Mittwoch, 29. März 2017

Sinnsprüche

Heute gibt es noch einmal
neue Aphorismen:


Dunkle Gedanken ziehen auf,
wie eine Gewitterfront.
Schick sie fort,
bevor sie sich entladen. 

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Wenn du andere kopierst,
machst du aus einem wertvollen Original
eine billige Reproduktion.

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Solange aggressive Gedanken
in dir sind,
solltest du nicht auf Frieden hoffen.

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Keine Versicherung dieser Welt
kann dir die Angst vor der Zukunft nehmen.
Das schafft nur die eigene Gewissheit,
dass alles gut ist oder wird.

© Martina Pfannenschmidt


Sonntag, 26. März 2017

Aphorismen

Wie viele andere auch, 
mag ich Sinnsprüche und Aphorismen.
In der Kopfzeile meines Blogs 
findet man einige unter dem Oberbegriff 
Heute haben drei neue Einzug gehalten:
:-)



Schiebe einen Riegel
vor die Tür des Wankelmutes
und öffne die Pforte der
Zuversicht und des Vertrauens.

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 Sollten wir nicht gut sein
zu dem Menschen,
in dessen Haut wir stecken?

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Du kannst dein Gestern
nicht mehr verändern,
aber dein Heute und Morgen.


© Martina Pfannenschmidt, 2017

Samstag, 25. März 2017

Ordnung geschafft!

Dieses Wetter macht Lust, Ordnung zu schaffen! 
In den Schränken, in den Gärten und sogar im Blog! :-)
 Computer mini bilder
Das wird nicht gleich auffallen, doch ich war gestern Abend ziemlich fleißig und sag euch auch, weshalb!
Dank der Blogger Statistik bzw. der Übersicht kennen wir die Zahl unserer Besucher. Auch kann man erkennen, welcher Post wie oft aufgerufen wurde. Da wundere ich mich oft darüber, dass so viele ältere Posts gefunden und offensichtlich auch gelesen werden.
Letztens erzählte Angel, dass sie so jemand ist, der sehr gerne nach alten Posts Ausschau hält und Klärchen erwähnte, dass sie die Unterteilungen in meinem Blog übersichtlich findet.
Nun kann ich sagen: Die beiden haben mich zu noch mehr Ordnung angespornt und deshalb findet ihr in der Kopfzeile jetzt zwei neue Unterteilungen. Zum einen sind das die ‚Gedanken’, die ich mir im Laufe der Zeit über das eine oder andere Thema gemacht habe. Zum anderen die ‚Briefe an den Weihnachtsmann’, die ich in diesem Dezember fortführen werde.
An manche Posts konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Bei anderen war ich erstaunt, dass ich sie schon vor so langer Zeit geschrieben habe.
Was wäre mein Bloghaus ohne Euch, die Leser! IHR füllt es durch Eure Besuche und Kommentare mit Leben! Dafür hat es sich in jedem Fall gelohnt, mal wieder aufzuräumen! Danke für jeden Besuch!


Mittwoch, 22. März 2017

Sie ist (fast) in aller Munde –

Ähnliches Fotodie Amalgamfüllung – und dies, obwohl diese Füllungen als nicht ganz ungefährlich gelten. Sie enthalten nämlich hochgiftiges Quecksilber. Da fragt man sich doch: Geht’s noch? – Aber klar: Amalgam ist die Regelleistung der meisten Krankenkassen für Kassenpatienten. Hält lange und ist günstig!
Seit Kindertagen trug ich auch diese Füllungen im Mund. Vor ein paar Jahren bin ich dazu übergegangen, sie nach und nach auszutauschen. Das war ein sehr aufwändiges Verfahren, denn man sollte die Füllung nicht einfach so herausbohren, da sich das Quecksilber dann erst recht im Mundraum verteilen kann. – Die meisten Zahnärzte nehmen darauf allerdings keine Rücksicht. Nun, ich bin diese Füllungen los und froh darüber.
Als ich jetzt hörte, dass die EU dafür sorgen will, dass das Amalgam schrittweise aus den Zahnarztpraxen verbannt wird, hab ich mich wirklich riesig gefreut. Allerdings: Andere Füllungen sind teuer und so werden die Patienten wohl einen Großteil der Kosten für alternative Füllungen selbst tragen müssen – und einige werden dies nur schwerlich können.
Amalgam wird im Moment allerdings noch nicht komplett verboten. Die EU-Kommission in Brüssel fordert, dass ab dem 1. Juli 2018 kein Amalgam mehr bei Zahnreparaturen von Kindern, werdenden Müttern und stillenden Frauen verwendet wird. – Ab 2020 will man zusammen mit den Zahnmedizinern prüfen, ob dieser Stoff ab 2030 komplett aus den Praxen verschwinden kann. –
Meine Meinung: Es MUSS verschwinden – je eher, desto besser!
Dann haben wir das Quecksilber ‚nur noch’ in unseren Lampen! – Ironie des Schicksals, könnte man sagen!


