag reagieren würde. Im Gegensatz zu mir erleuchtete er beim Heimkommen das Treppenhaus hell, so dass ich gut sehen konnte, wie er das kleine Geschenk an sich nahm und in seinen Händen hin und her drehte. Vermutlich suchte er nach dem Absender, den er natürlich nicht fand und als ich die Situation zum Platzen fand und mein Herz bis zum Hals klopfte, schloss er seine Wohnungstür auf und ging mitsamt seiner Beute hinein. Und ich konnte nicht sehen, wie er auf den Inhalt reagiert. Mist!
Am besagten Abend des neuen Jahres, als der Kinofilm anlief, zu dem ich meinen Nachbarn anonym eingeladen hatte, ging ich bereits sehr zeitig aus dem Haus. Ich wollte nicht so gerne, dass wir uns bereits in unserem Mietshaus begegnen, um festzustellen, dass wir den gleichen Weg haben. Ich wollte … Ja, ich weiß auch nicht so genau, was ich wollte. Jedenfalls wollte ich ihn überraschen und gleichzeitig seine Aufmerksamkeit auf mich lenken und ihm zeigen, dass er mir wichtig ist.
Also ging ich zielstrebig Richtung Kino, als mir ein älterer Herr mit seiner riesigen Dogge begegnete. Gerade in dem Moment, als ich mich fragte, wer denn da wen ausführt, machte der Hund einen Satz zur Seite, sprang quasi vor mir her, so dass ich ins Stolpern geriet, über die Leine fiel und mir das Bein brach. – An dieser Stelle wäre ein wenig Mitleid durchaus angebracht. -
Menschen blieben stehen und ich hörte Sätze wie: „Ach, die Ärmste, wenn das neue Jahr schon so beginnt.“ Super dachte ich. Mehr davon. Wisst ihr, wie besch… das letzte Jahr für mich war? Da brauch ich keine Steigerung, ne, auf keinen Fall. Aber was sollte ich machen? Man brachte mich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Dort erfuhr ich, dass ich ein paar Tage bleiben müsste. Komplizierter Bruch – Operation. Die Tränen flossen und erinnerten an kleine Bäche, die dahin plätschern und nicht zum Stillstand gebracht werden können. Das schaffte erst die Narkose – aus der ich später ziemlich benebelt erwachte. Dass mir kotzübel war und ich giftgrüne …, ne, das gehört jetzt nicht hierher.
Nun lag ich also mit einem Gipsbein ziemlich elend und mit der Welt und dem lieben Gott hadernd im Krankenhaus. Super Plan, Jenny, echt, spitzenmäßig gelaufen, sagte ich mir.
Am nächsten Nachmittag brachte man mir eine große Tasse Kaffee und ein Stückchen Kuchen. Gut so! Irgendwie musste ich mir das Leben ein bisschen versüßen. Als ich nun so meinen Kuchen in mich hinein stopfte, klopfte es leise.
„Herein!“, rief ich und als ich gerade darüber nachdachte, wie erbärmlich ich aussehen musste, lugte ein mir bekannter Kopf um die Tür. Vor Schreck fiel mir die Kuchengabel aus der Hand. Jonny, mein Nachbar, stand im Türrahmen.
„Darf ich hereinkommen?“, fragte er höflich.
Mit einer Handbewegung versuchte ich, meine Haare zu richten, während ich gleichzeitig: „Na klar, gerne!“, flötete.
„Ich hab von deinem Unglück gehört und dachte mir, vielleicht würdest du dich über ein paar Blümchen freuen. Ich stelle sie gleich hier hinten auf den Tisch. So kannst du sie am besten sehen.“
„Wie aufmerksam!“
„Wie hast du das denn hinbekommen?“, erkundigte er sich, während er sich schwungvoll auf die Bettkante setzte und auf mein Bein zeigte. Dass mich derweil ein stechender Schmerz durchfuhr, zeigte ich ihm natürlich nicht. Ein Indianer kennt ja bekanntlich keinen Schmerz und erzählte bereitwillig, was geschehen war. Dass ich auf dem Weg ins Kino war, um mich dort mit ihm zu treffen und ihm zu zeigen, wie sehr ich ihn mag, also, diese Stelle, die ließ ich lieber aus.
Ach guck mal an“, meinte er und es hatte für mich den Anschein, als läge ein verschmitztes Lächeln um seine Lippen, als er weiter sprach. „Ich war zur gleichen Zeit auch unterwegs. Du musst wissen, dass im Kino ‚Passengers’ lief. Den Film wollte ich mir unbedingt ansehen.“
Ich räusperte mich und tat so, als habe ich noch nie in meinem Leben von diesem Film gehört und fragte scheinheilig: „Um was geht es denn da?“
„Du, wie so oft im Leben um einen Mann und eine Frau. Sie waren mit tausend anderen Leuten auf einem Raumschiff unterwegs, wurden jedoch vorher eingefroren, da sie eine 90jährige Reise zu einem anderen Planeten vor sich hatten. Sie sollten halt noch jung dort ankommen. Aber diese Beiden erwachten viel zu früh. Man könnte auch sagen, die Eiszeit zwischen ihnen wurde beendet.“ Dann lachte er laut. „Die Vorstellung zu zweit alleine in einem riesigen Raumschiff für mehrere Jahrzehnte unterwegs zu sein, ist schon schwierig. Nur zwei Menschen und sonst niemand. Aber es kam anders. Mehr erzähle ich dir jetzt aber nicht. Vielleicht möchtest du ihn dir ja auch irgendwann einmal ansehen.“
„Vielleicht“, entgegnete ich etwas verlegen.
Kurz darauf brach mein Nachbar auch schon wieder auf und ich lag ziemlich alleine und deprimiert in meinem Bett.
Etwas später betrat die Krankenschwester das Zimmer, um das Tablett wieder abzuholen.
„Oh, was für ein wunderschöner Blumenstrauß“, rief sie aus und fragte: „Soll ich ihn hier stehen lassen?“
Ich nickte.
„Hier ist ja noch ein Umschlag“, meinte sie, während sie an den Blumen roch, um ihren Duft einzuatmen, und reichte ihn mir anschließend.
Als die Schwester das Zimmer wieder verlassen hatte, öffnete ich den Umschlag erwartungsvoll. 
Zum Vorschein kamen zwei Kinokarten!