Montag, 20. März 2017

Rechts oder links

Alle, die schon länger bei mir lesen, wissen, dass es hier immer mal wieder Geschichten zu lesen gibt. Als ich gestern wieder einmal an einer Geschichte arbeitete, die ihr demnächst hier lesen könnt, kam ich an eine Stelle, an der ich innehalten musste. – Es war eine ‚Schlüsselstelle’ dieser Geschichte. Wie sollte es weiter gehen? Ich musste quasi stellvertretend für die Protagonistin eine Entscheidung treffen. In diesem Fall: Soll es ein Happy End geben? Dann muss sie jetzt zu diesem Vorschlag ‚Ja’ sagen. Natürlich kann sie auch ‚Nein’ sagen – es ist ja schließlich ihr freier Wille J - aber dann entwickelt sich die Geschichte natürlich vollkommen anders.
Weshalb ich euch das erzähle? Weil ich gerade dachte, dass es im wahren Leben genau so ist – mit dem einzigen Unterschied, dass kein anderer meine Lebensgeschichte schreibt und meinem Leben die Richtung gibt, sondern ich. ICH stelle die Weichen mit meinem ‚Ja’ oder ‚Nein’ und das nicht nur einmal im Leben. 
Bildergebnis für gifs kostenlos kreuzungenImmer wieder kommen wir an eine Wegkreuzung und müssen uns entscheiden. Gehen wir links oder rechts. Manchmal bleiben wir auch stehen, schauen unsicher zuerst in die eine, dann in die andere Richtung. Genau wie bei der erfundenen Geschichte sollten wir manchmal innehalten und Ausschau halten, bevor wir uns entscheiden. Leider wissen wir in diesen Momenten noch nicht, welcher Weg uns zu einem 'Happy End' führen wird.
Läuft es nach einer Entscheidung nicht rund, hadern wir mit uns (oder dem Schicksal). Ach, hätten wir uns doch bloß anders entschieden. Aber ich denke, dass das keinen Sinn macht. Vielleicht brauchten wir für unsere Lebenserfahrung genau diesen angeblich ‚falschen’ Weg, den wir durch eine ‚falsche’ Entscheidung eingeschlagen haben. Vielleicht gibt es gar keine ‚falschen Wege’, denn wir können ja aus allem, was uns begegnet und was sich uns in den Weg stellt, etwas lernen.
Wenn wir unser Leben Revue passieren lassen, gab es wohl für jeden Entscheidungen, von denen wir sagen: Die würde ich heute noch einmal genau so fällen – aber ganz sicher auch welche, wo wir uns fragen: Warum habe ich mich damals nur so entschieden?
Rechts oder links? Vielleicht sollten wir einfach darauf vertrauen, dass wir geführt werden und bei schwierigen Entscheidungen eher auf unser Herz hören, als auf unseren Verstand. Ich glaube, es kennt unseren Weg besser!


Herzlich Willkommen
und Carola von
'Jos Garten'
Wie schön, dass Ihr mir
jetzt ‚ganz offiziell’ folgt!
J


Mittwoch, 15. März 2017

Frühlingserwachen

Wie passend!
Nicht nur in meiner Geschichte,
sondern auch im wahren Leben
erwacht der Frühling!
Da macht es auch nichts,
dass im ersten Absatz noch Schnee liegt -
das ist dann sozusagen der 'Schnee von gestern' :-) -
und das waren die Reizwörter,
die mich zu dieser Geschichte führten:

Blütenkelch – Langschläfer – garstig – unbarmherzig - wirbeln

Meine Mitschreiberinnen freuen sich, 
wenn ihr auch bei ihnen lest:


Nach dieser langen Vorrede geht es nun los mit
der Geschichte!
Viel Freude beim Lesen -
und an dieser Stelle:
Vielen, vielen Dank für die immer so netten Kommentare!!