© Martina Pfannenschmidt, 2017



Freitag, 13. Januar 2017

Wann ist Frieden möglich?

Frieden bilder

Eine Frage, die ganz sicher nicht nur mich beschäftigt.
In der Welt herrscht so viel Krieg, obwohl alle Menschen, mit denen ich Kontakt habe, sich Frieden wünschen. Gibt es überhaupt Menschen, die sich einen Krieg wünschen? Sicher nur wenige. Doch warum herrscht dann nicht Frieden auf der Welt? Eine Theorie: Weil wir täglich Kleinkriege führen – und zwar in unseren Gedanken.
Geh mal bitte eine halbe Stunde durch eine Stadt und frag dich anschließend, ob es dir gelungen ist, in dieser Zeit kein einziges Mal über einen Mitmenschen zu urteilen.
Beispiele gefällig? „Die könnte auch mal wieder zum Friseur gehen, ihr dunkler Ansatz sieht echt sch…. aus.“ „Meine Güte, der junge Mann kann kaum gehen, so tief hängt ihm die Hose.“ „Eine Nummer größer würde der Mantel nicht so spannen.“ „Kein Wunder, dass der so dick ist, sitzt schon wieder bei Mäkkes und schiebt sich einen Hamburger rein.“
Macht jeder in dieser oder ähnlicher Form, nicht wahr? Wir be- und verurteilen Menschen, die wir überhaupt nicht kennen und natürlich auch die, die wir kennen: „Der ist doch nur Abteilungsleiter geworden, weil er sich eingeschleimt hat.“
Die Frage ist doch: Warum machen wir das? Im letzten Fall könnte zum Beispiel Neid dahinter stecken. – Aber es ist nun mal so, dass wir in sozialen Gruppen leben, in der es eine Ordnung gibt. Leute, die oben stehen und Leute, die unten stehen.
Eine Straßenverengung. Zwei Fahrzeuge begegnen sich. Du bist einer der Fahrer. Was machst du? Soll der andere doch halten! In dem Moment wollen wir nichts anderes, als über den anderen herrschen.
Oft steckt Unsicherheit hinter unserem Verhalten, weil wir unseren Wert nicht erkennen. Wenn wir unseren Wert nicht erkennen und uns minderwertig fühlen, versuchen wir, andere herabzusetzen. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ein anderer mehr Wert ist, als ich.
Dieses Verurteilen und Bewerten anderer Menschen passiert in unseren Köpfen und das bleibt für uns nicht ohne Folgen. Buddha sagte: „An Zorn festzuhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der Andere dadurch stirbt.“ – Was er damit sagen will: Wir fügen uns selbst dadurch einen Schaden zu, nicht dem anderen.
Solange wir den anderen nicht so nehmen, wie er ist, nehmen wir ihn und damit die Realität nicht an. Wer ständig verurteilt, stößt eine Tür auf, hinter der die Unzufriedenheit wohnt. Unzufrieden über das Wetter, den Fußballclub, die Politik, das Geld, die Arbeit, die Gesundheit, das ganze Leben.
Wir urteilen alle, doch wenn wir uns dessen bewusst werden und unsere Gedanken stoppen, indem wir sagen: „Moment, ich urteile gerade wieder“, haben wir schon einen großen Schritt getan.
Der nächste Schritt: Wir müssen schauen, warum wir verurteilen. Vielleicht sind es Verletzungen, die uns zugefügt wurden, die uns urteilen lassen oder die eigene Unsicherheit. Es bringt nichts, sich dafür zu verurteilen, dass man wieder geurteilt hat. Aber es bringt etwas, nach der Ursache zu forschen. Wir sollten uns in diesen Momenten bewusst werden, dass wir uns nur selbst einen Schaden zufügen. – Auch der andere sucht sein Glück und hat sein Päckchen zu tragen. Zitat: „Urteile nie über einen anderen Menschen, bevor du nicht 7 Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist.“
Wenn es uns gelingt, die anderen Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, wird es uns auch gelingen, dass ganze Leben so zu akzeptieren, wie es ist.

Wenn in jedem Menschen, der diese Erde bewohnt, Frieden herrscht, wird Frieden für alle möglich sein! Und dieser Frieden muss in unseren Köpfen beginnen!

Nachtrag: Tanja vom Blog 'Fründliche Scherereien' hat sich ebenfalls Gedanken zum Thema 'Frieden' gemacht. Wer sie lesen möchte: KLICK!



Mittwoch, 11. Januar 2017

Erinnert ihr euch

an Textaufgaben? 

Zahlen clipartsSie enthalten neben den für die Lösung wichtigen Angaben und Zahlen noch jede Menge andere verwirrende Angaben und Zahlen, die für die Lösung der Aufgabe nicht wichtig sind – und die gibt es bis heute. 
Ich weiß dies ganz sicher, weil unsere älteste Enkeltochter sich im Moment damit herumschlagen muss. – Doch wenn der Groschen erst gefallen ist, sind auch diese Aufgaben kein Problem mehr. Doch woher stammt eigentlich dieser Begriff? Ich hab’s mal recherchiert! J
Eine 1266 in Frankreich geprägte Dickmünze trug den Namen ‚Denarius grossus’, wobei grossus ‚dick’ bedeutet. Bekannter wurde der Groschen, nachdem im Jahre 1300 in Böhmen eine Silbermünze mit diesem Namen geprägt wurde. Es ist wohl der böhmischen Aussprache zu verdanken, dass aus ‚grossus’ ‚grosch’ wurde.
Zur Zeit der D-Mark entsprach ein Groschen dem 10-Pfennig-Stück. – Es wird gar nicht mehr lange dauern, dann weiß dies kaum noch jemand.
Groschenstücke waren an vielen Automaten erforderlich. Zum Beispiel am beliebten Kaugummi-Automaten, der mit ganz viel Glück auch noch einen Ring auswarf. J
War also besagter Groschen in den Automaten gefallen, gab er die Ware preis. Im übertragenen Sinn: Fällt der Groschen im Gehirn, gibt er Wissen preis! 




Dienstag, 10. Januar 2017

Jetzt wird es wirklich allerhöchste Zeit,

Danke zu sagen. 

Alex vom Blog ‚Adelhaids Herrchen blog(g)t’ kam nämlich schon in der vergangenen Woche einem Versprechen nach. Er war so nett, mir zwei seiner Bücher zu übersenden.

Das ist das eine:

Titel: Das Prinzip der 3 Seelen

Und dies das andere:

Titel: Zeitlose Texte


Wer Alex kennt, der weiß, dass er ein Querdenker ist. Er selbst bezeichnet sich auch als solchen. Manchmal ist es deshalb nicht ganz so einfach, seinen Gedanken zu folgen. Logisch, sie gehen ja auch quer! J Doch eines kann ich ganz sicher sagen: Der Versuch, seinen Gedanken zu folgen, der lohnt sich. 
Sind es nicht immer die Menschen, die wirklich denken und sich nicht anderen Denkweisen anpassen, die etwas bewirken? Und da ich diese Menschen sehr mag, mag ich auch das Blog von Alex und ebenso seine Bücher, die mich mit einer Widmung erreichten, was mich sehr berührt.

Danke! 

Bleib, wie du bist, lieber Alex: Die Welt braucht gerade in diesen Zeiten Menschen, wie dich!

Sonntag, 1. Januar 2017

Geben ist schöner, denn nehmen

Herzlich willkommen 
im neuen Jahr 
und
herzlich willkommen 
hier in meinem Bloghaus zur 
1. Reizwörtergeschichte im Jahr 2017!

Da bin ich ja mal gespannt,-
ob heute überhaupt jemand zu Besuch kommt.

Ich lass mich mal überraschen 
- auch davon, wer von meinen Mitschreiberinnen heute an Bord ist -
und aus diesen Reizwörtern:

Rasselbande – Knöpfe – bauen – vorstellen – blümerant

eine Geschichte gezaubert hat.

Vielleicht
Christine oder Eva oder Lore oder Regina?