Blumen bilder

Schneidend pfiff der Wind um die Häuserecken und wirbelte dabei den Pulverschnee auf. Der Winter zeigte sich noch einmal von seiner garstigen und unbarmherzigen Seite. Doch nur ein paar Tage später wurde es merklich milder. Der Himmel offenbarte sich in seinem schönsten Blau und die Sonne schickte ihre wärmenden Strahlen Richtung Erde. Allerorten war ein ‚Plitsch’ und ‚Platsch’ zu hören. Der Schnee schmolz und tropfte von den Dächern der Häuser. Plitsch! Platsch!
Große mit kleinen weißen Blümchen bewachsene Flächen wurden frei. Schneeglöckchen, diese zarten Geschöpfe, die dem Winter trotzen und uns verkünden, dass, wenn sie Abschied nehmen, viele andere Blumen kommen werden.
Der kleine Bach gluckste und gurgelte vor Freude, da es ihm vergönnt war, die Schneeschmelze auf ihrem Weg zu ihrem Ursprung, dem Meer, zu begleiten. - Bald zog sich der Winter ganz zurück und überließ dem Frühling das Feld.
Nun dauerte es nicht mehr lange, da reckte und streckte auch Floretta ihre müden Glieder. Sie hatte ziemlich lange geschlafen und noch fiel es ihr schwer, die Augen zu öffnen. Als es ihr jedoch gelang, erschrak sie ein wenig. „Es ist ziemlich dunkel hier“, sprach sie zu sich selbst und versuchte, sich trotz der Finsternis zu orientieren. Bald war ihr, als höre sie eine feine Stimme, die aus ihr heraus sprach: „Du musst wachsen, Floretta, hin zum Licht.“
‚Wachsen? Okay, ich versuche es’, dachte sie. Noch ein bisschen zaghaft streckte sie ihr Köpfchen nach oben und bemerkte sehr bald, wie anstrengend es war, zu wachsen. Immer wieder musste sie eine kleine Pause einlegen, um Kraft zu schöpfen. Doch irgendwann geschah das Unfassbare. Sie stieß mit ihrem Köpfchen durch die letzte Erdschicht und sah die Sonne. Zum ersten Mal in ihrem Leben nahm sie das Licht wahr. Dafür hatte sich jede Anstrengung gelohnt.
Unerwartet regte sich die Erde neben ihr. „He“, rief ihr jemand zu, „du stehst mir im Weg.“ Floretta sah sich um und entdeckte ein weiteres Köpfchen neben sich und noch eines und noch eines. Alle riefen durcheinander: „Mach Platz!“ oder „Geh an die Seite!“ oder „Ich war zuerst hier!“
Die Sonne lächelte und rief ihnen zu: „Hallo, all ihr lieben Narzissen, ihr müsst nicht drängeln. Es ist genug Platz und Licht für euch alle da. Wie schön, dass ihr da seid, um mit euren klanghellen Glöckchen den Frühling zu verkünden.“
Sogleich wurde es stiller. Jeder nahm nun Rücksicht auf den anderen und noch etwas geschah: Sie alle bemerkten, dass sie sich nur durch ihr Gegenüber erkannten. Alle waren sie wunderschön in ihrer Form und Farbe und freuten sich über ihr Leben im Licht.
„Da seid ihr ja endlich“, riefen nun auch die Blausternchen, „wir haben schon auf euch gewartet.“
Unsäglich viele Tulpen reckten ihre roten und gelben Köpfchen gen Himmel. Es hatte fast den Anschein, als wollten sie mit ihren nach oben geöffneten Blütenkelchen dem Schöpfer für ihr Leben danken.
Inzwischen war Floretta zu voller Schönheit erblüht. Vorsichtig sah sie sich in alle Richtungen um. Sie konnte sich gar nicht satt sehen an all den Farben um sie herum. Der blaue Himmel, das grüne Gras und all die vielen bunten Blumen, die sich um sie herum tummelten. Und wie das duftete. Verschwenderisch verschenkte auch sie ihren Duft, der bald kleine Insekten und Hummeln anlockte. Das war ein Summen und Brummen, wie sie es noch nie gehört hatte.