Bildergebnis für gifs schneemann

Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass mein Zuhause der Garten der Familie Lüdecke ist. Die Kinder der Lüdeckes haben mich gebaut. Ein paar Tage vor dem Weihnachtsfest begann es nämlich zu schneien, und in Nullkommanix hatte mich die Rasselbande auf die Beine gestellt. Auch wenn ihr mich nicht persönlich kennt, so könnt ihr euch sicher vorstellen, wie ich ausschaue – ich bin nämlich ein Schneemann. Ein besonders schöner und ein wahres Kunstwerk obendrein. Passt auf, ich erkläre es euch genauer: Sechs Haselnüsse zieren meinen Bauch. Es sieht tatsächlich so aus, als trüge ich eine Jacke mit edlen Knöpfen. Wenn ihr mir gedanklich nun bitte ein kleines Stückchen noch oben folgen würdet, weil ihr so sehen könnt, dass ich einen kunterbunten Schal trage. Er stammt von Lotta. Ihre Oma hat ihn für sie gestrickt, doch Lotta sagt, dass er kratzt. Also, mich kratzt er nicht. Ich freue mich über ihn. So, nun geht es weiter zu meinem Gesicht. Beginnen wir mit meinem Mund. Er ist echt scharf, weil Pascal zwei Peperoni dafür aus der Küche geholt und mir daraus einen roten Mund gemacht hat. Meine Nase besteht natürlich aus einer Möhre und meine Augen sind in Wahrheit zwei kleine Äpfel. Nett, oder? Und bevor ich es vergesse: Auf dem Kopf trage ich einen Schlapphut. Er ist aus Leder und gehörte Opa Alfons. So, nun wisst ihr genau, wie ich ausschaue, nur meinen Namen, den kennt ihr noch nicht, ich verrate ihn euch gerne – aber erst später.
Wenn ihr im Augenblick gerade nichts Besseres zu tun habt, könnte ich euch davon erzählen, was ich in der Heiligen Nacht so alles erlebt habe.  
Passt also auf: Ganz in meiner Nähe steht eine wunderschöne Tanne. Die Lüdeckes haben sie geschmückt und eine Lichterkette angebracht. Sie brennt die ganze Nacht hindurch. Das gefällt mir. In der Heiligen Nacht war es ganz besonders still. Niemand schien außer mir noch draußen zu sein. Doch ich hatte mich getäuscht.
Plötzlich vernahm ich in der Nähe der Tanne eigenartige Geräusche. Bald kam ein Eichhörnchen zum Vorschein und ich beobachtete sein Treiben. Es machte sich unter der Tanne zu schaffen. Ich rief ihm zu: „He, du, was machst du denn da?“
„Ich suche, … ich suche …, ich suche …“
Weiter kam es vor lauter Aufregung nicht. Erst als ich fragte: „Ja, was suchst du denn?“, erhielt ich eine Antwort.
„Die Nüsse, suche ich, die ich im Herbst hier verbuddelt habe. Oder war es vielleicht doch an einem anderen Platz? Ich kann mich einfach nicht erinnern. Aber heute ist doch Heiligabend. Ich kann doch nicht ohne Nüsse nach Hause kommen. Was mache ich nur, was mache ich nur?“
Ich hörte aufmerksam zu und sah, wie verzweifelt das Eichhörnchen nach den Nüssen suchte. Deshalb rief ich es zu mir. Als es näher kam und meine Knöpfe entdeckte, freute es sich und rief: „Ja, da sind sie ja! Wie kommen sie nur dahin?“
„Nimm sie nur“, habe ich geflüstert und ihm und seiner Familie ein frohes Weihnachtsfest gewünscht.
Doch kaum war das Eichhörnchen davon gerannt, hoppelte ein Schneehase vor meinen Füßen herum. Fast hätte ich ihn nicht gesehen. Einzig seine Augen konnte ich erkennen. Das war zunächst ein bisschen unheimlich. Als er mich jedoch anbettelte, ob er vielleicht meine Möhrennase haben könnte, weil er hungrig sei, konnte ich gar nicht anders. Ich habe so doll geniest, bis die Mohrrübe im hohen Bogen von meinem Kopf flog – genau vor seine Füße. Er hat die Möhre direkt vor Ort verspeist und hoppelte anschließend gesättigt davon.