Kleine Lämmchen sprangen übermütig über die Wiese und vollführten ihre ersten Bocksprünge. - Doch was war das? Floretta vernahm ein leises Schnarchen. Es war ihr, als käme es aus dem Laubhaufen, der sich unter der Buchenhecke befand. Ob es da jemanden gab, der den Frühling verschlief? Sogleich läutete sie mit ihrem Glöckchen und bald darauf kam Bewegung in den Blätterhaufen. Vorsichtig streckte ein kleiner Igel seine Nase in den Wind.
„Komm nur heraus“, rief Floretta aufmunternd, „der Frühling hat Einzug gehalten.“ Der Langschläfer bedankte sich bei der Narzisse und lief schnell Richtung Bach, um seinen Durst zu stillen.
Bald darauf krabbelte ein kleiner roter Marienkäfer an der Narzisse empor. Floretta kicherte, weil es sie ein bisschen kitzelte.
„Du, Floretta, darf ich dich mal etwas fragen?“
„Nur zu!“, ermunterte die Blume den Käfer.
„Bist du eigentlich glücklich mit deinem Leben?“
Darüber musste die Narzisse gar nicht lange nachdenken: „Schau dich nur um“, forderte sie den Käfer auf, „natürlich bin ich glücklich. Das Leben ist so bunt, voller Freude und Sonnenschein.“
„Ich dachte“, druckste der Marienkäfer ein bisschen herum, „weil du immer nur hier an deinem Platz stehst und dich nicht fortbewegen kannst, wärst du vielleicht unglücklich.“
„Aber nein. Du musst einfach nur der sein wollen, der du bist – und kein anderer. Ich bin mir sicher, dass alles gut ist, so wie es ist; denn wenn es so, wie es ist, nicht gut wäre, glaube mir, dann wäre es anders.“
Darüber musste der Marienkäfer ein Weilchen nachdenken.
„Du meinst also, der Platz an dem wir uns befinden, der ist immer genau richtig für uns?“
„Ja, so meine ich das.“
Beide schwiegen eine Weile, doch als eine Ameise vorüber krabbelte, die mit einer schweren Last auf dem Rücken unterwegs war, zeigte der Käfer auf sie.
„Aber schau dir diese Ameise an. Ihr Leben besteht aus Mühe und Arbeit.“
„Weißt du“, entgegnete die Narzisse, „ich habe viel Zeit, die Dinge um mich herum zu beobachten. Diese Ameise dort ist eine Arbeiterin, die für die Beschaffung von Nahrung für ihr Volk und den Nachwuchs zuständig ist. Sie arbeitet sozusagen im Außendienst und sie weiß, dass genau dies ihre Aufgabe ist und sie lässt sich durch nichts und von niemandem davon abhalten. Liegt ein dicker Stein auf ihrem Weg, so bleibt sie nicht stehen und klagt darüber. Nein, sie krabbelt um ihn herum oder über ihn hinweg. Steht ein noch größeres Hindernis vor ihr, so sucht sie wieder nach einem Ausweg. Sie gibt niemals auf, um dorthin zu gelangen, wo sie ankommen möchten. Sie weiß genau, was sie an ihrem Platz zu tun hat und genau das tut sie.“
Der Marienkäfer dachte über alles nach, was er gehört hatte. Bald darauf erhob er sich, um der Abendröte entgegen zu fliegen.
„Tschüss Floretta!“, rief er der Narzisse zum Abschied zu, „und Danke! Ich habe heute viel von dir gelernt.“
„Ja, was denn?“, fragte Floretta erstaunt.
„Na, dass das Leben viele wunderbare und einzigartige Geschichten schreibt!“


© Martina Pfannenschmidt


Freitag, 3. März 2017

Unsere Jüngste

hat wahre
Kunstwerke
erschaffen!

Schaut doch bitte mal:


ein Panda


eine Katze

+

ein Hund


ein Bienenschwarm


ein Rentier
und


ein Elefant!


Ich finde sie einfach
bezaubernd.
Sie hat sie alle mit dem Finger
'getupft'
und ihnen mit ein paar
Bleistiftstrichen
Leben eingehaucht!
;-)

Mittwoch, 1. März 2017

Die innere Stimme

1. März -
meteorologischer Frühlingsbeginn!
Hurra!!


Meine heutige Geschichte spielt sich allerdings
noch im Winter ab.
Daran sind diese Reizwörter nicht ganz unschuldig:

Pflanzen – Erde – kritisch – freuen – nerven

Ich bin gespannt, 
welche Geschichten sich meine Mitschreiberinnen ersonnen haben:



Winter bilder

Almut umklammerte den großen Becher Kaffee, den sie in ihren Händen hielt. Noch immer war Winter und es hatte wieder einmal kräftig geschneit. Eine dicke weiße Haube ruhte auf allen Bäumen und Pflanzen und die Erde, in der sie wuchsen, war vor Kälte erstarrt. So langsam aber sicher nervte Almut diese Jahreszeit, doch es half ja nichts. Das Einzige, was ihr blieb, war der Blick nach vorne und die Gewissheit, dass der Frühling kommen würde - irgendwann. Doch irgendwie gelang es ihr nicht, sich darüber zu freuen. Eher war das Gegenteil der Fall. Wenn sie daran dachte, was sie sich alles für das neue Jahr vorgenommen und wie wenig sie davon umgesetzt hatte, deprimierte sie das.
Sie wollte so gerne einige Kilos abnehmen, damit sie im Frühjahr wieder in ihre Lieblingshose passte. Doch anstatt ein paar Pfunde herunter zu bekommen, hatte sich wieder eines dazu geschlichen. - Aber das war ja eigentlich noch nicht einmal ihr größtes Problem. Sie fühlte sich in ihrem Job nicht wohl. Zwar war sie inzwischen auf eigenen Wunsch für die Terminvergaben zuständig und arbeitete nicht mehr direkt mit ihrem Chef, einem Zahnarzt, zusammen. Das änderte jedoch nichts daran, dass sie ihn als ungerecht empfand und seinen Launen ausgesetzt war.
Almut klangen die Worte ihrer Kollegin Ingeborg im Ohr: „Du siehst das alles viel zu kritisch. Die Hauptsache ist doch, dass du einen Job hast und Geld verdienst. Wenn der Chef seinen schlechten Tag hat, schalte doch einfach auf stur. Und überleg mal bitte, wohin du wechseln möchtest? Wer nimmt uns denn noch in unserem Alter?“
Einerseits hatte Ingeborg natürlich recht mit dem, was sie sagte, aber andererseits … Zum einen gelang es Almut nicht, einfach wegzuhören, zum anderen hatte sie noch einige Jahre zu arbeiten. Die konnten wirklich lang werden, wenn man seiner Arbeit nicht mit Freude nachging. Irgendwie musste eine Lösung her – sie wusste nur nicht, woher sie kommen sollte.
Damals, als Almut gerade 16 Jahre alt gewesen und es darum gegangen war, sich für einen Beruf zu entscheiden, hatten ihre Eltern ein gewaltiges Wörtchen mitgesprochen. - Ihr Herz hatte schon immer für Tiere geschlagen. Wie gerne wäre sie Tierarzthelferin geworden oder Tierpflegerin. Daran hätte sie Freude gehabt. Doch ganz in der Nähe ihres Elternhauses gab es eine Zahnarztpraxis und die suchten ausgerechnet zu der Zeit eine Auszubildende. Ihre Eltern hatten lange auf sie eingeredet und ihr all die Vorteile aufgezeigt, die ein nahe gelegener Arbeitsplatz bietet. Almut hatte es einfach nicht geschafft, sich zu widersetzen. Wie auch, in dem Alter. In den folgenden Jahren hatte sie die Praxen mehrfach gewechselt, doch glücklich war sie nirgendwo geworden.
„Unfassbar“, sagte sie laut in die Stille hinein und erschrak selbst darüber. Es war wirklich unfassbar, dass sie bald 40 Jahre in einem Beruf tätig war, der sie nicht ausfüllte. Das konnte es doch nicht sein. Sie ging einer Arbeit nach, die sie nicht liebte, kam nach einem anstrengenden Tag nach Hause, um einen Diät-Shake zu trinken, der ihr nicht einmal schmeckte. Anschließend setzte sich vor den Fernseher, um sich Dinge anzuschauen, die sie nicht wirklich interessierten und ging irgendwann frustriert ins Bett. Sie führte ein Leben, das sie sich so nie vorgestellt hatte. Eigentlich wollte sie nichts weiter, als glücklich sein, doch sie wusste einfach nicht, wie ihr das gelingen sollte.