Und wenn ihr nun denkt, in der weiteren Nacht blieb es still, täuscht ihr euch. Es ging in meinem Garten zu, wie auf einem türkischen Basar. Plötzlich stand hungrig ein Esel vor mir, der noch vor ein paar Stunden bei der lebendigen Krippe mitgewirkt hatte. Er war ein bisschen enttäuscht, weil ich keine Nase mehr hatte, doch er fragte höflich, ob er sich wohl bei den Äpfeln bedienen dürfte. Ihr ahnt sicher schon, dass ich es ihm gerne erlaubt habe.
Nun stand ich dort: ohne Knöpfe, ohne Augen und ohne Nase. Aber ich hatte ja noch meinen Mund, einen Hut und einen Schal.
Es dauerte gar nicht lange, bis ein weiterer weißer Geselle vor mir stand. Selbst aufrecht war er nicht sonderlich groß. Er verneigte sich freundlich und stellte sich mit folgenden Worten vor: „Guten Abend, Herr Schneemann, wenn Sie mich erlauben, würde ich mir Ihnen gerne vorstellen. Mein Name ist Mustela nivalis. Meines Zeichens bin ich ein Wiesel. Ich wohne mit Frau und Tochter ganz in Ihrer Nähe und weil doch heute Heiligabend ist, da schickt mir die liebe Frau zu Sie, um zu fragen, ob Sie vielleicht Ihren Schal entbehren könnten für unser Töchterlein. Es würde mir sehr freuen, wenn Sie es mich gibten. Sie müssen wissen, mein Töchterchen heißt Zitterella. Seit sie geboren wurde, zittert sie. Immer ist ihr kalt und so ein Schal, wie der Ihrige, Herr Schneemann, ….“
„Schon gut, schon gut“, fiel ich ihm ins Wort. Mir wurde schon ganz blümerant bei seiner Wortwahl. „Krabbele nur zu mir herauf und bedien dich. Wäre doch schön, wenn der kleinen Zitterella genau am Heiligabend warm ums Herz würde.“
Was soll ich euch sagen, nun stand ich dort, halb nackt. Viel war es nicht mehr, was ich anderen hätte bieten können, doch selbst für den alten Hut fanden sich noch Liebhaber. Hört nur zu!
Aufgeregt kamen Herr und Frau Spatz direkt auf mich zugeflogen. Sie hätten nicht viel Zeit mitgebracht, erklärte Frau Spatz überspannt. Es seien nun doch mehr Familienmitglieder zur Feier erschienen, als zunächst geplant gewesen sei. Als ich ihr erklärte, dass ich ihr nur noch zwei Peperoni anbieten könnte, winkte sie ab. „Nein, zu essen haben wir genug. Die Familie hat zum Fest das Vogelhäuschen besonders prall gefüllt. Das ist nicht unser Problem. Aber die Übernachtungsmöglichkeiten gehen uns aus. Wenn wir vielleicht ihren Hut …“ „Natürlich, liebe Frau Spatz, bedienen Sie sich“, rief ich aus. Bald darauf flog das Ehepaar zurück zur Familie – zwischen ihnen schwebte mein Hut davon.
Die beiden hatten übrigens großes Glück, dass der Fuchs, der sich plötzlich im Garten zu schaffen machte, sie nicht erwischt hatte. Vorwitzig kam mir der alte Schlawiner aufdringlich nahe.
„Na, Herr Schneemann“, säuselte er und unterdrückte dabei ein Kichern, „sie sehen ja ziemlich mitgenommen aus.“
„Machen Sie sich um mich nur keine Sorgen, Herr Fuchs“, antwortete ich freundlich, „ich gebe gerne. Schließlich ist heute Heiligabend. Wie wäre es, wenn ich Ihnen das Letzte, was ich besitze, zur Verfügung stellte?“
„Und was wäre das?“
„Peperoni“, antwortete ich wahrheitsgemäß und fügte an: „Sie gehört zur Familie der Paprika und soll sehr gesund sein.“
„Ja dann. Nur zu. Schmeiß runter, das Zeug.“
Gesagt – getan.
Könnt ihr euch vorstellen, wie der listige Fuchs geschaut hat, als er heißhungrig in die Peperoni biss? Laut fluchend lief er Richtung Wald. Sein Schimpfen war weithin zu hören.
Sagt, hatte ich nicht einen unglaublichen Heiligabend? So viele Tiere konnte ich beschenken. Auch wenn ich selbst nichts außer einem herzlichen Dank bekommen habe, so bin ich doch Felix – der Glückliche!

© Martina Pfannenschmidt, 2017


Auch diese Geschichte
nimmt an
teil!