Und dann gab es da noch etwas, dass sie schmerzte. Nach zwei langen Beziehungen lebte sie nun schon seit einigen Jahren alleine. Auch das war ein Punkt, den sie gerne geändert hätte. Doch auch hier wusste sie nicht, wie. Männer wachsen nun mal nicht auf Bäumen und in ihrem Alter …
Während sie einen Schluck Kaffee trank, liefen ihr heiß die Tränen über die Wangen. Almut fühlte sich wie in einem Hamsterrad, aus dem sie nicht ausbrechen konnte. 
Tief in sich versunken saß sie am Küchentisch, als sie leise ihren Namen hörte: „Almut?!“
„Ja!“, sagte sie und drehte sich um. Doch es war niemand da. Wie auch – sie war ja alleine.
„Such mich nicht hinter, vor oder neben dir. Such mich in dir. Von dort spreche ich zu dir.“
„Wer bist du?“, fragte Almut verwirrt.
„Ich bin deine innere Stimme, die du über Jahre nicht gehört hast. Du suchst einen Ausweg aus all deinen Problemen? Dann hör mir zu. Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Gut, das ist nicht wirklich etwas Neues. Auf der anderen Seite ist es dir bisher jedoch noch nicht gelungen, diesen ersten Schritt in die richtige Richtung zu tun.“
„Witzbold“, dachte Almut.
„Das habe ich gehört“, erwiderte die Stimme. „Du bist nur sauer auf mich, weil ich recht habe. Ich kenne dich gut, denn ich bin du und du bist ich. – Lass uns also auf deine Probleme schauen. Du möchtest abnehmen und versuchst es immer und immer wieder mit einer Methode von der du weißt, dass du scheitern wirst. Warum sollte etwas beim 100. Mal klappen, wenn es 99 Male davor schief gegangen ist? Wir können also festhalten: Du bist in dieser Sache auf dem falschen Weg. Wie wäre es denn, wenn du dich abends nicht vor den Fernseher setzt, sondern einen Spaziergang machst. Du weißt es doch: Bewegung und gesunde Ernährung sind der Schlüssel zum Erfolg.“
Natürlich war Almut das alles nicht neu, doch die Umsetzung war nicht so einfach. Ihr kam der Gedanke, dass sie vielleicht mit Ingeborg darüber sprechen könnte. Vielleicht könnten sie gemeinsam etwas unternehmen und sich sportlich betätigen. Und schon wanderten ihre Gedanken ab zu ihrem Job. „Wie soll ich denn hier etwas verändern?“, fragte sie. „Ich hab doch nichts anderes gelernt, gab sie der Stimme zu verstehen und bedenke bitte mein Alter!“
„Manchmal hilft es schon, den Gedanken eine andere Richtung zu geben. Wenn du immer dein Alter vorschiebst, wird es mit einer Veränderung wohl nicht klappen. Wenn dir dein Job missfällt, schau und hör dich um. Wenn es der Zufall möchte, findet sich etwas. Aber du musst tätig werden – einen Schritt tun – und sei es nur, die Augen und Ohren offen zu halten.“
„Aber in meinem Alter“, wiederholte Almut gedanklich, „tut man sich mit Veränderungen halt schwer.“
„Gut, dann bleibt alles, wie es ist!“, entgegnete die Stimme spitz. „Es ist dein Wille und der wird geschehen.“
Oh Mann, diese Stimme war echt penetrant.
Almut sah auf ihre Armbanduhr. 15 Uhr am Sonntagnachmittag. Es war zwar kalt, aber die Sonne schien. Vielleicht sollte sie hinaus fahren an den Weiher. Aber zu dieser Zeit bekam man dort bestimmt keinen Parkplatz mehr.
„Almut“, flehte die Stimme, „das denkst du jedes Mal. Versuch es doch einfach. Du wirst ganz sicher einen Parkplatz finden.“
Als sie eine halbe Stunde später um den Weiher ging, kamen zwei Hunde direkt auf sie zu gerannt. „Na, ihr seid ja ausgelassen“, sprach sie die beiden an, die sich sogleich gerne von ihr kraulen ließen.
Leider endet hier der Einblick in Almuts Leben. Schade, denn es wäre natürlich interessant, zu erfahren, wie sie reagiert, wenn sie von dem Halter der beiden Ausreißer erfährt, dass er ein Tierarzt ist, der händeringend nach einer Ersatzkraft für eine schwangere Angestellte sucht, die in seiner Praxis für die Terminvergaben zuständig ist. - Noch faszinierender wäre es wohl, Kenntnis davon zu erlangen, ob es das Leben wirklich schafft, diese beiden Menschen wie geplant auch privat zusammen zu führen. Doch eines steht ganz sicher fest: Es ist gut, dass Almut ihrer inneren Stimme gefolgt ist!